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Ralf Herrmann 24. September 2010

Webfont-Formate: Beschaffenheit und Einsatzmöglichkeiten im Webdesign

Mit der neu­en Möglichkeit, belie­bi­ge Schriften per @font-face in Webseiten ein­zu­bin­den, ist ein neu­es Stilmittel hin­zu­ge­kom­men, dass die gewohn­te Eintönigkeit der Systemschriften ablö­sen soll. Diese Artikelserie beleuch­tet die Entwicklung und vor allem die heu­ti­gen Möglichkeiten die­ser Technik aus­führ­lich. In die­sem Teil der Serie geht es um die Vor- und Nachteile der ver­schie­de­nen Formate.

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Webfont-Formate

EOT, TTF, OTF, CFF, AFM, LWFN, FFIL, FON, PFM, PFB, WOFF, SVG, STD, PRO, XSF, …
Sich im Dschungel der Fontformate zurecht zu fin­den, ist nicht gera­de ein­fach. In die­sem Artikel wer­den jene Fontformate näher beleuch­tet, die für den Einsatz auf Webseiten beson­de­re Relevanz besit­zen.

TrueType

Dieses Format wur­de Ende der 1980er Jahre als Alternative zu Adobes PostScript-Schriften-Formaten ent­wi­ckelt. Als ska­lier­ba­res Outline-Format lös­te es die bis dahin bei der Bildschirmdarstellung übli­chen Bitmap-Fonts ab. In der Folge wur­de es auch von Microsoft über­nom­men und ent­wi­ckel­te sich rasch zu dem Format für Systemschriften. Der Grund liegt vor allem in der Möglichkeit, die Bildschirmdarstellung sehr prä­zi­se und abge­stimmt auf die jewei­li­ge Schriftgröße kon­trol­lie­ren zu kön­nen.

OpenType

Dieses Format wur­de in Partnerschaft von Microsoft und Adobe ent­wi­ckelt. Es setzt direkt auf dem TrueType-Format auf, bie­tet aber optio­na­le, erwei­te­re typo­gra­fi­sche Funktionen (Ligaturen, Bruchziffern, Kontextbedingte Alternativzeichen etc.), die vor allem in pro­fes­sio­nel­len Design-Anwendungen zum Einsatz kom­men und bis­lang lei­der in Browsern noch unzu­rei­chend unter­stützt wer­den.

Wichtig zu wis­sen ist fer­ner, dass OpenType-Fonts in zwei Arten vor­lie­gen kön­nen, je nach­dem wel­che Outline-Technologie zum Einsatz kommt. Es gibt OpenType-Fonts mit TrueType-Outlines (OpenType TT) und sol­che mit PostScript-Outlines (OpenType PS). Letzteres wer­den häu­fig auch CFF-basiert (Compact File Format) genannt. Dies spielt beim Einsatz als Webfonts eine Rolle, da unter Windows die PostScript-basier­ten Fonts der­zeit meist ohne Subpixel-Rendering dar­ge­stellt wer­den, was die Darstellungsqualität beträcht­lich ver­schlech­tert. Hier sind also die TrueType-basier­ten Fonts klar zu bevor­zu­gen, auch wenn Microsoft die­ses Problem in Zukunft aus­mer­zen wird.

Da sich TrueType- und OpenType-Fonts struk­tu­rell sehr ähneln, gilt die Unterstützung in der Regel für bei­de Formate. Bei Browsern ist eine Unterstützung gege­ben seit Safari 3.1, Firefox 3.5 und Opera 10.

EOT

Das Format Embedded OpenType (EOT) wird seit Ende der 1990er Jahre im Internet Explorer ein­ge­setzt. Es ist eine Abwandlung des TrueType bzw. OpenType-Formates, die sich durch zwei Besonderheiten aus­zeich­net: Zum einen sind EOT-Fonts in der Regel für eine schnel­le­re Auslieferung im Web kom­pri­miert. Zum ande­ren las­sen sich EOT-Fonts an bestimm­te Webseiten kop­peln (URL Binding). Der Font funk­tio­niert dann nur auf den so vor­ein­ge­stell­ten Webseiten. Ein unbe­rech­tig­tes Kopieren zu einer ande­ren Domain ist nicht mög­lich.

EOT funk­tio­niert aus­schließ­lich im Internet Explorer. Auch wenn es sicher­lich als Webfont-Format kei­ne Zukunft hat, bie­tet es sich der­zeit noch an, die­ses Format aus­zu­lie­fern, um auch die Benutzer der ver­schie­de­nen IE-Versionen mit Webfonts zu ver­sor­gen.

Ein aktu­el­les Windows-Programm zum kos­ten­lo­sen Erstellen von kom­pri­mier­ten EOT-Fonts ist EOTFast.

WOFF

Das Web Open Font Format (WOFF) schickt sich der­zeit an, der Standard für Schrift auf Webseiten zu wer­den. Es ist als ein Kompromiss zwi­schen Schrift- und Browser-Herstellern ent­stan­den. Und so ver­wun­dert es auch nicht, dass das Format von zwei Schriftgestaltern und einem Mozilla-Entwickler in Gemeinschaft ent­wi­ckelt wur­de. Streng genom­men ist WOFF kein neu­es Format, son­dern eher ein Container-Format um das weit ver­brei­te­te OpenType-Format.

Auch bei WOFF ist wie beim EOT-Format eine Komprimierung direkt inte­griert. Darüber hin­aus kön­nen Meta-Daten hin­ter­legt sein, die zum Beispiel eine Nutzungslizenz aus­wei­sen, auch wenn die­se Daten allen­falls Informationscharakter haben und in kei­ner Weise von Browser über­prüft wer­den.

Mozilla kann sei­ne Hausschrift FF Meta dank einer WOFF-Lizenz nun ohne Umwege auf der eige­nen Webseite ver­wen­den

Firefox unter­stützt das Format seit Version 3.6 und eine Standardisierung durch das W3C ist der­zeit im Gange. Alle ande­ren Browserhersteller arbei­ten bereits an einer Integration in kom­men­de Browser-Versionen.

Zur Konvertierung in das WOFF-Format kann der kos­ten­lo­se Online-Dienst von Fontsquirrel benutzt wer­den.

SVG

Innerhalb des Vektorgrafik-Formates SVG las­sen Fonts direkt in die ent­spre­chen­den SVG-Dateien ein­bet­ten. Man spricht meist von SVG-Fonts, wobei es sich in tech­ni­scher Hinsicht dann kaum noch um Fonts im eigent­li­chen Sinne han­delt. Vielmehr sind die Umrisslinien der ein­zel­nen Buchstaben hin­ter­legt und sie wer­den dann ent­spre­chend auf der Zeichenfläche der SVG-Grafik dar­ge­stellt.

Das Format hat im Zusammenhang mit Webfonts aktu­ell den­noch Relevanz, da es momen­tan das ein­zi­ge der hier beschrie­be­nen Formate ist, das auf iPhone und iPad im Mobile Safari benutzt wer­den kann.

Zur Erstellung kann eben­falls der Dienst von Fontsquirrel benutzt wer­den.

Der Webfont-Dienst Typekit lie­fert sei­ne Fonts auch im SVG-Format für iPhone und iPad aus.

In den nächsten Teilen der Serie lesen Sie:
  • Webfont-Anbieter
  • @font-face-Einbindung selbst gemacht
  • Ausblick: Schrift im Web

(mm),

Ralf Herrmann

Ralf Herrmann hat sich in der Typografie-Szene vor allem als Betreiber der beliebten typografischen Internet-Community Typografie.info einen Namen gemacht. Er ist außerdem Autor typografischer Fachbücher und Herausgeber des Typografie-Magazins TypoJournal. Die neuen Entwicklungen rund um Webfonts dokumentiert er auf der Seite webfonts.info

3 Kommentare

  1. Nun ja, Microsoft war mit EOT aller­dings als ers­ter da. Man könn­te auch sagen, war­um haben die ande­ren Browser ihr eige­nes Süppchen gekocht und nicht auch auf EOT gesetzt.
    Aber mit dem IE9 wird man ja bereits auf den zukünf­ti­gen Standard WOFF set­zen. Insofern ist Microsoft in die­ser Hinsicht aus­nahms­wei­se mal nichts vor­zu­wer­fen. ;-)

  2. Unterstützen wird der IE 9 das Web Open Font Format (WOFF). Also OpenType und TrueType.

  3. Und wie­der kocht der IE sein eige­nes Süppchen…

    Wenn Microsoft bei OpenType mit­ge­wirkt hat, war­um nimmt der IE dann nur EOT-Fonts? Weiß jemand, wel­chen Font-Type der IE9 unter­stüt­zen wird?

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