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Heike Thormann 28. November 2018

Tipps: So entrümpelst du deinen Arbeitsplatz richtig

Ein auf­ge­räum­tes Büro ist nicht nur eine Frage von Ästhetik und aus­ge­präg­tem Ordnungssinn. Es kann dir vor allem immens an Zeit und Energie spa­ren. Das Problem ist, dass unser inne­rer Schweinehund uns oft mit Macht vom Aufräumen und Entrümpeln ange­sam­mel­ter Dinge abzu­hal­ten ver­sucht. Steuere dann mit die­sen acht Tipps gegen.

Wenn es dar­um geht, sei­nen Arbeitsplatz zu ent­rüm­peln und von Ballast zu befrei­en, nicken vie­le mit dem Kopf: „Ja, hört sich gut an”. Chaos im Büro frisst bekannt­lich kost­ba­re (Such-) Zeit, über­füll­te Schreibtische bom­bar­die­ren uns mit der ungu­ten Botschaft, in Arbeit zu ertrin­ken. Eine Botschaft, die nicht mal unbe­dingt mit der Wirklichkeit über­ein­stim­men muss.

Das wirkt doch gleich viel ent­spann­ter. (Foto: Pixabay)

Ein ver­schlank­tes Büro, in dem alles ordent­lich an sei­nem Platz ist, spart Zeit und Energie, die du statt­des­sen in dei­ne Arbeit ste­cken könn­test. Aber vie­le haben auch ein Problem mit dem Aufräumen und Entrümpeln. Der inne­re Schweinehund schlägt uns da immer wie­der ein Schnippchen. Wenn es bei dir mal wie­der so weit sein soll­te, dann mach ihm mit den fol­gen­den Tipps Beine.

Tipp 1: Lieber kleine Schritte als eine große Aktion

Gerade wenn das Aufräumen und Entrümpeln nicht zu dei­nen Lieblingstätigkeiten gehört, besteht die Gefahr, dich mit einer Großaktion zu über­neh­men. Bist du noch voll guter Vorsätze im Keller gestar­tet, bleibst du oft auf der Strecke, bevor du unterm Dach ankommst.

Ein Tagewerk liegt vor dir. (Foto: Pixabay)

Such dir lie­ber klei­ne Teil-Einheiten, die du schaf­fen kannst, bevor der Élan nach­lässt. Ein Regalfach viel­leicht, den Rollcontainer oder alle Akten von A bis D. So bekommst du wirk­lich fer­ti­ge, sicht­ba­re Ergebnisse, die dir den nöti­gen Kick für den nächs­ten Abschnitt geben.

Tipp 2: Der Signalgeber – Der freie Fußboden

Ein ehe­ma­li­ger Arbeitskollege von mir war nicht gera­de für sein Selbstmanagement berühmt. So hef­te­te er zum Beispiel Unterlagen nicht säu­ber­lich ab, son­dern leg­te sie ein­fach irgend­wo hin. War der Schreibtisch voll – und das war er bei dem System schnell -, ging es auf allen mög­li­chen ande­ren Abstellflächen wei­ter. Beliebtestes Zielobjekt: der Fußboden.

Aber nichts schreit lau­ter „Chaos im Raum” als Dinge, die auf dem Fußboden lie­gen. Wenn du dir selbst einen Gefallen tun und dich zum Entrümpeln moti­vie­ren willst, dann gib als ers­tes dem Fußboden sei­ne freie Fläche zurück. Fang direkt damit an. Wer sich erst müh­sam zum Ort des Geschehens, wie zu ent­rüm­peln­den Regalen, durch­kämp­fen muss, nimmt schnel­ler Reißaus, als ihm lieb sein kann.

Du musst nicht vom Fußboden essen – aber, du könn­test. (Foto: Pixabay)

Tipp 3: Das erste und das letzte Blatt

Dieses Prinzip habe ich mir schon vor Jahren zur Gewohnheit gemacht, als ich mei­ne Versicherungsunterlagen wach­sen und wach­sen sah. Hebe immer nur „das ers­te und das letz­te Blatt” auf.

Bei den Versicherungen wären das die eigent­li­che Police („das ers­te Blatt”) und dei­ne letz­te Rechnung, Aktualisierungsbescheid oder Ähnliches mehr. (Ausnahme: Unterlagen, die du von Rechts wegen län­ger auf­be­wah­ren musst.) Alle ande­ren Schreiben, die sich über die Jahre ange­sam­melt haben und viel­leicht gan­ze Ordner fül­len, kön­nen weg.

Genauso könn­test du auch bei ande­ren Papieren und Dateien vor­ge­hen. Die Qual der Wahl, „was hebe ich denn jetzt auf und was nicht”, ent­fällt.

Schmeiß weg, was du nicht mehr benö­tigst. Alte Unterlagen etwa. (Foto: PIxabay)

Tipp 4: Besser ganz, als nur teilweise entrümpeln

Die Qual der Wahl kann dich auch noch auf ganz ande­ren Gebieten lahm­le­gen, etwa bei einer Sammelleidenschaft für alte Rechner, dei­nen Unterlagen zu diver­sen Fortbildungen und und. Wie sollst du nur ent­schei­den, wovon du dich tren­nen kannst und wovon nicht?

Nimm die­sen Tipp: Trenne dich bes­ser ganz als nur teil­wei­se. Wenn du also zum Beispiel schon lan­ge nicht mehr mit dem Betriebssystem x arbei­test, weil du auf eine ande­re Version oder gar einen ande­ren Anbieter umge­stie­gen bist, dann ent­mis­te alles, was mit dem abge­lös­ten Betriebssystem zu tun hat­te.

Das Gleiche gilt für alte Arbeit- oder Auftraggeber, Einsatzgebiete, Studienunterlagen und mehr. (Die gesetz­li­che Aufbewahrungspflicht wie­der aus­ge­nom­men.)

Alles, was du mit eini­ger Wahrscheinlichkeit nicht mehr anpa­cken wirst, weil es bei­spiels­wei­se ver­al­tet ist oder du dich ande­ren Gebieten zuge­wandt hast, kann weg – ohne Wenn und Aber.

Sollten dann immer noch Schwierigkeiten blei­ben, zu ent­schei­den, was ver­al­tet ist oder nicht, fra­ge ich mich dazu immer: „Habe ich die­se Sache in den letz­ten ein, zwei Jahren ein­mal ernst­haft in die Hand genom­men und gebraucht?” Wenn nein, dann weg damit.

Tipp 5: Mit dem Blick eines Fremden

Es gibt noch einen zwei­ten Trick, um zu ent­schei­den, was du viel­leicht noch brauchst und was nicht. Stell dir vor, du wärst ein Fremder in dei­nem eige­nen Büro. Male es dir plas­tisch aus, ver­klei­de dich mei­net­we­gen, betre­te es zu unge­wöhn­li­chen Uhrzeiten – egal. Hauptsache, du wirst den Gewohnheits-Trott los, der dich all das über­bor­den­de und res­sour­cen­schlu­cken­de Durcheinander nicht mehr sehen lässt, in dem dein Arbeitsplatz lang­sam aber sicher ver­sinkt.

Der klei­ne Kerl hat mit Sicherheit kla­re Vorstellungen davon, was du noch benö­tigst. (Foto: Pixabay)

Und dann über­le­ge wie­der: „Brauche ich wirk­lich drei aus­ran­gier­te Tastaturen?” „Welchen Sinn hat das?” „Wie wahr­schein­lich ist es, dass der Besitzer die­ses Büros (also du) noch einen Blick in den zen­ti­me­ter­ho­hen Stapel von Zeitungen wer­fen wird?”

Alternativ könn­test du auch wort­wört­lich die Hilfe eines – mehr oder weni­ger – Fremden in Anspruch neh­men. Bitte zum Beispiel Freunde oder Bekannte, dir Feedback zu geben oder beim Entrümpeln mit anzu­pa­cken. Zu zweit geht nicht nur vie­les ein­fa­cher. Dein Helfer hat auch einen unver­stell­te­ren Blick auf dein Hab und Gut als du, weil er dar­an nicht emo­tio­nal gebun­den ist. Das Entscheiden und Aussortieren fällt ihm leich­ter.

Tipp 6: Zieh öfter mal um

Im Allgemeinen bin ich kein gro­ßer Fan von Umzügen. Vielleicht, weil ich davon ein paar zu viel in mei­nem Leben hat­te. Aber einen gro­ßen Vorteil hat der Wohnungswechsel doch. Es gibt kaum etwas Effektiveres, um all den Ballast los­zu­wer­den, der sich unbe­merkt über die Jahre hin ange­schli­chen hat.

Wenn du nicht eine hal­be Bibliothek von Arbeitszimmer zu Arbeitszimmer oder Büro zu Büro schlep­pen willst, dann nut­ze die Gelegenheit eines Umzugs. Miste dabei kräf­tig aus und hal­te dein Material anschlie­ßend so knapp wie mög­lich. Denk dar­an, der nächs­te Umzug kommt bestimmt.

Die Umzugskartons des Grauens (Foto: Pixabay)

Extra-Tipp für alle, die nicht so oft umzie­hen: Tapeziere dein Arbeitszimmer neu oder räu­me es kom­plett um. Auch hier musst du alles aus dem gewohn­ten Rahmen rei­ßen oder den Raum womög­lich leer räu­men. Ideale Karten wie­der für „den Blick des Fremden” und genug Motivation, das Entrümpeln nicht gleich nach der ers­ten Schublade ein­zu­stel­len.

Extra-Tipp für alle, die auch nicht umräu­men wol­len: Wenn es dir zu müh­sam ist, dei­nen Arbeitsplatz umzu­räu­men und du ihn die nächs­te Zeit auch nicht mit neu­en Tapeten ver­schö­nern willst, dann schnapp dir dei­ne Akten, Bücher, Zeitschriften, Kisten voll PC-Zubehör und mehr und wan­de­re damit in einen ande­ren Raum.

Hier dürf­te dir das Aussortieren leich­ter fal­len, weil du a) wie­der den Trick Verfremdung nut­zen kannst, und b) mit dem Umzug ins ande­re Zimmer bereits den ers­ten Schritt für das Entmisten getan hast. Ist etwas erst ein­mal bis hier­her gekom­men, fällt es nicht mehr so schwer, es end­gül­tig weg­zu­ge­ben.

Tipp  7: Mit dem Zaunpfahl winken – Mülleimer bereitstellen

Symbole kön­nen bekannt­lich eine star­ke Wirkung haben. Nutze das. Stell zum Beispiel einen Papierkorb neben dei­nen Schreibtisch und lass dich von ihm ein­la­dend anla­chen. Das nächs­te Schriftstück wan­dert dann nicht ein­fach auf irgend­ei­nen Stapel, son­dern wird rou­ti­ne­mä­ßig über­prüft und gege­be­nen­falls in den Papierkorb ver­senkt.

Ebenso rou­ti­ne­mä­ßig, weil auto­ma­ti­scher Reflex, wirst du den Papierkorb auch immer wie­der lee­ren. Während du beim wil­den Papierstapel auf dei­nem Schreibtisch viel­leicht noch zögerst, dich von ein­zel­nen Dokumenten zu tren­nen, ent­fällt die­se Hemmung beim Papierkorb. Hier weißt du genau, dass sein Inhalt ent­sorgt gehört.

Je nach Grad der Unordnung soll­test du die Größe des Gefäßes dimen­sio­nie­ren. (Foto: Pixabay)

Das glei­che Ergebnis kannst du natür­lich auch mit einem nicht zu über­se­hen­den vir­tu­el­len Papierkorb auf dei­nem Rechner errei­chen. Gute Karten, dich an ein regel­mä­ßi­ges Aufräumen und Aussortieren zu gewöh­nen.

Tipp 8: Feiere das Abhaken

Mach es dir zur Gewohnheit, alle Unterlagen einer abge­schlos­se­nen Aufgabe kri­tisch zu prü­fen und dann aus­zu­sor­tie­ren oder ordent­lich weg­zu­räu­men. Präg dir das fest als wei­te­ren wich­ti­gen Arbeitsschritt ein.

Je „fei­er­li­cher” du die­se Sache angehst, also je bewuss­ter du das abschlie­ßen­de Entrümpeln zele­brierst, des­to schnel­ler wird es dir zur Gewohnheit wer­den und in Fleisch und Blut über­ge­hen. Keine Chance mehr für den inne­ren Schweinehund, dei­nen Schreibtisch in Papierbergen ver­sin­ken zu las­sen.

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

Ein Kommentar

  1. Wenn die Büroreinigung des Büros oder der Praxis hel­fen muss den Arbeitsplatz zu säu­bern ist es ver­mut­lich Zeit sei­nen Arbeitsplatz bes­ser zu struk­tu­rie­ren. Die hier genann­ten Tipps hel­fen sicher dabei das Gröbste anzu­ge­ben. Die eigent­li­che Arbeit ist ver­mut­lich in einem selbst, da jeder für sich eine Quelle der Ordnung und der Unordnung dar­stellt.

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