Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Denis Potschien 16. Februar 2015

Webfonts adé: Typekit-Konkurrent WebINK gibt auf

Kein Beitragsbild

Mit der Etablierung der Webfonts vor etwa fünf Jahren gab es sehr schnell die ers­ten Anbieter von Webfonts auf dem Markt. Vor allem Typekit als einer der ers­ten Webfontdienste hat hier das Abomodell durch­ge­setzt. Seit 2011 gehört Typekit zu Adobe und ist fest in die Creative Cloud ein­ge­bun­den, so dass Mitbewerber es seit­dem nicht unbe­dingt leich­ter haben. Die ers­ten Auswirkungen tre­ten jetzt zuta­ge…

webink

Typekit dank Adobe allgegenwärtig

Daher ist es nicht all­zu über­ra­schend, dass mit WebINK der ers­te halb­wegs gro­ße Typekit-Konkurrent die Segel streicht und sei­nen Dienst ein­stellt. WebINK gehört zum Softwareunternehmen Extensis, das selbst zwar kei­ne Schriften anbie­tet, sich aber auf pro­fes­sio­nel­le Schriftenverwaltung spe­zia­li­siert hat. Der Abschied von WebINK über­rascht auch des­halb nicht, weil der Dienst man­gels eige­ner Schriften ein rela­tiv über­schau­ba­res Angebot an Webfonts hat­te.

Mit den über 4.000 Schriften, die Typekit anbie­tet, konn­te WebINK nie mit­hal­ten. Neben Typekit sind es vor allem MyFonts und fonts.com, die unter den kom­mer­zi­el­len Webfontdiensten der­zeit im Wettbewerb zu Typekit ste­hen.

Ende Juni ist Schluss

WebINK stellt sei­nen Dienst Ende Juni ein. Auch wer kurz vor Schluss den Dienst noch ein­mal tes­ten möch­te, kommt zu spät. Neuanmeldungen sind nicht mehr mög­lich. Kunden emp­fiehlt WebINK den Wechsel zu Typekit oder Google Fonts. Über eine Migrationstabelle erfährt man, wel­che Schriftenanbieter von wel­chen Webfontdiensten unter­stützt wer­den. Das kann zumin­dest dabei hel­fen, eine Alternative zu fin­den.

typekit-webkit
Adobes Reaktion auf das Ende von WebINK

Allerdings ist die Migrationstabelle vor allem auf den Wechsel zu Adobes Typekit aus­ge­legt. Adobe hat bereits auf den Rückzug von WebINK reagiert und drei neue Schriftenhäuser in sein Angebot auf­ge­nom­men. Einen spe­zi­el­les Migrationsservice, der den Umzug ver­ein­fa­chen wür­de, wird es jedoch nicht geben.

Abomodelle und ihre Nachteile

Das Beispiel WebINK zeigt auch den gro­ßen Nachteil von Abomodellen. Nutzer von WebINK müs­sen sich nun nach einem neu­en Dienst umschau­en. Je mehr Schriften auf ver­schie­de­nen Webprojekten ein­ge­setzt wer­den, des­to schwie­ri­ger dürf­te der Wechsel fal­len. Abgesehen vom Aufwand, Schriften eines neu­en Anbieters in bestehen­de Websites ein­zu­bau­en, muss erst ein­mal ein Anbieter gefun­den wer­den, der auch alle genutz­ten WebINK-Schriften anbie­tet.

Webfonts auch ohne Abo erhältlich

Ich selbst war nie ein gro­ßer Freund des Abomodells bei Schriften. Auch wenn ich mich mitt­ler­wei­le mit der Creative Cloud von Adobe halb­wegs ange­freun­det habe, sind mir selbst gehos­te­te Schriften immer noch lie­ber.

Zwar fin­det man klas­si­sche Adobe-Schriften aus­schließ­lich als Abomodell; aber vor allem MyFonts bie­tet all sei­ne Webfonts zum Selbsthosten an. Zwar wird hier unter­schie­den zwi­schen Schriften, die ein­mal lizen­ziert wer­den und sol­chen, für die man nach Page-Impressions zahlt. Aber auch letz­te­re wer­den selbst gehos­tet. Hier ist man ledig­lich ver­pflich­tet, ein Zählpixel auf der Website ein­zu­bin­den, wel­cher MyFonts erlaubt, die Seitenzugriffe nach­zu­voll­zie­hen.

Bei Typekit besteht zwar der­zeit wohl nicht das Risiko, dass der Dienst dicht macht. Aber das Beispiel WebINK zeigt zumin­dest, dass man bei Abomodellen grund­sätz­lich auch das Ende eines Dienstes im Hinterkopf haben soll­te. Auch wenn das jetzt die vie­len Startups im Lande nicht gern hören wer­den: das Risiko ist bei jun­gen, klei­nen Unternehmen grö­ßer als bei den eta­blier­ten und soll­te im Vorfeld sorg­fäl­tig abge­wo­gen wer­den.

Links zum Beitrag

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.