Einstieg in WooCommerce: Geld verdienen mit WordPress

Geld verdienen mit WordPress

Redaktion Dr. Web

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Wenn Sie einen WordPress-Blog betreiben oder den Betrieb planen, und bereits mit einem Auge auf das kommerzielle Potenzial schielen, müssen Sie wissen, wie Sie dieses nutzen können. WordPress lässt sich heute mit minimalem Aufwand in eine vollwertige E-Commerce-Plattform verwandeln – und das zum Nulltarif. Neben einer WordPress-Installation benötigen Sie lediglich das WooCommerce-Plug-in, das sich nahtlos in die Blog-Umgebung integriert und Ihnen das einfache Aufsetzen eines Shops erlaubt, in dem Sie beliebige Produkte anbieten und verkaufen können.

Geld verdienen mit WordPress

Erste Schritte

WooCommerce ist ein WordPress-Plug-in, das sich nahtlos in die Blog-Umgebung integriert. Doch bevor Sie sich mit WordPress und dem E-Commerce-Modul befassen können, benötigen Sie eine typische Apache-MySQL-PHP-Umgebung, die für die notwendigen Komponenten für die Ausführung von WordPress benötigt wird.

Mit der Installation von WordPress haben Sie den Grundstein für die Inbetriebnahme von WooCommerce gelegt. WordPress besitzt mit dem Plug-in-Mechanismus eine tolle Funktion, die Ihnen die einfache Erweiterung des Basissystems erlaubt. Damit können Sie für nahezu jede Aufgabe ein geeignetes Modul installieren und WordPress funktional aufbohren. Klicken Sie dazu in der Menüleiste auf Plugins > Installieren. WordPress präsentiert Ihnen die Plug-in-Verwaltung, die auf der Startseite besonders interessante Erweiterungen vorstellt. Wenn Sie noch nicht so viel Erfahrung mit WordPress gesammelt haben, kann Ihnen die Übersicht Populär Hinweise zu interessanten Modulen geben.

Verwenden Sie die Suche und dort den Suchbegriff WooCommerce, um das Archiv nach relevanten Erweiterungen zu durchsuchen. Installieren Sie das Basispaket. Nach dem Aktivieren des Plug-ins meldet sich automatisch der WooCommerce-Einrichtungsassistent. Er heißt Sie willkommen und weist Sie darauf hin, dass seine Ausführung optional ist. Mit seiner Unterstützung können Sie verschiedene Shop-übergreifende Einstellungen wie den Shop-Namen, die Versand- und Steuerkonfiguration sowie Zahlungseinstellungen vornehmen.

Abb. 1: Der Einrichtungsassistent von WooCommerce verlangt einige Standortangaben.

Abb. 1: Der Einrichtungsassistent von WooCommerce verlangt einige Standortangaben.

Das Standard-WooCommerce-Paket können Sie allerdings nicht verwenden, da es nicht die spezifischen Gegebenheiten der deutschen Rechtsprechung berücksichtigt. Doch dank der aktiven Community steht Ihnen mit WooCommerce Germanized eine speziell für den deutschen Markt angepasste Version zur Verfügung. Diese bietet beispielsweise so wichtige Funktionen wie Lieferzeiten, Grundpreise, Versandkosten- und Mehrwertsteuer-Hinweise, rechtlich relevante Hinweisseiten (AGB, Widerrufsbelehrung, Impressum etc.), Gebühren für Zahlungsmethoden und vieles mehr.

Um diese Erweiterung des Basissystems zu installieren, suchen Sie im Plug-in-Verzeichnis nach WooCommerce Germanized und klicken dann im Suchergebnis auf die Installieren-Schaltfläche. In WordPress können Sie wieder den Download des zugehörigen Archivs verfolgen, bis eine Erfolgsmeldung ausgegeben wird, dass das Plug-in installiert ist. Sie sollten lediglich noch den Shop-Link in das WordPress-Menü integrieren.

Ein erstes Produkt anlegen

Nach der Installation von WooCommerce wird die Menüleiste der WordPress-Administration um die beiden Menüs WooCommerce und Produkte erweitert.

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Abb. 2: WooCommerce ist in das WordPress-Backend integriert.

Abb. 2: WooCommerce ist in das WordPress-Backend integriert.

Ein Klick auf den Produkte-Eintrag öffnet das zugehörige Untermenü mit seinen verschiedenen Funktionen. Sie können Produkte, Produktkategorien und Schlagwörter anlegen. Sie können Versandklassen und Lieferzeiten definieren, sowie Einheiten und Produkteigenschaften anlegen.

Um ein erstes eigenes Produkt anzulegen, öffnen Sie mit einem Klick auf Produkte die Produktverwaltung und klicken auf Produkt hinzufügen oder Sie klicken im Produkte-Menü auf den gleichnamigen Befehl. WooCommerce präsentiert Ihnen ein umfangreiches Formular für das Anlegen des Produkts.

Abb. 3: Ein erstes Produkt entsteht.

Abb. 3: Ein erstes Produkt entsteht.

WooCommerce kennt vier verschiedene Produkttypen:

  • Einfaches Produkt: Dies dürfte die gängigste Produktvariante sein. Hierbei handelt es sich um ein einzelnes Produkt, das aber auch virtuell oder zum Download zur Verfügung stehen kann. Virtuelle Güter sind immateriell und werden nicht versendet, Beratungen oder sonstige Services beispielsweise. Bei herunterladbaren Produkten kann es sich um Bilder, Musik, Video oder E-Books handeln.
  • Gruppiertes Produkt: Diese Funktion erlaubt Ihnen das Zusammenfassen von mehreren Produkten zu einem. Man spricht häufig auch von einem Produkt-Bundle. Sie könnten damit beispielsweise eine Musik-CD und den zugehörigen Download, eine Jeans und ein T-Shirt, ein gedrucktes und ein digitales Buch bündeln und zu einem Preis anbieten, der unter der Addition der Einzelpreise liegt.
  • Externes/Affiliate Produkt: Wenn Sie in Ihrem Shop auf externe Produkte oder Dienstleistungen verweisen wollen, ist dieser Typ der richtige. Sie erhalten dann in der Regel eine bestimmte Provision.
  • Variables Produkt: Von Kleidung kennen Sie das: Ein T-Shirt ist in verschiedenen Größen und Farben verfügbar. Produkte können sich auch im Gewicht oder in weiteren Eigenschaften unterscheiden. Dann handelt es sich um ein variables Produkt.

Für jeden dieser Typen gelten spezifische Einstellungen und Besonderheiten.Der einfachste Produkttyp ist der mit Abstand wichtigste. Seine Eigenschaften bestimmen Sie auf sechs Registerkarten mit jeweils unterschiedlichem Umfang. Auf der Registerkarte Allgemein weisen Sie dem Produkt zunächst eine Artikelnummer zu. Dabei handelt es sich um einen (alpha-)nummerischen Wert. Die Artikelnummer kann also aus Zahlen und Buchstaben bestehen. Am besten legen Sie sich ein System zurecht, das intern leicht nachvollziehbar ist. Jede Nummer darf nur einmal verwendet werden.

Ihr Produkt benötigt natürlich einen Preis. Den geben Sie im Eingabefeld Regulärer Preis an. Wenn Ihr Produkt nicht einer Preisbindung unterliegt, können Sie auch einen Angebotspreis für einen definierbaren Angebotszeitraum anlegen. Optional können Sie eine Maßeinheit angeben. Das zugehörige Auswahlmenü stellt Ihnen alle wichtigen Einheiten wie Gramm, Kilogramm, Zentimeter, Meter etc. zur Verfügung. Die Auswahl ist optional.

Mit Produkteinheiten können Sie Einheiten wie 1000 ml anlegen. WooCommerce erlaubt auch das Anlegen von Grundpreiseinheiten, mit denen Sie beispielsweise einen Preis in der Form 0,99 EUR/100 ml anlegen können. Die Grundpreiskonfiguration können Sie individuell berechnen.

Mit dem Auswahlmenü Mehrwertsteuerstatus legen Sie fest, ob das gesamte Produkt oder nur die Versandkosten versteuert werden. Essenziell ist die Zuweisung der Steuerklasse. WooCommerce stellt Ihnen einige vordefinierte Steuersätze zur Verfügung. Die sollten Sie in der WooCommerce-Konfiguration vor dem Freischalten anpassen. In Deutschland gibt es zwei Steuerklassen: 7 und 19 Prozent.

WooCommerce kann für Sie sogar die Verfügbarkeit verwalten. Um den Lagerbestand mit WooCommerce zu verwalten, aktivieren Sie das Kontrollkästchen Lagerbestand verwalten und geben in dem Eingabefeld Lagerbestand den aktuellen Bestand ein. Sinkt der Bestand auf den Wert 0, so wird das Produkt als „nicht vorrätig“ im Shop angezeigt.

Produktversand

Auch wenn die Zahl der digital absetzbaren Produkte steigt, werden die meisten Waren nach wie vor auf dem Postweg vom Anbieter zum Kunden gebracht. Ein Shopping-System muss auch mit verschiedenen Versandoptionen umgehen können, damit bei einer Bestellung auch etwaige Versandkosten berücksichtigt werden. Und je internationaler Ihr Geschäft ist, umso komplexer werden die Einstellungen für die Versandoptionen.

Abb. 4: Die umfangreichen Versandeinstellungen von WooCommerce.

Abb. 4: Die umfangreichen Versandeinstellungen von WooCommerce.

Die Versandeinstellungen inklusive deren Berechnung und Zuweisung finden Sie in den WooCommerce-Einstellungen auf der Registerkarte Versand. Wie Sie voranstehender Abbildung entnehmen können, sind die Versandeinstellungen derart umfangreich, dass sie auf verschiedene Unterregister verteilt sind.

In den allgemeinen Versandeinstellungen legen Sie zunächst fest, ob Sie die Versandkostenberechnung überhaupt benötigen. Wenn Sie lediglich digitale Produkte anbieten oder nur als Affiliate-Shop agieren, benötigen Sie diese Funktion natürlich nicht. In allen anderen Szenerien aktivieren Sie das Kontrollkästchen Versandkosten aktivieren.

Unter Versandberechnung können Sie den Versandrechner auf der Warenkorbseite einblenden. Im Warenkorb wird dann der Link Lieferkosten berechnen eingeblendet. Die Berechnung dieser Kosten erfolgt auf Grundlage des Ziellandes und der Postleitzahl. Da die Versandkosten laut geltendem Recht im Warenkorb ersichtlich sein müssen, kann das Aktivieren dieser Option nicht schaden. Die Option Versandkosten verbergen, bis eine Anschrift eingegeben wird sollten Sie nicht aktivieren, da sie vermutlich nicht rechtskonform ist.

Mit den beiden Optionen der Einstellung Versandkostenanzeige legen Sie fest, ob bei Verfügbarkeit mehrerer Versandmethoden die Auswahl über Radio-Buttons oder über ein Auswahlmenü erfolgen soll. Als Nächstes bestimmen Sie, ob eine Sendung an die Liefer- oder an die Rechnungsanschrift verschickt werden soll. Standardmäßig behandelt WooCommerce Rechnungs- und Lieferanschrift gleichwertig.

Die nächste Einstellung kann Ihnen viel Ärger ersparen, denn damit können Sie festlegen, in welche Länder Sie Ihre Produkte verschicken. Im Auswahlmenü Versand auf Land/Länder einschränken legen Sie fest, ob Sie in alle Länder versenden, in die Sie verkaufen, oder ob Sie nur in bestimmte Länder versenden. Von hier aus können Sie auch auf die Einstellungen zugreifen, in denen Sie die Länder bestimmen, in die Sie verkaufen. In der Regel ergibt es Sinn, nur dorthin zu verschicken, wohin man auch verkauft.

Den Abschluss der allgemeinen Versandeinstellungen bildet der Bereich Versandarten. Hier werden alle fünf von WooCommerce unterstützten Versandart in tabellarischer Form aufgeführt. Der Tabelle können Sie in der Spalte Status entnehmen, ob eine Versandart aktiviert ist. Per Drag&Drop können Sie die Reihenfolge der Arten im Auswahlmenü auf Kundenseite ändern. Mit einem Klick auf einen Eintrag wechseln Sie zu dessen Einstellungen. Der Zugriff auf die Versandkostentypen erfolgt ansonsten über die Untermenüs.

Zur Kasse

Ihr WooCommerce-Shop soll natürlich nicht nur tolle Produkte anbieten und die Versandkosten korrekt berechnen, sondern auch für die Abwicklung der Zahlung die notwendigen Funktionen bieten. Wenn Sie den Einrichtungsassistenten verwendet haben, ist bereits der Grundstein für die PayPal-Anbindung gelegt: Sie haben die Ihrem PayPal-Account zugeordnete E-Mail-Adresse im System hinterlegt, nur aktiviert ist PayPal noch nicht.

Abb. 5: Der erste Teil der allgemeinen Bezahleinstellungen.

Abb. 5: Der erste Teil der allgemeinen Bezahleinstellungen.

WooCommerce unterstützt neben PayPal weitere Zahlungsvarianten, beispielsweise Bezahlung auf Rechnung sowie per Lastschrift oder per Nachnahme. All diese Zahlungsmethoden müssen konfiguriert und gegebenenfalls aktiviert werden. Aber zum Bezahlen gehört natürlich mehr, beispielsweise die Rechnungsstellung und die Konfiguration von zusätzlichen Gebühren. Außerdem sollten Sie Ihren Shop SSL-fähig machen, um den Zahlungsverkehr über einen sicheren Übertragungsweg auszuführen. Auch die Verfolgung von Transaktionen sollten Sie in Erwägung ziehen.

Die wichtigsten bezahlrelevanten Einstellungen finden Sie in der WooCommerce-Konfiguration auf der Registerkarte Kasse. Die zugehörigen Einstellungen haben wieder mehrere Unterregister zu bieten, mit denen Sie die verschiedenen Zahlungsmethoden einrichten.

WooCommerce bietet darüber hinaus vielfältige weitere Möglichkeiten: Der E-Commerce-Modul verfügt über eine komfortable Bestellverwaltung, kann in der Plug-in-Verwaltung flexibel angepasst werden und vieles mehr. WooCommerce eignete sich insbesondere auch für Aboservices und Mitglieder-Websites.

Fazit

Mit WooCommerce steht WordPress-Seitenbetreibern ein tolles Plug-in zur Verfügung, mit dem Sie jeden Blog innerhalb kurzer Zeit in eine vollwertige E-Commerce-Umgebung verwandeln können. Nun ist es an Ihnen, dieses Potenzial auszuschöpfen.

Autor: Dr. Holger Reibold

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Buchcover: Geld verdienen mit WordPress

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(dpe)

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