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Dirk Metzmacher 28. September 2005

XML-Editoren in der Übersicht

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XML ist die Basis so man­ches Content Management Systems, von Flex-Anwendungen und AJAX-Applikationen. Für die Extensible Markup Language nutzt man als Programmierer eine spe­zi­el­le Arbeitsumgebung, wenn man bei gro­ßen Projekten nicht die Übersicht ver­lie­ren möch­te.

Blick hin­ter den Vorhang
Das Fundament aller Editoren ist iden­tisch. Tidy sorgt für sau­be­ren Code, als XSLT-Prozessor ist zumeist Xerces im Einsatz und die PDF-Umwandlung läuft über Apaches FOP. Die Konvertierung der Schema-Sprachen über­nimmt Trang. Unter Windows arbei­tet der Internet Explorer mit MSXML als Rendering-Maschine. Die Integration die­ser Techniken in das Programm ist rele­van­ter, als die Technik selbst.

Oxygen
Die auf Java basie­ren­de Software Oxygen ist vor allem im Verbund mit Eclipse eine mäch­ti­ge Entwicklungsumgebung. Der XSLT-Debugger und die Option, wei­te­re Tools ein­zu­bin­den, macht die­se Kombination zum Top-Editor im Bereich XML. Die Projektverwaltung ist zwar rudi­men­tär, dafür über­zeu­gen die unter­stütz­ten Dokumententypen. Gerade bei den Schema-Sprachen wird mit der Unterstützung von NRL, Schematron, DTD, XQuery, XML Schema und RelaxNG viel gebo­ten.

Die Umwandlung eines Formats in das ande­re, mit Auswahl des Parsers, kann das Programm genau­so leicht bewäl­ti­gen, wie es auch mit der über­sicht­li­chen Darstellung des Codes, dank zuklapp­ba­rer XML-Elemente und exter­ner Baumansicht im eige­nen Editor, kei­ne Probleme hat. Eine detail­lier­te Online-Hilfe, lei­der nur in eng­li­scher Sprache, run­det das Paket ab. Oxygen benö­tigt eine Java VM ab Version 1.4 als Grundlage und kos­tet in der Home Edition 40,00 Euro, in der Professional Edition um die 149,00 Euro. Das Programm ist für Windows, Mac und Linux als Stand-Alone oder für Eclipse als PlugIn erhält­lich.

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Oxygen bie­tet einen leis­tungs­star­ken Debugger

XML Writer
XML Writer ist vor­wie­gend für die Pflege kom­ple­xer Projekte mit Dokumenten, Schemata und Stylesheets gedacht. Zu die­sem Schluß kann man zumin­dest kom­men, wenn man sei­ne Funktionalität betrach­tet. Einzelne XML-Dateien kön­nen ohne Probleme bear­bei­tet und selbst DTDs in Schemata umge­wan­delt oder die XSLT-Konvertierung genutzt wer­den. Doch damit hört es auf.

Schon bei der Verwendung von XSLT kommt es zu klei­nen Fehlern. Exoten wie RelaxGN und SVG sind dem Programm unbekannt,die Konvertierung mit XSL:FO und ein XSLT-Debugger feh­len. Doch wer nur ein neu­es Dokument mit vor­de­fi­nier­ten XML-Schema erstel­len möch­te, darf sich über die Tag-Bar und eine Stapelverarbeitung freu­en. Ein Schema oder DTD wird gela­den und Tags per Drag&Drop ein­ge­fügt. Als rei­ner Windows-Editor nutzt XML Writer den Internet Explorer mit MSXML für das Rendering. Das Programm ist für Windows und etwa 82,00 Euro erhält­lich.

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XML Writer: Gut für Autoren

Morphon
Ein ganz und gar kos­ten­lo­ser XML-Editor ist Morphon. Der wird zwar nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt, ist als XML- und CSS-Editor aber durch­aus zu gebrau­chen. Aus einem Schema oder DTD wird ein XML-Dokument erstellt und die Elemente und Attribute ein­ge­fügt. Die Gestaltung über­nimmt die CSS-Datei. Und da lie­fert Morphon gleich den pas­sen­den CSS-Editor samt Überblick der CSS-Befehle und Einstellungsoptionen mit. Neuere XML-Standards wer­den nicht unter­stützt. Eine instal­lier­te Java VM ist für das Programm Voraussetzung. Auf der Website fin­det man eini­ge Morphon-PlugIns. So etwa RenderPDF, für die Umwandlung der XML-Dokumente in ein PDF-File, und XIndice, um Dokumente von XIndice-Servern zu laden und dar­auf zu spei­chern.

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Kostenlos aber ohne Zukunft: Morphon

Editix
Als Format-Spezialist unter den XML-Editoren darf sich Editix bezeich­nen, der neben DTD, Schema und RelaxNG auch SVG, MathML und einen XSL-FO-Prozessor beherrscht. Das auf­ge­räum­te Interface, Autovervollständigung und die zahl­rei­chen Templates kom­men dem Anfänger ent­ge­gen. Der Profi freut sich über XSLT-Debugger, Namespace Manager und XPath-Builder, der die Festlegung von eige­nen Xpath-Ausdrücken ermög­licht. Das Projektmanagment könn­te noch ver­bes­sert wer­den. Editix kos­tet in der Home Edition 32,30 Euro, in der Professional Edition etwa 70,00 Euro. Es benö­tigt eine Java VM ab Version 1.4 und läuft unter Windows, Mac und Linux.

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Klingt wie ein Gallier

XML Spy
Mit etwa 399,00 Euro nähern wir mit dem XML Spy von Altova einer ande­re Liga. Man erhält für sein Geld ein fle­xi­bles XML-Werkzeug, das sogar aus Schemata C#- und Java-Code pro­du­zie­ren kann. Der XML-Import aus Access, MS SQL oder Oracle gelingt leicht. Das Programm nutzt den Internet Explorer mit MSXML und läuft pro­blem­los, wenn das Betriebssystem denn “Windows” heißt. Andere Produkte des Unternehmens, wie etwa MapForce, einem Mapping-Werkzeug für Datenbanken, oder StyleVision las­sen sich leicht inte­grie­ren. Die XML Suite aus glei­chem Hause bringt gleich eini­ge die­ser Programme, wie etwa den SchemaAgent, StyleVision zum Entwerfen von Stylesheets und MapForce mit, kos­tet aber etwa 200,00 Euro mehr. Altova bie­tet auch eine deut­sche Version der Software an.

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Hat sei­nen Preis: XML Spy

Exchanger
Der Exchanger ist ein Java-basier­ter XML-Editor mit XSLT-Debugger, der es in sich hat. Er bie­tet Vorlagen für DTD- und XML-Schemata, Docbook, XSLT-Stylesheets, SVG und sogar SOAP-Prozeduren für den Amazon Web Service. Hilfe bei der Einstellung der XML-Signatur fin­det man im spe­zi­el­len Security-Menü. Eine Bookmark-Liste, Xpath-Suche, Excel- und SQL-Import-Funktionen sowie die Helper-Ansicht, die die mög­li­chen Attribute des Elements prä­sen­tiert, run­den das Angebot ab. Exchanger kos­tet um die 110,00 Euro und setzt Java VM 1.4 vor­aus. Das Programm läuft in jeder Java-Umgebung, also auch unter Unix, Mac, Linux und Windows.

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Der Exchanger bie­tet vie­le Dokumentenvorlagen

Stylus Studio
Die Projekt- und Versionsverwaltung von Stylus Studio zeigt, das wir es mit einem Profi zu tun haben. Das unter­strei­chen auch die Import-Optionen, die aus Datenbanken wie Oracle, MBOX-Mail-Verzeichnissen oder SYLK-Arbeitsblätter alle XML-Dateien her­aus­zie­hen kön­nen. Mapping-Funktionen, auto­ma­ti­sche Konvertierung zu XML, die visu­el­len Editoren für Schemata, XSLT und WSDL sowie ver­schie­de­ne Grid-, Baum- und Textansichten sind außer­ge­wöhn­li­che Features, die man bei XML-Editoren sel­ten fin­det. Ein XSLT-Debugger mit viel­fäl­ti­gen Einstellungsmöglichkeiten und Tastaturmakros dür­fen da nicht feh­len. Stylus Studio kos­tet in der Home Edition 82,00 Euro, in der Profession Edition etwa 409,00 Euro. Es wur­de aus­schließ­lich für die Windows-Plattform kon­zi­piert.

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Kostet und bie­tet viel

XMLmind
XMLmind öff­net Dateien stets in einer Baumansicht oder aber, zur Darbietung des Stylesheets, in der Styleansicht. Was ande­res ist auch nicht mög­lich, da XMLmind der ein­zi­ge XML-Editor ohne Codeansicht ist. Andererseits gibt es aber mit der XSLT- und XSL:FO-Transformation, XInclude, Docbook, der umfas­sen­den Schema-Abdeckung und Makrorecorder genü­gend Profi-Features. Zumindest sorgt die feh­len­de Codeansicht dafür, dass man kei­nen fal­schen Code erstellt. XML Mind kos­tet 220,00 Euro und benö­tigt Java VM 1.4. Eine kos­ten­lo­se Light-Version mit ein­ge­schränk­ten Funktionen steht auf der Website zum Download bereit. Das deut­sche Sprachpaket erleich­tert die Arbeit und ist bei XML-Editoren nicht selbst­ver­ständ­lich. Windows, Linux und Mac sind hier die Zielplattformen.

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Editor ohne Code-Ansicht

XMLwrite
gibt es nicht mehr (6.7.2006)

Erstveröffentlichung 28.09.2005

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

2 Kommentare

  1. Xeditor ist ein wor­d­ähn­li­cher, brow­ser­ba­sier­ter XML-Editor mit intui­tiv und ganz ohne tech­ni­sche Kenntnisse sau­be­re XML-Dokumente erzeugt wer­den kön­nen. Der Editor kann an jedes belie­bi­ge Schema oder an belie­bi­ge DTDs ange­passt wer­den.

  2. YAPEX (Yet Another Property Editor for XML) ist ein web­ba­sier­ter Editor, der XML Daten als Set in einer Baumstruktur dar­stellt. Die ein­zel­nen XML Tags sind als Key/Value Paare pfleg­bar. Diese aja­xi­fi­zier­te Anwendung kor­re­spon­diert mit PHP.

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