Patientendaten erzielen im Darknet inzwischen höhere Preise als gestohlene Kreditkarten. Zwei Vorfälle aus dem Sommer 2026, ein Tippfehler in Emmendingen und ein Hackerangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed, zeigen, wie unterschiedlich solche Datensätze überhaupt erst in Umlauf geraten. Danach folgt ein arbeitsteiliges Geschäft ohne einen einzigen anerkannten Ausbildungsberuf.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenPatientendaten sind im Darknet 2026 mehr wert als je zuvor. Am 7. Juli räumte das Kreiskrankenhaus Emmendingen einen Tippfehler ein, der 135.000 Patientenstammdaten an eine falsche E-Mail-Adresse schickte. Wenige Wochen zuvor hatten unbekannte Angreifer beim Abrechnungsdienstleister Unimed rund 120.000 Datensätze aus acht deutschen Kliniken erbeutet, darunter 54.000 der Uniklinik Freiburg. Beide Fälle betreffen Patientendaten, beide Fälle unterscheiden sich fundamental in der Ursache: Fahrlässigkeit auf der einen Seite, gezielter Diebstahl auf der anderen. Dieser Beitrag rekonstruiert nicht erneut den Tathergang, sondern folgt den Daten dorthin, wo Kriminelle tatsächlich Kasse machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Emmendingen (135.000 Datensätze, Tippfehler) und der Unimed-Hack (120.000 Datensätze, davon 54.000 aus Freiburg) unterscheiden sich in der Ursache: Fehler gegen gezielten Angriff.
- Medizinische Datensätze erzielen im Darknet nach Analysen von Keeper Security bis zu 870 Euro, gestohlene Kreditkartendaten dagegen nur ein bis drei Euro.
- Rund um gestohlene Patientendaten hat sich eine arbeitsteilige Schattenwirtschaft mit eigenen Rollen etabliert, ohne einen einzigen offiziellen Ausbildungsberuf.
- Kliniken müssen Datenpannen binnen 72 Stunden melden, Betroffene haben Anspruch auf Schadensersatz nach Artikel 82 DSGVO.
Zwei Vorfälle, ein Muster: Fehler und Angriff

Der Fall Emmendingen wirkt auf den ersten Blick harmlos. Eine Mitarbeiterin verschickte eine Sammel-E-Mail an eine falsche Adresse, mehr als 95 Prozent der betroffenen 135.000 Datensätze enthielten laut Klinikangabe ausschließlich Name, Anschrift und Geburtsdatum. Diagnosen, Befunde oder Röntgenaufnahmen blieben außen vor. Nach Angaben des Krankenhauses liegen keine Hinweise auf kriminelle Absicht vor.
Der Fall Unimed liegt anders. Unbekannte Angreifer drangen Mitte April 2026 in die Systeme des saarländischen Abrechnungsdienstleisters ein, der die private Abrechnung für 95 Prozent der deutschen Unikliniken übernimmt. Der Dr.-Web-Beitrag Cyberangriff Unimed: 120.000 Patientendaten betroffen listet den Gesamtschaden: rund 120.000 Datensätze aus acht Kliniken, darunter 54.000 der Uniklinik Freiburg, 30.000 aus Köln und weitere Zehntausende aus Ulm, Heidelberg, Tübingen sowie Häusern im Saarland. In rund 1.500 Fällen gelangten laut NDR-Recherchen auch Auszüge aus Patientenakten in fremde Hände, mit Diagnosen und Behandlungsdetails.
Fehler wie in Emmendingen entstehen in der Praxis meist durch dieselben zwei Ursachen: eine automatische Vervollständigung im E-Mail-Programm oder eine falsch gepflegte Verteilerliste. Beide Fehlerquellen lassen sich durch technische Sperren beim Massenversand fast vollständig ausschließen, trotzdem fehlen solche Sperren in vielen Kliniken bis heute. Der Landesdatenschutzbeauftragte Baden-Württemberg registriert seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg gemeldeter Datenpannen im Gesundheitswesen, unabhängig davon, ob ein Fehler oder ein gezielter Angriff die Ursache bildet.
Ähnliche Muster zeigen sich europaweit. Beim französischen Softwareanbieter Cegedim Santé gelangten 2025 Patientenakten von rund 15 Millionen Menschen in falsche Hände, nachdem Kriminelle die Abrechnungssoftware von rund 1.500 Allgemeinmedizinern kompromittiert hatten. Aus mindestens 169.000 dieser Akten entwendeten die Täter zusätzlich freie Textanmerkungen mit Hinweisen auf Krankheiten und persönliche Lebensumstände.
Beide Fälle betreffen dieselbe Datenkategorie und führen trotzdem zu komplett unterschiedlichen Risikoprofilen. Datenklau in Freiburg: Geprüft wurde zuletzt 2013 dokumentiert zusätzlich, dass die letzte unabhängige Sicherheitsprüfung bei Unimed 13 Jahre zurücklag, ein Befund, den die AG KRITIS scharf kritisierte. Ein Tippfehler lässt sich durch ein Vier-Augen-Prinzip beim E-Mail-Versand eindämmen. Ein systematisch unterprüfter Dienstleister mit Zugriff auf Millionen Krankenakten braucht dagegen eine andere Antwort.
Warum Patientendaten im Darknet mehr wert sind als Kreditkartendaten

Kreditkartennummern verlieren ihren Wert, sobald die Bank die Karte sperrt, oft innerhalb weniger Stunden nach der ersten verdächtigen Buchung. Ein Geburtsdatum oder eine Diagnose lässt sich dagegen nicht zurücksetzen. Nach Analysen von Keeper Security erzielen medizinische Datensätze im Darknet bis zu 870 Euro, während einzelne Sozialversicherungsnummern oder Login-Daten für umgerechnet ein bis drei Euro den Besitzer wechseln (ECB-Referenzkurs 07.07.2026: 1 US-Dollar entspricht 0,87 Euro).
Die Fachplattform B2B Cyber Security beschreibt diese Entwicklung als zweite Generation der Datenmonetarisierung. Kriminelle verkaufen einen gestohlenen Datensatz längst nicht mehr nur einmal. Derselbe Datensatz taugt parallel für Identitätsdiebstahl, Versicherungsbetrug und gezielte Erpressung, gestützt auf reale Diagnosen oder Behandlungstermine. Nach einer aktuellen Bedrohungsanalyse von Trend Micro dienen gestohlene Gesundheitsdaten zunehmend auch als Grundlage für gefälschte Rezepte, gefälschte Atteste und die Übernahme bestehender Patientenkonten in Portalen. Datenverkäufe aus Ransomware-Vorfällen machten nach derselben Analyse mehr als ein Drittel der gesamten Marktplatzaktivität im kriminellen Untergrund aus, Tendenz steigend.
Der IBM Cost of a Data Breach Report 2025 beziffert die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks in Deutschland auf 3,87 Millionen Euro pro Fall, ein Rückgang von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,9 Millionen Euro. Die Ransomware-Gruppe Qilin zählt laut Check Point Research zu den aktivsten Akteuren im DACH-Raum und veröffentlicht regelmäßig Opferlisten, um den Druck auf nicht zahlende Organisationen zu erhöhen. Bereits 2019 stellte der Sicherheitsanbieter Kaspersky fest, dass beinahe jedes fünfte vernetzte Gerät in medizinischen Einrichtungen mindestens einmal Ziel eines Cyberangriffs gewesen war.
| Datenkategorie | Beispiel | Typisches Risiko |
|---|---|---|
| Stammdaten | Name, Anschrift, Geburtsdatum | Identitätsdiebstahl, Phishing mit persönlichem Bezug |
| Rechnungsdaten | Abrechnungsposten, Versicherungsnummer | Versicherungsbetrug, Rückschluss auf Diagnosen |
| Gesundheitsdaten | Diagnosen, Befunde, Medikationspläne | Erpressung, dauerhafter Reputationsschaden |
Emmendingen bewegt sich laut Klinikangabe fast vollständig in der ersten Zeile dieser Tabelle. Der Unimed-Fall reicht in rund 1.500 dokumentierten Fällen bis in die dritte Zeile hinein, und genau dort beginnt für Betroffene das eigentliche Erpressungsrisiko.
Berufsbilder ohne Lehrplan in der Datenschattenwirtschaft

Rund um gestohlene Patientendaten hat sich eine arbeitsteilige Schattenwirtschaft etabliert, für die keine einzige Kammer, Innung oder IHK einen Ausbildungsberuf führt. Trotzdem folgen die Rollen einer klaren Logik, ähnlich der Aufgabenteilung zwischen Dieben, Hehlern und Verkäufern beim organisierten Fahrraddiebstahl.
- Access Broker: Verschafft sich Zugang zu einem verwundbaren System und verkauft ausschließlich diesen Zugang weiter, nicht die Daten selbst. Das Cybersecurity-Glossar von Dr. Web führt den Begriff unter den zwölf Bedrohungsclustern.
- Data Broker: Sortiert erbeutete Datensätze nach Vollständigkeit und Marktwert und bündelt die Datensätze zu handelbaren Paketen.
- Finanzagent: Schleust Lösegeld oder Erpressungssummen über mehrere Konten und Krypto-Mixer, damit die Zahlungsspur im Kryptomarkt verschwindet.
- Verhandler: Tritt bei Erpressungsfällen direkt mit Kliniken oder Einzelpersonen in Kontakt und steuert den gesamten Kommunikationsprozess.
Diese Rollentrennung erhöht die Reichweite jedes einzelnen Angriffs. Ein Access Broker verkauft denselben Zugang mehrfach an unterschiedliche Abnehmer, jeder Abnehmer setzt eine eigene Verwertungskette in Gang. Genau diese Wiederverwertbarkeit erklärt, warum Krankenhäuser Jahre nach einem ersten Vorfall noch Phishing-Wellen mit medizinischem Bezug melden.
Die Struktur ähnelt anderen Branchen ohne offiziellen Berufsabschluss, die Dr. Web bereits seziert hat, etwa dem organisierten Fahrraddiebstahl oder der Schutzgeldökonomie der Cosa Nostra in den 1970er-Jahren. Auch dort stand Gewalt oder Enttarnung erst als letzte, teuerste Stufe einer Eskalationsleiter, nicht als erster Schritt. Beim Handel mit Patientendaten läuft die Eskalation ähnlich: Verkauf vor Erpressung, Erpressung vor Veröffentlichung, Veröffentlichung als letztes und teuerstes Druckmittel, weil die Veröffentlichung den Wiederverkaufswert der übrigen Datensätze zerstört.
Sicherheitsforscher beobachten bei solchen Verkäufen ein wiederkehrendes Muster: Verkäufer veröffentlichen zunächst kleine Stichproben im Darknet, um Käufern die Echtheit des gesamten Datensatzes zu belegen. Nach einem Hackerangriff auf einen IT-Dienstleister der Universitätsmedizin Essen im November 2022 tauchten so zunächst Namen und Geburtsdaten von 39 Patienten auf, obwohl der Gesamtumfang des Diebstahls weit größer war.
Beim australischen Versicherer Medibank zeigte sich 2022 zusätzlich, wie ein Verhandler ohne Zahlungsbereitschaft der Gegenseite reagiert. Nachdem Medibank ein Lösegeld verweigert hatte, veröffentlichten die Angreifer Auszüge aus den Gesundheitsdaten von rund 9,7 Millionen Versicherten im Darknet.
Genau diese Rollentrennung erschwert Ermittlungen zusätzlich. Ein Access Broker kennt oft weder den Data Broker noch den Verhandler persönlich, jede Rolle agiert über eigene, wechselnde Pseudonyme in eigenen Foren. Ermittlungsbehörden müssen deshalb selten einen einzigen Täter überführen, sondern eine ganze Lieferkette aus mehreren, meist über Ländergrenzen verteilten Akteuren.
Diese Zerlegung in einzeln handelbare Bestandteile ist der eigentliche Unterschied zu einem klassischen Diebstahl, bei dem eine gestohlene Sache irgendwann verbraucht oder weiterverkauft ist.
Der Fall Unimed zeigt ein Ersatzteillager statt eines einmaligen Diebstahls. Ein Datensatz wird nicht verbraucht, sondern in Diagnose, Adresse und Versicherungsnummer zerlegt und einzeln verkauft.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was Betroffene und Kliniken jetzt tun können

Die Datenschutz-Grundverordnung verpflichtet Kliniken, eine Datenpanne binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden, Artikel 33 DSGVO regelt dieses Verfahren. Betroffene Patientinnen und Patienten haben nach Artikel 82 DSGVO zusätzlich Anspruch auf Schadensersatz, sobald ein konkreter Schaden nachweisbar ist.
Das NIS-2-Umsetzungsgesetz verpflichtet seit Dezember 2025 rund 29.500 Unternehmen aus 18 Sektoren zu strengeren Melde- und Sicherheitspflichten, Krankenhäuser und ihre Abrechnungsdienstleister eingeschlossen. Für Kliniken bedeutet das schärfere Kontrollpflichten gegenüber genau jenen externen Dienstleistern, die im Unimed-Fall zum Einfallstor wurden.
Im internationalen Vergleich zählt die deutsche Meldepflicht sogar zu den strengeren Regeln. Die Schweiz kennt bislang keine verbindliche 72-Stunden-Frist für Kliniken, meldepflichtig sind dort in erster Linie schwerwiegende Vorkommnisse an die Behörde Swissmedic. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger mahnt seit Jahren schärfere Standards für medizinische Informationen an, gerade weil sich verlorene biometrische Merkmale anders als ein Passwort nicht einfach austauschen lassen.
Für Menschen mit einer Mitteilung von Emmendingen oder einer der acht Unimed-Kliniken helfen wenige konkrete Schritte:
- Nur Mitteilungen über die offiziell genannten Kontaktwege der jeweiligen Klinik ernst nehmen, nicht über unbekannte Anrufer oder Kurzlink-SMS.
- Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen in den kommenden Wochen gezielt auf ungewöhnliche Abbuchungen prüfen.
- Auffällige Anrufe angeblicher Versicherungen oder Ärzte direkt bei der eigenen Klinik gegenprüfen, bevor persönliche Daten am Telefon bestätigt werden.
Keiner dieser Schritte verhindert einen bereits erfolgten Datenabfluss. Jeder Schritt verkürzt aber das Zeitfenster, in dem gestohlene Daten noch unbemerkt genutzt werden können, und genau dieses Zeitfenster ist der eigentliche Rohstoff der beschriebenen Schattenwirtschaft.
Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe ordnet den ersten Zugriff in solchen Fällen meist demselben Muster zu: kompromittierte Mitarbeiterzugänge, ungepatchte Software oder Mails mit Schadcode-Anhängen. Prävention setzt deshalb wirksamer an diesem ersten Schritt an als an der Frage, was Kriminelle später mit den Daten anstellen.
Für Entscheider in Kliniken und Praxen bleibt am Ende eine unbequeme Erkenntnis: Technische Abwehr schützt nur vor dem eigenen Angriffsvektor, nicht vor dem Datenschutzniveau des nächsten Dienstleisters in der Kette. Diese Kette entscheidet künftig über die Kosten eines einzigen Tippfehlers oder eines einzigen ungepatchten Servers.
Deutsche Kliniken kalkulieren die Folgekosten solcher Vorfälle zunehmend über eigene Cyberversicherungen ein. Diese Versicherungsprämien spiegeln inzwischen wider, was dieser Beitrag zeigt: Ein gestohlener Patientendatensatz verursacht strukturell höhere Folgekosten als eine gestohlene Kreditkarte. Wer Patientendaten konsequent schützt, schwächt damit zugleich den einzigen Hebel, der den beschriebenen Markt langfristig austrocknen kann.
Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zu Patientendaten im Darknet

Access Broker
Access Broker ist ein Krimineller, der sich Zugang zu einem fremden IT-System verschafft und diesen Zugang weiterverkauft, ohne die Daten selbst zu entwenden. Beim Unimed-Fall wäre eine solche Rolle der typische erste Schritt in der Angriffskette gewesen.
Bust-out
Bust-out bezeichnet in der organisierten Kriminalität die letzte Eskalationsstufe, bei der ein Gläubiger ein fremdes Geschäft faktisch übernimmt. Der Begriff dient hier als Vergleichspunkt für die Eskalationslogik beim Datenhandel.
Darknet
Das Darknet ist ein Bereich des Internets, der nur über spezielle Software erreichbar ist und Nutzern weitgehende Anonymität bietet. Gestohlene Patientendaten wechseln dort häufig auf spezialisierten Marktplätzen den Besitzer.
Data Broker
Ein Data Broker (Datenhändler) sortiert gestohlene Datensätze nach Vollständigkeit und Marktwert und bündelt die Datensätze zu handelbaren Paketen für verschiedene Käufergruppen.
DSGVO Art. 33
DSGVO Art. 33 verpflichtet Unternehmen und Kliniken, eine Datenpanne binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden.
DSGVO Art. 82
DSGVO Art. 82 räumt Betroffenen einer Datenpanne einen Anspruch auf Schadensersatz ein, sobald ein konkreter materieller oder immaterieller Schaden nachweisbar ist.
Eskalationsleiter
Die Eskalationsleiter beschreibt eine gestufte Vorgehensweise, bei der die teuerste oder riskanteste Maßnahme erst am Ende steht. Beim Datenhandel folgt die öffentliche Veröffentlichung erst nach Verkauf und Erpressung.
Finanzagent
Ein Finanzagent (Mule) leitet Lösegeld- oder Erpressungszahlungen über mehrere Konten weiter, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern.
Initial Access Broker
Initial Access Broker bezeichnet dieselbe Rolle wie der Access Broker, betont aber den ersten, initialen Einbruch in ein System als eigenständig gehandeltes Produkt.
Kryptomixer
Ein Kryptomixer vermischt Kryptowährungstransaktionen mehrerer Nutzer, um die Nachverfolgung einzelner Zahlungsflüsse zu erschweren.
NIS-2-Umsetzungsgesetz
Das NIS-2-Umsetzungsgesetz setzt seit Dezember 2025 die europäische NIS-2-Richtlinie in deutsches Recht um und verschärft Melde- und Sicherheitspflichten für rund 29.500 Unternehmen aus 18 Sektoren.
Rechnungsdaten
Rechnungsdaten umfassen Abrechnungsposten und Versicherungsnummern und lassen häufig Rückschlüsse auf Diagnosen und Behandlungsarten zu.
Stammdaten
Stammdaten bezeichnen Basisinformationen wie Name, Anschrift und Geburtsdatum, ohne medizinischen Inhalt.
Verhandler
Ein Verhandler tritt bei Erpressungsfällen direkt mit dem betroffenen Unternehmen oder einer Einzelperson in Kontakt und steuert den Kommunikationsprozess bis zur Zahlung oder zum Abbruch.
FAQ: Was sind Patientendaten Kriminellen im Darknet wert?

Was können Kriminelle mit gestohlenen Patientendaten machen?
Kriminelle nutzen gestohlene Patientendaten für Identitätsdiebstahl, Versicherungsbetrug, gezielte Phishing-Angriffe und Erpressung. Diagnosen und Behandlungsdetails erhöhen dabei den Druck auf Betroffene zusätzlich.
Wie viel sind Patientendaten im Darknet wert?
Nach Analysen von Keeper Security erzielen medizinische Datensätze im Darknet umgerechnet bis zu 870 Euro. Reine Stammdaten wie Login-Daten oder Sozialversicherungsnummern liegen dagegen meist bei ein bis drei Euro.
Ist der Handel mit Patientendaten im Darknet strafbar?
Der Handel mit gestohlenen personenbezogenen Daten erfüllt in Deutschland mehrere Straftatbestände, darunter Ausspähen und Abfangen von Daten sowie Datenhehlerei nach dem Strafgesetzbuch. Zusätzlich drohen Bußgelder nach der DSGVO gegenüber den betroffenen Unternehmen.
Muss eine Klinik eine Datenpanne melden?
Ja, Artikel 33 DSGVO verpflichtet Kliniken, eine Datenpanne binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde zu melden. Bei hohem Risiko für Betroffene müssen zusätzlich die betroffenen Personen direkt informiert werden.
Warum sind Gesundheitsdaten wertvoller als Kreditkartendaten?
Kreditkartendaten verlieren ihren Wert, sobald eine Bank die Karte sperrt. Diagnosen, Geburtsdaten und Behandlungsdetails lassen sich dagegen nicht zurücksetzen und bleiben dauerhaft für Identitätsdiebstahl und Erpressung nutzbar.
Was sollten Betroffene einer Datenpanne im Krankenhaus tun?
Betroffene sollten ausschließlich offizielle Mitteilungen der eigenen Klinik ernst nehmen, Kontoauszüge auf ungewöhnliche Abbuchungen prüfen und verdächtige Anrufe direkt bei der Klinik gegenprüfen, bevor persönliche Daten bestätigt werden.
Quellen

- Badische Zeitung | Datenpanne am Kreiskrankenhaus Emmendingen: 135.000 Patientendaten an falsche E-Mail geschickt | https://www.badische-zeitung.de/datenpanne-am-kreiskrankenhaus-emmendingen-135-000-patientendaten-an-falsche-e-mail-geschickt | besucht am 08.07.2026
- Freiburger Wochenbericht | Cyberangriff auf externen Dienstleister: Daten von 54.000 Patienten der Uniklinik Freiburg gestohlen | https://www.freiburger-wochenbericht.de/cyberangriff-auf-externen-dienstleister-daten-von-54-000-patienten-der-uniklinik-freiburg-gestohlen/ | besucht am 08.07.2026
- Keeper Security | Warum versuchen Hacker, sich medizinische Akten zu beschaffen? | https://www.keepersecurity.com/blog/de/2024/01/11/why-do-hackers-want-medical-records/ | besucht am 08.07.2026
- B2B Cyber Security | Wertvoll: Handel mit Gesundheitsdaten im Darknet | https://b2b-cyber-security.de/wertvoll-handel-mit-gesundheitsdaten-im-darknet/ | besucht am 08.07.2026
- arzt-wirtschaft.de | Kriminalität: Patientendaten werden im Darknet höher gehandelt als Kreditkarteninformationen | https://www.arzt-wirtschaft.de/vermischtes/kriminalitaet-patientendaten-werden-im-darknet-hoeher-gehandelt-als-kreditkarteninformationen | besucht am 08.07.2026
- Staatsanzeiger Baden-Württemberg | Datendiebe erbeuten Patientendaten: Wie so etwas passiert | https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/datendiebe-erbeuten-patientendaten-wie-so-etwas-passiert/ | besucht am 08.07.2026
- Bibliomedmanager | Universitätsmedizin Essen: Patientendaten landen im Darknet | https://www.bibliomedmanager.de/news/patientendaten-landen-im-darknet | besucht am 08.07.2026
- Apotheke Adhoc | Patientendaten im Darknet veröffentlicht | https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/patientendaten-im-darknet-veroeffentlicht/ | besucht am 08.07.2026
- nd-aktuell | Cyberkriminalität: Arztgeheimnis im Darknet | https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198158.cyberkriminalitaet-arztgeheimnis-im-darknet.html | besucht am 08.07.2026
- NZZ | Im Darknet erzielen gestohlene Patientendaten Höchstpreise | https://www.nzz.ch/wirtschaft/im-darknet-erzielen-gestohlene-patientendaten-hoechstpreise-ld.1794213 | besucht am 08.07.2026
- IBM | Cost of a Data Breach Report 2025 | https://firewalls24.de/blog/cybersicherheit-deutschland-2026-n179 | besucht am 08.07.2026 (Zahl über Sekundärquelle referenziert)
- Europäische Zentralbank (EZB) | Euro-Referenzkurse | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/index.de.html | besucht am 08.07.2026
]]>