Denis Potschien 6. Juli 2015

Wissenswert: So setzen Sie Stockfotos richtig ein

Fotos spielen eine wichtige Rolle im Grafik- und Webdesign. Sie lockern auf, vermitteln Stimmungen und Eindrücke und regen zum Lesen beziehungsweise Weiterlesen von Texten an. Daher sind Fotos in Unternehmenswebsites und in Blogs ein nahezu unverzichtbares Mittel der Kommunikation. Da man nicht immer das passende Foto zur Stelle hat und dieses oft auch mit keinem vertretbaren Aufwand selbst geschossen werden kann, gibt es Stockfotos. Diese bieten zu jedem Thema passendes Bildmaterial, oft zu recht erschwinglichen Preisen, zum Teil auch gänzlich kostenlos. Hier bei DR. Web haben wir die ultimative Übersicht der kostenlosen Anbieter für Sie. Und auch den kostenpflichtigen Bereich leuchteten wir bereits aus. Aber was gilt es zu beachten, will man Stockfotos nicht bloß erhalten, sondern vor allem richtig einsetzen?

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Fotos als Gestaltungsmittel

Oftmals werden Fotos als Teil der Gestaltung einer Website eingesetzt. Sie dienen als großformatiges Hintergrundbild oder als Hero-Image. Auch zur besseren Erkennbarkeit einzelner Rubriken beziehungsweise Seiten einer Webpräsenz werden gerne Stockfotos herangezogen. Gerade, wenn solche Fotos mehr oder weniger fester Bestandteil der Gestaltung sind, sollte Wert drauf gelegt werden, dass die verwendeten Fotos zum Layout der Seite passen.

Gerade bei der Farbgebung ist es wichtig, dass die Stockfotos nicht wie ein Fremdkörper wirken. Da man sicher nicht immer Fotos findet, die genau so passen, wie man es braucht, sollte man Photoshop bemühen, um Farbe und Kontrast anzupassen. Schließlich soll am Ende alles aussehen, als seien die Fotos genau für diese Website gemacht.

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Fotos einer Serie sorgen für identische Bildästhetik

Verwendet man mehrere Fotos – beispielsweise zur Visualisierung unterschiedlicher Leistungen, die angeboten werden –, sollte man auf eine einheitliche Bildästhetik achten. Belichtung, Perspektive, Schärfentiefe, Farbtemperatur – es gibt eine Reihe Faktoren, die ausschlaggebend sind und die es schwierig machen, sich passende Fotos zusammenzustellen. Hier bietet es sich an, entsprechende Fotoreihen eines Fotografen zu verwenden. Häufig gibt es bei Anbietern von Stockfotos solche Reihen. Sie enthalten mehrere Fotos zum selben Thema und haben in der Regel eine identische Bildästhetik.

Alternativ sollte man versuchen, durch Anpassung von Farbe und Kontrast oder gegebenenfalls durch Verfremdung, einen einheitlichen Stil innerhalb der verwendeteten Fotos zu prägen. Durch Farbüberlagerungen kann man einem Bild schon recht eindrucksvoll einen eigenen Stempel verpassen und es so dem Layout anpassen.

Personen, Büros und Gebäude

Zu den wahrscheinlich am häufigsten verwendeteten Fotomotiven gehört wohl die junge Frau am Telefon. Sie wird gerne verwendet, um die Kontaktseite eines Unternehmens aufzuhübschen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um ein Stockfoto. Gerne genommen sind auch Fotos von dynamischen Teams – mal am Besprechungstisch, mal gemeinsam vor einem Notebook.

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Beispiele von Shutterstock: Verzichten Sie auf ebenso beliebte wie beliebige Motive

Setzt man Stockfotos mit konkreten Personen, Büros oder Bürogebäuden ein, sollte – um Missverständnisse zu vermeiden – stets erkennbar sein, dass es sich um gekaufte Fotos handelt. Allerdings bergen solche Stockfotos grundsätzlich ein gewisses Risiko. Selbst wenn diese Fotos unmissverständlich als Stockfotos erkannt werden, entsteht natürlich die Frage, warum nicht das eigene Team oder das eigene Büro dargestellt ist.

Hier sollte man daher lieber auf selbstgemachte Fotos setzen. Nicht immer sind Mitarbeiter begeistert, für die Website oder eine Broschüre abgelichtet zu werden. Es ist aber in jedem Fall die bessere Lösung. Nur so gelingt es einem, ein reales und vor allem authentisches Bild des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu vermitteln. Alles andere kann schnell nach hinten losgehen.

Gängige Motive vermeiden

Neben der beliebten Telefondame gibt es zahlreiche weitere gängige Motive, die man immer wieder findet. Gerade bei Business-Fotos sind gestellte Motive oft noch üblich. Auch der Laie erkennt solche Fotos. Daher sind wirklich gute Stockfotos immer solche, denen man es nicht ansieht.

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Fotolia hat durchaus Auswahl: Statt Skyline und steriles Büro tut es auch mal eine Besprechung am Holztisch

Verzichten Sie vor allem bei Fotoaufnahmen mit Personen auf allzu perfekte und gestellte Situationen. Wer ein wenig sucht, findet viele Fotos, die eine durchaus natürliche Situation darstellen. Fotos, auf denen immer wieder dieselben Klischees bedient werden, langweilen schnell: Statt Anzugträger vor einer Skyline versuchen Sie es mal hemdsärmlig am Holztisch.

Auf der Suche nach passenden Fotos sollte man also durchaus gewohnte Pfade verlassen und auch mal nach Ungewöhnlichem und Ungewohntem Ausschau halten. Das erstbeste Motiv ist immer auch das, was von anderen häufig verwendet wird. Schränkt man die Suche in den Stockarchiven ein – mit zusätzlichen Suchbegriffen –, erhält man Ergebnisse, mit denen man durchaus überraschen kann.

Fotos im Blog

Wer ein eigenes Blog betreibt, kennt die Problematik, passendes Fotomaterial zu finden. Da Fotos hier immer Bestandteil des Inhaltes und nicht der Gestaltung sind, hat man hier größeren Spielraum bei der Auswahl passender Motive.

Hier sollten Fotos ausgewählt werden, die den Inhalt des Beitrags unterstützen. Dabei sollte man nach Fotos suchen, die im Idealfall dem Geschriebenen noch einen eigenen Informationsgehalt hinzufügen.

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Beispiele von Fotolia: Wenn es passt, kann es auch mal außergewöhnlicher sein

Gerade wenn man ein Teaserfoto sucht, dürfen diese gerne mit einer ungewöhnlichen Bildsprache neugierig machen. Aber thematisch passen sollte es natürlich schon.

Anbieter von günstig bis kostenlos

Stockfotos müssen nicht teuer sein. Anbieter wie Fotolia bieten qualitativ gute Fotos zu durchaus erschwinglichen Preisen an. Auch Fotos anderer Anbieter wie Shutterstock sind je nach Verwendungszweck für wenig Geld zu haben. Oftmals sind Fotos in unterschiedlicher Auflösung erhältlich. Kleine Auflösungen kosten weniger und für den Einsatz im Blog genügt es dann meistens.

Anbieter wie Getty Images gehören eher zu den höherpreisigen auf dem Markt der Stockfotos. Allerdings gibt es bei Getty Images die Möglichkeit, Fotos kostenlos auf einer Webseite einzubetten. Per Quelltext-Schnipsel werden soche Fotos per Iframe – einschließlich Quellenangabe – ins eigene Webprojekt übernommen. Gedacht ist diese Einbettmethode für alle nicht-kommerziellen Websites.

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Fotos von Getty Images kostenlos per Iframe einbinden

Auch das Teilen auf sozialen Netzerken ist mit diesen Fotos möglich. Natürlich büßt man mit dieser Methode einiges an Flexibilität ein. Denn weder lassen sich solche Fotos bearbeiten, noch ist die darzustellende Auflösung frei wählbar. Lediglich die Auswahl an unterschiedlichen Vorgaben für die Auflösung ist möglich.

Und man geht natürlich das Risiko ein, dass der Dienst irgendwann wieder geschlossen wird und man dann gänzlich ohne Fotos im Blog dasteht.

Quellenangabe beachten

Das Wichtigste zum Schluss: Egal, ob man sich einen kostenlosen oder kommerziellen Anbieter für Stockfotos aussucht: In jedem Fall gilt es, die Regeln für die Quellenangaben zu beachten. Solche gibt es meist auch bei nicht-kommerziellen Anbietern.

Bei einigen Anbietern genügt es, die Quellenangaben im Impressum aufzuführen. Andere wiederum verlangen, dass die Angabe direkt am Bild platziert wird. Häufig genügt es auch nicht, dass diese Angabe per Hovereffekt erscheint, sondern muss immer sichtbar sein. Da ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen des Anbieters teuer sein können, sollte man diese grundsätzlich beachten und sie im Vorfeld gut studieren.

Da der Wunsch, auf solche Quellenangaben verzichten zu können, durchaus groß ist, gibt es auch Anbieter, die auf die verpflichtende Nennung einer Quelle explizit verzichten. Pixabay führt solche Fotos beispielsweise in seinem Angebot. Unser obengenannter Beitrag sammelt ebenfalls nur solche Quellen. Und wer sich über Urheberrecht im Allgemeinen informieren will, könnte es mal mit diesem Beitrag versuchen.

Fazit

Stockfotos machen Websites lebendiger und sorgen für Fotos, die man sonst nicht hätte einsetzen können. Aber sie ersetzen keinen professionellen Fotografen und keine individuellen Fotos. Mitarbeiter und Unternehmen lässt man lieber durch einen Profi fotografieren, anstatt Stockfotos einzusetzen. Hier hat man zudem die Rechte und spart sich Quellenangaben.

Zur gestalterischen Zwecken oder zur Visualisierung von Blogbeiträgen können sie durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Für jene, die eine Übersicht zu Anbietern von Stockfotos suchen, gibt es eine Vergleichsübersucht von 30 Stockfoto-Agenturen.

(dpe)

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.
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