Dieter Petereit 13. Dezember 2017

Visual Trends 2018: Adobe macht den Anfang

These are special times. Es wird Zeit, in die Kristallkugel zu blicken, um die kommenden Trends des Jahres 2018 zu prognostizieren. Adobe macht den Anfang.

Natürlich musst du Bedarf schaffen, wenn du ein Provider von Stock-Material bist, wie es Adobe Stock nun mal ist. Anders als Farbmixer wie Pantone kannst du aber nicht einfach ein dolles Bildthema erfinden und in den Markt drücken. Eine gewisse Realitätsnähe wird sich daher nicht vermeiden lassen, wenn wir auch nicht vergessen sollten, dass Subjektivität bei jeder Trendprognose eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Im Hause Adobe sind die Bildexperten zu der Erkenntnis gelangt, dass es insbesondere sechs Themenkomplexe sein werden, die sich in 2018 als Visual Trends durchsetzen könnten. Meiner Meinung nach sind Adobes Vorschläge zumindest nicht vollkommen absurd, sondern haben durchaus Charme.

Ich sollte noch ergänzen, dass sich das Adobe Stock-Team jeweils zwei Monate des kommenden Jahres mit einem der Trends befassen wird. Dazu wird es, wie schon in vergangenen Jahren, Kooperationen mit bekannten und weniger bekannten Künstlern geben, die ihre jeweiligen Interpretationen zum Thema beisteuern. Das verspricht, interessant zu werden.

Und das passiert 2018 bei Adobe Stock und möglicherweise darüber hinaus:

Stille und Einsamkeit

Beginnen wird das Jahr mit der Bearbeitung des Themas “Stille und Einsamkeit”. Mindfulness, Achtsamkeit setzt sich als erstrebenswertes Ziel unter Kreativarbeitern immer mehr durch. Auch wenn Selbstreflexion und Entspanntheit nicht unbedingt Einsamkeit erfordert, erleichtert doch eine gewisse Zurückgezogenheit die Zielerreichung. Ich bin gespannt, was die Stock-Künstler hier beizutragen haben.

Das flüssige Selbst

Ich habe noch ganz klare Vorstellungen davon, über welche Eigenschaften ich mich definieren will. Und dass sind durchaus konservative Kriterien. Allerdings ist das gerade im kreativen Bereich bei vielen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr der Fall. Identität verschwimmt, fließt und ändert sich. Wie stellen wir das bildlich dar?

Multilokalismus

Als ich in den Achtzigern mit der Computerei begann, ahnte ich nicht, dass ich die Geburtsstunde des Multilokalismus erleben würde. Inzwischen bin ich selbst ein digitaler Nomade geworden. Mit dem Internet hat sich die Welt in ein Dorf verwandelt und wir, die wir uns darin beruflich bewegen, erleben das ganz besonders. Meine Kollegen sitzen rund um den Erdball verstreut, meine Kunden ebenso. Das war noch in den Neunzigern fast undenkbar.

Kreative Realität

Der intensive Wandel, dem Gesellschaften weltweit durch die fortschreitende Digitalisierung ausgesetzt sind, drückt sich in unterschiedlicher Weise aus. Manche reagieren mit Angst, Protest und Rückwärtsgerichtetheit, andere sehen eher die Chancen und gestalten die Zukunft aktiv mit. Wieder andere flüchten sich in alternative Realitäten und kreiieren Traumwelten und Utopien.

Geschichte und Erinnerung

Geschichte kann als Inspirationsquelle taugen, wenn man sie nicht romantisch verklärt, wie es manch Ewiggestriger tut. Da die Geschichte unterschiedlicher Kulturen nicht parallel verläuft, sondern Fortschritt in unterschiedlichen Geschwindigkeiten stattfindet, ergeben sich an den Schnittstellen interessante Effekte, die sich bildlich darstellen lassen.

Berührung und Haptik

Heutzutage berühren wir den Touchscreen häufiger als unsere Liebsten. Und selbst diese Berührung wird sich vermutlich in näherer Zukunft erübrigen. Wenn alles berührungslos funktioniert, wie funktioniert dann der Mensch, der ein soziales Herdentier ist? Kommt eine neue Zwischenmenschlichkeit oder gewöhnen wir uns an ein gewisse Roboterhaftigkeit?

Fazit: Eine schöne Roadmap, die Adobe Stock da hat

Jedes der oben genannten Themen wird in zwei Monaten des folgenden Jahres bearbeitet werden. Ende 2018 werden wir dann ein (im wahrsten Sinne) recht komplexes Bilderwerk zu den diversen Bereichen haben. Ob du nun die einzelnen Topics genau so gesetzt hättest oder nicht, auf jeden Fall wird Adobe Stock nicht den x-sten langweiligen Business-Kasper ablichten und einstellen. Das ist schon ein Vorteil an sich.

(Bildquelle für alle verwendeten Fotos ist Adobe Stock.)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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Ein Kommentar

  1. »Alternative Realitäten« stößt mir irgendwie auf. Aber sonst sehr verlockend. Wie lange wird es dauern, bis die Trends monatlich prognostiziert werden?

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