Dirk Metzmacher 8. August 2005

Video im Web: Die Praxis

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von Dirk Metzmacher

Schnell, unkompliziert und kostenlos einen Videoclip für das Internet produzieren – das soll unser Ziel sein. Die beiden geläufigen Video-Formate Real und Windows Media spielen die Hauptrolle.

Hintergrundwissen, das man braucht
Microsofts Windows Media Player und RealNetworks Real Player beherrschen den Markt. Um einen Videoclip für eines dieser Formate zu produzieren, benötigt man entweder den Windows Media Encoder für das Windows-Media-Format oder den Real Producer für das Real-Format. Beide Programme können auf der Anbieter-Website für Windows kostenlos heruntergeladen werden.

Der RealProducer Basic ermöglicht es, Videos für den RealPlayer zu komprimieren, also RM- oder RAM-Dateien zu erstellen. Öffnen und konvertieren lassen sich unter anderem die Formate AVI, MPEG, MOV (Quicktime) und WMV (Windows Media). Die mit „Basic“ erstellten Real-Videos nutzen entweder die Real 10-, Real 9- oder die Real G2-Videocodecs. Doch Vorsicht: Die Abwärtskompatibilität beim Real 10- für den Real 9-, 8- oder G2-Codec ist nur mit der Vollversion gegeben.

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Download der Software

Mit dem Windows Media Encoder können Liveinhalte in Echtzeit aufgezeichnet und gespeicherte Quellen in das Windows Media 9 Format codiert werden. Auch den Bildschirminhalt kann man abfilmen. Als Quelle dienen jegliche Geräte, die an die Audio- oder Videokarte angeschlossen werden können. Gespeicherte Quellen sind Videodateien der Formate WMV, AVI oder MPEG.

Jeder dieser Encoder nutzt nun seinen eigenen Codec. Codecs dienen der unabdingbaren Kompression des Ausgangsmaterials, um diese webtauglich zu machen. Immer ist das ein Kompromiß zwischen geringer Datenmenge und guter Darstellungsqualität. Die fertigen Clips können auf dem Server liegend als „Video on Demand“ heruntergeladen oder per Streaming-Server Live übertragen werden.

Leicht ist es möglich, die erstellten Video-Daten über das HTTP-Protokoll zu transportieren. Der Film wird dann vom Player zwischengespeichert und abgespielt. Profis nutzen lieber die Hersteller-eigenen Server-Protokolle, welches bei Real das offene „Real Time Streaming Protocoll“ (RTSP) und bei Microsoft das „Microsoft Media Services Protocoll“ (MMS) ist. Diese Protokolle sind wesentlich leistungsstärker als das HTTP, doch setzen sie einen dedizierten Server voraus. Das bedeutet zumeist die Anmietung geeigneter Technik. Wir wollen lieber kostengünstig produzieren, weshalb im folgenden das HTTP-Protokoll bevorzugt wird. Es bietet eine leichtere und für kleinere Video-Produktionen ausreichende Lösung.

Der Weg zum Real-Clip
Nach der Installation und dem Start des RealProducer zeigt sich das Programm übersichtlich mit Input- und Output-Vorschau sowie wenigen Einstellungsmöglichkeiten. Oft liegt jetzt das Material als AVI oder MPEG fertig geschnitten auf der Festplatte. Sollte das nicht der Fall sein, erhöht sich der Arbeitsaufwand, da zuerst in einem Schnittprogramm wie Adobe Premiere der Film bearbeitet werden muss. Solche Programme bieten aber eigene Export-Funktionen, auch für das Real- oder WMV-Format, weshalb wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen werden.

Beim RealProducer wird nun auf der Input-Seite entweder über „Input file“ die Datei direkt oder über „Devices“ ein Gerät mit dem Film angegeben. Solch ein Gerät könnte auch eine DV-Kamera sein.

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Auswahl des Ausgangsmaterials

Nach einem Klick auf „Audiences“ auf der Output-Seite können einige Einstellungen zum Audio- und Video-Mode und zur Auswahl der Streams gemacht werden. Die Basic-Version ist auf drei Streams beschränkt, was aber durchaus ausreichend ist. Eine logische Wahl wäre etwa 56k Dial-up, 64k Single ISDN und 256k DSL or Cable.

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Auswahl der Streams

Das Fenster wird geschlossen, womit die Einstellungen gespeichert wurden. Jetzt können noch über den Button „Video Filters“ einige Parameter zur „Video Noise Reduktion“ und zum „Deinterlace/Inverse telecine“ vorgenommen werden, was die Bildqualität steigern soll. Da außer „An“ oder „Aus“ keine weitere Einstellungen vorgenommen werden können, sollte man die Ergebnisse einiger Kombinationen direkt vergleichen.

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Video-Filter anstellen

Auch hier werden die Eingaben mit dem Schließen des Fensters gespeichert. Kommen wir zum letzten Button, der mit seinem Namen „Clip Information“ keine Fragen offen lässt. Auf Wunsch können einige Angaben zum Film gemacht werden, die mit dem Clip im Player geladen werden.

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Informationen zum Film

Ein Klick auf „Encode“ und der Film wird in das Real-Format umgewandelt. Danach wird zum Vergleich das Original und die soeben erstellte Version abgespielt. Wer das Ergebnis im RealPlayer sehen möchte, drückt einfach STRG P auf der Tastatur.

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Ein Klick auf „Encode“

Der Weg zum Windows-Media-Clip
Nach dem Start des Media Encoders meldet sich gleich der Assistent zu Wort, den wir mit einem Doppelklick auf „Datei konvertieren“ zum Schweigen bringen.

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Der Encoder bietet zahlreiche Assistenten

Im nächsten Schritt geben wir die Quelle des Films und den Zielort auf der Festplatte für die Windows Media-Datei an.

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Quelle und Speicherort

Ein Klick auf „Weiter“ bringt die Abfrage zur Verteilung des Inhalts, wo Dateidownload (Computerwiedergabe) ausgewählt ist und bleibt. Wir bestätigen wieder und kommen zu den Codierungsoptionen. Hier kann grob die Qualität der Video- und Audio-Daten festgelegt werden, was natürlich Auswirkungen auf die Downloadgeschwindigkeit haben wird.

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Die Codierungsoptionen

Der Film kann nun fertiggestellt oder mit einem Klick auf „Weiter“ noch einige Informationen zum Clip gemacht werden, wie es auch beim RealProducer möglich ist. Mit „Fertig stellen“ startet man die Kodierung, die etwas länger als beim RealProducer abläuft. Die „Wiedergabe der Ausgabedatei“ zeigt den Clip im Windows Media Player an.

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Informationen zum Film

Ein Tipp zum Schluß
Der „Simplified Universal Player Encoder & Renderer“, SUPER, bietet eine kostenlose Sammlung von freien Encodern, die unter einer Benutzeroberfläche zusammengefasst wurden. Die Videoformate 3gp und 3g2 (Nokia, Siemens, Sony, Ericsson) asf, avi (DivX, Xvid, MPEG4) fli, flc, flv (Flashfilme), mpg (I & II), mov, mp4, ogg, qt, rm, str (Play Station), swf (Flash), viv, vob und wmv werden genauso unterstützt, wie auch die Audio-Formate ac3, amr, mp2, mp3, mp4, ogg, ra und wma. (tm)

Erstveröffentlichung 08.08.2005

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.
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