Lukas Schlömer 14. Mai 2008

WikiTaxi: Wikipedia für die Hosentasche

Kein Beitragsbild

Ralf Junkers noch recht junge Lexikon-Lesesoftware WikiTaxi ist aber trotzdem alles andere als der x-te Aufguss einer uralten Idee: Denn anders als bei den bekannten E-Book-Versionen des Lexikonprojekts (z. B. auf Mobipocket- oder TomeRaider-Basis) oder auch beim Download der DVD-Version, müssen die Anwender nicht mehr geduldig auf die Veröffentlichung speziell formatierter Datenbestände warten.

Mithilfe der Windows-Lesehilfe WikiTaxi können Sie vielmehr auf die regelmäßig in Form sogenannter Datenbankdumps bereitgestellten Originaldaten der Wikipedia zugreifen. Und nicht nur das: Auch Wikipedia-Schwesterprodukte (wie die Zitatensammlung Wikiquote, das mehrsprachige Wörterbuch Wictionary oder die Lehr- und Sachbuchsammlung Wikibooks) können auf diese Weise offline gelesen werden. Die benötigten Datenbank-Dumps finden Sie auf der offiziellen Wikimedia-Website.

Wichtig: Wer die zum Teil mehrere Gigabyte großen Lexikonbestände herunterladen will, sollte über eine breitbandige Internetverbindung verfügen. Selbst mit DSL kann der Vorgang noch mehrere Stunden dauern. Dafür belegt der Offline-Reader selbst mit weniger als zwei MB kaum Speicherplatz und ist ohne Installationsprozedur lauffähig. So passt die Lese-Software problemlos zusammen mit der aktuellen deutschsprachigen Wikipedia (1,1 GB) auf einen 2-GB-USB-Stick und kann damit auf jedem Windows-Rechner genutzt werden.

Um die von Hause aus mit dem Komprimierungsprogramm bzip2 (*.bz2-Format) geschrumpften Wikimedia-Dumps mit WikiTaxi nutzen zu können, müssen sie nach dem Download einmalig konvertiert werden. Dafür steht ein separates Importprogramm zur Verfügung. Der Import der kompletten Wikipedia dauert auf einem durchschnittlichen Vista-Rechner rund eine Viertelstunde. Die Handhabung der Offline-Wikipedia ist anschließend denkbar einfach: Sie tragen das gesuchte Schlagwort einfach in das Suchfeld am oberen Fensterrand ein und schließen die Eingabe per „Return“ ab.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Anders als die Abbildungen auf der Wikitaxi-Website suggerieren, finden sich in der Offline-Wikipedia nur die Bildbeschreibungen – nicht jedoch die eigentlichen Abbildungen. Doch auch ohne Bilder bringt einen das Wikipedia-Taxi ganz ohne Internetverbindung schnell zu den gewünschten Informationen.

Lukas Schlömer

ist ein bekannter Fachautor, der für Dr. Web unter Pseudonym schreibt.
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6 Kommentare

  1. Hallo,
    kann mir bitte jemand mitteilen, ob wikitaxi auch unter windows mobile 5 läuft und wie man es ggfs. einrichtet? Ich persönlich finde die Recherche mit wintaxi angenehmer und schneller, als z.B. mit dem pocketreader.
    Danke.
    MfG
    H. Meyer

  2. Das ist mal wieder super unübersichtlich.
    Und da wundern sich die Herrschaften das wenige Leute es nutzen.

    AvantGo ist das ja nicht gerade.

    Studenten, Hacker und Geeks wird es freuen.

    Irgentwo in der Ecke ist die Software versteckt, und irgentwo ist ein Link zu einen Server, unter dem Verzeichnis latest/ wo man da das Aktuellste Wiki runter zu laden hat.

    Dann noch umwandeln.

    Ich komme damit klar, aber die meisten haususer werden schwierigkeiten mit haben, wenn sie überhaupt auf die Idee kommen, das es ein Offline Wiki für Unterwegs gibt.

    PS: Der ganze Ablauf ist mal wieder Benutzerunfreundlich, wie alles andere was OpenSource und GPL beinhaltet. Aber trotzdem schön das es sowas gibt.

  3. Endlich mal wieder ein Produkt bei dem mal wirklich jemand mitgedacht hat. Wie oft sieht man irgendwelche PC produkte die absolut statisch daher kommen und somit in spätestens 6 Monaten schon durch den Nachfolger ersetzt werden müssen.

  4. Das neue WikiTaxi 1.0.1 steht zum kostenlosen Download bereit!

    Sofort bei bei http://www.wikitaxi.org einsteigen und losfahren!

  5. Sehr schön, so ein Tool habe ich für den Laptop gesucht. Ich frage mich allerdings, warum die Entwickler das Tool nicht mit einer bereits konvertierten DB als Torrent File (o.ä.) anbieten. Wäre meiner Meinung nach viel benutzerfreundlicher.

    Marco

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