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Andreas Hecht 12. Juli 2017

WordPress aufräumen für mehr Performance – 11 Praxis-Tipps für dich

WordPress aufräumen für mehr Performance - Tipps aus der Praxis für Dich

Viele Menschen mögen eine auf­ge­räum­te Umgebung zu Hause und auf der Arbeit. Unnötige Dinge wer­den aus dem Haus und dem Büro ent­fernt, um sich wohl­füh­len zu kön­nen. Das Gleiche soll­te für dei­ne WordPress-Website gel­ten.

Denn in einer auf­ge­räum­ten Umgebung arbei­tet es sich leich­ter und ange­neh­mer. Das gilt auch für dei­ne Website. Eine klar struk­tu­rier­te Umgebung mit den wirk­lich nöti­gen Elementen lässt dich pro­duk­ti­ver sein und auch krea­ti­ver.

Daher habe ich dir eine Liste zusam­men gestellt, die dir beim Aufräumen hel­fen wird.

Frühjahrsputz: So räumst du deine WordPress-Installation auf

Es gibt eini­ge Taktiken, wie du dein WordPress wir­kungs­voll auf­räu­men kannst. Einige die­ser Punkte befas­sen sich mit dem Adminbereich, ande­re hin­ge­gen mit dem Frontend – dem für die User sicht­ba­ren Bereich.

1 – Lösche unnötige Plugins

In einer bereits seit eini­ger Zeit exis­tie­ren­den WordPress-Installation sam­meln sich mit der Zeit etli­che Plugins an. Nicht alle die­ser Plugins wer­den auch akti­viert sein, ande­re hin­ge­gen sind für den Betrieb der Website nicht wirk­lich nötig.

Lösche die deak­ti­vier­ten Plugins sofort, denn sie stel­len ein Sicherheitsrisiko dar. Je mehr Plugins instal­liert sind, des­to grö­ßer wer­den die poten­zi­el­len Sicherheitslücken. Hacker kön­nen durch­aus auch die Lücken in deak­ti­vier­ten Plugins aus­nut­zen.

Überprüfe im Anschluss, ob die akti­vier­ten Plugins wirk­lich nötig sind. So man­ches Plugin sorgt eher dafür Besucher zu ver­lie­ren, anstatt sie zu begeis­tern. In die­se Kategorie fal­len zum Beispiel Slider und ähn­li­ches.

Am Schluss die­ser Aktion soll­ten nur die wirk­lich nöti­gen Plugins übrig blei­ben.

2 – Räume dein Navigations-Menü auf

Die Navigation einer Website ist ein wich­ti­ges Element für die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Sie soll­te klar, ein­fach struk­tu­riert und nicht über­frach­tet sein. Ein Hauptmenü mit vie­len Unterpunkten und auf­ge­hen­den Listen ist nicht User-freund­lich.

Mehr als fünf bis sechs Hauptelemente soll­te die Navigation nicht umfas­sen. Je mehr Auswahl vor­han­den ist, des­to weni­ger wird das Menü genutzt wer­den. Solltest du unbe­dingt vie­le Unterpunkte dar­stel­len wol­len, nut­ze dafür bes­ser ein Mega-Menü statt den nor­ma­len Dropdown-Listen.

Ein Beispiel eines Mega-Menüs:

Ein Beispiel eines Mega-Menüs

Trotz vie­ler Links sieht die­se Variante eines Menüs sehr auf­ge­räumt aus.

Eine kos­ten­lo­se Variante eines Mega-Menü Plugins wäre das »Max Mega Menu«.

Max Mega Menu
Max Mega Menu
Entwickler: megamenu.com
Preis: Kostenlos

3 – Lösche ungenutzte Themes

Bei län­ger bestehen­den WordPress-Installationen sam­meln sich mit der Zeit auch eini­ge unge­nutz­te Themes an. Man den­ke da zum Beispiel nur an die Themes, die mit jeder neu­en Hauptversion von WordPress mit­kom­men.

Themes, die nicht in Verwendung sind, soll­ten gelöscht wer­den. Denn auch sie stel­len ein Sicherheitsrisiko dar. Und war­um soll­test du Themes updaten, die du nicht benutzt?

4 – Lösche regelmäßig Spam-Kommentare

Jeder Spam-Kommentar setzt sich in der Datenbank von WordPress fest und sorgt mit der Zeit für ein unnö­ti­ges Aufblähen der Datenbank. Das ver­schafft dir ein Performance-Problem, das nicht sein müss­te.

5 – Begrenze die Revisionen

Revisionen sind eine wun­der­ba­re Sache, denn du kannst auf älte­re Versionen dei­nes Artikels zurück­grei­fen. Zu vie­le Revisionen sor­gen eben­falls für eine auf­ge­bläh­te Datenbank und damit für schlech­te­re Performance. Daher soll­test du die Revisionen begren­zen. Drei Revisionen eines Beitrags soll­ten grund­sätz­lich aus­rei­chen.

Füge die fol­gen­de Konstante in die wp-config.php dei­nes WordPress ein:

define( 'WP_POST_REVISIONS', 3 );

6 – Säubere deine Datenbank

Die Datenbank ist der Motor hin­ter dei­nem WordPress. Alles wird dar­in gespei­chert. Zum einen nütz­li­che Dinge wie dei­ne Beiträge und Seiten, zum ande­ren auch völ­lig unnö­ti­ge Dinge wie die Postrevisionen, Spamkommentare und und Rückstände aus vori­gen Plugin-Installationen.

Mit der Zeit sam­meln sich dort vie­le Einträge an, die zum rei­bungs- und feh­ler­lo­sen Betrieb der Website nicht nötig sind. Das wie­der­um bedeu­tet Einbußen in der Performance. Eine Säuberung der Datenbank ist daher von Zeit zu Zeit uner­läss­lich für eine opti­ma­le Performance.

Empfehlenswerte Plugins für die­sen Job wären ent­we­der »WP-Sweep« oder »WP-Optimize«.

WP-Sweep
WP-Sweep
Preis: Kostenlos

7 – Checke deine Website auf defekte Links

Links, die nicht mehr die gewünsch­ten Informationen lie­fern, hin­ter­las­sen einen schlech­ten Eindruck auf dei­ne Besucher und Google. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Besucher, die über Google kom­men, schnell wie­der dei­ne Seite ver­las­sen, wenn sie nicht die gewünsch­ten Informationen fin­den.

Lege dein Augenmerk auf Links, die funk­tio­nie­ren und wirk­lich rele­van­te Informationen als Ergänzung zu dei­nen Beiträgen lie­fern. Mit dem Plugin »Broken Link Checker« kannst du auto­ma­tisch nach Links ohne Funktion suchen las­sen.

Broken Link Checker
Broken Link Checker
Entwickler: ManageWP
Preis: Kostenlos

8 – Entferne nicht genutzte Meta-Boxen aus dem Adminbereich

Mit der Zeit sam­meln sich gera­de auf der Oberfläche des »Beiträge erstel­len« Fensters eine Menge Meta-Boxen an, von denen du längst nicht alle nut­zen wirst. Da wären zum Beispiel Einstellungen für Sharing-Plugins, Postoptionen, Diskussionen, Beitragsformate und vie­les mehr.

Alles, was du nicht für das Verfassen oder Vermarkten eines Artikel brauchst, kannst du getrost deak­ti­vie­ren. In der rech­ten obe­ren Ecke fin­dest du den Button »Ansicht anpas­sen«. Dort deak­ti­vierst du die Häkchen für die Boxen, die du aus­blen­den möch­test.

Ansicht anpassen

Meta-Boxen ausblenden durch Deaktivierung der Häkchen

Meta-Boxen aus­blen­den durch Deaktivierung der Häkchen.

Das Gleiche soll­test du noch ein­mal für das Dashboard dei­nes WordPress tun. Auf die­ser Admin-Startseite soll­ten nur nütz­li­che Informationen ange­zeigt wer­den. Vielleicht die Google-Analytics-Zahlen, noch frei­zu­schal­ten­de Artikel dei­ner Autoren usw.

9 – Weg mit ungenutzten Tags und Kategorien

Wenn dei­ne Website unbe­nutz­te Tags und Kategorien besitzt, lösche sie. Das kann wirk­lich viel Arbeit sein, weil je nach Theme und Plugin auch die Custom Post Types wie Portfolio, Rezepte, Testimonials und so wei­ter eige­ne Taxonomien besit­zen kön­nen.

Diese müs­sen dann manu­ell auf­ge­ru­fen und gelöscht wer­den. Mir ist kein Plugin bekannt, das die­sen Job erle­di­gen kann. Falls du eines kennst, schrei­be es mir in die Kommentare.

Die Arbeit wird auf jeden Fall loh­nens­wert sein, denn die Übersichtlichkeit für die Vergabe von Tags und Kategorien steigt enorm an. Du arbei­test so schnel­ler und effi­zi­en­ter. Zudem erleich­tert auch die­se Aufgabe die Datenbank und sorgt damit für eine bes­se­re Ladegeschwindigkeit der Website.

10 – Lösche ungenutzte Medien-Dateien

Ungenutztes Bildmaterial soll­te aus der Mediathek gelöscht wer­den. Alle Mediendateien wer­den in dem Ordner uploads auf dem Server gespei­chert. Auf lan­ge Sicht kann das zu einer wirk­lich mas­si­ven Lagerung von Dateien füh­ren, von denen der über­wie­gen­de Teil nicht in Benutzung ist.

Jedes Theme legt spe­zi­el­le Bildformate an, die für ande­re Themes zumeist nicht brauch­bar sind. Deshalb soll­test du von Zeit zu Zeit die­sen Ordner säu­bern. Das kannst du durch ein Plugin auto­ma­tisch erle­di­gen las­sen.

»Force Regenerate Thumbnails« gene­riert die vom aktu­el­len Theme genutz­ten Bildformate und löscht gleich­zei­tig die nicht genutz­ten Formate. So kannst du sicher sein, stets nur die aktu­el­len und wich­ti­gen Formate für dein Theme im uploads Ordner zu haben.

Force Regenerate Thumbnails
Force Regenerate Thumbnails
Entwickler: Pedro Elsner
Preis: Kostenlos

11 – Entferne unnötige Widgets von Startseite und Sidebar

Die Sidebar und die Widget-Bereiche der Startseite einer WordPress-Website sind bei vie­len Blogs ein­fach über­la­den. Vieles wird ange­bo­ten und nur weni­ge Dinge wer­den von den Besuchern wirk­lich genutzt.

Lasse nur das aktiv, was wirk­lich not­wen­dig für die Funktion dei­ner Website ist. Gestalte eine kla­re und nur mit den wich­tigs­ten Informationen ver­se­he­ne Startseite. Das sorgt für einen kräf­ti­gen Performance-Schub.

Nimm dir anschlie­ßend die Sidebar vor. Kaum ein Besucher schaut dort noch hin. Dünne die Informationen extrem aus, die du dort anbie­ten möch­test. Wenn du dir nicht sicher bist, was die wich­ti­gen Punkte einer Website sind, dann las­se dir eine soge­nann­te Heat-Map dei­ner Seite erstel­len.

Dort kannst du dann genau sehen, wo und an wel­chen Stellen die User ver­wei­len, wo sie hin­schau­en und wel­che Bereiche sie nut­zen. Ein sehr guter und über­wie­gend kos­ten­frei­er Dienst hier­für ist Hotjar.

Hotjar

Weitere Informationen:

Dr Web: Bloggen für Einsteiger Vol. 4: Die opti­ma­le Sidebar

Fazit

Wenn du alle Bereiche abge­ar­bei­tet hast, dann hast du dei­ner Website und dir viel Gutes getan. Du soll­test eine deut­li­che Verbesserung der Performance spü­ren – allein schon durch das Deaktivieren von unnö­ti­gen Plugins. Keine Website muss alle mög­li­chen Funktionen bie­ten. Weniger ist oft­mals mehr.

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

10 Kommentare

  1. Hallo Andreas!
    Das Plugin “Force Regenerate Thumbnails” ein Jahr kein Update mehr erhal­ten.
    Als gute Alternative wür­de das Plugin “Regenerate Thumbnails“empfehlen.
    LG Alexander

  2. In wie­fern stel­len Themes, die nicht in Verwendung sind, ein Sicherheitsrisiko dar?

  3. Den ers­ten Punkt: ent­fer­ne unnö­ti­ge Plugins kann ich nur emp­feh­len. Hab sel­ber lei­der die Erfahrung machen müs­sen. Meine Webseite brauch­te ca. 1 min zum laden. Erst als ich alles deinstal­liert und neu instal­liert habe, hat­te ich wie­der “nor­ma­le” Ladezeiten.

  4. Da WordPress auch regel­mä­ßig auto­ma­tisch spei­chert und Revisionen anlegt, sind 3 Revisionen mei­ner Erfahrung nach zu wenig – da wird es für Kunden im Notfall schnell mal unmög­lich, zu einer etwas älte­ren Revision zurück­zu­keh­ren, wenn sie noch unge­übt sind.…

  5. Punkt 7 ist eher kon­tra­pro­duk­tiv. Meine Erfahrung mit dem Broken Link Checker ist, dass die­ser gut Performance zieht. Als Randnotiz viel­leicht: kurz­wei­lig Nutzen, danach deinstal­lie­ren und das viel­leicht halb­jähr­lich oder jähr­lich.

    • Hi Oliver,

      du hast natür­lich recht und ich habe ver­ges­sen, das im Artikel zu klä­ren. Natürlich ist der Broken Link Checker ein Plugin, wel­ches man nur alle paar Monate akti­vie­ren soll­te. Dann jedoch ergibt das Plugin defi­ni­tiv Sinn.

  6. Ich dan­ke mir sel­ber, dass ich Zeit & Muße gefun­den habe die­sen tol­len Artikel zu lesen und schät­ze dein Engagement, Enthusiasmus und den Willen Dr. Web am Leben zu erhal­ten, sonst ist doch die­ser Blog tot, gel­le Andreas.

    Danke all den 2 & 4 Augen, die die­se Artikel lesen.
    Toller Film kann ich emp­feh­len: https://de.wikipedia.org/wiki/10_Items_or_Less_%E2%80%93_Du_bist_wen_du_triffst

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