Buchhaltungssoftware für Gastronomie Vergleich
2026
Das sind die besten 64 Anbieter.
Die Buchhaltung im Gastronomiebetrieb entsteht nicht am Schreibtisch, sondern am Tresen: im Bon der Bestellung, im Trinkgeld der Spätschicht und im Tagesabschluss, der jeden Abend stimmen muss. Wir haben 64 Anbieter von Buchhaltungssoftware für die Gastronomie geprüft.
ERPNext ist ein quelloffenes ERP-System von Frappe Technologies aus Mumbai, lizenziert unter AGPL-3.0 und im Einsatz bei über 30.000 Unternehmen. Buchhaltung, Einkauf, Lager und ein Kassenmodul liegen in einem System, betrieben wahlweise selbst gehostet oder auf der Frappe Cloud.
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ERPNext ist ein vollständig quelloffenes ERP-System, entwickelt und gepflegt von Frappe Technologies Pvt. Ltd. mit Sitz in Mumbai, Indien. Der Quellcode liegt seit 2009 offen und steht unter der Lizenz AGPL-3.0, Funktionen hinter Bezahlschranken schließt Frappe ausdrücklich aus. Über 30.000 Unternehmen setzen die Software ein, die Zielgruppe reicht vom kleinen Betrieb bis zur Gruppe mit mehreren Gesellschaften.
Der Funktionsumfang deckt Buchhaltung, Einkauf, Verkauf, CRM, Lager, Fertigung, Projekte, Anlagen, Qualität, Support sowie Personal und Lohn ab. Die Buchhaltung führt einen frei strukturierbaren Kontenplan, ein vollständiges Hauptbuch, Debitoren und Kreditoren, Kostenstellen, Dimensionen und Budgets sowie eine Anlagenbuchhaltung mit automatischem Abschreibungsplan. Hauptbuch, Summen- und Saldenliste, Bilanz, Erfolgsrechnung und Kapitalflussrechnung entstehen als Bericht, Mehrfirmen- und Mehrwährungsbetrieb sind eingeschlossen. Ein Abgleich von Zahlungen und offenen Rechnungen kommt hinzu.
Ein Branchenpaket für die Gastronomie führt Frappe nicht. Das Kassenmodul bringt jedoch Verkaufsfunktionen mit: eine für Touchbedienung ausgelegte Oberfläche, Artikel mit Barcodes, Chargen mit Verfallsdatum für verderbliche Ware, je Filiale ein eigenes Lager, Treuepunkte sowie einen Schichtabschluss, der alle Kassenvorgänge des Tages zu einer konsolidierten Rechnung verdichtet. Steuerliche Vorgaben deckt ERPNext für viele Länder ab Werk oder über Lokalisierungs-Apps ab; fehlt eine Landesanpassung, baut sie das Partnernetz auf. Eine Zertifizierung nach deutscher Kassensicherungsverordnung weist die Produktseite nicht aus.
Beim Betrieb trennt Frappe sauber zwischen zwei Wegen: Self-Hosting auf eigener Infrastruktur unter AGPL-3.0 ohne Lizenzgebühr oder gehostet auf der Frappe Cloud. Dort beginnen einzelne Sites bei 5 US-Dollar pro Monat und eigene Server bei 40 US-Dollar pro Monat, abgerechnet wird nach Ressourcen und nicht pro Benutzer. Eine Produktgarantie mit priorisiertem SLA steht optional bereit. Die Testphase läuft 14 Tage. Einführung und Anpassung übernehmen über 200 zertifizierte Partner oder Starter Packs, eigene Implementierungsdienstleistungen bietet Frappe nicht an.
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Was ist eine Buchhaltungssoftware für die Gastronomie, und brauchen Sie wirklich eine?

Eine Buchhaltungssoftware für die Gastronomie führt Kassenumsätze, Lieferantenrechnungen und Zahlungen eines Betriebs in einem Datenbestand zusammen, woraus sich die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder die Bilanz, die Umsatzsteuervoranmeldung sowie die Übergabe an das Steuerbüro erstellen lassen. Vorgeschrieben ist die ordnungsmäßige Kassen- und Buchführung, nicht ein bestimmtes Produkt. Sobald am Tresen viel Bargeld über die Kasse läuft und die Belege sich stapeln, rechnet sich eine eigene Lösung meist innerhalb weniger Monate.
Drei Produktwelten treffen im Gastgewerbe aufeinander, und ihre Aufgaben unterscheiden sich deutlich. Das Kassensystem erfasst und sichert den Umsatz am Tresen, exportiert die Tagesdaten für die Buchhaltung, bleibt damit aber eine Kasse mit Buchhaltungsübergabe, keine vollwertige Finanzbuchhaltung. Die Buchhaltungssoftware verbucht Einnahmen und Ausgaben, führt die Konten nach einem Kontenrahmen wie SKR 03 oder SKR 04, erstellt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder die Bilanz, übermittelt die Umsatzsteuervoranmeldung. Das Gastro-Backoffice rechnet zusätzlich den Wareneinsatz, hinterlegt Rezepturen, stützt die Inventur.
Das Statistische Bundesamt beschreibt das Gastgewerbe als kleinteilige Branche mit hohem Bargeldanteil; vier Besonderheiten heben es zusätzlich von anderen Branchen ab. Erstens fließt viel Bargeld in vielen Kleinbeträgen über die Kasse, weshalb die ordnungsmäßige Kassenführung hier besonders schwer wiegt. Zweitens gelten zwei Steuersätze, weil der Verzehr im Haus und der Verkauf außer Haus umsatzsteuerlich getrennt behandelt werden. Drittens erhöhen Personalverpflegung und Eigenverbrauch die Zahl der zu erfassenden Vorgänge. Viertens fällt Trinkgeld an, das je nach Empfänger unterschiedlich zu behandeln ist. Der DEHOGA Bundesverband führt Wareneinsatz und Personalkosten als die beiden großen Kostenblöcke des Gastgewerbes; beide lassen sich ohne saubere Zahlen aus Kasse und Buchhaltung kaum steuern.
Eine gesetzliche Pflicht zu einer bestimmten Software besteht nicht. Das Bundesministerium der Finanzen hat mit den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form, kurz GoBD, den Rahmen gesetzt. Zusätzlich verlangt § 146a der Abgabenordnung für elektronische Kassensysteme eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung. Wer heute mit einer offenen Ladenkasse und einem Kassenbuch arbeitet, verstößt damit nicht automatisch gegen geltendes Recht. Sobald Umsätze und Belege digital entstehen, greift jedoch die Pflicht zur unveränderbaren Aufbewahrung; ein Ausdruck ersetzt die Datei nicht. Der folgende Test ordnet ein, ab wann eine eigene Lösung den Aufwand wert ist.
- Bargeld: Ein großer Teil Ihres Umsatzes läuft in bar und in vielen Kleinbeträgen über die Kasse, Tag für Tag.
- Kassenpflicht: Sie führen eine elektronische Kasse und müssen technische Sicherheitseinrichtung, Belegausgabe und DSFinV-K-Export sicher erfüllen.
- Zwei Steuersätze: Ihr Angebot umfasst Verzehr im Haus und Verkauf außer Haus, die umsatzsteuerlich getrennt gehören.
- Wareneinsatz: Sie können nach einem Monat nicht in wenigen Minuten sagen, wie hoch Ihr Wareneinsatz im Verhältnis zum Umsatz liegt.
- Lieferanten: Mehrere Lieferanten stellen laufend Rechnungen, die erfasst, geprüft und fristgerecht bezahlt werden müssen.
- Steuerbüro: Ihre Kasse übergibt die Tagesabschlüsse bisher nicht digital an das Steuerbüro, die Zahlen werden von Hand übertragen.
- Personal: Sie beschäftigen Aushilfen und Servicekräfte, für die Personalverpflegung, Trinkgeld und wechselnde Schichten anfallen.
Drei zutreffende Punkte sprechen für eine eigene Software, ab fünf zahlt sich der Wechsel fast immer aus. Unabhängig vom Ergebnis verlangen die GoBD eine Verfahrensdokumentation, also eine schriftliche Beschreibung, wie Belege in den Betrieb gelangen, wie sie verarbeitet und wie sie aufbewahrt werden. Diese Beschreibung gehört auch dann geschrieben, wenn Sie zunächst bei Tabelle und Steuerbüro bleiben.
Diese 7 Probleme löst eine Buchhaltungssoftware im Gastronomiebetrieb.

Sieben Probleme kehren im Gastronomiebetrieb immer wieder, vom Bonstapel hinter der Kasse bis zur monatlichen Übergabe an das Steuerbüro. Jedes einzelne kostet Zeit, Geld oder beides. Ein passendes Programm setzt an genau diesen Stellen an, ohne die Arbeit an der Kasse umzustellen.
Am Anfang steht die Belegflut. Kassenbons, Lieferscheine und Quittungen sammeln sich in Gläsern, Schubladen, Jackentaschen, bis der Tagesabschluss ansteht. Stimmt die Kasse dann nicht, bleibt die Differenz ohne durchgängige Aufzeichnung unerklärt. Ein Programm erfasst Belege im Moment des Anfalls, ordnet den Tagesabschluss der Kasse den Buchungen zu, macht Kassendifferenzen nachvollziehbar.
Der zweite Block betrifft die Marge. Ohne laufende Zahlen bleibt der Wareneinsatz bis zum Jahresabschluss unbekannt, und die Kalkulation stützt sich auf Schätzungen. Der DEHOGA Bundesverband führt den Wareneinsatz als eine der zentralen Kennzahlen des Gastgewerbes; ein Gastro-Backoffice stellt ihn dem Umsatz monatlich gegenüber. Parallel laufen Lieferantenrechnungen auf, die ohne System doppelt erfasst oder zu spät bezahlt werden.
Der dritte Block ist steuerlich heikel. Speisen im Haus und außer Haus unterliegen dem jeweils geltenden Umsatzsteuersatz; eine falsche Trennung zieht sich durch die gesamte Voranmeldung. Die monatliche Übergabe an das Steuerbüro kostet zusätzlich Zeit, solange Zahlen von Hand übertragen werden. Schließlich verlangen die GoBD des Bundesministeriums der Finanzen samt § 146a der Abgabenordnung, dass Belegausgabe, Aufzeichnung und Archiv im Alltag lückenlos zusammenpassen.
Kassenbons, Lieferscheine und Quittungen sammeln sich in Gläsern, Schubladen, Jackentaschen. Ein Programm nimmt Belege per Foto oder Upload auf, liest Betrag, Datum und Lieferant per Texterkennung aus, ordnet sie dem richtigen Konto zu. Die Ablage entsteht damit im Moment der Erfassung, nicht am Monatsende.
Stimmt der Z-Bon am Abend nicht mit der Bar- und Kartenzahlung überein, bleibt die Differenz ohne durchgängige Aufzeichnung offen. Die Kasse protokolliert jeden Vorgang mit der technischen Sicherheitseinrichtung, der Tagesabschluss läuft nach festem Schema, Differenzen werden mit Betrag und Ursache dokumentiert. Aus wiederkehrenden Abweichungen wird so ein erkennbares Muster.
Ohne laufende Auswertung bleibt bis zum Jahresabschluss offen, wie viel jeder Umsatz-Euro an Wareneinsatz gekostet hat. Ein Gastro-Backoffice stellt Wareneinsatz und Umsatz monatlich gegenüber, je Warengruppe und Standort. Aus der Abweichung entsteht die Grundlage für Kalkulation und Einkauf, statt für ein Bauchgefühl.
Rechnungen von Getränkehändler, Metzger und Großmarkt gehen auf Papier wie per Mail ein, werden abgetippt, geraten in Verzug. Die Belegerfassung liest Eingangsrechnungen aus, die Liste der offenen Posten zeigt Beträge samt Fälligkeit, doppelte Rechnungen fallen über die Dublettenprüfung auf. Skonto lässt sich nutzen, statt Mahngebühren zu zahlen.
Der Verzehr im Haus und der Verkauf außer Haus unterliegen dem jeweils geltenden Umsatzsteuersatz, doch an der Kasse landen beide leicht auf derselben Taste. Warengruppen mit fest hinterlegtem Steuersatz trennen die Umsätze schon bei der Bonierung. Die Umsatzsteuervoranmeldung stimmt damit ohne Nacharbeit.
Ohne Schnittstelle tippt das Steuerbüro Tagesabschlüsse und Belege ein zweites Mal ab, stellt den Aufwand in Rechnung. Ein Export im DATEV-Format überträgt Buchungssätze samt Belegbildern direkt in die Kanzleisoftware. Der Aufwand entfällt auf beiden Seiten, die monatliche Rechnung sinkt.
Technische Sicherheitseinrichtung, Belegausgabe und Archivierung sind Pflicht, geraten im Betrieb aber leicht ins Hintertreffen. Ein konformes System bindet die Sicherheitseinrichtung ein, bietet bei jedem Vorgang einen Beleg an, hält die Daten im DSFinV-K-Format prüfungsfest vor. Bei einer Kassennachschau steht der Nachweis damit bereit.
Welche Arten von Buchhaltungssoftware für die Gastronomie stehen zur Wahl?

Sieben Typen stehen zur Wahl, vom reinen Kassensystem mit Buchhaltungsübergabe bis zur quelloffenen Lösung auf dem eigenen Server. Die Grenzen verlaufen nicht scharf, viele Anbieter kombinieren mehrere Rollen. Entscheidend bleibt, welche Aufgabe im Betrieb den Ausschlag gibt.
Am Tresen beginnt die Kette mit dem Kassensystem. Solche Systeme erfassen Umsätze, erfüllen die Kassenpflichten mit technischer Sicherheitseinrichtung und DSFinV-K-Export, geben die Daten im DATEV-Format an die Buchhaltung weiter, bleiben dabei aber eine Kasse mit Buchhaltungsübergabe. Die eigentliche Verbuchung übernimmt entweder eine generalistische Cloud-Buchhaltung mit Gastro-Eignung, die EÜR, Umsatzsteuervoranmeldung und Bankabgleich abdeckt, oder ein Fibu-Kern mit Anbindung an die Kanzlei.
Rund um diesen Kern ordnen sich vier Spezialisten. Das Gastro-Backoffice rechnet Wareneinsatz, Rezepturen und Inventur, liefert damit die betriebswirtschaftliche Auswertung, die Kasse und Fibu allein nicht hergeben. Werkzeuge zur Belegerfassung lesen Eingangsrechnungen automatisch aus und buchen sie vor. Ein Branchen-ERP bildet zusätzlich Warenwirtschaft und Lohn ab, während quelloffene Programme auf dem eigenen Server laufen und die Verantwortung dafür beim Betrieb belassen.
Quer zu diesen Typen steht die Grundsatzfrage nach der Architektur. Eine Suite deckt Kasse, Buchhaltung und Lager aus einer Hand ab, während der Best-of-Breed-Ansatz die jeweils stärkste Kasse mit einer separaten Buchhaltung über eine Schnittstelle verbindet. Die folgende Gegenüberstellung ordnet beide Wege ein.
Erfassung und Sicherung des Umsatzes am Tresen, mit technischer Sicherheitseinrichtung, Belegausgabe und DSFinV-K-Export. Die Buchhaltung selbst leistet ein solches System nicht, sondern übergibt die Tagesdaten im DATEV-Format an das Steuerbüro. Passend für Betriebe, deren Fibu vollständig in der Kanzlei liegt.
Buchhaltung samt Faktura im Browser, mit Belegerfassung, Bankabgleich, Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Umsatzsteuervoranmeldung. Gastro-Bausteine wie Wareneinsatz oder Rezepturen fehlen weitgehend. Geeignet für kleine Betriebe mit überschaubarer Kassenlast und Anbindung an ein separates Kassensystem.
Der Schwerpunkt liegt auf Wareneinsatz, Rezepturen, Inventur und betriebswirtschaftlicher Auswertung. Kasse und Buchhaltung hängen über Schnittstellen daran, statt im selben System zu stecken. Sinnvoll für Betriebe, die ihre Marge je Gericht und Warengruppe steuern wollen.
Eingangsrechnungen der Lieferanten werden per Texterkennung ausgelesen, vorkontiert und zur Zahlung vorbereitet. Als Ergänzung zur Buchhaltung nimmt diese Gattung dem Betrieb das Abtippen ab. Stark bei vielen Lieferanten mit hohem Rechnungsaufkommen.
Der Schwerpunkt liegt auf Buchführung, Kontenrahmen, Auswertungen und Jahresabschluss, oft im gemeinsamen Zugriff mit dem Steuerbüro. Kassen- und Gastro-Funktionen bleiben schmal. Passend, wenn die Kanzlei den Ton angibt und der Betrieb nur vorkontiert.
Vollständige Abbildung des Betriebs: Einkauf, Lager, Kasse, Finanzbuchhaltung, Controlling und Lohn. Einführung mit Beratung, Preis nach Arbeitsplätzen und Modulen. Sinnvoll für Systemgastronomie und Filialbetriebe mit mehreren Standorten.
Software ohne Lizenzgebühr, betrieben auf eigenem Server oder beim Dienstleister. Anpassbar bis in die Datenbank, dafür in der Verantwortung des Betriebs. Gastro-Funktionen wie Wareneinsatz oder Kassenanbindung fehlen meist und müssen ergänzt werden.
- Alle Daten liegen in einem System, doppelte Stammdaten entfallen
- Ein Ansprechpartner für Kasse, Buchhaltung und Support
- Einheitliche Protokollierung erleichtert den GoBD-Nachweis
- Einzelne Bausteine sind oft schwächer als spezialisierte Programme
- Der Wechsel wird aufwendig, weil der ganze Betrieb am System hängt
- Passend für Betriebe mit Standardabläufen, die den Aufwand bündeln wollen
- Für jede Aufgabe das jeweils stärkste Werkzeug, etwa an der Kasse
- Einzelne Bausteine lassen sich tauschen, ohne alles neu aufzusetzen
- Schnittstellen müssen gepflegt werden, Formatwechsel brechen sie
- Jede Übergabe zwischen Kasse und Buchhaltung gehört dokumentiert
- Mehrere Verträge, mehrere Rechnungen, mehrere Ansprechpartner
- Passend für Betriebe mit einer klaren Sonderanforderung im Ablauf
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Buchhaltung im Gastronomiebetrieb 2026
Der Leitfaden für Gastronomen: Kassenpflichten von der TSE bis zur Verfahrensdokumentation, Wareneinsatz und Kalkulation im Griff, Auswahlkriterien von der DATEV-Schnittstelle bis zur Filialfähigkeit sowie Preis- und Lizenzmodelle im Überblick.
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Worauf Sie bei der Auswahl achten müssen.

Acht Kriterien entscheiden über die Auswahl, und in der Gastronomie steht die Kassenkonformität an erster Stelle. Buchhaltungstiefe, Schnittstellen und Wareneinsatz folgen dicht dahinter. Prüfen Sie jedes Kriterium an einem echten Tagesabschluss der vergangenen Woche, nicht an einer Funktionsliste.
Die Kassenkonformität bündelt mehrere Pflichten. § 146a der Abgabenordnung samt Kassensicherungsverordnung verlangt eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, die jeden Vorgang unveränderbar protokolliert, sowie die Ausgabe eines Belegs bei jedem Geschäftsvorfall an der elektronischen Kasse. Für die Belegausgabe kann auf Antrag eine eng gefasste Ausnahme greifen. Elektronische Aufzeichnungssysteme sind zudem dem Finanzamt über das Elster-Portal zu melden; die Kassennachschau nach § 146b der Abgabenordnung kann unangekündigt erfolgen.
Die übrigen Kriterien trennen die Angebote im Alltag. Bei der Buchhaltungstiefe zählt, ob ein Programm die Einnahmen-Überschuss-Rechnung genügen lässt oder bilanziert. Wichtig bleibt außerdem der passende Kontenrahmen, dazu die saubere Trennung der beiden Steuersätze für Haus und Außer-Haus. Bei den Schnittstellen entscheiden die Anbindungen an Kasse, Bank, Steuerbüro, Lieferanten sowie an Liefer- und Reservierungsplattformen. Die Empfangspflicht für strukturierte Rechnungen zwischen Unternehmen gilt bereits, für den Versand greifen gestaffelte Übergangsfristen. Wareneinsatz und Kalkulation, Filialfähigkeit, Bedienbarkeit für Aushilfen sowie Datenschutz mit benanntem Serverstandort runden die Liste.
Für Betriebe in Österreich und der Schweiz kommen eigene Pflichten hinzu. Die Wirtschaftskammer Österreich verweist auf die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht, die ab bestimmten Umsatzgrenzen greift. In der Schweiz nennt die Eidgenössische Steuerverwaltung einen Mehrwertsteuer-Normalsatz von 8,1 Prozent und einen reduzierten Satz von 2,6 Prozent, in Kraft seit 2024; die Restauration vor Ort fällt unter den Normalsatz, Nahrungsmittel zum Mitnehmen unter den reduzierten. Die QR-Rechnung gilt in der Schweiz als verbindlicher Standard für den Zahlteil einer Rechnung.
§ 146a der Abgabenordnung samt Kassensicherungsverordnung verlangt für elektronische Kassensysteme eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, die jeden Vorgang unveränderbar protokolliert. Hinzu kommen die Belegausgabe bei jedem Geschäftsvorfall, der Export im DSFinV-K-Format und eine Verfahrensdokumentation. Prüfen Sie, ob das System diese Pflichten ohne Zusatzwerkzeug erfüllt.
Kleine Betriebe ermitteln den Gewinn oft über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, eine GmbH bilanziert. Entscheidend ist, ob das Programm den passenden Kontenrahmen führt, die Umsatzsteuervoranmeldung übermittelt sowie die Steuersätze für Haus und Außer-Haus sauber trennt. Ein reines Kassensystem leistet das nicht, sondern übergibt die Daten an die Buchhaltung.
Fünf Verbindungen bestimmen den Alltag: der Export der Kassendaten, der Bankabgleich, die Übergabe an das Steuerbüro im DATEV-Format, die Eingangsrechnungen der Lieferanten sowie die Umsätze der Liefer- und Reservierungsplattformen. Fehlt eine dieser Verbindungen, bleibt die entsprechende Arbeit Handarbeit.
Der Wareneinsatz setzt die Kosten der verbrauchten Waren ins Verhältnis zum Umsatz; daraus wird sichtbar, ob Kalkulation, Portionierung und Einkauf zusammenpassen. Ein Gastro-Backoffice hinterlegt Rezepturen, stützt die Inventur und erfasst Schwund. Generalistische Buchhaltung kennt diese Bausteine meist nicht.
Ab dem zweiten Standort kommt die Konsolidierung ins Spiel: mehrere Kassen, mehrere Standorte, eine gemeinsame Auswertung. Rechtevergabe je Standort, ein zentraler Artikelstamm und ein konsolidierter Report trennen filialfähige Systeme von Einzelplatzlösungen. Prüfen Sie, ob die Lizenz je Kasse oder je Standort gerechnet wird.
Im Service wechselt das Personal häufig, und die Einarbeitung muss in Minuten gelingen. Große Schaltflächen, klare Wege und eine schnelle Bonierung entscheiden über die Akzeptanz an der Kasse. Funktionstiefe im Backoffice und Einfachheit am Tresen stehen dabei im Widerspruch zueinander.
Kassen- und Buchhaltungsdaten enthalten Umsätze, Zahlungsinformationen und bei eigener Lohnabrechnung Beschäftigtendaten. Bei Cloud-Betrieb tritt der Anbieter als Auftragsverarbeiter auf. Verlangen Sie einen Vertrag nach Artikel 28 der Datenschutz-Grundverordnung, eine Liste der Unterauftragnehmer sowie eine klare Aussage zum Serverstandort.
Der Monatspreis je Kasse sagt wenig, solange Einrichtung, Hardware, Schulung und Zusatzkassen fehlen. Rechnen Sie über drei Jahre und mit der Kassenzahl, die Sie in zwei Jahren erwarten. Bei Kauflizenzen gehört die jährliche Wartung in dieselbe Rechnung, bei Cloud-Tarifen die Transaktionsgebühr beim Kartenumsatz.
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Wie Sie die Software im Gastronomiebetrieb erfolgreich einführen.

Sechs Phasen führen von der Bestandsaufnahme bis zum Regelbetrieb, und der erste saubere Tagesabschluss ist der Meilenstein dazwischen. Der Zeitbedarf hängt an der Zahl der Kassen und Standorte. Wer die Reihenfolge einhält, vermeidet die teuren Nacharbeiten aus dem folgenden Abschnitt.
Am Anfang stehen Bestandsaufnahme und Auswahl. Der Betrieb erfasst die Kassenlandschaft, die Belegwege und die heutige Arbeitsteilung mit dem Steuerbüro, danach kommen zwei bis drei Programme mit echten Tagesabschlüssen auf den Prüfstand. Erst der eigene Tagesabschluss im Testsystem zeigt, ob die Übergabe an das Steuerbüro trägt.
Danach folgen Stammdaten, Schnittstellen und Team. Speisenkarte, Warengruppen, Steuersätze und Kontenrahmen werden angelegt, bevor Kasse, Bank, Steuerbüro und Lieferanten angebunden werden. Im laufenden Service übernimmt eine Pilotphase den Echttest, bis der Regelbetrieb mit einem monatlichen Wareneinsatz-Report steht. Eine feste Ansprechperson sammelt die Fragen aus Küche und Service.
Bestandsaufnahme und Ziele
Der Betrieb erfasst die Kassenlandschaft, alle Belegwege und die heutige Aufgabenteilung mit dem Steuerbüro. Daraus entsteht eine Anforderungsliste mit Pflicht- und Wunschkriterien.
Auswahl und Test mit echten Tagesabschlüssen
Zwei bis drei Programme kommen in die engere Wahl und werden mit echten Tagesabschlüssen der vergangenen Wochen getestet. Bewertet wird nicht die Vorführung, sondern der eigene Betrieb im System.
Stammdaten und Datenübernahme
Speisenkarte, Warengruppen, Steuersätze und Kontenrahmen ziehen in das neue System um. Vorher wird ausgemistet, damit veraltete Artikel und Preise nicht mitwandern.
Schnittstellen einrichten
Kasse, Bank, Steuerbüro und Lieferanten werden angebunden, danach einmal vollständig durchgetestet. Erst ein eingelesener Buchungsstapel im Steuerbüro beweist, dass die Übergabe trägt.
Team einweisen und Pilotphase
Küche, Service und Büro werden getrennt eingewiesen, danach läuft der Betrieb einen Monat lang im neuen System mit engmaschiger Rückmeldung. Eine feste Ansprechperson sammelt die offenen Fragen.
Regelbetrieb und Wareneinsatz-Report
Ab dem Stichtag gilt ausschließlich das neue System. Monatlich stellt ein Wareneinsatz-Report die Kosten der verbrauchten Waren dem Umsatz gegenüber, quartalsweise werden Kalkulation und Preise überprüft.
Die häufigsten Fehler bei der Einführung.

Sieben Fehler tauchen bei der Einführung immer wieder auf; der teuerste trennt Kasse und Buchhaltung dauerhaft in zwei Welten. Die meisten lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden. Jedem Fehler steht deshalb ein konkretes Gegenmittel gegenüber.
Die größten Fehler entstehen aus Trennung und Nachlässigkeit. Bleiben Kasse und Buchhaltung zwei getrennte Systeme ohne saubere Übergabe, verdoppelt sich die Arbeit; die Zahlen laufen auseinander. Werden Warengruppen und Steuersätze von Anfang an falsch angelegt, zieht sich der Fehler durch jede Voranmeldung. Fehlt die Verfahrensdokumentation, fehlt bei der Kassennachschau der Nachweis, wie Belege in den Betrieb gelangen und wie sie aufbewahrt werden.
Die zweite Gruppe betrifft Menschen und Daten. Werden Servicekräfte und Aushilfen nicht geschult, wird die Kasse umgangen; der Tagesabschluss stimmt dann nicht mehr. Bleibt der Tagesabschluss unregelmäßig, bleiben Kassendifferenzen undokumentiert und bei einer Prüfung schwer zu erklären. Wer Altdaten und Kassenarchiv nicht exportierbar sichert, verliert bei einem Anbieterwechsel den Zugriff. Wer allein auf den Preis schaut, zahlt später für fehlenden Wareneinsatz und fehlende Schnittstellen.
Die Kasse läuft für sich, die Buchhaltung für sich, und niemand führt die Zahlen zusammen. Belege werden doppelt erfasst, Kassendifferenzen fallen erst spät auf, der Monatsabschluss zieht sich.
Speisen im Haus und außer Haus landen in denselben Warengruppen, sodass der jeweils geltende Umsatzsteuersatz nicht sauber zugeordnet wird. Der Fehler wandert von der Kasse in jede Umsatzsteuervoranmeldung.
Die von den GoBD verlangte Beschreibung, wie Belege entstehen, verarbeitet und aufbewahrt werden, fehlt vollständig. Bei einer Kassennachschau fehlt damit der Nachweis der ordnungsmäßigen Kassenführung.
Wer die Kasse nicht sicher bedient, umgeht sie oder bucht falsch, gerade in Stoßzeiten. Umgangene Vorgänge reißen Lücken in Tagesabschluss und Aufzeichnung.
Der Tagesabschluss wird mal gemacht, mal vergessen, und Kassendifferenzen bleiben ohne Notiz. Bei einer Prüfung lassen sich die Lücken kaum noch erklären.
Alte Kassendaten und Buchungen bleiben nur im alten System, ohne exportierbare Sicherung. Bei einem Anbieterwechsel gehen Auswertungen und der Zugriff auf das Kassenarchiv verloren.
Der günstigste Tarif gewinnt, bis die erste Trennung der Steuersätze ansteht, der Wareneinsatz fehlt und keine Schnittstelle zum Steuerbüro bereitsteht. Die Nacharbeit kostet mehr als die teurere Lösung.
Was kostet Buchhaltungssoftware für die Gastronomie wirklich?

Die Preise reichen vom kostenlosen Einstieg bis zur lokalen Branchensoftware für mehrere tausend Euro, und der Monatspreis je Kasse sagt für sich genommen wenig. Vier Modelle prägen den Markt 2026. Über drei Jahre entscheiden Einrichtung, Hardware und Schnittstellen stärker als der Grundpreis.
Vier Preismodelle stehen nebeneinander. Kostenlose Apps und Free-Tarife decken Kasse und einfache Belegerfassung für kleine Betriebe ab, verzichten aber auf Wareneinsatz und tiefe Buchhaltung. Cloud-Systeme rechnen je Kasse oder Standort im Monat ab, generalistische Buchhaltung je Nutzer mit Modulpreisen obendrauf. Lokale Branchensoftware wird als Kauflizenz mit jährlicher Wartung finanziert, häufig als Anteil des Kaufpreises.
Der Grundpreis ist nur der Anfang. Technische Sicherheitseinrichtung mit Zertifikatslaufzeit, Kassenhardware und Bondrucker, Einrichtung, Datenübernahme, Schulung sowie zusätzliche Kassen summieren sich, dazu kommen Transaktionsgebühren beim Kartenumsatz. Software- und Hardwarekosten gehören dabei getrennt betrachtet, weil die Kasse als Gerät anders finanziert wird als das Programm. Die Anschaffung mindert als Betriebsausgabe den Gewinn, und vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe holen sich die Umsatzsteuer über die Voranmeldung zurück.
Kostenlose Kassen-Apps mit Grundfunktionen, Free-Tarife generalistischer Buchhaltung mit begrenzter Belegzahl sowie quelloffene Programme ohne Lizenzgebühr. Wareneinsatz, Rezepturen und tiefe Buchhaltung fehlen in dieser Stufe durchgehend.
Cloud-Kassensystem mit technischer Sicherheitseinrichtung, DSFinV-K-Export und Übergabe im DATEV-Format, abgerechnet je Kasse oder Standort. Die Spanne hängt an Funktionsumfang, Zahl der Kassen und Support, bleibt aber eine Kasse mit Buchhaltungsübergabe.
Generalistische Cloud-Buchhaltung mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Umsatzsteuervoranmeldung und Bankabgleich, dazu Gastro-Module für Wareneinsatz, Rezepturen und Inventur. Jedes Modul erhöht den Grundpreis, die Nutzerzahl ebenso.
Lokale Branchensoftware oder ein Gastro-ERP mit Warenwirtschaft, gekauft oder finanziert, mit jährlicher Wartung von häufig 15 bis 20 Prozent des Kaufpreises. Server, Datensicherung, technische Sicherheitseinrichtung und Bondrucker gehören in dieselbe Rechnung.
Zur Lizenz kommen die technische Sicherheitseinrichtung mit begrenzter Zertifikatslaufzeit, Kassenhardware und Bondrucker, Einrichtungspauschalen, Datenübernahme nach Aufwand, Schulungen je Termin, zusätzliche Kassen sowie Transaktionsgebühren beim Kartenumsatz. Bei quelloffenen Programmen entfällt die Lizenz, dafür entstehen Hosting, Wartung und Eigenleistung. Software- und Hardwarekosten gehören getrennt kalkuliert; die Anschaffung mindert als Betriebsausgabe den Gewinn, vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe holen sich die Umsatzsteuer über die Voranmeldung zurück.
1 Wofür steht die Abkürzung TSE? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
2 Was verlangt die Belegausgabepflicht? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
3 Was misst der Wareneinsatz? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
4 Wozu dient die DSFinV-K? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
5 Wie behandelt das Einkommensteuergesetz freiwilliges Trinkgeld an Beschäftigte? Aufklappen ↓
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Glossar: die wichtigsten Begriffe der Gastronomie-Buchhaltung
Die Buchhaltung im Gastronomiebetrieb verbindet Kassenrecht, Umsatzsteuer und Warenwirtschaft in einem einzigen Zahlenwerk. Die folgenden zwanzig Stichworte tauchen in Kassenhandbüchern, Funktionslisten und Gesprächen mit dem Steuerbüro immer wieder auf. Wer sie kennt, prüft Angebote und Pflichten schneller.
- GoBD
Kurzform für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form. Das Bundesministerium der Finanzen verlangt darin, dass Aufzeichnungen nachvollziehbar, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar vorliegen. Für Kassenführung und Belegablage in der Gastronomie folgt daraus unter anderem eine schriftliche Verfahrensdokumentation.
- TSE (technische Sicherheitseinrichtung)
Eine zertifizierte Komponente, die jeden Vorgang an einer elektronischen Aufzeichnungskasse fortlaufend und unveränderbar protokolliert. Die Signatur der Sicherheitseinrichtung macht nachträgliche Änderungen an Kassendaten erkennbar. Pflichtumfang und Fristen ergeben sich aus § 146a AO und der Kassensicherungsverordnung.
- Kassensicherungsverordnung
Die Verordnung konkretisiert die technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungssysteme aus § 146a AO. Geregelt sind unter anderem die zertifizierte Sicherheitseinrichtung, die abzusichernden Kassenvorgänge und der einheitliche Exportstandard für die Finanzverwaltung. Die Vorgaben gelten unabhängig vom eingesetzten Kassenprodukt.
- § 146a AO
Die Vorschrift verpflichtet Betriebe mit elektronischem Aufzeichnungssystem, jeden Geschäftsvorfall einzeln, vollständig und unveränderbar festzuhalten sowie mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung abzusichern. § 146a AO bildet die gesetzliche Grundlage für TSE, Belegausgabe und den standardisierten Datenexport. Einzelheiten regelt die Kassensicherungsverordnung.
- Belegausgabepflicht
Wer eine elektronische Kasse einsetzt, muss über jeden Geschäftsvorfall einen Beleg erstellen und ihn der Kundschaft anbieten. Ausgehändigt oder digital bereitgestellt werden muss der Beleg unabhängig von der Höhe des Betrags. Eine Befreiung ist nur auf Antrag und unter engen Voraussetzungen möglich, den aktuellen Stand regelt der Anwendungserlass zur Abgabenordnung.
- Kassennachschau (§ 146b AO)
Die Kassennachschau erlaubt der Finanzverwaltung, Kassenführung und Kassendaten ohne vorherige Ankündigung während der Geschäftszeiten zu prüfen. Prüferinnen und Prüfer dürfen Testkäufe vornehmen, den Kassenbestand zählen und den Datenexport verlangen. Bei Beanstandungen kann die Nachschau unmittelbar in eine Außenprüfung übergehen.
- Verfahrensdokumentation
Die Verfahrensdokumentation beschreibt, wie ein Betrieb Belege erfasst, verarbeitet, verbucht und aufbewahrt. Für die Kasse gehören der Ablauf von der Bestellung bis zum Tagesabschluss, die eingesetzten Geräte und die Zuständigkeiten hinein. Ohne diese Unterlage gilt eine Kassenführung schnell als formell mangelhaft.
- Z-Bon und Tagesabschluss
Der Z-Bon fasst die Umsätze einer Kasse für einen Geschäftstag zusammen und setzt die Tageszähler zurück. Der Tagesabschluss vergleicht den ausgewiesenen Soll-Bestand mit dem gezählten Bargeld und hält Kassendifferenzen fest. Beide Nachweise zählen zu den aufbewahrungspflichtigen Unterlagen der Kassenführung.
- DSFinV-K
Die Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme legt ein einheitliches Format fest, in dem Kassendaten für Prüfung und Export bereitstehen. Über dieses Format übergibt ein Kassensystem Einzelaufzeichnungen, Stammdaten und Kassenabschlüsse strukturiert an die Finanzverwaltung. Der standardisierte Aufbau erspart bei einer Prüfung das manuelle Aufbereiten der Daten.
- Kassenbuch
Das Kassenbuch zeichnet alle Bareinnahmen und Barausgaben eines Betriebs in zeitlicher Reihenfolge auf. Für buchführungspflichtige Betriebe zählt das Kassenbuch zu den Grundaufzeichnungen und muss den tatsächlichen Kassenbestand jederzeit widerspiegeln. In der bargeldintensiven Gastronomie steht die ordnungsgemäße Kassenbuchführung besonders im Fokus einer Prüfung.
- EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
Die einfache Form der Gewinnermittlung: Betriebseinnahmen abzüglich Betriebsausgaben, erfasst nach dem Zufluss- und Abflussprinzip. Zulässig für viele kleinere gastronomische Einzelunternehmen und Personengesellschaften unterhalb der Schwellen des § 141 AO. Die Übermittlung an das Finanzamt läuft elektronisch über die Anlage EÜR.
- Umsatzsteuervoranmeldung
Mit der Umsatzsteuervoranmeldung meldet ein Betrieb die vereinnahmte Umsatzsteuer und die abziehbare Vorsteuer regelmäßig an das Finanzamt. Die Übermittlung erfolgt elektronisch, der Voranmeldungszeitraum richtet sich nach der Höhe der Zahllast. In der Gastronomie fließen dabei Umsätze zu unterschiedlichen Steuersätzen für Speisen und Getränke ein.
- Kontenrahmen SKR 03/04
Ein Kontenrahmen ordnet alle Geschäftsvorfälle einheitlich vorgegebenen Konten zu. Die von DATEV gepflegten Standardkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 unterscheiden sich vor allem in der Gliederung: SKR 03 folgt dem Geschäftsablauf, SKR 04 der Bilanzstruktur. Auf dieser Grundlage lassen sich Wareneinsatz, Personalkosten und Umsätze getrennt auswerten.
- DATEV-Schnittstelle
Eine DATEV-Schnittstelle exportiert Buchungsdaten in ein Format, das Steuerkanzleien direkt einlesen können. Kassenumsätze, Eingangsrechnungen und Zahlungen wandern so als fertige Buchungssätze in die Kanzleisoftware, ohne dass jemand die Zahlen ein zweites Mal eintippt. Der Standard gilt in Deutschland als verbreiteter Weg der Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Steuerbüro.
- Wareneinsatz (Food Cost)
Der Wareneinsatz beziffert die Kosten der tatsächlich verbrauchten Waren einer Periode und wird meist als Anteil am Umsatz ausgedrückt. Als Food Cost bezeichnet die Branche denselben Wert für den Speisen- und Getränkebereich. Ein steigender Wareneinsatz weist auf Themen bei Kalkulation, Portionierung, Einkauf oder Schwund hin.
- Inventur, Schwund und Bruch
Die Inventur erfasst den tatsächlichen Warenbestand durch Zählung zu einem Stichtag. Schwund und Bruch benennen Verluste durch Verderb, Diebstahl, Fehlmengen oder zerbrochenes Gut, die den Wareneinsatz erhöhen, ohne Umsatz zu bringen. Regelmäßige Inventuren decken die Differenz zwischen rechnerischem und gezähltem Bestand auf.
- Eigenverbrauch und Personalverpflegung (Sachbezugswert)
Als Eigenverbrauch gelten Speisen und Getränke, die Inhaberin oder Inhaber privat aus dem Betrieb entnehmen. Kostenlose oder verbilligte Mahlzeiten an Beschäftigte zählen als Personalverpflegung und werden über amtliche Sachbezugswerte bewertet. Beide Positionen gehören erfasst, weil sie den Wareneinsatz mindern und steuerlich zu berücksichtigen sind.
- Trinkgeld (§ 3 Nr. 51 EStG)
Freiwilliges Trinkgeld, das Gäste den Beschäftigten zusätzlich und ohne Rechtsanspruch geben, ist nach § 3 Nr. 51 EStG steuerfrei. Ein sogenanntes Bedienungsgeld, das dem Betrieb zufließt, gehört dagegen zum steuerpflichtigen Umsatz. Die saubere Trennung beider Zuflüsse entscheidet über die richtige Verbuchung.
- E-Rechnung (XRechnung und ZUGFeRD)
Eine E-Rechnung übermittelt Rechnungsinhalte in einem strukturierten, maschinell auswertbaren Datensatz statt als Papier oder PDF. XRechnung nutzt ein reines XML-Format, ZUGFeRD kombiniert ein PDF mit eingebetteten strukturierten Daten. Für den Empfang solcher Rechnungen bereiten sich Betriebe rechtzeitig vor, die geltenden Übergangsfristen ergeben sich aus dem Einführungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen.
- Registrierkassensicherheitsverordnung (Österreich)
Die österreichische Registrierkassensicherheitsverordnung verlangt, dass Registrierkassen ihre Umsätze mit einer signaturbasierten Sicherheitseinrichtung gegen nachträgliche Manipulation absichern. Zusammen mit der Belegerteilungspflicht bildet die Verordnung das Gegenstück zur deutschen Kassensicherungsverordnung. Maßgeblich für Pflichten und Umsatzgrenzen sind die Vorgaben der österreichischen Finanzverwaltung.
Häufige Fragen
Die wichtigsten Fragen rund um Buchhaltung, Kasse und Steuerpflichten in der Gastronomie, kompakt beantwortet.
Was ist eine Buchhaltungssoftware für die Gastronomie?
Eine Buchhaltungssoftware für die Gastronomie führt Kassenumsätze, Lieferantenrechnungen und Zahlungen eines Betriebs in einem einzigen Datenbestand. Aus diesen Daten bereitet das Programm die Auswertungen für Steuerbüro und Finanzamt auf, von der Einnahmen-Überschuss-Rechnung bis zur Umsatzsteuervoranmeldung. Je nach Produkt kommen Kassenanbindung, Wareneinsatz und Belegerfassung hinzu.
Worin unterscheidet sich ein Kassensystem von einer Buchhaltungssoftware?
Das Kassensystem erfasst und sichert den Umsatz am Tresen, die Buchhaltungssoftware verbucht Einnahmen und Ausgaben, erstellt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder die Bilanz und meldet die Umsatzsteuer voran. Das Kassensystem steht am Anfang der Belegkette, die Buchhaltung führt die Zahlen bis zum Jahresabschluss weiter. Verbunden werden beide Welten meist über eine Schnittstelle, häufig im DATEV-Format.
Brauche ich eine Gastro-Branchensoftware oder reicht eine allgemeine Buchhaltungssoftware?
Ausschlaggebend ist, wie viel Küchen- und Kassenlogik im Betrieb steckt. Ein kleiner Betrieb mit wenigen Artikeln, einer Kasse und Buchhaltung überwiegend beim Steuerbüro fährt mit generalistischer Cloud-Buchhaltung gut. Sobald Wareneinsatz, Rezepturen, Inventur, mehrere Kassen und zwei Steuersätze zusammenkommen, spielt eine Gastro-Branchenlösung ihre Stärken aus.
Was ist eine TSE, und ist sie Pflicht?
Die technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE, ist eine zertifizierte Komponente, die jeden Vorgang an einer elektronischen Kasse unveränderbar protokolliert, und für elektronische Kassensysteme besteht dazu eine gesetzliche Pflicht. Welche Systeme im Einzelnen erfasst sind und welche Fristen gelten, richtet sich nach § 146a AO und der Kassensicherungsverordnung. Diese Vorgaben sollten Betriebe vor der Anschaffung gegen die geltende Fassung prüfen.
Gilt die Belegausgabepflicht auch beim Kaffee für zwei Euro?
Grundsätzlich ja, der Beleg muss auch beim Kaffee für zwei Euro erstellt und angeboten werden, unabhängig von der Höhe des Betrags. Ob die Kundschaft den Beleg tatsächlich mitnimmt, bleibt ihr überlassen. Für eine Befreiung von der Belegausgabe gilt eine enge Ausnahme auf Antrag, den aktuellen Stand regelt der Anwendungserlass zur Abgabenordnung.
Muss ich mein Kassensystem dem Finanzamt melden?
Ja, für elektronische Aufzeichnungssysteme besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber dem Finanzamt über das Elster-Portal. Gemeldet werden Art und Zahl der eingesetzten Kassen samt der zertifizierten Sicherheitseinrichtung. Die genauen Fristen für Alt- und Neusysteme ergeben sich aus dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen, diesen Stand sollten Betriebe vor der Meldung prüfen.
Wie viel Umsatzsteuer fällt auf Speisen und Getränke an?
Der anzuwendende Umsatzsteuersatz hängt von Land, Leistung und Verzehrort ab. In Deutschland trennt die Regelung die Restaurationsleistung vor Ort vom Verkauf außer Haus, Getränke werden gesondert beurteilt. Weil der Satz für Restaurationsleistungen zuletzt bewegt worden ist, gehört die konkrete Prozentzahl erst nach einem Blick in § 12 UStG in der geltenden Fassung und in das einschlägige Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen in die Rechnung.
Wie werden Trinkgelder behandelt?
Freiwilliges Trinkgeld, das Gäste den Beschäftigten ohne Rechtsanspruch zuwenden, bleibt nach § 3 Nr. 51 EStG steuerfrei. Anders liegt der Fall beim sogenannten Bedienungsgeld: Dieser Zufluss an den Betrieb gehört in den Umsatz und in die Buchhaltung. Für eine saubere Trennung sorgt die getrennte Erfassung im Kassensystem.
Was ist der Wareneinsatz, und warum steht er in jedem Gastro-Report?
Der Wareneinsatz setzt die Kosten der verbrauchten Waren ins Verhältnis zum Umsatz. Damit zeigt die Kennzahl, ob Kalkulation, Portionierung und Einkauf zusammenpassen. Als eine der wichtigsten Steuerungsgrößen im Gastgewerbe erscheint der Wert in nahezu jedem Report, ein schleichender Anstieg weist früh auf schwindende Margen hin.
Wie kommt der Tagesabschluss aus der Kasse ins Steuerbüro?
Der Tagesabschluss wandert über eine Schnittstelle als fertiger Buchungssatz ins Steuerbüro, häufig im DATEV-Format. So übernimmt die Kanzlei Umsätze und Zahlungen, ohne die Zahlen ein zweites Mal einzutippen. Voraussetzung ist ein sauber eingerichteter Export mit passenden Konten und Steuersätzen.
Was gilt in Österreich und in der Schweiz?
In Österreich kommen die Registrierkassen- und die Belegerteilungspflicht nach der Registrierkassensicherheitsverordnung hinzu, maßgeblich sind die Umsatzgrenzen der österreichischen Finanzverwaltung. In der Schweiz gelten die Schweizer Mehrwertsteuersätze für Restauration und Take-away, seit 2024 mit 8,1 Prozent für die meisten Leistungen und 2,6 Prozent für bestimmte Umsätze. Verbindlicher Standard im Zahlungsverkehr ist dort zudem die QR-Rechnung.
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