Dieter Petereit 4. Juli 2017

WebVR Showroom: Blick in die Zukunft der Produktpräsentation

Der WebVR Showroom zeigt eindrucksvoll, wie die Zukunft der Produktpräsentation im Netz aussieht. Wann sich das durchsetzt, wird in erster Linie eine Frage der Kosten sein.

Gut, ich bin beeindruckt. Bislang haben mich WebVR-Experimente eher nicht so packen können. Was das französische Studio Little Workshop hier jedoch zeigen, ist durchaus ein Knüller.

Schnell mal virtuell ans Meer

Die beste Variante, deren WebVR Showroom zu besuchen, besteht darin, sein Smartphone in ein Cardboard oder was professionelleres zu schieben und die Aussicht zu genießen. Der Wohn- und Essbereich des schicken Hauses im ibizenkischen Baustil mit Blick aufs Meer wird dir gefallen. Das liegt zum einen am Thema an sich, zum anderen aber natürlich an der extrem realistischen Darstellung.

Hast du kein 3D-Gear zur Hand, besuchst du den Showroom konventionell im Browser. Hier kommt dann WebGL zum Einsatz. Mit der Maus bewegst du dich relativ frei durch den Raum.

Verschiedene realistische Texturen zum Selbstauftragen

An manchen Stellen wird dir auffallen, dass Objekte mit einem weißen Rahmen umlegt werden, sobald sie mit der Maus berührst. Tu dir keinen Zwang an und klicke sie an. Sofort fokussiert sich der Viewport auf das gewählte Objekt und blendet dir Informationen dazu ein. Zudem erhältst du die Möglichkeit, das Aussehen des gewählten Objekts zu ändern, indem du eine alternative Textur wählst.

So könnte das Möbel-Shopping der Zukunft aussehen. Wenn jetzt noch deine eigenen vier Wände dazu kämen, hätte diese Art des Einkaufens sogar einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Besuch eines Möbelhauses. Denn in der Virtualität bedarf es der sonst üblichen Abstraktion zwischen der Darstellung im riesigen Möbelhaus und dem Aussehen im kleinen Arbeitszimmer nicht mehr.

Da ginge noch mehr

Little Workshop hat die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, sondern bloß einige Objekte mit alternativen Texturen versehbar und überhaupt nur auswählbar gemacht. Wer jedoch im Design tätig ist, erkennt sofort die vielfältigen Möglichkeiten, die sich ergeben.

Bedenken habe ich lediglich hinsichtlich des Aufwandes. Es dürfte derzeit nur wenige Kunden geben, die sich auf das Abenteuer VR einlassen wollen, wenn die Kosten weit neben denen konventionellen Designs liegen. Sobald jedoch bessere Tools die Prozesse vereinfachen, wird die Technologie wettbewerbsfähig. Bis dahin sind auch die technischen Darstellungsmöglichkeiten in Sachen 3D noch besser geworden.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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2 Kommentare

  1. Wir haben einige Projekte für Küchen- und Möbelhersteller durchgeführt. Das Problem ist die immersion bei komplexen VR Konfigurationstools und hohe Usability zu verbinden. Lösbar aber gerade bei komplexen Planungen eine Herausforderung!

  2. Die Stoffe anzufassen wir auch in Naher Zukunft möglich sein, indem man etwa durch einen Handschuhe die Strukturen imitiert.

    Optimal wäre es, beispielsweise sein eigenes Wohnzimmer durch VR genau zu planen oder bereits vorm Einzug eine virtuelle Darstellung der neuen Wohnung bekommt. So kann man online schon alles planen und das meiste auch kaufen, ohne ein Möbelhaus betreten zu haben.
    Ein ähnliche Herangehensweise hat beispielsweise schon IKEA mit einer App, aber die Optionen waren eher eingeschränkt, wie ich finde.

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