Ein Versorger ersetzte ein schweres React-Formular durch eine schlichte HTML-Seite und verdoppelte über Nacht die Zahl der abgeschlossenen Anträge. Der Fall zeigt, wie viel Reichweite zu viel JavaScript kostet. Eine HTML-first-Website verzichtet auf den schweren JavaScript-Unterbau und lädt zuerst das, was zählt. Ein aktueller Erfahrungsbericht liefert dazu harte Zahlen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Ein Versorger ersetzte ein zuvor gescheitertes React-Formular durch eine HTML-first-Seite und verdoppelte sofort die Zahl der abgeschlossenen Anträge.
- Die alte React-App ging schon nach drei Tagen wegen Kundenbeschwerden wieder offline.
- Das JavaScript-Analysewerkzeug übersah die neuen Nutzer, weil es Abbrüche durch JavaScript-Fehler gar nicht erst misst.
- Für ein simples Formular lohnt der Versand mehrerer Megabyte JavaScript nicht, vor allem auf alten Geräten und im langsamen Netz.
Warum HTML-first das Formular rettete

Beim betroffenen Versorger ging es nur um ein Antragsformular, nicht um eine App mit Echtzeitdaten. Mehrere Megabyte JavaScript vor dem ersten sichtbaren Feld auszuliefern, überfordert alte Smartphones und langsame Verbindungen, weshalb zwei frühere Anläufe scheiterten und die React-App der Dienstleister schon nach drei Tagen wieder vom Netz ging.
Die HTML-first-Seite zeigt das Formular sofort und funktioniert auch ohne JavaScript. Welche Bausteine sich heute ganz ohne Skript lösen lassen, zeigt unser Überblick zu modernem CSS.
Der blinde Fleck der JavaScript-Statistik

Das Analyseteam wusste zunächst nicht, woher die vielen neuen Nutzer kamen. Ein JavaScript-basiertes Messwerkzeug erfasst genau jene Menschen nicht, die wegen eines JavaScript-Fehlers abspringen, bevor das Skript überhaupt lädt.
Die alte Lösung scheiterte also unsichtbar, weil die ausgeschlossenen Besucher nie in der Statistik auftauchten. Da Google die Core Web Vitals seit Mai als Gesamtwert wertet, zahlt schlankes HTML doppelt ein, bei der Sichtbarkeit und bei der Abschlussquote.
Ein Formular gehört nicht hinter Megabyte an JavaScript versteckt. Die schnellste Seite ist die, die zuerst funktioniert und erst danach glänzt.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was deutsche Unternehmen daraus mitnehmen

Setzen Sie bei Formularen, Anmeldungen und Kassenstrecken zuerst auf HTML, bevor Sie eine Zeile JavaScript ergänzen. Messen Sie den Erfolg serverseitig oder mit einem Werkzeug, das auch Abbrüche ohne Skript erfasst, sonst belohnen Sie sich für Zahlen, die die Hälfte der Nutzer ausblenden.
Hinzu kommt die Barrierefreiheit, die das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit 2025 für viele Angebote vorschreibt. Eine schlanke HTML-Seite erfüllt diese Vorgaben leichter als ein schwerer Skript-Berg, wie unser Beitrag HTML5 ist tot, HTML lebt ausführt.
Den ausführlichen Erfahrungsbericht hat Entwickler Alistair Davidson auf seinem Blog veröffentlicht.