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Gastautor 20. April 2004

Zielgruppengerechte Farbwahl

Kein Beitragsbild

von Nicolas Rotermund

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Eine Kunden-Webseite in den persönlichen Lieblingsfarben gestalten, das kann gut gehen, auf der sicheren Seite ist man damit aber nie. Wer nicht durch eine Corporate Identity an bestimmte Farbwelten gebunden ist, steht vor einer schweren Aufgabe.

Zuerst sollte man daran gehen, vorhandene Unterlagen zu sammeln. Dazu gehören Firmen-Prospekte, Visitenkarten und das Firmenlogo. Damit hat man schon einmal ein Farb-Grundgerüst zusammen, auf das sich aufbauen lässt.

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Der nächste Schritt besteht darin, die zu erreichende Zielgruppe zu ermitteln. Wichtig sind erst einmal nur Alter und Geschlecht. Dies fällt glücklicherweise bei den meisten Firmen und Produkten nicht schwer. Bei Artikeln wie Toilettenpapier sollte man von der Haupt-Käufergruppe ausgehen.

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Farbwahl auf die Schnelle. Dieses Tool liefert ein nützliches Demonstrations-Layout. Passende Farbkollektionen können über Schieberegler ausgewählt werden.

Rasche Hilfe bekommt man nun, wenn man sich Konkurrenz-Seiten anschaut und deren Haupt-Farben zusammenträgt. Ein Screenshot genügt. Mit Programmen wie Photoshop werden daraufhinFarbflächen mit den wichtigsten Farben erstellt. Diese Farben könnten abgewandelt schon für das eigene Design herhalten, ein kurzer Blick auf die Farbpsychologie lohnt sich dennoch immer.

Für eine junge Altersgruppe bis 16 Jahren passen warme Farben am besten. Dazu gehören gelb, orange und rot. Die Farbe Orange steht für Energie, Genuss, und Aufregung. Rot steht für Kraft, Dynamik und Liebe. Gelb steht für Freude und Optimismus. Ein sehr helles Gelb wirkt leicht, gerade in Kombination mit Rosa. Diese warmen, fröhlichen Farben werden deshalb gern für die junge, dynamische Zielgruppe genutzt, weil sich mit ihnen luftige und verspielte Layouts prima umsetzen lassen.

Für eine ältere Klientel werden kühle Farben wie Blau und Grün bevorzugt, diese sollen seriös und ruhig wirken. Blau steht für Vertrauen und Zuverlässigkeit, Grün für Entspannung und Ruhe. Verschiedene Grau-Töne stehen für Sachlichkeit und Funktionalität.

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Farbvergleich

Im Farbvergleich zwischen dem Online-Auftritt der Bravo gegen Focus Money Online zeigt sich, dass diese Farbwelten dort auch genauso genutzt werden. Die Jugend-Orientierte Bravo nutzt Gelb- und Rot-Töne in verschiedenen Abstufungen, Focus Money hauptsächlich Blau und Grau. Diese Beispiele sind aber keine Ausnahme, sondern die Regel.

So sind im Vergleich die Unterschiede in den Farbwelten der meisten Seiten einer Branche minimal, die Farbtöne unterscheiden sich oft nur in Nuancen und der Art der Verwendung, welche Farbe also für welche Elemente der Seite genutzt wird. Auch das alte Klischee Mädchen = rosa, Jungs = blau wird beim Design sehr oft wieder aufgegriffen. So nutzen Frauen-Seiten auffallend viele helle Pastell- und Rosa-Töne, während sich viele Männerseiten auf dunkle, kräftige und vorwiegend blaue Farben stützen.

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Helle Pastell-Töne bei Young Miss

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Rosa-Töne auch bei Glamour.de

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Männerseite: Auto-Bild

Natürlich kann man mit solchen Regeln brechen und absichtlich andere Farbwelten einsetzen. Wenn man die Farbwahl dem Kunden gegenüber begründen kann und sie sinnvoll zum Firmenimage passt, spricht nichts gegen mutige Stilbrüche.

Links:

  • Grün als Trendfarbe von Marcus Völkel
  • Adam Polsellis Farbvorhersage für 2004

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