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Vitaly Friedman 7. Oktober 2006

Wikipedia: Dienste, Tools, Engines und Tutorials

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Irgendwo zwi­schen Forum, CMS und Weblog fin­det auch das Wiki sei­nen Platz. Im Prinzip han­delt es sich um eine öffent­lich zugäng­li­che Seite, deren Inhalte regis­trier­te Besucher ver­än­dern und erwei­tern dür­fen.

Man könn­te das Wiki auch als eine Art gemein­schaft­li­chen Notizblock bezeich­nen. Erdacht hat das eigent­lich WikiWikiWeb genann­te Konzept Ward Cunningham im Jahr 1996. Wiki Wiki kommt übri­gens aus dem Hawaianischen und bedeu­tet so viel wie “schnell”.

Abgesehen von der gemein­schaft­li­chen Nutzung wer­den Beiträge nicht zeit­lich sor­tiert wie in einem Weblog und es gibt kei­ner­lei direk­te Interaktion, wie man sie aus einem Forum kennt.

Das Wiki eig­net sich daher am Besten, um gezielt Informationen zusam­men­zu­tra­gen oder Linksammlungen auf­zu­bau­en. Im Laufe der Zeit kann es durch­aus einen beträcht­li­chen Umfang anneh­men und aus vie­len Seiten bestehen. Je nach System wer­den die­se auto­ma­tisch unter­ein­an­der oder manu­ell ver­linkt, so dass ein recht dich­ter Hypertext ent­steht.

Ein Wiki auf gro­ßen Websites macht wenig Sinn, Störer wür­den nicht lan­ge auf sich war­ten las­sen, inhalt­lich wür­de die Sache eben­falls schnell aus den Fugen gera­ten. Dennoch, nicht jedem muss eine Registrierung gewährt wer­den. So kann ein Wiki auch als ein Mini-CMS fun­gie­ren und nur Beiträge aus­ge­wähl­ter Personen ent­hal­ten, die sich regel­mä­ßig küm­mern.

Die bekann­te Wikipedia zum Beispiel ist der Versuch eine Online Enzyklopädie auf Wiki Basis zu schaf­fen. Einige Hunderttausend Beiträge gibt es allein im Deutschen Bereich und noch mehr m Englischsprachigen. Auch die dort ver­füg­ba­re Software ist frei erhält­lich und für jeder­mann zu benut­zen.

Screenshot
Test-Wiki bei Dr. Web

Skriptseitig ist ein Wiki wenig anspruchs­voll. Da nur weni­ge Funktionen benö­tigt wer­den, ist eine Installation kein grö­ße­res Problem. Das Programm PHPWiki etwa ist schnell instal­liert, erfor­dert aber eini­ge Anpassungen. Das Layout kann selbst­ver­ständ­lich belie­big aus­ge­stal­tet wer­den.

Kostenlos erhält­lich und fle­xi­bel ein­setz­bar kann das Wiki meh­re­re Ausgaben erfül­len:

  • Ausgewählte Leser wer­den zu Co-Autoren
  • Teams von Freiwilligen hel­fen Informationen zu einem fest­ge­leg­ten Thema zusam­men­zu­tra­gen und kön­nen selb­stän­dig arbei­ten.
  • Ein Wiki pflegt sich selbst. Da jeder Beiträge ver­än­dern kann, haben Beleidigungen und Spam kei­ne Chance, auch Korrekturen sind meist schnell gemacht – etwa wenn es um Tippfehler geht. Der Betreiber bleibt aber ver­ant­wort­lich und soll­te das Geschehen stets im Auge behal­ten.
  • Ein Wiki kann Websites bele­ben, wenn es genutzt wird.

Dabei gibt es Dutzende nütz­li­cher Tools, mit denen sich einer­seits die Daten bes­ser zusam­men­stel­len, ander­seits die Informationen aus der Wissensgrube schnel­ler und effi­zi­en­ter nach­schla­gen las­sen.

Wikipedia und ver­wand­te Projekte:

  • Wikibooks stellt eine mehr­spra­chi­ge Bibliothek mit Lehrbüchern und ande­ren Lern- und Lehrmaterialien, deren
    Inhalte frei nutz­bar sind.
  • Wikimedia Commons ist eine Mediendatenbank, die von frei­wil­li­gen Künstlern erstellt und unter­stützt wird. Im Projekt fin­det man über 1.1 Mio. Seiten, dar­un­ter Bilder, Galerien und wei­te­re Media-Dateien.
  • Wikinews ist ein Nachrichtendienst, in dem aktu­el­le Neuigkeiten von frei­wil­li­gen Wiki-Helfern geschrie­ben wer­den.
  • Wikipedia’s Randompage lie­fert eine zufäl­li­ge Seite aus der Wikipedia-Datenbank – ein inter­es­san­ter Ansatz für die Startseite in Ihrem Browser.
  • Wikiquote ist eine Sammlung von Zitaten und berühm­ten Sprüchen in allen Sprachen der Welt.
  • Wikisource stellt eine Sammlung von wis­sen­schaft­li­chen Quellentexten dar, die ent­we­der urhe­ber­rechts­frei sind oder unter einer frei­en Lizenz ste­hen.
  • Wikispecies bie­tet ein offe­nes und frei­es Artenverzeichnis an, das sich vor allem an Biologe, Chemiker und Mediziner rich­tet.
  • Wikiversity: gedacht für Studenten und Professoren, bie­tet das jüngs­te Wiki-Projekt eine Plattform zur gemein­schaft­li­chen Bearbeitung wis­sen­schaft­li­cher Projekte, zum Gedankenaustausch und zur Erstellung frei­er Kursmaterialien.
  • Wiktionary ist ein frei ver­füg­ba­res, mehr­spra­chi­ges Wörterbuch für den Wortschatz aller Sprachen, in dem jedes Wort detail­liert beschrie­ben und erklärt wird.
  • Proposals for new pro­jec­ts prä­sen­tiert eine Übersicht der Projekte, an denen Wiki-Community
    gera­de arbei­tet. Viele Ideen sind schon rea­li­sert, wur­den jedoch noch nicht offi­zi­ell ver­öf­fent­licht, über vie­le wird aber auch hef­tig dis­ku­tiert.
  • Wikipedia als E-Book: Libri.de bie­tet das kom­plet­te Internetlexikon zum Download für Handy, alle gän­gi­gen PDAs und Windows-PCs kos­ten­los an. Das E-Book wird regel­mä­ßig aktua­li­siert.

Wikipedia schnel­ler und effi­zi­en­ter nut­zen:

  • Gollum ist ein Online Browser, der schnel­les Nachschlagen in Wikipedia ermög­licht. Gollum ist platt­form­un­ab­hän­gig (basiert auf PHP, Javascript und Ajax),
    wird in 32 Sprachen ange­bo­ten und ist unter der GPL lizen­siert.
  • Googlepedia Firefox Extension ersetzt Google-Anzeigen bei einer Google-Suche durch den pas­sen­den
    Wikipedia-Eintrag – falls es einen gibt.
  • Pathway ist ein Mac-Tool, das die Funktionalität der Enzyklopädie erwei­tert und die Navigation in Wikipedia
    visua­li­siert. Seiten und Verweise wer­den als Knoten eines Baums dar­ge­stellt und mit­ein­an­der ver­bun­den; und rele­van­te Kategorien wer­den beim Browsen in Sidebar
    auf­ge­lis­tet.
  • Wikimapia und Placeopedia ver­ei­ni­gen die Funktionalität von Google Maps und
    Wikipedia, um den gesam­ten Planet Erde detail­liert zu beschrei­ben. Beide Projekte bie­ten zu ein­zel­nen Objekten auf der Weltkarte Links zu pas­sen­den Wikipedia-Einträgen an.
    Die Karten wer­den von frei­wil­li­gen Helfern ergänzt, erwei­tert und kor­re­giert.
  • QWika ist eine Suchmaschine für die effi­zi­en­te Suche in Wikis. Das Ziel ist es, alle rele­van­ten Wikis in allen bedeu­ten­den
    Sprachen abzu­de­cken, die­se zu über­set­zen und sie in mög­lichst kur­zer Zeit auf­find­bar zu machen. Im Moment sind 22 Mio. Einträge von 1.158 Wikis in 12 Sprachen indi­ziert.
  • Wikipedia Bookmarklet erlaubt dem Benutzer, unbe­kann­te Begriffe mit einem Mausklick nach­zu­schla­gen -
    es genügt, den Link in die Favoriten zu schie­ben, Begriff auf der Seite mar­kie­ren und auf das Bookmarklet kli­cken. Wer das Weblexikon über ein Suchbox abfra­gen möch­te,
    wird mit Wikipedia Bookmarklet Searchbox eine ver­nünf­ti­ge Alternative gefun­den haben.
  • Wikipedia Category Tree bie­tet einen detail­lier­ten Überblick der Kategorien und ermög­licht
    eine schnel­le Navigation in der Enzyklopädie.
  • WikiMax und Wiki LumRix stel­len spe­zi­el­le Suchmaschinen für Wikipedia dar, mit denen
    sich die gesuch­ten Beiträge schnel­ler und effi­zi­en­ter fin­den las­sen.
  • Wikipedizer lie­fert zu einer URL-Adresse eine Liste ver­wand­ter Wikipedia-Einträge.

Über Wikipedia:

  • Wikipedia Statistik lie­fert offi­zi­el­le sta­tis­ti­sche Daten über den Stand und Entwicklung der Enzyklopädie.
  • Wikicharts stellt die popu­lärs­ten Einträge in einer Übersicht dar.

Für Wikipedianer:

Wer sich zu akti­ven Autoren der Wikipedia zählt, kann sein Leben mit fol­gen­den Tools zum ver­ein­fach­ten Erstellen der Wiki-Seiten und Verfolgung der Updates erleich­tern.

  • wikidPad stellt Wiki-Benutzern eine beque­me Windows-Umgebung für die Erstellung der Notizen bzw. Beiträge im
    Wiki-Format zur Verfügung. Das kos­ten­lo­se Tool läuft im Hintergrund auf Ihrem Desktop.
  • Wikipedia Einführung: Herwig Reidlinger beschreibt die Funktionsweise der deut­schen Wikipedia und
    erklärt genau, wie man eige­ne Wiki-Seiten erstellt, hin­zu­fügt und ordent­lich for­ma­tiert. Eine aus­führ­li­che eng­lisch­spra­chi­ge Anleitung zum sel­ben Thema fin­det man
    im Artikel How To Contribute To Wikipedia von Gina Trapani.
  • Wikipedia Firefox Extension und Wikipedia Toolbar fügen
    sämt­li­che Formatierungsbefehle für das MediaWiki-Format in das Toolbar des Browsers ein, erlau­ben die Verwendung von Templates, spe­zi­el­len Zeichen, Bildern, Links u.ä.
    Eine detail­lier­te Übersicht der Wikipedia Tools fin­det man hier.
  • Mit Wikipedia RSS Feeds wird man sofort benach­rich­tigt, falls ein neu­er Artikel zu einem Thema ver­öf­fent­licht wird
    bzw. ein Artikel ver­än­dert wird.
  • Wikipedia Cheatsheet bie­tet sämt­li­che Formatierungsbefehle in einer kur­zen Übersichtstabelle an.
  • Wikipedia Starter Toolset ent­hält Beispiele zu sämt­li­chen Objekten und Formatierungsmethoden, die in
    Wikipedia ver­wen­det wer­den kön­nen.
  • Wikipedia Hilfsmittel lis­tet Skripte für die ein­fa­che Wartung von hin­zu­füg­ten Artikeln und Bildern.
  • Wikipedia Tools und Server pro­jec­ts stel­len sämt­li­che
    Hilfsmittel für effi­zi­en­te Arbeit mit Wikipedia in einer Übersicht zusam­men.

Wiki Engines:

  • Comparison of wiki soft­ware ist eine aus­führ­li­che Vergleichstabelle von 29 popu­lä­ren Wiki Engines.
  • MediaWiki ist die popu­lärs­te Open-Source-Wiki-Software, die bei Wikipedia ein­ge­setzt wird und unter der GNU GPL lizen­siert
    ist. Deutschsprachige und eng­lisch­spra­chi­ge Installationsanleitungen sowie das MediaWiki Handbuch
    sol­len die ers­ten Schritte bei der Wiki-Benutzung erleich­tern.
  • Wiki Engines prä­sen­tiert eine Liste von Referenzen zu Hunderten von Engines, die in ver­schie­de­nen Kategorien unter­teilt sind.
  • WikiMatrix stellt 69 Wiki Engines in einer Vergleichstabelle dar und lie­fert detail­lier­te Angaben über die
    Funktionen jedes ein­zel­nen Systems.

Vitaly Friedman

Vitaly Friedman ist Buchautor, Autor sowie Entwickler und Designer von benutzerfreundlichen Webseiten. Er ist Chef-Redakteur des Online Magazins Smashing Magazine, das zu den weltweit populärsten Onlinemagazinen für Webdesign zählt und wie Dr. Web zur Smashing Media GmbH gehört. Vitaly studierte Informatik an der Universität des Saarlandes.

17 Kommentare

  1. Eigentlich bin ich gera­de auf der Suche nach einem Wiki-Tool, dass in meh­re­ren Sprachen gleich­zei­tig sucht. So bin ich unter ande­rem auf die­sen Artikel hier gesto­ßen.
    Der (Artikel) ist zwar sehr alt, aber viel­leicht guckt ja der eine oder ande­re hier rein und hat eine Idee mit der sie/er mir wei­ter­hel­fen kann…

  2. Auf mei­ne öffent­li­che Frage vom 25.12.2007 nach Etymologie des weib­li­chen Vornamens ILINKA habe ich aus der gro­ßen Web-Gemeinde NULL Antworten bekom­men und bedan­ke mich.

  3. Habe über­all ein­ge­ge­ben: “Etymologie des weib­li­chen Vornamens ILINKA” und fin­de über­all n u l l = ???

    Was habe ich als Web-Neuling falsch gemacht?

  4. Das genann­te wikidPad scheint nicht wirk­lich ein Tool für die Wikipedia zu sein. Wikis ja, aber nicht das media­wi­ki-Wiki.

  5. Gibt es einen Coach, der uns hel­fen kann, das in unse­rem Betrieb in Wiesbaden genutz­te Wikipedia pro­fes­sio­nell zu orga­ni­sie­ren und zu gesal­ten ?

  6. Ich hät­te da noch zwei Links:
    Die Wikimedia-Search hilft beim fin­den von Artikeln:
    http://tools.wikimedia.de/~kolossos/tree/search.php

    Das Projekt Wikipedia-World ermög­licht das Lesen der Wikipedia in Google Earth mit der Anzeige von 350.000 Artikel in 11 Sprachen auf dem vir­tu­el­len Globus.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Georeferenzierung/Wikipedia-World

  7. Eine net­te Ergänzung ist sicher Visilex, damit bekommt man belie­bi­ge Einträge auf die eige­ne Seite, wenn man will auch the­ma­tisch sor­tier­te Lexika. Auch eine Glossarfunktion zum durch­su­chen vor­han­de­ner Beiträge auf der eige­nen Seite ist vor­han­den. http://www.visilex.com
    Ist kos­ten­los.

  8. Wunderbare Zusammenfassung aller mög­li­chen Wikidienste und Tools.

  9. Noch erwäh­nens­wert ist das auf media­wi­ki auf­bau­en­de http://wikitravel.org, aller­dings nicht von wikipedia.org son­dern von Nova Scotia Company ins Leben geru­fen.

  10. Nach noch­ma­li­gem lesen muss ich aber ein­ge­ste­hen, dass die von mir kri­ti­sier­te Vermischung nur mar­gi­nal ist…
    Oder anders aus­ge­drückt: Wenn man Ahnung hat merkt man, dass der Autor auch Ahnung hat, aber wenn man kei­ne Ahnung von der Materie hat, kann man es leicht miss­ver­ste­hen.

    Also mei­ne Kritik nicht all­zu­bö­se neh­men ;-)

    Konkret was ich mei­ne:
    den ers­ten Satz, der sug­ge­riert, Wikipedia wäre all das fol­gen­de.
    Aussagen wie: Wikis, sprich Wikipedia-Engines

    … bit­te den öff­nen­den Tag vor mei­nem ers­ten Eintrag gedank­lich ein­fü­gen :-)

  11. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in der Einleitung das Konzept(Wiki), die Engine (Mediawiki) und die inhalt­li­che Nutzung (Enzyklopedie) durch­ein­an­der­ge­bracht wird.
    Wikipedia ist eine Online-Enzyklopedie, die auf das Konzept Wiki auf­baut, mit der (eigens dazu erstell­ten??) Engine Mediawiki.

    Wikipedia hat also erst mal gar nichts damit zu tun, wenn ich in mei­nem Wiki Daten sam­me­le, zumin­dest genau­so­we­nig, wie FrontPage.com etwas damit zu tun hat, wenn ich eine HTML Seite erstel­le.

    Wikipedia ist halt das bekann­tes­te Wiki, aber nicht jedes Wiki ist Wikipedia.

    Aber eine inter­es­san­te Auflistung an Wiki-Projekten rund um Wikipedia (Schwestreprojekte) ist es schon.

  12. Nach Beys ist jeder Mensch ein Künstler, aber was bit­te ist ein frei­wil­li­ger Künstler?

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