Dieter Petereit 20. Dezember 2018

So betreibst du erfolgreiches Affiliate-Marketing!

Wenn du einen Online-Shop betreibst, solltest du einige Zeit in die Erstellung eines guten Marketing-Konzepts investieren. Marketing zu betreiben heißt jedoch nicht immer, Anzeigen zu schalten oder Werbeblöcke auf anderen Websites zu platzieren. Eine gute Idee kann auch darin bestehen, ein eigenes Affiliate-Programm zu starten. Das indes hält einige Fallstricke für dich bereit. Lass uns die ersten Schritte gemeinsam gehen.

Was ist ein Affiliate-Programm?

Ein Affiliate-Programm ist eine Art Schneeballsystem. Du startest das Programm für deine Produkte und andere Menschen machen für dich Werbung. Sie binden deine Werbemittel auf ihren Websites ein. Jedes Mal, wenn über diese Werbemittel ein Kauf erfolgt, verdienen die Affiliates einen kleinen Prozentsatz von diesem Verkauf.

Wenn es dir darum geht, nicht deine Produkte, sondern deine Seite zu vermarkten, dann kann genau der umgekehrte Weg für dich interessant sein. Anstatt ein eigenes Affiliate-Programm zu starten, könntest du dich einem bereits existierenden anschließen. Wenn du schnell einen Überblick bekommen willst, welche Programme eventuell für dich und deine Themen in Frage kommen könnten, dann schau mal in die Bestände einer großen Partnerprogramm-Suchmaschine, wie etwa affiliate-marketing.eu.

Mit deinem eigenen Affiliate-Programm hast du sozusagen eine kleine Armee von Verkäufern, denen du kein Gehalt, sondern lediglich einen Prozentsatz von jedem Verkauf über deine Werbemittel zahlen musst. Durch den Einsatz von Cookies findet das Affiliate-Programm heraus, von welchem deiner Verkäufer die Empfehlung kam und ordnet diesem Affiliate dann den Verkauf zu.

Du kannst das optimale Vergütungssystem für deine Affiliates selbst festlegen und bist nicht an starre Vorgaben gebunden. Folgende Varianten sind üblich:

  1. Cost per Sale (prozentuale Vergütung bei einem Einkauf im Online-Shop)
  2. Cost per Lead (fixe Vergütung, zum Beispiel bei Abschluss eines Vertrags, Bestellung eines Katalogs, Anmeldung für einen Newsletter)
  3. Cost per Click (fixe Vergütung bei Klick auf das Werbemittel)

Die häufigsten Fehler blutiger Affiliate-Anfänger

Allerdings kann hierbei eine Menge schiefgehen. Werfen wir also einen Blick auf die häufigsten Fehler, die man im Affiliate-Marketing begehen kann.

Fehler #1: Du hast dein Programm nicht sorgfältig genug gewählt!

Die wichtigste Entscheidung, die du beim Start eines Affiliate-Programms treffen musst, ist die Wahl der richtigen Plattform für dich. Hier treffen gerade Anfänger gerne die falsche Entscheidung.

Der größte Fehler, den du machen kannst, besteht darin, eine selbstgehostete Variante zu wählen. Gerade Anfänger in der Materie würden meist eine solche Affiliate-Tracking und Management-Software wählen, weil sie billiger ist.

Billig ist jedoch nicht immer gut. Vor allem nicht, wenn es um Geld geht. Affiliate-Management-Systeme von Drittanbietern sind stets vorteilhafter für Dich. Du solltest daher eine solche Plattform wählen.

Fehler #2: Das Tracking-System taugt nichts

Ein Affiliate-Programm steht und fällt mit dem Tracking-System. Es ordnet die Verkäufe den einzelnen Affiliates zu. Geht hier etwas schief, kann es dich richtig Geld kosten.

Die meisten selbst gehosteten Affiliate-Management-Softwares kommen in Form von Plugins daher, die auf deinem Server ausgeführt werden. Realität ist jedoch, dass dein Server nicht für diese Aufgabe optimiert ist, um die Klicks exakt zu verfolgen.

Ein einfacher Fehler kann dazu führen, dass du für jeden Verkauf doppelte Provisionen zahlen musst. Für deine Affiliates ist das natürlich toll, sie verdienen dann richtig Geld mit dir.

Das sollte Grund genug sein, immer eine Drittanbieter-Affiliate-Tracking-Plattform zu nutzen. So kannst du sicher sein, dass das Tracking funktioniert und du nicht mehr zahlen musst, als nötig.

Fehler #3: Du lässt dich besch***en

Die meisten selbstgehosteten Affiliate-Lösungen haben keine Betrugserkennung eingebaut. Manche behaupten es, doch du solltest das dreifach im Kleingedruckten überprüfen und herausfinden, wie das funktioniert. In der Regel wird es das nicht, denn es ist sehr schwer umzusetzen.

Eine professionelle Plattform hingegen beschäftigt sich mit nichts anderem als der perfekten Bereitstellung eines funktionierenden Systems. Alle Klicks und Verweise werden regelmäßig überwacht. Zudem beschäftigen professionelle Plattformen eigenes Personal, das sich mit versuchtem Betrug beschäftigt.

Du wirst sofort eine E-Mail erhalten, wenn etwas nicht stimmt. Verdächtige Aktivitäten und Affiliates bleiben nicht lange im Verborgenen. Du wirst mit einer professionellen Plattform kein Geld verlieren.

Das ist auch der Grund, warum sich einige der größten Marken der Welt auf Affiliate-Tracking-Plattformen verlassen, anstatt den Aufbau einer Inhouse-Software voranzutreiben.

Fehler #4: Du verzettelst dich im Buchhaltungsdschungel

Als Unternehmer bedeutet Zeit für dich bares Geld. Du solltest diese Zeit nicht damit verschwenden, das Geld an deine Affiliates auszuzahlen. Verwende deine Zeit lieber auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Zum Beispiel darauf, deinen Umsatz zu steigern.

Professionelle Affiliate-Management-Plattformen sorgen automatisch für die Auszahlung aller nationalen und internationalen Zahlungen. Deine Affiliates werden immer pünktlich bezahlt, ohne dass du dich darum kümmern musst. Das macht deine Affiliates glücklich und du hast Zeit gewonnen.

Hast du schon EU-weit verkauft? Die Regelungen sind reichlich kompliziert. Sie werden noch komplizierter, wenn du eine selbstgehostete Variante eines Affiliate-Programm wählst. Dein Buchhaltungsuafwand steigt auch an dieser Front. Es ist kein Geschenk, sich damit beschäftigen zu müssen.

Wenn du zudem deine Buchhaltung selbst erledigen musst, wirst du Stunden damit zubringen, die richtigen Regelungen zu finden.

Du bist Unternehmer und kein Buchhalter. Du solltest dich damit nicht beschäftigen müssen. Sorge für Umsatz und überlasse den Buchhaltungs-Aufwand den Profis. Der ganze Aufwand und Ärger lohnt sich nicht, nur um eine zu vernachlässigende Gebühr für die Nutzung einer etablierten Affiliate-Marketing-Plattform zu sparen.

Affiliate-Marketing ist ein buntes Treiben. (Illustration: Depositphotos)

Fehler #5: Du verunsicherst deine Affiliates durch Alleingänge

Ein bereits vorhandenes Netzwerk ist für deine Affiliates bedeutend einfacher zu handhaben. Bedenke, dass diese Menschen nicht nur deine Waren oder Produkte bewerben, sondern auch noch andere interessante Dinge zu tun haben.

Auf einer professionellen Plattform müssen sich deine Partner nur einmal einloggen und können all ihre Programme managen. Zudem hilft eine professionelle Plattform dabei, bei deinen potenziellen Affiliates Vertrauen aufzubauen. Denn sie wissen zumeist bereits, dass die Zahlungen pünktlich auf ihrem Konto eingehen.

Vertrauen ist sehr wichtig in der Branche, denn nicht nur die Betreiber eines Affiliate-Programms werden gern betrogen, sondern auch die Affiliates. Gib ihnen daher die Sicherheit einer etablierten Plattform mit gutem Ruf.

Fehler #6: Du unterschätzt den Netzwerkeffekt einer etablierten Lösung

Wenn du einem großen Affiliate-Netzwerk betrittst, wird dein Unternehmen mehr Aufmerksamkeit erhalten, als wenn du eine eigene Lösung anstrebst. Das wird dir ebenfalls dabei helfen, mehr Partner zu rekrutieren und so dein Umsatzrisiko zu diversifizieren. Übrigens sind einige Unternehmen Teil von mehreren Affiliate-Netzwerken, um eine maximale Aufmerksamkeit zu generieren. Das hat allerdings nicht nur Vorteile. Deshalb entscheide dich lieber für eins und bleib dabei.

Hier findest du, was du brauchst

Wenn du nach Affiliate-Netzwerken Ausschau hältst, wird Google dich mit Treffern erschlagen. Schau dir diese Übersicht der wichtigsten Partnerprogramm-Plattformen auf jeden Fall ebenfalls an, sie enthält auch die Platzhirsche Adcell, Awin (vormals Zanox) und Affilinet, sowie einige andere. Awin hat inzwischen Affilinet in das eigene Portfolio übernommen, so dass der Axel-Springer-Konzern, dem Awin gehört, damit zumindest in Deutschland der größte Anbieter ist.

Je nach Ausrichtung deiner Website kann es auch sinnvoll sein, eventuell sogar in Kombination, dich als Affiliate an bestehende Programme zu hängen. Konsultiere dazu die bereits weiter oben erwähnte Partnerprogramm-Suchmaschine und die Google-Instanz deines Vertrauens.

Willst du dir weiteres Wissen aneignen, empfehle ich dir unseren Grundlagenartikel zum Thema aus unserer Online-Marketing-Serie. Generell befasst sich dieses Blog immer wieder sachverständig mit allen Themen, die die Affiliate-Szene beschäftigen.

(Artikelbild: Depositphotos)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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