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Daniel Dubsky 15. Oktober 2007

Virtuelles Testsystem mit VirtualBox

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Bei Virtualisierung auf dem PC denkt man zuerst an VMware oder Microsofts Virtual PC, doch seit einigen Monaten gibt es mit VirtualBox eine neue, frei verfügbare Lösung. Der Artikel zeigt, wie Sie in wenigen Schritten ein Windows-Testsystem einrichten, um etwa neue Programme risikolos ausprobieren zu können.

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Die von Innotek entwickelte Virtualisierungssoftware VirtualBox ist in zwei Ausführungen zu haben. Komplett frei verfügbar ist die Open-Source-Version unter der GPL, bei der man ohne virtuelle USB-Geräte, RDP und iSCSI-Unterstützung auskommen muss. Diese Features bietet die unter der VirtualBox Personal Use and Evaluation License (PUEL) stehende Version, die für den Privatgebrauch ebenfalls kostenlos ist. Beide unterstützen Windows, Mac OS X und verschiedenste Linux-Distributionen als Hostsystem und führen virtuelle Systeme mit DOS, Windows, OS/2, Linux, Netware, Solaris und einigen BSD-Varianten aus.

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Nach der Installation von VirtualBox können Sie zunächst unter Datei/Globale Einstellungen festlegen, wo die virtuellen Maschinen (VM) und VDI-Dateien, also die virtuellen Festplatten der VMs, gespeichert werden. Dort lässt sich auch die Host-Taste, standardmäßig die rechte STRG-Taste, ändern. Die brauchen Sie später, um etwa in den Vollbildmodus und zurück zu wechseln oder den Fokus der Maus wieder aus der virtuellen Umgebung auf den normalen Desktop zu bekommen.

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Das VirtualBox-Programmfenster zeigt alle angelegten virtuellen Maschinen nebst deren virtueller Hardware-Ausstattung an.

Virtuelles System anlegen
Beim Anlegen der virtuellen Maschinen hilft dann ein Assistent. Weisen Sie der VM nicht zu großzügig Arbeitsspeicher zu, da VirtualBox diesen nicht nach Bedarf, sondern gleich komplett belegt. Laufen mehrere VMs gleichzeitig, kommt sonst möglicherweise das Hostsystem zu kurz. Beim Festplattenplatz können Sie dagegen wählen, ob die VM ein virtuelles Laufwerk fester Größe erhält oder ein nach Bedarf dynamisch mitwachsendes Laufwerk.

Ist die VM erstellt, bietet sie erst einmal nur grundlegende Funktionen – ein CD/DVD-Laufwerk fehlt beispielsweise noch und es sind auch keine Ordner für den Datenaustausch zwischen Host- und Gastsystem ausgewählt. Das können Sie aber in den Einstellungen nachholen, die Sie durch Klick auf einen der blauen Menüpunkte (Allgemein, Festplatten, …) im Reiter Details erreichen.

Screenshot
Mithilfe des Wizards ist eine virtuelle Maschine mit wenigen Klicks in einer Minute angelegt.

Bislang besitzt ihr virtuelles System eine virtuelle Netzwerkkarte im Modus NAT, die ihre IP-Adresse von VirtualBox bezieht. VirtualBox arbeitet dabei als eine Art Router und leitet den Netzwerktraffic der VM an die Netzwerkkarte des Hostsystems weiter und nimmt auch die Antworten in Empfang. Das reicht für die meisten virtuellen Systeme aus, da ohne weitere Konfigurationen alle Anwendungen ins Netzwerk und Internet gelangen. Für erweiterte Netzwerkfunktionen, etwa um Serverdienste in der VM bereitzustellen, müssen Sie in VirtualBox ein neues Hostinterface anlegen. Über diese Netzwerkverbindung können Host und Gast miteinander kommunizieren, da sie auf beiden Systemen existiert. Damit Anwendungen der VM über das Hostinterface ins Netzwerk und Internet gelangen beziehungsweise aus diesen erreichbar sind, richten sie eine Bridge zum eigentlichen Netzwerkadapter des Hosts ein, indem sie – auf dem Host – beide Netzwerkverbindungen auswählen, rechtsklicken und Verbindung überbrücken wählen.

Betriebssystem installieren
Beim ersten Start der VM hilft Ihnen ein Assistent bei der Installation des Betriebssystems. Haben Sie den Assistenten versehentlich abgebrochen oder wollen später ein anderes Betriebssystem installieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste nach dem Start der VM in der unteren Leiste mit Buttons auf das CD-Symbol und wählen Sie CD/DVD-ROM-Abbild oder das Laufwerk des Hostsystems aus, in dem sich die Installations-CD/DVD befindet. Bei der Auswahl CD/DVD-ROM-Abbild landen Sie im Manager für virtuelle Laufwerke, wo sie das Installations-Image erst einmal durch Hinzufügen in den Image-Bestand aufnehmen müssen.

Die Installation selbst läuft dann wie auf einem ganz normalen Rechner ab. Um die Performance des Gastbetriebssystems zu verbessern und einige zusätzliche Features wie höhere Bildschirmauflösungen, bessere Videounterstützung oder eine gemeinsame Zwischenablage für Host und Gast zu erhalten, sollten sie anschließend im Menü Geräte die Gästeerweiterungen installieren. Klappt das nicht automatisch, müssen Sie die Datei VBoxGuestAdditions.iso aus dem VirtualBox-Installationsverzeichnis in der VM manuell mounten – wie bei der Betriebssysteminstallation über das CD-Icon am unteren Rand des VirtualBox-Fensters – und dann die VBoxGuestAdditions.exe starten. Nach der Installation der Gästeerweiterungen brauchen Sie auch nicht mehr die Host-Taste bemühen, um die Maus aus der VM herauszubekommen, sondern können ganz bequem zwischen Host und Gast hin- und herwechseln.

Ist das erledigt, sollten Sie ihre VM über Maschine/Sicherungspunkt erstellen konservieren. So können Sie später immer wieder zu diesem Punkt mit frisch installiertem Betriebssystem zurückkehren.

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Geschafft: Windows ist installiert und bootet in der virtuellen Maschine.

Nahtlose Integration
Eines der Highlights von VirtualBox ist der mit Version 1.5 eingeführte Nahtlos Mode, mit dem sich Programmfenster des Gastbetriebssystems ganz ohne den zugehörigen Desktop und das umgebende VirtualBox-Fenster anzeigen lassen. So stehen Anwendungen auf dem Host-System bereit, als würden Sie auf diesem laufen. Bei einem Windows-Gastsystem zeigt einzig die zum Gastsystem gehörende Taskleiste, die auf dem Host-Desktop eingeblendet wird, dass das Programm eigentlich aus einer VM stammt.

Mit dem Nahtlos Mode können beispielsweise Webseiten komfortabel in verschiedenen Browsern getestet werden. So lassen sich etwa der IE7 unter Vista oder Konqueror unter Linux auf einem System mit Windows XP einblenden, ohne das der Anwender den zugehörigen Vista- oder Linux-Desktop angezeigt bekommt. Alles was er tun muss, ist in der VM das gewünschte Browser-Fenster zu öffnen und mit Host-Taste + L in den Nahtlos Mode zu wechseln.


Dass das hintere Browser-Fenster unter einer anderen Windows-Version in der VM läuft, ist dank Nahtlos-Mode nicht zu erkennen. ™

Erstveröffentlichung 15.10.2007

Daniel Dubsky

Freier Journalist für Computer-und Internet-Themen. Schrieb unter anderem für verschiedene gedruckte Fachzeitschriften.

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