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Heike Thormann 24. Juni 2008

Wie Sie sich garantiert um Ihre Selbstdisziplin bringen

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Selbstdisziplin ist eine wichtige Voraussetzung für beruflichen wie persönlichen Erfolg. Selbstdisziplin ist aber auch eine Hürde, an der so mancher scheitert. Deshalb hier mein Vorschlag: Machen Sie mit den folgenden „Anti-Tipps“ gedanklich Ihrer Disziplin den Garaus. Umso leichter werden Sie erkennen, worauf es im Fall des Falles wirklich ankommt.

Mangelnde Selbstdisziplin kann sich in vielem äußern. Wir schaffen es nicht, unsere Aufgaben gut und rechtzeitig zu erledigen, verzetteln uns, verlieren Zeit, setzen unsere Wünsche nicht um, verfehlen unsere Ziele und noch so manches andere mehr. Wenn die Komfortzone lockt und der innere Schweinehund ruft, mag das zwar am Anfang behaglich und ein schönes Gefühl sein. Aber das dicke Ende kommt dann doch: Ärger mit anderen und Unzufriedenheit mit sich selbst.

Selbstdisziplin ist eine wichtige Voraussetzung für beruflichen wie persönlichen Erfolg. Selbstdisziplin ist aber auch etwas, was oft im Kopf stattfindet und an Einstellungen und Verhaltensweisen rührt. Deshalb finden Sie in diesem Artikel mal nicht die üblichen Tipps und „Gewusst-Wie“s, sondern Anti-Tipps. Frei nach der Erkenntnis, mit der auch so manche Kreativtechnik arbeitet. Um das eine oder andere Brett vor dem Kopf loszuwerden und (sich selbst) besser zu sehen, drehe man etwas um und suche nach dem Gegenteil.

Also: Wenn Sie wissen wollen, wie Sie im Fall des Falles mehr Disziplin aufbringen können, überlegen Sie, was Sie tun müssen, um ihr zu schaden. Seien Sie dabei ruhig so erfinderisch wie möglich. Vorausgesetzt, Sie drehen Ihre „Anti-Tipps“ im Anschluss wieder um. Dann kommt der Rest schon fast von allein. Ein paar Beispiele gefällig? Los geht’s …

Machen Sie es sich unmöglich, diszipliniert zu sein
Ein ganz heißer Tipp gleich zu Beginn: Sehen Sie zu, dass Sie es sich so schwer wie möglich machen, diszipliniert an oder auf etwas zuzuarbeiten. Packen Sie sich beispielsweise derart mit Aufgaben zu, dass Sie sie unmöglich in der dafür zur Verfügung stehenden Zeit schaffen können. Wenn sie nicht gleich jenseits Ihrer Fähigkeiten liegen. Verständlich, wenn es Ihnen dann an Selbstdisziplin mangeln sollte und Sie lieber heute als morgen alles hinwerfen würden.

Bestrafen Sie sich
Sie haben hingeworfen und nicht durchgehalten. Dann legen Sie noch einen drauf und bestrafen Sie sich. Eine Woche Fernsehverbot, eine eiskalte Dusche, egal was. Hauptsache, Sie brennen sich die Tatsache, es nicht geschafft zu haben, in Ihr Gedächtnis ein. Wenn jetzt die nächste vergleichbare Aktion ansteht, dürfte sich Ihre Begeisterung in Grenzen halten.

Machen Sie nur das, was Spaß macht
Wenn Sie vermeiden wollen, sich selbst disziplinieren zu müssen, dann tun Sie nur das, was Ihnen Spaß macht. Dann werden Sie sich nicht nur an Ihre Aufgaben machen, Sie werden sich auf Sie stürzen. Ihre Selbstdisziplin trainieren Sie damit zwar nicht, aber vielleicht finden Sie ja jemanden, der all Ihre ungeliebten Arbeiten erledigt.

Pflegen Sie eine chaotische Vorgehensweise
Gehen Sie Impulsen nach und arbeiten Sie Ihre Aufgaben nach Tagesform ab. Reißen Sie alles einmal an, springen Sie hin und her, starten Sie auf den letzten Drücker. Belasten Sie sich nicht mit etwas, was sich so sperrig anhört wie Aufgaben nach Plan erledigen. Ihnen fehlt so das Halt gebende Skelett, das Ihre Selbstdisziplin tragen könnte, und Sie werden mit dieser auch weiterhin nicht warm werden.

Lenken Sie sich ab
Manche Aufgaben machen bekanntlich keinen Spaß, die Sonne lacht oder die Freizeit lockt. Verständlich, wenn da Ihre Gedanken wandern und Sie sich eher mit Urlaubsplänen als mit Ihrer Arbeit beschäftigen. Verzichten Sie in dem Fall ruhig darauf, konzentriert einer Sache nachgehen zu wollen und lassen Sie sich treiben. Ihre Selbstdisziplin muss sich bei jeder Ablenkung neu bewähren und könnte bei diesem Trommelfeuer ins Wanken geraten.

Gewöhnen Sie sich ein unentschlossenes Handeln an
Werfen Sie Entscheidungen immer wieder um, stufen Sie alle Aktivitäten als gleich wichtig ein oder verschieben Sie Ihre Prioritäten beim leisesten Gegenwind. Je inkonsequenter Sie handeln oder Aufgaben unentschlossen begutachten, desto härter wird es Sie ankommen, diszipliniert bei einer zu bleiben.

Verzichten Sie auf Ziele und Visionen
Unentschlossen zu handeln wird Ihnen leicht fallen, wenn Sie auf Ziele verzichten. Und: Ohne Ziele wird auch Ihre Selbstdisziplin keine Nahrung finden. Denn wenn Sie nichts haben, was Sie erreichen wollen, werden Sie sich auch nicht antreiben müssen, es zu bekommen. In diesem Sinne: Bleiben Sie bestenfalls bei unklaren Wünschen stehen und gehen Sie jedem Bekenntnis zu eindeutigen, verbindlichen Zielen aus dem Weg.

Bleiben Sie vage
Sich nicht festzulegen wird Ihnen auch sonst helfen, Ihrer Selbstdisziplin nicht zu viel zuzumuten. Wenn Sie sich beispielsweise bereit erklären, ein Projekt zu übernehmen, wird man von Ihnen Ergebnisse erwarten. Wenn Sie lediglich Lippenbekenntnisse ablegen, müssen Sie auch keine Ergebnisse abliefern und dafür ein diszipliniertes Verhalten üben.

Legen Sie sich ein paar gute Vermeidungsstrategien zu
Sie kennen sich selbst am besten und dürften wissen, mit welchen Tricks Sie sich gern an diszipliniertem Vorgehen hindern. Beobachten Sie sich selbst und wenden Sie diese gezielt an. Was tun Sie für gewöhnlich, wenn Sie einer Aufgabe ausweichen wollen? Her damit. Wann fangen Sie an, unruhig zu werden und nach etwas anderem zu greifen? Stellen Sie die Situation nach. Selbstdisziplin kann man schließlich nicht nur üben, sondern auch verlernen. Das ist Ihre Chance.

Haben Sie immer ein paar Ausreden parat
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie „umgefallen“ und von Ihren guten Vorsätzen abgewichen sein sollten? Ein schlechtes Gewissen, das vielleicht sogar Ihren Wunsch nach mehr Selbstdisziplin stärken könnte? Dann greifen Sie zu Ausreden. Erklären Sie nicht nur anderen, sondern vor allem auch sich selbst, warum Sie gar nicht anders konnten. Je besser und glaubwürdiger Ihre Ausreden, desto dicker wird Ihr Panzer. Mangelnde Disziplin kann Ihnen so nichts anhaben.

Schieben Sie es auf andere
Das geht in die gleiche Richtung, hat nur einen leicht anderen Touch. Halten Sie keine Ausreden griffbereit, warum Sie etwas nicht hinbekommen haben, sondern schieben Sie es auf andere. Wenn es nicht in Ihrer Hand liegt, etwas zu erreichen, ist Ihre Selbstdisziplin auch nicht gefordert, es sich zu holen.

Lassen Sie Ihren inneren Widerständen freien Lauf
Hinterfragen Sie Ihren Widerwillen nicht, etwas diszipliniert anzugehen, sondern lassen Sie Ihren „Ausbremsern“ und Blockaden freien Lauf. Können Sie sich beispielsweise nicht dazu aufraffen, Ihre Aufgaben zu planen und verbindlich aufzuschreiben, weil Sie im Stillen davon überzeugt sind, dass das sowieso nichts bringt? Dann rühren Sie nicht daran oder versuchen gar, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Ansonsten könnte sich Selbstdisziplin doch als machbar erweisen.

Es geht auch so
Das ultimative Beruhigungsmittel: Selbstdisziplin ist gar nicht vonnöten. Es geht auch so. Irgendwie sind Sie bislang immer klargekommen. Hegen und pflegen Sie diese Überzeugung auch weiterhin. So werden weder von Ihrem Bewusstsein noch von Ihrem Unterbewusstsein Signale ausgehen, Ihr Verhalten zu ändern. Und ohne den Wunsch, sich verändern zu wollen, gibt es auch keinen Grund für den inneren Schweinehund, zu weichen.

Und – haben Sie den Wunsch, etwas zu verändern? Wünschen Sie sich mehr Selbstdisziplin? Dann nehmen Sie die Anti-Tipps und drehen Sie sie um. ™

Erstveröffentlichung 24.06.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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