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Andreas Hecht 9. September 2014

WordPress-Turbo I: Das leistet das Cache-Plugin WP Rocket

WP Rocket, das Premium Cache Plugin für WordPress

Eher durch Zufall stieß ich auf WP Rocket, ein Premium Cache-Plugin für WordPress. Ich war spon­tan skep­tisch, denn ein kos­ten­pflich­ti­ges Plugin in einem Bereich zu posi­tio­nie­ren, in dem es bereits her­vor­ra­gen­de, eta­blier­te und kos­ten­freie Konkurrenz gibt, schien mir schwer zu sein. WP Rocket wirbt mit extrem schnel­len Ladezeiten, ein­fa­cher und schnel­ler Einrichtung und vie­len nütz­li­chen Funktionen. Ein Praxistest soll auf­zei­gen, ob WP Rocket tat­säch­lich bes­ser ist als die kos­ten­freie Konkurrenz und sich dem­zu­fol­ge die Investition von 29.- € lohnt. Um einen wirk­li­chen Vergleichswert ermit­teln zu kön­nen, las­se ich WP Rocket gegen das bekann­te und kos­ten­freie W3 Total Cache antre­ten.

WP Rocket, das Premium Cache Plugin für WordPress

Feststellen des Ausgangszustandes

Testobjekt wird mei­ne Webseite hechtmediaarts.com mit akti­vier­tem Theme “Enfold” sein. Um zuver­läs­si­ge Testergebnisse zu gewähr­leis­ten, ist es wich­tig, dass kei­ner­lei Cache- und Minify-Plugins mehr auf der Webseite aktiv sind. Die Webseite wird also “im Originalzustand” getes­tet, so wie das aktu­el­le Theme die Seite aus­lie­fert. Um einen guten, aus­sa­ge­kräf­ti­gen Mittelwert zu bekom­men, wird die Testwebseite mit 3 Performance-Test-Tools gemes­sen. Ich ver­wen­de (und emp­feh­le) hier fol­gen­de Tools:

  • Pingdom Website Speed Test
  • Dareboost Web Performance Tool
  • Google PageSpeed Insights

Messwerte im Ausgangszustand

Pingdom Tools

Die Messwerte von Pingdom Tools belegen den Ausgangszustand

Der Performance-Grad geht zwar in Ordnung, doch ist die ermit­tel­te Ladezeit der Webseite jen­seits von gut und böse. Eine Ladezeit von 4,62 Sekunden ist nicht akzep­ta­bel. Ermittelt wur­de die Ladezeit mit einem Server in Amsterdam, denn nur mit einem Server in der Nähe (und nicht in New York City, wie in den Grundeinstellungen) las­sen sich kor­rek­te Vergleichswerte ermit­teln. Dies kann man in den Settings ein­stel­len.

DareBoost

Die Messungen des DareBoost Tools

Die von DareBoost ermit­tel­te Ladezeit ist sogar noch etwas höher, was aber dar­an lie­gen kann, dass ein Server in Paris und nicht Amsterdam wie bei den Pingdom Tools genutzt wer­den muss. Insgesamt hal­te ich die­ses Ergebnis für zutref­fend.

Google Page Speed InsightsDas Messergebnis mit Google Page Speed Insights

Es han­delt sich ins­ge­samt um ein erwar­te­tes und vor allem rea­lis­ti­sches Ergebnis. Ladezeiten wer­den nicht ange­ge­ben, dafür aber sind etli­che und vor allem umfas­send gute Informationen zum Beheben der ange­ge­be­nen Probleme ver­linkt.

Was WP Rocket verspricht

Einfach und effi­zi­ent ver­spricht WP Rocket eine Webseite auf Überlichtgeschwindigkeit zu beschleu­ni­gen. Es spei­chert die betref­fen­de Webseite zwi­schen und füllt den Cache durch einen Bot, der Besucher auf der Webseite simu­liert. Hierdurch soll die erwar­te­te “Überlichtgeschwindigkeit” schnel­ler bereit gestellt wer­den. Es kom­pri­miert und mini­miert HTML, CSS und JavaScript, wobei CSS und JavaScript Dateien jeweils auch zu einer Datei zusam­men­ge­fasst wer­den sol­len. Als ein­zi­ges, mir bekann­tes Cache-Plugin hat WP Rocket das soge­nann­te Lazy Load für Bilder inte­griert. Die Lazy Load Technologie lädt Bilder erst dann, wenn sie sich im Sichtbereich des Lesers befin­den, um dadurch die Ladegeschwindigkeit zu erhö­hen. Das Plugin ist eben­falls CDN (Content Delivery Network) fähig, was die Performance noch­mals erhö­hen soll­te, falls man eine stär­ker fre­quen­tier­te WordPress-Webseite sein eigen nennt.

WP Rocket – Lizenz und Preisgestaltung

Die Preis- und Lizenzgestaltung von WP-Rocket

Die Preise für WP Rocket sind nicht ganz ohne, die Personal Lizenz für eine Webseite kos­tet bereits 29.- € und bie­tet nur ein Jahr Updates und Support. Für die­sen Preis muss das Plugin schon sehr anspre­chen­de Ergebnisse lie­fern, damit sich die Ausgabe auch lohnt.

  • Entwickler: Jonathan Buttigieg und Julio Potier
  • Wird stän­dig wei­ter ent­wi­ckelt: Ja
  • Letzte Version vom: 12.08.2014
  • Kostenpunkt: Premium Version von 29.- € bis 149.- €
  • Lizenz: Spezielle Lizenz für die Premium Version
  • Multisite Kompatibilität: Ja, voll kom­pa­ti­bel
  • Wechselwirkungen mit ande­ren Plugins: nicht bekannt
  • Entwickler Homepage: WP Rocket – Caching Plugin für WordPress

Der Test – WP Rocket installieren und einstellen

Nach der Installation muss WP Rocket noch kurz ein­ge­stellt wer­den, was sich als denk­bar ein­fach erweist, solan­ge nur die Grundeinstellungen genutzt wer­den. Zu fin­den sind die Einstellungen unter “Einstellungen => WP Rocket”. Ich habe vor­erst fol­gen­de Einstellungen gesetzt:

WP Rocket Einstellungen

Was mir nach einem ers­ten Blick in den Quelltext mei­ner Webseite sofort auf­fällt, ist das WP Rocket sei­ne Versprechen nicht ganz ein­hält und CSS sowie JavaScript nicht jeweils in nur eine Datei nach dem Komprimieren und mini­mie­ren zusam­men­fasst, son­dern 3 CSS- und 2 JavaScript-Dateien erzeugt. Des Weiteren ist das JavaScript in den Header posi­tio­niert wor­den, wo es aus Performance-Gründen gar nicht hin­ge­hört. Es soll­te im Footer der Seite plat­ziert wer­den, damit die Webseite schnel­ler lädt.

Eine zwi­schen­zeit­li­che Messung mit Google Page Speed Insights brach­te aber bereits jetzt eine deut­li­che Verbesserung des Messergebnisses. Auch ist die Webseite bereits gefühlt sehr viel schnel­ler im Seitenaufbau.

Erste Messergebnisse mit aktiviertem WP Rocket Plugin

Auch DareBoost erreicht bereits ein wesent­lich bes­se­res Messergebnis.Das DareBoost Messergebnis mit aktiviertem WP Rocket

Die Webseite lädt sehr viel schnel­ler, hat eine gerin­ge­re Dateigröße und nur noch 17 Requests. Für den Anfang ein tol­les Ergebnis, mit dem Einsteiger im Bereich Caching schon glück­lich sein dürf­ten.

WP Rocket – die erweiterten Optionen nutzen

Um noch mehr Performance aus der Webseite her­aus­ho­len zu kön­nen, emp­feh­le ich, die erwei­ter­ten Optionen zu kon­fi­gu­rie­ren. In den Bereich “DNS Abfragen vor­her abru­fen” gehö­ren sämt­li­che exter­nen Domains, die vom Theme genutzt wer­den, z.B. Google Fonts und ähn­li­ches. Das nöti­ge Schema ist immer wie folgt: //fonts.googleapis.com.

Erweiterte Optionen WP Rocket - DNS Abfragen

JavaScript im Footer mini­miert und kom­pri­miert laden

Der zweite Teil der erweiterten WP Rocket Optionen

In die­sem Fall ist lei­der etwas Handarbeit ange­sagt. Man muss jede JavaScript-Datei, die vom Theme gela­den wird, ein­zeln hin­zu­fü­gen. Aus den 6 JavaScript-Dateien mei­nes Themes macht das Plugin nach dem Abspeichern 2 kom­pri­mier­te und mini­mier­te Dateien, die im Footer gela­den wer­den. Da ich kei­nen CDN nut­ze, ist nun alles per­fekt ein­ge­stellt und es wird Zeit für einen abschlies­sen­den Test.

WP Rocket – der abschliessende Test

Gefühlt lädt die Webseite bereits rasant schnell, doch erst ein wei­te­rer Test mit den unbe­stech­li­chen Performance-Tools wird die Wahrheit ans Licht brin­gen. Was kann WP Rocket wirk­lich leis­ten?

Google Page Speed Insights Messung

Google stellt kei­ner­lei Änderungen fest und bewer­tet die Webseite immer noch mit 86 von 100 Punkten.

DareBoost Messung

Abschlussmessung von DareBoost

DareBoost ver­gibt einen Performance-Punkt weni­ger und zeigt nun 2 HTML-Requests mehr an. Dafür hat sich die Dateigröße der gela­de­nen Webseite noch­mals ver­rin­gert und die Ladezeit hat sich bis auf 1.28 Sekunden ver­kürzt. Das darf als gutes Ergebnis gewer­tet wer­den.

Pingdom Tools Messung

Abschlussmessung Pingdom Tools

Pingdom zeigt eben­falls einen Performance-Punkt weni­ger an, dafür nur 17 HTML-Requests, eine weit gerin­ge­re Dateigröße und eine Ladezeit von nur noch 1.8 Sekunden, was ein tol­les Ergebnis ist. Die Webseite lädt nun rasant und die Optimierungen haben sich gelohnt.

Das Duell: WP Rocket versus W3 Total Cache

Die Leistungen des WP Rocket Plugins kann man erst rich­tig ein­ord­nen, wenn man sie mit einem guten und kos­ten­frei­en Cache Plugin ver­gleicht. Ich wäh­le für den Vergleich W3 Total Cache, einer­seits, weil es zu den bekann­tes­ten Cache-Plugins über­haupt zählt, ander­seits, weil es her­vor­ra­gen­de Ergebnisse zu lie­fern ver­mag. Ich ver­wen­de Total Cache in einer Grundabstimmung mit akti­vier­ten Page Cache, Browser Cache, HTML Minify Settings kom­plett, JS Minify auto­ma­tisch und CSS Minify inklu­si­ve “Line break remo­val”.

Testergebnisse W3 Total Cache

Pingdom Tools

Test mit W3 Total Cache

W3 Total Cache ergibt bei Pingdom einen Performance-Punkt mehr – aller­dings auch zusätz­li­che drei HTTP-Requests und ein grö­ße­res Ladevolumen. Trotzdem lädt die Seite mini­mal schnel­ler als mit WP Rocket.

Google Page Speed Insights

Google Page Speed Messung von W3 Total Cache

Google Page Speed gibt bei W3 Total Cache eine wesent­lich schlech­te­re Messung aus, was auch dar­an liegt, dass das Plugin kei­ne Lazy Load Funktion bie­tet und daher alle Bilder bereits beim Seitenaufruf vom Server lädt. Ein Lazy Load Plugin könn­te dies behe­ben. An der nicht vor­han­de­nen Optimierung der Bilder kann es nicht lie­gen, jedes mei­ner Bilder wird durch das EWWW Image Optimizer Plugin opti­miert.

DareBoost

Die DareBoost Messung der W3 Total Cache Installation

Bei der Performance-Messung durch das DareBoost Tool ver­liert W3 Total Cache auf gan­zer Linie. Zwar zeigt DareBoost hier 2 Performance-Punkte mehr an, aller­dings lädt die Seite viel lang­sa­mer, besitzt eine grö­ße­re Dateigröße und erfor­dert mehr Requests für den Seitenaufbau.

Fazit

Der Gewinner in die­sem ver­glei­chen­den Performance-Test ist ein­deu­tig WP Rocket. Es ist sehr ein­fach zu kon­fi­gu­rie­ren und erreicht durch durch­dach­te Funktionen her­vor­ra­gen­de Ergebnisse. Meine Webseite lädt rasant schnell und genau dar­auf kommt es mir an. Sicherlich könn­te man mit W3 Total Cache noch bes­se­re Ergebnisse errei­chen, aller­dings muss man dann über ziem­lich viel Wissen ver­fü­gen, damit man es bes­ser kon­fi­gu­rie­ren kann, als ich es konn­te.

Ob der Vorsprung von WP Rocket aller­dings groß genug ist, um eine Ausgabe von 29.-€ zu recht­fer­ti­gen, mag jeder für sich selbst ent­schei­den.

Links zum Beitrag

Performance Test Tools

Cache Plugins

(dpe)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

8 Kommentare

  1. Hallo,
    der Beitrag ist ja schon ein Tick älter, aber ich habe eine Frage, da ich auch gera­de mit den Caching-Plugins spie­le.
    Ist es in Zeiten von HTTP/2 sinn­voll die CSS und JS Dateien zusam­men­fas­sen zu las­sen? Die Ladezeit scheint bei mir etwas bes­ser zu sein, wenn die zusam­men­ge­fasst sind, aber eigent­lich wird davon bei http/2 doch immer abge­ra­ten oder?

    Gruß Timo

  2. Klasse Beitrag. Ich nut­ze Cachify und woll­te einen Vergleich mit WP-Rocket. Aber viel­leicht brau­che ich das gar nicht mehr, obwohl Monika das in ihrem Kommentar ja erwähnt.

  3. ich fin­de dies nicht wirk­lich über­zeu­gend. Spätestens beim Einfügen der js Scripte wären sehr vie­le WP NutzerInnen über­for­dert.

    Cachify, opti­mier­te Bilder – vor allem die rich­ti­gen Bildgrößen aus­lie­fern und das Plugin JS & CSS Script Optimizer schaf­fen da ein­deu­tig mehr
    http://tools.pingdom.com/fpt/#!/zlBVa/www.texto.de
    und selbst damit bin ich noch nicht zufrie­den, aber ich tes­te stän­dig wei­ter :-)

  4. Sehr schö­ner Vergleich. Ohne ein extra Cache-Plugin kommt mei­ne Seite aktu­ell auf: Perf.grade 92/100 – Requests 20 – Load Time 2.95 – Page Size 705.2KB :-)

  5. Sind es wirk­lich “29 Euro pro Seite”, wie im Screenshot ange­zeigt oder eher “29 Euro pro Site”?

    Weil ich ken­ne kein Blog, das aus nur einer Seite besteht.

    Oder ver­wechs­le ich da was?!?

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