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Dieter Petereit 9. April 2018

WordPress: Gefürchtet unter Entwicklern?

Im Januar 2018 führ­ten die Betreiber der Entwickler-Community Stack Overflow ihre all­jähr­li­che Umfrage unter ihren Nutzerinnen (rd. 7%) und Nutzern (rd. 93%) durch. Diese inzwi­schen eta­blier­te und von mehr als 100.000 Teilnehmern gestütz­te Untersuchung geht in die Breite und Tiefe wie kei­ne ande­re.

Welche Schuhgröße hast du und warum?

Hier geht es nicht nur um die Beurteilung, wel­che Technologien sich in der Community durch­set­zen oder wel­che Coding-Tools gera­de beson­ders beliebt sind. All das wird natür­lich abge­fragt. Zusätzlich gibt es indes Fragen nach dem Familienstand, den Schlafgewohnheiten und vie­les mehr, das man eher dem pri­va­ten Bereich zuord­nen wür­de.

Bei die­ser Umfrage bleibt kei­ne Frage unge­stellt. (Screenshot: Dr. Web)

Es ist wohl die Anonymität der Umfrage, die es stets schafft, Menschen zu moti­vie­ren, frei­wil­lig der­art vie­le Informationen von sich preis­zu­ge­ben. Immerhin 30 Minuten musst du als inter­es­sier­ter Teilnehmer auf­wen­den, um den mas­si­ven Fragebogen voll­stän­dig zu befül­len. Sicherlich wird zudem posi­tiv bewer­tet, dass Stack Overflow die Daten stets zügig aus­wer­tet und die Umfrageergebnisse schnellst­mög­lich in anspre­chen­der Form zugäng­lich macht.

WordPress in seltsamer Gesellschaft

Beim Durchblättern der Ergebnisse fiel mir ins­be­son­de­re das schlech­te Abschneiden des welt­weit belieb­tes­ten CMS auf. So beant­wor­ten etwa die Frage, für wel­che Plattform sie am liebs­ten ent­wi­ckeln, nur 36 Prozent mit WordPress. Damit lan­det das CMS nur auf Platz 21 der Beliebtheitsskala von Stack Overflow.

Allerdings darf man wohl durch­aus kri­ti­sie­ren, dass hier eine aus mei­ner Sicht unzu­läs­si­ge Kategorisierung statt­ge­fun­den hat, denn die Konkurrenten sind nicht etwa ande­re CMS-Plattformen, son­dern zum Beispiel auch Linux, die Apple Watch oder Google Home (alle belieb­ter).

Ja, isses denn… (Screenshot: Dr. Web)

Noch erstaun­li­cher fin­de ich aller­dings das Abschneiden von WordPress in der Top-Liste der am meis­ten gefürch­te­ten Plattformen. Hier lan­det das belieb­te CMS auf Platz 6 mit rund 63 Prozent. Einfach gerech­net könn­ten wir wohl davon aus­ge­hen, dass alle Teilnehmer, die WordPress nicht lie­ben, es fürch­ten. So kämen wir wenigs­tens rech­ne­risch auf rund 100 Prozent. Die Leserinnen und Leser von Dr. Web sehen das ganz anders.

Fazit: Na und?

Ich glau­be indes nicht, dass das die kor­rek­te Schlussfolgerung wäre. Aus mei­ner Sicht ist es viel­mehr so, dass selbst eine Umfrage mit sehr vie­len Teilnehmern nicht auto­ma­tisch zu einer reprä­sen­ta­ti­ven wird. Wenn es aber nicht so ist, was sagt sie dann aus? Nicht mehr und nicht weni­ger, als dass gut 36.000 Umfrageteilnehmer ger­ne für WordPress ent­wi­ckeln und rund 64.000 Stack Overflower das nicht tun. Na und?

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

8 Kommentare

  1. Jetzt will ich auch mal klug­schei­ßen:-)

    Ich ent­wick­le seit Jahren indi­vi­du­el­le Themes für WordPress und lie­be die Entwicklungsarbeit mit dem CMS! Wer etwas auf dem Kasten hat, wird (fast) alles mit WordPress rea­li­sie­ren kön­nen.

    Meiner Meinung nach ist das Entwickeln mit und für WordPress sogar recht ein­fach, weil die Community so groß ist und man immer zu einer Lösung kommt, wenn man selbst nicht mehr wei­ter weiß.

    Das so vie­le Agenturen die Kunden besch**** und immer gleich aus­se­hen­de Themes wie DIVI, Enfold usw. instal­lie­ren hat doch nichts mit der Entwicklungsarbeit oder WordPress als CMS zu tun, son­dern nur mit einer Gewinnmaximierungsabsicht der Agenturen.

  2. Ich fin­de WordPress ist eine gute und ein­fa­che Lösung sich im Internet zu prä­sen­tie­ren. Sollte man noch etwas Programmier Kenntnisse haben ist es ein­fach sein Blog zu erwei­tern. Sicherheitslücken haben die WordPress Blogs nach mei­nen Wissen kaum.

  3. WordPress ist ja auch nichts für “Entwickler”. Das ist etwas für Werbeagenturen, die sich Entwickler spa­ren wol­len und die sich an ewig gleich aus­se­hen­den Webseiten nicht stö­ren…

    • Ewig gleich aus­se­hen­de Webseiten?! Du denkst wohl auch, dass es nur Themes gibt, die man kauft? Wir ent­wi­ckeln Themes von Grund auf nach Kundenswunsch. So kann der Kunde mit einem ein­fa­chen CMS und einem ein­zig­ar­ti­gen Design das Beste aus bei­den Welten genies­sen…

  4. Ohne Klugscheißen zu wol­len, aber es han­delt sich doch um zwei ganz unter­schied­li­che Dinge: Dass die Leser von Dr. Web (bei dem es sich ja mehr oder weni­ger um ein WordPress-Blog han­delt) WordPress am liebs­ten NUTZEN steht doch aus­ser fra­ge. Die Umfrage von Stack Overflow rich­tet sich jedoch an die, wel­che für WordPress ENTWICKELN, eine ganz ande­re Zielgruppe.

    Dies deckt sich auch mit mei­ner eige­nen Meinung: WordPress ist ein CMS mit einer guten ‘User-Experience’, damit kommt jeder nach kur­zer Zeit klar. Unter WordPress aber zu coden ist ein­fach nur grau­sam, ich glau­be alles was man aus schlau­en PHP-Büchern lernt wie man nicht zu ent­wi­ckeln hat wird in WordPress umge­setzt …

    Jetzt habe ich doch klug­ge­scheißt, sor­ry :-)

    Um Übrigens Widerspruch zuvor­zu­kom­men: Trotz des schreck­li­chen Stils hat WordPress mei­ner Meinung nach erstaun­lich weni­ge Sicherheitsprobleme. Im Gegensatz zu Drupal, die seit D7 schön coden, aber seit der Umstellung zwei ekla­tan­te Sicherheits-Bugs hat­ten.

    • Unsere Leser rekru­tie­ren sich zu wei­ten Teilen aus der Designer-Community und sind damit durch­aus und vor allem sol­che, die WordPress nicht nur nut­zen, son­dern auch dafür oder damit ent­wi­ckeln. Ohne jetzt klug­schei­ßen zu wol­len. ;-)

      • Das ist jetzt kei­ne Wertung, aber Designer!=Entwickler. Ein biss­chen CSS und ein biss­chen in einem Template her­um wer­ken ist nicht ent­wi­ckeln. Wie gesagt, da gehts jetzt nicht drum was besser/wichtiger ist. Zum Entwickeln ist WordPress ein Katastrophe, weil das Teil ein­fach ewig alt ist und des­we­gen ein gewach­se­nes System mit 1000 Altlasten. Als Designer bekommt man davon kaum was mit.

  5. Man kann es viel­leicht auch anders inter­pre­tie­ren: Je stär­ker ver­brei­tet, des­to mehr Kritiker gibt es auch, und es wer­den neben den Platzhirschen WordPress und Drupal ja auch keine/kaum ande­ren CMS auf­ge­führt (share­point). Dass die gro­ßen Systeme unter Entwicklern nicht nur für Begeisterung sor­gen, ist ja bekannt. Interessant fin­de ich aber, dass bei Plattformen unter most loved an zwei­ter Stelle “ser­ver­less” auftraucht und das wür­de wie­der­um für einen gene­rel­len Rückgang tra­di­tio­nel­ler CMS und für ein Wachstum von ser­ver­less-Technologien und Headless CMS spre­chen (viel­leicht noch Static Site Generatoren als ein Bestandteil davon). Aber ob das ein sta­bi­ler Zukunfts-Trend wird, bleibt mal abzu­war­ten …

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