Dieter Petereit 12. November 2018

Webdesign: So identifizierst du die verwendeten Schriftarten (nicht nur) auf Websites

Die massive Verbreitung der Webfonts bringt es mit sich, dass Typografie auch im Netz immer aufwändiger wird. Als stets interessierter Developer kommt es daher immer häufiger vor, dass du wissen möchtest, welcher Font da eingesetzt worden ist. Auch im Printbereich wirst du regelmäßig mit dieser Frage konfrontiert. Zumeist wird sie vom Kunden gestellt. “Schauen Sie sich mal unseren Flyer aus dem letzten Jahr an. Diese Schriftart wollen wir auch im nächsten Projekt verwenden.” Der Kunde weiß natürlich nicht, welche es ist. Die folgenden Dienste wissen unterschiedlich gut zu helfen, sind aber jedenfalls die beste Toolbox, die es derzeit gibt…

WhatTheFont ist der Marktführer bei den Font-Identifizierern

WhatTheFont in Aktion. (Screenshot: D. Petereit)

WhatTheFont von MyFonts hat schon dadurch einen Vorteil, dass es auf eine der größten Schriftenkollektionen des Netzes zugreifen kann. Zudem ist es schon ewig am Markt. Dennoch verlässt sich WhatTheFont auch stets auf Bilder als Input und bietet keine direkte Identifikation auf Live-Websites an. Was es von anderen absetzt, sind die Apps für Android und iOS. Diese erlauben dir die Identifikation von Schriften per Smartphone-Kamera.

Smartphone-App in Aktion. (Bild: MyFonts)

WhatTheFont ist so erfolgreich, dass etliche ältere Dienste mit gleicher Zielsetzung inzwischen ihre entsprechenden Services eingestellt haben und direkt auf WhatTheFont verweisen, so etwa Linotype.

WhatFontIs identifiziert Schriftarten aus Bildern

WhatFontis – ähnliches Prinzip wie WhatTheFont, aber keine Apps. (Screenshot: D. Petereit)

WhatFontis ist eine nützliche Arbeitshilfe für jeden Webdesigner. Dabei ist die Verwendung so simpel wie das Bookmarken einer Seite. WhatFontis ist als Bookmarklet und als Extension für Chrome und Safari verfügbar. Einmal aktiviert, gibt es detaillierte Einblicke zu den auf einer Website verwendeten Schriftarten.

Dabei basiert die Erkennung der Schriften immer auf einer Bilddatei. Die Chrome-Extension ist im Grunde nichts weiter als der Aufruf der WhatFont-Web-App. Die anderen beiden Extensions setzen WhatFont ins Kontextmenü.

Einen Vorteil gegenüber WhatTheFont kann ich nicht erkennen. Ich würde den Dienst also nur da einsetzen, wo andere schon gescheitert sind – als last resort quasi.

Fount – Bookmarklet mit durchwachsener Erfolgsquote

Der Wettbewerber Fount ist eine reine Bookmarklet-Lösung, bietet also keine Extensions oder andere Zugänge zur Funktionalität. Im Vergleich wirkt Fount optisch etwas altbacken, und kann nicht mit gleicher Zuverlässigkeit korrekte Ergebnisse vorweisen. Direkte Anbindungen an gängige Fontlibraries sucht man ebenfalls vergeblich. In meinen Tests kam Fount nicht nur vielfach an seine Grenzen, es funktionierte auch nur sehr unzuverlässig und nicht in jedem Browser.

Dennoch ist Fount eine zusätzliche Option. Das erste Werkzeug der Wahl sollte der Dienst aber nicht sein.

Font Matcherator

Font Matcherator von Fontspring. (Screenshot: D. Petereit)

Der Font Matcherator funktioniert ebenfalls auf der Basis hochzuladender Bilder. Sein Wettbewerbsvorteil besteht darin, dass das gesamte Fontspring-Portfolio hinter ihm steht. So ist er ähnlich stark wie WhatTheFont. Fontspring selber sieht den Matcherator noch weiter vorne, weil er etwa auch Open-Type-Features und einige andere Spezialitäten erkennen kann. In meinem Alltagstest spielte das indes keine entscheidene Rolle. Die Tools waren vergleichbar gut.

Außer Konkurrenz sei noch erwähnt:

Identifikation (u.a.) im Interview-Stil. (Screenshot: D. Petereit)

  • Identifont – Dieser Vertreter seiner Gattung versucht Schriftarten zu identifizieren, indem er dem Suchenden eine Vielzahl von Fragen stellt. Man muss also Geduld und ein Basiswissen mitbringen, um (möglicherweise) erfolgreich zu sein.

(Artikelbild: Depositphotos)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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2 Kommentare

  1. Meistens reicht ein Blick in den Quelltext!

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