Was tun gegen die Konkurrenz von der Stange?

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Sven Lennartz

Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller...

Webdesign ist zwar nicht unbedingt teuer, doch es geht auch billig. Firmen wie Strato und Puretec kennen den Bedarf und haben ausgetüftelte Systeme auf den Markt gebracht. Wie erkläre ich das meinem Kunden?

“Ihre Homepage in nur 20 Minuten fertig!” heißt es bei Strato. “Ob Sie eine Homepage für Ihre Firma erstellen möchten, für sich privat oder für Ihren Verein.” Fast gleich lautend gibt sich 1&1: “In 20 Minuten fertig und online mit dem 1&1 WebSite Creator!”

Kosten tut das fast nichts, man zahlt zusammen mit seinem Webspace Paket und darf aus etwa Hundert Vorlagen wählen. Das alles ist thematisch sortiert, zumeist ansehnlich gestaltet und kann auf vielerlei Weise angepasst und variiert werden. Schnell, billig und beinahe einfach.

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Website Creator von 1&1

So groß die Vielfalt an Templates sein mag, das Web ist erheblich größer und bietet gewiß 10000 mal mehr Möglichkeiten, eine Website zu gestalten. Man wählt also aus einen außerordentlich eingeschränkten Angebot, das man sich mit unzähligen anderen Kunden teilen muss.

Die Konkurrenz von der Stange kann vieles nicht bieten, was für einen Webdesigner selbstverständlich ist. Natürlich bleiben Individualität und Kreativität auf der Strecke. Welche Firma kann einen Webauftritt verantworten, der hundert- oder tausendmal in gleicher oder sehr ähnlicher Form im Netz zu finden ist. Das mag regional und vor Ort funktionieren, kann im Web aber peinlich werden, etwa wenn ein Mitbewerber auf eine ähnliche Idee verfallen ist. Allerdings ist das Web groß genug, so dass die Wahrscheinlichkeit dafür nicht eben groß ist.

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“Schema F” bei Strato

Die rasch zusammengeklickten Seiten wirken leblos, haben keine Persönlichkeit und spiegeln nicht das wieder, was eine Firma tatsächlich ausmacht. Wunsch und Wirklichkeit passen häufig nicht zusammen, denn die Vorlagen zielen auf ein stromlinienförmiges, vermeintlich professionell wirkendes Design ab. O-Ton Strato: “Profi-Auftritt ohne Kompromisse.” Das mag der einen Firma gut zu Gesicht stehen, einer anderen aber eben nicht.

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Die neuen Seiten mögen in Rohform auch ganz passabel aussehen, doch das ändert sich sobald ein schlecht aufbereitetes Firmenlogo oder selbst gescannte Grafiken dazukommen. Schon dafür ist in der Regel ein Fachmann notwendig.

Auch wenn es vorgefertigte Module für interaktive Nutzungen bereits gibt oder diese in Zukunft verfügbar sein werden, sinnvolle Erweiterungen sind nur von Hand zu erledigen. Das beginnt bei kleinen Effekten oder nützlichen Javascripten für eine verbesserte Benutzung und geht über Formulare bis hin zu aufwändigeren Applikationen wie Chat, Auktionen, Suche, Community und so weiter. Was nicht vom Anbieter bereitgestellt wird, ist schlichtweg nicht vorhanden, da manuelle Erweiterungen nicht möglich sind.

Vorhandene Templates bieten keinen validen Quellcode, sie sind kaum optimiert in Bezug auf Suchmaschinen und Ladezeiten. Dies kann nachträglich durch einen Webdesigner nicht verbessert werden.

Weitere Argumente:

Es gibt keine Möglichkeit, eine Vorlage an neue Entwicklungen auf dem Browsermarkt anzupassen. Solange es der Anbieter nicht von sich aus tut.

Es gibt keine Sicherheitskopie auf CD-ROM oder Festplatte. Was man hat, das hat man. Hier aber wird direkt auf dem Server gearbeitet.

Die Zahl der Seiten ist begrenzt. Wer sich alle Möglichkeiten offen halten will, muss erheblich tiefer in die Tasche greifen. Für einen Webdesigner ist das hingegen kein Thema.

Kurzum: Webdesign von der Stange ist nicht mehr als die Visitenkarte aus dem Automaten. Auch wenn das in manchen Fällen genügen mag, eine Gefahr für den Webdesigner sind die Automaten bei Licht besehen kaum.

Sven Lennartz

Ex Webdesigner und Gründer von Dr. Web, heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger (Conterest) unterwegs. Hol dir sein gratis eBook Wie du mit wenig Zeit viel für dein Blog herausholst. Die Blogpflege Fibel.

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