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Dieter Petereit 23. Januar 2009

YAML 3.1 – Neue Version und neues Blog

YAML ist ein CSS-Framework der kom­ple­xes­ten Art und wird seit Jahren äußerst hart­nä­ckig von Dirk Jesse fort­ent­wi­ckelt. Ich habe vor über einem Jahr sein ent­spre­chen­des Buch dazu aus dem Galileo-Verlag gekauft und erstaunt fest­ge­stellt, dass selbst die voll­stän­di­ge Lektüre die­ses Werkes einen nicht zum YAML-Experten macht. Zu umfang­reich ist das Produkt. Dieser Tage ist die neue Version 3.1 erschie­nen.

Dirk Jesse ist ein beschei­de­ner Mann. Seit fast zwei Jahren ver­gibt er nur Versionsnummern zwi­schen 3 und 3.1, wo ande­re bereits bei Version 11 ange­kom­men wären. Dabei ist es für den unbe­darf­ten Betrachter nicht so, dass die neu­en Features jeweils nur unter­ge­ord­ne­te Bedeutung gehabt hät­ten. Auch in der Version 3.1 wur­de das Framework nicht nur wei­ter per­fek­tio­niert, son­dern auch mit ganz neu­en Bausteinen ver­se­hen.

Neue Funktionen

Die größ­te Praxisrelevanz dürf­te der brand­neue Formularbaukasten haben. Immerhin gehö­ren Formulare zu den am wenigs­ten inter­es­san­ten Gestaltungsaufgaben im Webdesign, sind sie doch stark vom jewei­li­gen Benutzerbetriebssystem vor­ge­prägt. Dirk Jesse hat hier ein System aus HTML-Bausteinen mit zuge­hö­ri­gem CSS ent­wi­ckelt. Anhand die­sen Beispiels kann man gut erken­nen, wie effek­tiv YAML die Betriebssystemoptik ein­heit­lich über­bau­en kann.

Eine wei­te­re pra­xis­re­le­van­te Neuerung stellt die Möglichkeit dar, Boxes neben­ein­an­der mit glei­cher Höhe trotz unter­schied­li­cher Inhaltsmenge dar­zu­stel­len. Dabei ori­en­tiert sich YAML an der jeweils höchs­ten Box. So wer­den ein­heit­li­che, aus­ge­wo­ge­ne Layouts mög­lich. Dem Fortschreiten des Sematic Web Rechnung tra­gend, ver­sucht sich YAML mit­tels eines Add-Ons an der Unterstützung von Mikroformaten. Auf die glei­che Weise ist die Unterstützung für ara­bi­sches und hebräi­sches Skripten (RTL-Support) rea­li­siert wor­den. Der popu­lä­re YAML-Builder nutzt laut Jesse auch bereits die Funktionalitäten der aktu­el­len Version.

Eine ausgereifte CSS-Toolbox

Man muss YAML unum­wun­den das Potenzial, mitt­ler­wei­le für fast jede Aufgabe im Webdesign eine sinn­vol­le Lösung anzu­bie­ten, zuspre­chen. Der Vorteil des Frameworks ist zugleich auch sein Nachteil. Der Einarbeitungsaufwand in das Produkt ist hoch, die Lernkurve zu Beginn flach. Eine Entscheidung für YAML ist daher schon bedeu­tend. YAML ist kein Produkt, dass man qua­si spon­tan für ein Projekt ein­set­zen kann. Aufgrund der kon­se­quen­ten und sinn­vol­len Weiterentwicklung ist die Entscheidung pro YAML nicht mit Risiken ver­bun­den. Gelegentlich wird als kon­zep­tio­nel­ler Nachteil ange­führt, dass das Hantieren mit rela­tiv vie­len ver­schie­de­nen CSS-Dateien inner­halb ein und des­sel­ben Projekts nicht unbe­dingt dem übli­chen Workflow ent­spricht.

Zum Start der neu­en Version wur­de auch ein Development-Blog aus der Taufe geho­ben, wel­ches exklu­siv in eng­li­scher Sprache über den Fortgang der Arbeiten infor­mie­ren wird. Lesenswert und schick anzu­se­hen. Abschließend sei noch die Dokumentation im PDF-Format erwähnt, die bereits auf die neue Version erwei­tert wur­de und zum Besten gehört, was man in der Dokumentation von kos­ten­frei­en Softwarelösungen fin­den kann.

Lizenzen für jeden Bedarf

Die Nutzung des YAML-Frameworks ist unter den Bedingungen einer CC-Lizenz sowohl nicht-kom­mer­zi­ell, wie auch kom­mer­zi­ell kos­ten­frei, solan­ge die Bedingungen zur Namensnennung und Rückverlinkung ein­ge­hal­ten wer­den. Designer, die ihren Kunden vor­gau­keln wol­len, sie hät­ten das Layout im Schweiße ihres Angesichts voll­stän­dig selbst hand­coded, müs­sen in die Tasche grei­fen und für ein ein­zel­nes Projekt über­schau­ba­re 59,50 Euro auf den Tisch des Hauses Jesse legen. Für eine gene­rel­le Lizenz sind immer noch sehr über­schau­ba­re 119 Euro zu berap­pen.

Man muss nicht über hell­se­he­ri­sche Fähigkeiten ver­fü­gen, um zu pro­gnos­ti­zie­ren, dass die neue Version 3.1 die inter­na­tio­na­le Nutzerschar wei­ter anwach­sen las­sen wird. Und das völ­lig zu Recht.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

14 Kommentare

  1. Ich habe auch ein­mal YAML aus­pro­biert, bin aber schnell wie­der auf das hand­üb­li­che pro­gram­mie­ren zurück­ge­gan­gen.
    Grund die gan­zen Hacks, wenn man rich­tig pro­gram­miert, hat man gar nicht so vie­le Probleme mit dem IE. Der IE8 zeigt gene­rell eigent­lich alles rich­tig an, der IE7 eigent­lich auch und beim IE6 muss man halt ein paar Anpassungen im CSS vor­neh­men wie beim float=“left/right” ein display=“inline” zu set­zen. YAML bläht dage­gen das CSS eher ziem­lich auf. Außerdem macht es auch gene­rell mehr Spass von grund­auf per Hand zu pro­gram­mie­ren und man hat im Endeffekt auch noch eine Ahnung was wozu gehört. Was ich mir mal ange­schaut hat­te, war pro­gram­mie­ren nach Feng Shui (http://www.guido-muehlwitz.de/2010/01/programmieren-nach-feng-shui/). Das fand ich ganz inter­es­sant, wobei man auch hier sich nicht nur auf das ver­las­sen soll­te.

  2. Ich hat­te YAML auch mal ver­sucht, lies sich nett mit Arbeiten, aber am Schluss will man doch wie­der sel­ber ran gehen und es bot sich ledig­lich als zwi­schen­lö­sung an.

  3. YAML ist nicht ver­kehrt. Vor allem für den Anfang. Ein Verzicht auf Browser-Hacks wäre jetzt noch ein gro­ßer Fortschritt für YAML.

  4. Ich habe YAML schon bei ein paar Projekten ein­ge­setzt. Ganz am Anfang ging’s schwie­rig, aber Nachhinein konn­te ich jedes belie­bi­ge Layout ohne gro­ße Umstände umset­zen.
    Ich den­ke, es lohnt sich.

  5. Danke für den gelun­ge­nen Artikel über die Vorteile der neue YAML-Version 3.1.

    Ergänzend erlau­be ich mir auf die aus mei­ner Sicht wich­tigs­ten gene­rel­len Vorteile von YAML hin­zu­wei­sen:
    Das Abfangen von IE-Bugs, so dass man nicht unnö­tig Zeit für das Debugging ver­schwen­det sowie ein Framework, das stan­dard­mä­ßig beson­ders fle­xi­bel ist und benut­zer­freund­li­che und zugäng­li­che Webseiten erzeugt.

    Zudem ist die Dokumentation vor­bild­lich und gibt es bereits vie­le Implementationen z.B. in TYPO3, Joomla, Drupal, WordPress und vie­le mehr.

  6. Ich mache gera­de mei­ne ers­ten Erfahrungen mit YAML. Insgesamt viel Lob für Autor und Werk, scha­de ist momen­tan aber noch dass der sog. “Formularbaukasten” wahr­schein­lich erst am Anfang sei­ner Entwicklung steht. Was hier noch fehlt sind z.B. die Unterstützung meh­re­rer Inputfelder pro Zeile, Datums und Zeit selec­tions usw. Aber ich bin sicher das die­se Features in Version 4 oder 5 ent­hal­ten sein wer­den.

  7. Hi,

    als ich vor 3 Jahren mit CSS-Layouts anfing, hat mir YAML den Einstieg sehr erleich­tert. Ich habe auch eine Lizenz erwor­ben und mir das Buch gekauft. Alles sehr nett und in mei­nem Falle sein Geld wert gewe­sen. Allerdings nut­ze ich mitt­ler­wei­le ein eige­nes klei­nes Frameset. Den Rest mache ich indi­vi­du­ell, denn mit der YAMLschen eier­le­gen­den Wollmilchsau schleppt man eben auch immer einen beträcht­li­chen Overhead mit sich her­um. Wer sich mit CSS wirk­lich aus­kennt (wie ich es auch dank YAML auch für mich behaup­ten möch­te), braucht es eigent­lich nicht (mehr). Für alle ande­ren ist es sicher emp­feh­lens­wert.

  8. Ich habe YAML jetzt auch schon bei ein paar Projekten ein­ge­setzt. Ganz am Anfang dach­te ich erst, daß man in der Gestaltung des Layouts ein­ge­engt sei, aber das ist ganz und gar nicht der Fall. Ich konn­te bis­her jedes belie­bi­ge Layout pro­blem­los in YAML umset­zen. Ich find’s toll!

  9. @Bata: genau wie du sagst ‘man kann auf bereits Erstelltes zurück­grei­fen’, das ist auch der Ansatz von YAML.
    Nun hat eben genau Dirk Jesse schon sooo viel ‘bereits Erstelltes’ (und Erprobtes und Funktionierendes) in YAML drin, dass es nur so eine Freude ist, es benut­zen zu dür­fen.
    Die Sache mit dem ’nicht so schnel­len Hineinarbeiten’ stimmt schon, aber wenn man’s ein­mal kapiert hat, möcht man’s nicht mehr mis­sen (ich zumin­dest).

  10. Ich habe YAML nur mal kurz über­flo­gen. Den ein­zi­gen Vorteil, den ich dabei sehe, ist evtl. die Zeitersparnis. Ansonsten hat man sein Grundgerüst für die Webseite mit ein wenig Erfahrung sehr schnell auf die Beine gestellt. Man fängt ja auch nicht jedes­mal bei Null an, son­dern kann auf bereits erstell­tes zurück­grei­fen.

    Man kann übri­gens auch Layouts bau­en, die im IE funk­tio­nie­ren ohne einen ein­zi­gen Hack. Viele Probleme der Browser kann man ganz simp­le umge­hen (z.B. das Margin-Problem).

  11. Also ich nut­ze das YAML seit einem Jahr bei wirk­lich jedem Projekt das mit min­des­tens zwei Spalten aus­kom­men muss und ich lie­be es. Die IE Patcherei beschränkt sich auf ein Minimum, die vor­han­de­nen Subcolumns Bausteine sind geni­al und ich ent­wick­le seman­ti­sche und stan­dard­kon­for­me Layouts in einem Bruchteil der Zeit, die ich sonst dafür benö­ti­gen wür­de.

    Die 119 Euro haben sich für mich längst gelohnt!

  12. @Karl: Sicher gibt es auch ande­re Frameworks. Beschreiben Sie doch ein­mal die Features von Blueprint oder YUI im Vergleich zu Yaml. Dann müss­te man kor­rekt ver­glei­chen.

    Ansonsten wür­de ich sagen: Klar ist ein Yaris auch ein Auto, aber ob ich den einer S-Klasse vor­zie­hen wür­de…

  13. @Karl: Stimmt, IMO ist das Framework sein Geld wert. Und die 100 Euro für eine gene­rel­le Lizenz habe ich durch etwas weni­ger Stress beim IE-Hacken längst wie­der rein geholt.

    Aber zum Linksetzen: inter­es­san­ter­wei­se stö­ren sich vie­le Kunden gar nicht an ein paar Links zu:

    - YAML,
    – der Webdesign-Agentur,
    – Bilddatenbank, die für ein paar schö­ne Fotos ver­wen­det wur­de,
    – …

    Insbesondere dann, wenn es ein paar Euros spart.

  14. Sicher hat der Autor viel Arbeit in das Framework gesteckt und es wird sicher auch sein Geld wert sein. Es gibt aller­dings CSS-Frameworks, die sind auch kom­mer­zi­ell ohne irgend­wel­che Links oder gekauf­te Lizenzen ein­setz­bar, z.B. Blueprint, YUI-CSS… Insofern: nett für Hobby-Projekte und kom­mer­zi­el­le Anwender, die YAML schon gekauft haben.

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