Dieter Petereit 9. April 2018

WordPress: Gefürchtet unter Entwicklern?

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Im Januar 2018 führten die Betreiber der Entwickler-Community Stack Overflow ihre alljährliche Umfrage unter ihren Nutzerinnen (rd. 7%) und Nutzern (rd. 93%) durch. Diese inzwischen etablierte und von mehr als 100.000 Teilnehmern gestützte Untersuchung geht in die Breite und Tiefe wie keine andere.

Welche Schuhgröße hast du und warum?

Hier geht es nicht nur um die Beurteilung, welche Technologien sich in der Community durchsetzen oder welche Coding-Tools gerade besonders beliebt sind. All das wird natürlich abgefragt. Zusätzlich gibt es indes Fragen nach dem Familienstand, den Schlafgewohnheiten und vieles mehr, das man eher dem privaten Bereich zuordnen würde.

Bei dieser Umfrage bleibt keine Frage ungestellt. (Screenshot: Dr. Web)

Es ist wohl die Anonymität der Umfrage, die es stets schafft, Menschen zu motivieren, freiwillig derart viele Informationen von sich preiszugeben. Immerhin 30 Minuten musst du als interessierter Teilnehmer aufwenden, um den massiven Fragebogen vollständig zu befüllen. Sicherlich wird zudem positiv bewertet, dass Stack Overflow die Daten stets zügig auswertet und die Umfrageergebnisse schnellstmöglich in ansprechender Form zugänglich macht.

WordPress in seltsamer Gesellschaft

Beim Durchblättern der Ergebnisse fiel mir insbesondere das schlechte Abschneiden des weltweit beliebtesten CMS auf. So beantworten etwa die Frage, für welche Plattform sie am liebsten entwickeln, nur 36 Prozent mit WordPress. Damit landet das CMS nur auf Platz 21 der Beliebtheitsskala von Stack Overflow.

Allerdings darf man wohl durchaus kritisieren, dass hier eine aus meiner Sicht unzulässige Kategorisierung stattgefunden hat, denn die Konkurrenten sind nicht etwa andere CMS-Plattformen, sondern zum Beispiel auch Linux, die Apple Watch oder Google Home (alle beliebter).

Ja, isses denn… (Screenshot: Dr. Web)

Noch erstaunlicher finde ich allerdings das Abschneiden von WordPress in der Top-Liste der am meisten gefürchteten Plattformen. Hier landet das beliebte CMS auf Platz 6 mit rund 63 Prozent. Einfach gerechnet könnten wir wohl davon ausgehen, dass alle Teilnehmer, die WordPress nicht lieben, es fürchten. So kämen wir wenigstens rechnerisch auf rund 100 Prozent. Die Leserinnen und Leser von Dr. Web sehen das ganz anders.

Fazit: Na und?

Ich glaube indes nicht, dass das die korrekte Schlussfolgerung wäre. Aus meiner Sicht ist es vielmehr so, dass selbst eine Umfrage mit sehr vielen Teilnehmern nicht automatisch zu einer repräsentativen wird. Wenn es aber nicht so ist, was sagt sie dann aus? Nicht mehr und nicht weniger, als dass gut 36.000 Umfrageteilnehmer gerne für WordPress entwickeln und rund 64.000 Stack Overflower das nicht tun. Na und?

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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8 Kommentare

  1. Jetzt will ich auch mal klugscheißen:-)

    Ich entwickle seit Jahren individuelle Themes für WordPress und liebe die Entwicklungsarbeit mit dem CMS! Wer etwas auf dem Kasten hat, wird (fast) alles mit WordPress realisieren können.

    Meiner Meinung nach ist das Entwickeln mit und für WordPress sogar recht einfach, weil die Community so groß ist und man immer zu einer Lösung kommt, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß.

    Das so viele Agenturen die Kunden besch**** und immer gleich aussehende Themes wie DIVI, Enfold usw. installieren hat doch nichts mit der Entwicklungsarbeit oder WordPress als CMS zu tun, sondern nur mit einer Gewinnmaximierungsabsicht der Agenturen.

  2. Ich finde WordPress ist eine gute und einfache Lösung sich im Internet zu präsentieren. Sollte man noch etwas Programmier Kenntnisse haben ist es einfach sein Blog zu erweitern. Sicherheitslücken haben die WordPress Blogs nach meinen Wissen kaum.

  3. WordPress ist ja auch nichts für „Entwickler“. Das ist etwas für Werbeagenturen, die sich Entwickler sparen wollen und die sich an ewig gleich aussehenden Webseiten nicht stören…

    • Ewig gleich aussehende Webseiten?! Du denkst wohl auch, dass es nur Themes gibt, die man kauft? Wir entwickeln Themes von Grund auf nach Kundenswunsch. So kann der Kunde mit einem einfachen CMS und einem einzigartigen Design das Beste aus beiden Welten geniessen…

  4. Ohne Klugscheißen zu wollen, aber es handelt sich doch um zwei ganz unterschiedliche Dinge: Dass die Leser von Dr. Web (bei dem es sich ja mehr oder weniger um ein WordPress-Blog handelt) WordPress am liebsten NUTZEN steht doch ausser frage. Die Umfrage von Stack Overflow richtet sich jedoch an die, welche für WordPress ENTWICKELN, eine ganz andere Zielgruppe.

    Dies deckt sich auch mit meiner eigenen Meinung: WordPress ist ein CMS mit einer guten ‚User-Experience‘, damit kommt jeder nach kurzer Zeit klar. Unter WordPress aber zu coden ist einfach nur grausam, ich glaube alles was man aus schlauen PHP-Büchern lernt wie man nicht zu entwickeln hat wird in WordPress umgesetzt …

    Jetzt habe ich doch kluggescheißt, sorry :-)

    Um Übrigens Widerspruch zuvorzukommen: Trotz des schrecklichen Stils hat WordPress meiner Meinung nach erstaunlich wenige Sicherheitsprobleme. Im Gegensatz zu Drupal, die seit D7 schön coden, aber seit der Umstellung zwei eklatante Sicherheits-Bugs hatten.

    • Unsere Leser rekrutieren sich zu weiten Teilen aus der Designer-Community und sind damit durchaus und vor allem solche, die WordPress nicht nur nutzen, sondern auch dafür oder damit entwickeln. Ohne jetzt klugscheißen zu wollen. ;-)

      • Das ist jetzt keine Wertung, aber Designer!=Entwickler. Ein bisschen CSS und ein bisschen in einem Template herum werken ist nicht entwickeln. Wie gesagt, da gehts jetzt nicht drum was besser/wichtiger ist. Zum Entwickeln ist WordPress ein Katastrophe, weil das Teil einfach ewig alt ist und deswegen ein gewachsenes System mit 1000 Altlasten. Als Designer bekommt man davon kaum was mit.

  5. Man kann es vielleicht auch anders interpretieren: Je stärker verbreitet, desto mehr Kritiker gibt es auch, und es werden neben den Platzhirschen WordPress und Drupal ja auch keine/kaum anderen CMS aufgeführt (sharepoint). Dass die großen Systeme unter Entwicklern nicht nur für Begeisterung sorgen, ist ja bekannt. Interessant finde ich aber, dass bei Plattformen unter most loved an zweiter Stelle „serverless“ auftraucht und das würde wiederum für einen generellen Rückgang traditioneller CMS und für ein Wachstum von serverless-Technologien und Headless CMS sprechen (vielleicht noch Static Site Generatoren als ein Bestandteil davon). Aber ob das ein stabiler Zukunfts-Trend wird, bleibt mal abzuwarten …

Tut uns leid, aber die Kommentare sind geschlossen...

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