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Dieter Petereit 6. Juni 2017

SEO: Willst du auf Googles Seite 1, dann achte auf Links, Content, Keywords und Performance

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist kei­ne Wissenschaft und kann von jeder­mann mit rela­tiv gerin­gem Aufwand bewäl­tigt wer­den. Du darfst nur nicht den Gurus glau­ben, son­dern soll­test dich auf ein paar weni­ge Aspekte fokus­sie­ren, die den Großteil des Ranking-Erfolges aus­ma­chen.

SEO: Pseudowissenschaftliches Schamanentum tanzt um den heiligen Gral der Google SERPs

Erwähnte ich schon, dass ich der SEO-Branche eher reser­viert gegen­über ste­he? Allein die­ser hoch­kom­pli­zier­te, pseu­do­wis­sen­schaft­li­che Duktus schreckt mich ab. Es kann doch nicht sein, dass man ent­we­der 700 Seiten-Wälzer zum Thema aus­wen­dig ler­nen oder einen teu­ren SEO-Dienst bezah­len muss, nur um ein ordent­li­ches Ranking sei­ner Seite in den Google-Suchergebnissen hin­zu­be­kom­men.

Und weißt du was? Es ist auch nicht so. Denn im Grunde sind es weni­ge Aspekte, auf die du ach­ten musst, um dei­ne Seite ver­nünf­tig plat­ziert zu wis­sen. Sicherlich kannst du immer noch in mehr Details ein­tau­chen, immer noch tie­fer gra­ben. Aber beden­ke, dass die gute alte Pareto-Regel auch hier gilt. Mit 20 Prozent des Aufwands wirst du 80 Prozent des Erfolgs errei­chen. Mir reicht das, und dir?

Und das sind die Aspekte, auf die du wirk­lich dein Augenmerk rich­ten soll­test:

Links

Es war schon immer so und es wird wohl auch immer so blei­ben. Je mehr Seiten der Google Crawler fin­det, die ihrer­seits Links zu dei­nen Seiten gesetzt haben, des­to ent­schlos­se­ner wer­den die Jungs aus Mountain View dich ergeb­nis­mä­ßig hoch­stu­fen. Die Logik ist nach­voll­zieh­bar. Wenn so vie­le exter­ne Seiten dei­ne Inhalte für so gut hal­ten, dass sie sogar ver­lin­ken, dann muss da ja was dran sein. Empfehlungsmarketing auf die Google-Art.

Damit du aber nicht auf die Idee kommst, die­ses Empfehlungsmarketing zu einem Schneeballsystem zu per­ver­tie­ren, ach­ten die Kalifornier zusätz­lich dar­auf, dass die ein­ge­hen­den Links ihrer­seits rele­vant sind. Wenn du also ein Fachmagazin zu Paragliding betreibst, wird Google Links zu dei­nem Magazin, die vom Sanitärgroßhandel kom­men, zwar zur Kenntnis neh­men, aber nicht posi­tiv für das Ranking berück­sich­ti­gen.

So soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Backlinks nicht nur quan­ti­ta­tiv, son­dern auch qua­li­ta­tiv gut sind. Wie kommst du an sol­che Backlinks?

Content

Kommen wir zum zwei­ten wich­ti­gen Aspekt, dei­nen Inhalten. Wenn du dich ein biss­chen im Netz umschaust, dann fin­dest du rela­tiv leicht Inhalte, denen du schon auf den ers­ten Blick ansiehst, dass sie aus­schließ­lich zu Rankingzwecken geschrie­ben wur­den.

Diese Texte sind meist über­aus lang und strot­zen vor Keywords, sind aber den­noch fach­lich dünn und den Zeitaufwand nicht wert, gele­sen zu wer­den. Solche Inhalte hel­fen dir in einem Gesamtkonzept nicht wei­ter.

Denn, um ein­ge­hen­de Links orga­nisch, also ohne sie zu kau­fen, zu erhal­ten, brauchst du her­vor­ra­gen­de Inhalte. Wieso sonst soll­te eine exter­ne Seite auf dei­nen Content lin­ken? Hervorragende Inhalte sind fach­lich durch­re­cher­chiert, sau­ber for­mu­liert, inter­es­sant und erschöp­fend. Sie behan­deln ein Thema auf eine Weise, dass es kei­ner wei­te­ren Quelle bedarf, um mehr zu dem besag­ten Thema zu erfah­ren, weil schon alles Wissenswerte drin steht.

Solche Texte sind natur­ge­mäß lang, was gene­rell gut ist. Zu die­sem Thema soll­test du auch mei­nen Beitrag zum Thema „Wie lan­ge dau­ert es, bis dei­ne Website auf Seite 1 der Google Suchergebnisse ist?” lesen.

Ein wich­ti­ger Faktor, der sich direkt auf die Qualität dei­ner Inhalte bezieht, ist die „Bounce Rate”, zu deutsch Absprungrate. Google unter­sucht, wie lan­ge dei­ne Besucher auf dei­ner Seite blei­ben. Verlassen sie qua­si flucht­ar­tig das Gelände nach weni­gen Sekunden, wer­tet Google das als schlech­tes Zeichen. Denn dann sind dei­ne Inhalte wohl doch nicht so rele­vant wie zunächst gedacht.

Wenn dei­ne Inhalte aber eigent­lich gut sind, und du den­noch eine hohe Absprungrate zu ver­zeich­nen hast, soll­test du noch­mal über­prü­fen, ob dei­ne Definition von „gut” nicht viel­leicht etwas zu kurz gegrif­fen ist.

Ich ken­ne fan­tas­ti­sche Texte, die zu 100 Prozent wahr und fun­diert sind, die aber den­noch kaum ein Mensch lesen will. Das hat vie­ler­lei Gründe. Es kann an der Typografie lie­gen oder am all­ge­mein unüber­sicht­li­chen Seitendesign. Es kann dar­an lie­gen, dass es kei­ner­lei Bilder oder ande­re struk­tu­rel­le Auflockerungen gibt.

Mit ande­ren Worten: Content ohne Design funk­tio­niert nicht. Lockere dei­ne Texte so auf, dass sie nicht nur Google, son­dern vor allem auch ech­ten Leserinnen und Lesern gefal­len. Dann blei­ben letz­te­re mit grö­ße­rer Wahrscheinlichkeit län­ger auf dei­nen Seiten und die Absprungrate ver­bes­sert sich.

Keywords

Auch gut ist es, wenn du rele­van­te Schlüsselbegriffe (Keywords) defi­niert hast und ent­spre­chend im Text benutzt. All das aber muss natür­lich blei­ben, nicht kon­stru­iert wer­den. Die ein­zi­ge Kontruktion, die erlaubt ist, kommt zum Einsatz, wenn es um Überschriften und den Title-Tag dei­ner Seite geht. Hier ist es immer posi­tiv, wenn das Keyword an ers­ter Stelle kommt. So gewinnt der Google Crawler den Eindruck, hier einen Inhalt vor­lie­gen zu haben, der sich wirk­lich gezielt mit dem ent­spre­chen­den Thema befasst. Während du den Title-Tag bie­gen kannst, wie du willst, ach­test du bit­te bei Überschriften dar­auf, dass sie durch die Konstruktion nicht unles­bar wer­den.

So nicht…

Ähnlich wie bei den bereits erwähn­ten Backlinks, ach­tet Google auch bei den ver­wen­de­ten Keywords auf Relevanz. Du kannst also nicht ein­fach Keywords in dei­ne Texte spren­keln, die mit dem eigent­li­chen Inhalt nichts zu tun haben. Das war frü­her ganz beliebt, viel­fach sogar als wei­ßer Text auf wei­ßem Grund. Mittlerweile erkennt der Suchmaschinenriese, wenn man ihm sol­che Eier unter­schie­ben will.

Performance

Zu die­sem Thema fin­dest du hier bei Dr. Web gan­ze Artikelserien. Denn seit Performance, also die Ladegeschwindigkeit einer Website im Jahre 2010 offi­zi­ell von Google zum Rankingfaktor erho­ben wur­de, soll­test du dich ernst­haft damit aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Auch die Besucherinnen und Besucher wer­den es dir dan­ken, indem sie näm­lich dei­ne Website nicht so schnell wie­der ver­las­sen.

Inwieweit Google die Ladegeschwindigkeit aktu­ell als Rankingfaktor benutzt, ist in Fachkreisen umstrit­ten. Teilweise wird behaup­tet, das Thema hät­te sich inzwi­schen erle­digt. Ich den­ke eher, dass die all­ge­mei­ne Geschwindigkeitssteigerung im Netz seit 2010 dazu geführt haben könn­te, dass Ladezeiten weni­ger pro­ble­ma­tisch gewor­den sind.

Dennoch ist es eine gute Empfehlung, eine Ladezeit von unter zumin­dest zwei Sekunden anzu­pei­len. WordPress-Verwender fin­den hier unse­re gro­ße Serie zum Thema.

Generell ver­heißt respon­si­ves Webdesign bes­se­re Performance, da hier schlan­ke Layouts zwangs­läu­fig prä­fe­riert wer­den. Da Mobilfreundlichkeit eben­falls ein Kriterium beim Google-Ranking ist, kannst du hier zwei Fliegen mit einer Klappe schla­gen.

Zusammenfassung

Du brauchst ein schlan­kes, schnel­les Design, sowohl für die Seite ins­ge­samt, wie auch für die ein­zel­nen Inhalte. Backlinks gene­rierst du über Top-Content, der kei­ne Fragen zum Thema offen lässt, kei­nen werb­li­chen Charakter hat und so inter­es­sant daher­kommt, dass man ihn wirk­lich lesen will. Durch die Verwendung von Keywords machst du auch Google klar, dass dein Content rele­vant ist.

Ist das ver­kürzt dar­ge­stellt? Klar ist es das. Aber dafür habe ich ja den gan­zen Text ober­halb der Zusammenfassung geschrie­ben. Nun nimm dich der genann­ten Aspekte an und rea­li­sie­re dei­nen Pareto-Effekt.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. Hallo Dieter,

    vie­len Dank für den span­nen­den Beitrag! Content wird immer wich­ti­ger, aber man soll sich nicht nur dar­auf kon­zen­trie­ren. Auf die Frage nach den rele­van­ten Rankingsfaktoren bestä­tig­te der Google Sprecher Andrey Lippatsev noch­mal die Theorie: “I can tell you what they are. It’s con­tent and links going to your site”. Hier https://www.seoagentur.de/seo-handbuch/was-sich-im-seo-lohnt.html habe ich noch eine gute Zusammenfassung von den Faktoren und was man genau beach­ten muss. Vllt wäre es für dich und die Leser inter­es­sant.

    Grüße,
    Christian

  2. Mach einer gera­de neu erschie­nen Studie von Semrush bekom­men die Besuchszeiten, Seitenbesuche und auch, das hat­te ich in der Bedeutung noch nicht erwar­tet, die SSL Verschlüsselungen eine Aufwertung im Google Ranking.

    Gruß

  3. Seitenladezeit ist ein Rankingfaktor, was auch bestä­tigt wur­de. Nur mal so…

    • Und des­halb heißt es im Beitrag auch: ” Denn seit Performance, also die Ladegeschwindigkeit einer Website im Jahre 2010 offi­zi­ell von Google zum Rankingfaktor erho­ben wur­de, soll­test du dich ernst­haft damit aus­ein­an­der­ge­setzt haben.”

      Nur mal so…

  4. Chapeau!

  5. Hallo Dieter,

    ich lese auch begeis­tert die­sen Blog und ich kann nach­voll­zie­hen, dass du eher der Branche reser­viert gegen­über stehst. Gerade mit dem his­to­ri­schen und detail­lier­ten Blick auf “Black Hat SEO”, “Linkbuilding” oder den unse­riö­sen “Internet Marketing Gurus” kann ich jedem eben­falls eine kri­ti­sche Einstellung emp­feh­len.

    Jedoch ist Suchmaschinenoptimierung nicht gänz­lich zu ver­teu­feln. Es steht und fällt mit dem was man unter SEO ver­steht, alles hin­zu­zählt oder was man hier­von her­aus­hält. Mit Blick auf die Medieninformatik oder die Informationswissenschaft kann die­se fach­li­che Sicht nicht als Pseudowissenschaftliches Schamanentum defi­niert wer­den. Ich den­ke auch nicht, dass du die­sen Bereich mit­ein­be­zo­gen hast.

    Beispiel: Sprachliche Auszeichnung; Sitemap Annotationen oder AMP sind nicht “Pseudowissenschaftliches Schamanentum”.

    Ich den­ke, dass die klas­si­sche “his­to­ri­sche” Definition von SEO ein­fach nicht mehr her­an­ge­zo­gen wer­den kann, also “Up to date” ist. Vielmehr soll­te SEO durch “Webseiten Optimierung” im Kopf ersetzt wer­den, um den heu­ti­gen Alltag von serö­sem “SEO” bes­ser zu beschrei­ben. Und die pro­fes­sio­nel­le “aka­de­mi­sche” Version von “Webseiten Optimierung”, wäre dann die Medieninformatik und/oder die Informationswissenschaft.

    Und über die­se pro­fes­sio­nel­le Sicht kann man einen 700 Seiten-Wälzer schrei­ben ;-)

    Beste Grüße

  6. Hallo, der Artikel beru­higt etwas bei der Masse an SEO Infos im Web. Ich war mit mei­ner Webseite im Bereich PC Heimarbeit und alter­na­ti­ven Geld Verdienst Methoden (z. b. Affiliate Marketing) 4 Jahre auf Seite 1 mit ver­schie­de­nen Keywords. Und immer unter den ers­ten 5 in Google. Nun bin ich auf Seite 2 abge­rutscht und habe kei­nen Schimmer was ich tun soll. Ich ver­su­che ab und an ver­schie­dens­te Inhalte auf mei­ner Stsrtseite zu plat­zie­ren. Verlinkungen, schö­ne Keywordverteilung, usw… nichts hilft, dass ich wie­der nach vor­ne kom­me. Dubiose Webseiten mit null Inhalt lie­gen auf bes­se­ren Positionen. Das ver­ste­he ich nicht. Irgendetwas muss ich falsch machen. Und ich wer­de so lan­ge tüf­teln bis ich auf einen grü­nen Zweig kom­me. Aber dan­ke für die­sen Top Artikel. Da macht man sich gleich weni­ger Sorgen und Ideen kamen mir beim Lesen auch gleich. L. Grüße, Michael Pröll

  7. Gut auf den Punkt gebracht! Danke dafür!

  8. “Pseudowissenschaftliches Schamanentum” – des­halb lese ich so ger­ne bei euch.

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