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Johannes Kallweit 8. Oktober 2018

User Experience Design: Was es ist und wie man es richtig einsetzt

Dass der Kunde immer Recht hat, wis­sen wir ja schon län­ger. Nur wird die­ser Spruch oft­mals als Fabel abge­tan und recht sel­ten beher­zigt. Doch genau die­se Einstellung kos­tet eine Menge Geld, Geld, wel­ches kei­ne Chance hat, ver­dient zu wer­den.

Egal zu wel­cher Branche dein Unternehmen zählt, an der Spitze einer jeden Marketing-Strategie steht stets der Kunde. Erst dann, wenn der Kunde zufrie­den ist, kann es auch das Unternehmen sein. Nur dann opti­miert ein Geschäft sei­ne Umsätze. Gerade in der digi­ta­len Welt ist die Zufriedenheit des Kunden sehr fra­gil; der Wettbewerb ist nur einen Klick ent­fernt.

Und so muss der Fokus nicht nur, aber beson­ders hier auf Kunden-Zufriedenheit und Service gelegt wer­den. Das betrifft eben­falls nicht nur Online-Shops, son­dern jed­we­de Art von Internet-Präsenz. Neben Produkten, Prozessen und so wei­ter, muss auch das User Experience Design opti­mal sein. Ich stel­le kurz vor, was das ist und wie das geht…

Das ist User Experience Design

Das Konzept des User Experience Design kon­zen­triert sich auf die Interaktion zwi­schen Website und Kunde. Dabei soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die­se sowohl schnell wie anspre­chend funk­tio­niert. Der Zusammenhang zwi­schen gutem User Experience (UX) Design und erfolg­rei­chen Websites ist stark, was nicht wirk­lich ver­wun­dert. Denn nur, wenn dein Kunde eine gute Erfahrung bei der Nutzung dei­ner Website hat, dann wird er auch Vertrauen ent­wi­ckeln, die nächs­ten Schritte zu gehen.

Die User Experience DIN EN ISO 9241–210

Da wir Deutschen dazu nei­gen, alles zu büro­kra­ti­sie­ren, exis­tiert seit Januar 2011 die User Experience als defi­nier­ter Begriff in der DIN EN ISO 9241–210.

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© Copyright Karsten Nolte – http://www.karsten-nolte.de

Die DIN ISO 9241–210 beschreibt die User-Experience wie folgt:

Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tat­säch­li­chen und/oder der erwar­te­ten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resul­tie­ren.“

Anmerkung 1: „User Experience umfasst sämt­li­che Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, phy­sio­lo­gi­schen und psy­cho­lo­gi­schen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, wäh­rend und nach der Nutzung erge­ben.“

Anmerkung 2: „User Experience ist eine Folge des Markenbilds, der Darstellung, Funktionalität, Systemleistung, des inter­ak­ti­ven Verhaltens und der Unterstützungsmöglichkeiten des inter­ak­ti­ven Systems, des psy­chi­schen und phy­si­schen Zustands des Benutzers auf­grund sei­ner Erfahrungen, Einstellungen, Fähigkeiten und sei­ner Persönlichkeit sowie des Nutzungskontextes.“

Anmerkung 3: „Die Gebrauchstauglichkeit kann, sofern sie unter dem Blickwinkel der per­sön­li­chen Ziele des Benutzers inter­pre­tiert wird, die Art der typi­scher­wei­se mit der User Experience ver­bun­de­nen Wahrnehmungen und emo­tio­na­len Aspekte umfas­sen. Kriterien der Gebrauchstauglichkeit kön­nen ange­wen­det wer­den, um Aspekte der User Experience zu beur­tei­len.“

User Experience auf den Punkt gebracht

User Experience Design stellt dem Besucher einer Website ein ein­fa­ches, kla­res, intui­ti­ves und wohl­durch­dach­tes Design zur Verfügung. Alle wich­ti­gen Elemente sol­len sich genau dort befin­den, wo der Besucher sie erwar­tet. Kurzum: Die Benutzerfreundlichkeit soll so groß wie nur mög­lich sein. Optimierung kann durch Umfragen, Tests und stän­di­ges Erforschen der Zielgruppe erreicht wer­den. Auch die Konkurrenz soll­te regel­mä­ßig über­prüft und ana­ly­siert wer­den.

Service und Support

Vernachlässigen soll­test du auf kei­nen Fall den Service, denn gera­de Service und Support sind her­vor­ra­gen­de Mittel zur Kundenbindung. In die­sem Bereich könn­test du dir durch­aus ein Alleinstellungsmerkmal schaf­fen.

Ein Beispiel für gutes User Experience Design


Foundation Framework

Die Website des Foundation-Frameworks ist ein gutes Beispiel für gelun­ge­nes UX-Design. Sie kommt in einem ein­fach und klar gehal­te­nen Flat-Design daher und lenkt die Aufmerksamkeit durch gute Kontraste auf zwei Bereiche:

Den Call-to-Action-Button zum Herunterladen und die Menüleiste oben. Auf die­ser Website fin­det man sich sofort zurecht. Zudem lädt die Website ange­nehm schnell, sodass der User nicht geneigt ist, schnell wie­der das Weite zu suchen. Bilder wer­den nur zur Unterstützung des eigent­li­chen Inhalts ver­wen­det und len­ken nicht von die­sem ab.

Gerade Bilder soll­ten eher spar­sam und nur unter­stüt­zend ein­ge­setzt wer­den, stets bedacht dar­auf, den Nutzer dort­hin zu gelei­ten, wo du ihn hin­ha­ben willst.

Entwickele deine Design-Strategie

design-strategie

Der Ausgangspunkt: die Farbe

Wenn du eine Design-Strategie für ein opti­ma­les User Experience Design ent­wi­ckelst, star­test du viel­leicht als ers­tes mit der Farbauswahl. Ein mini­ma­lis­ti­sches Theme wirkt zum Beispiel sehr gut mit einem mono­chro­ma­ti­schen Layout, ohne erschla­gen­de Kontraste.

Die zur­zeit belieb­tes­te Kombination ist trichro­ma­tisch. Es wird ein neu­tra­ler Hintergrund in Weiß oder sehr hel­lem Grau gewählt, dazu eine Highlight-Farbe für Registerkarten, Buttons und Elemente, die her­vor­ste­chen sol­len. So könn­te eine moder­ne Website in einer Schwarzweiß-Kombination gestal­tet wer­den, mit einem far­bi­gen Kopfbereich oder einem nicht ablen­ken­den Hero-Grafik-Bereich.

Der Blick des Users soll­te sich direkt auf die wich­ti­gen Bereiche der Website len­ken las­sen. Um dies zu errei­chen, könn­test du aus­gie­bi­ge Tests mit Usern oder soge­nann­ten Heatmaps durch­füh­ren. Für ein opti­ma­les UX-Design ist es wich­tig, sei­ne User ver­ste­hen zu ler­nen, um ihnen das bie­ten zu kön­nen, was sie ger­ne hät­ten oder erwar­ten.

Auf einer wei­ßen Hintergrundseite wird bereits ein klei­ner Farbklecks die Aufmerksamkeit des Besuchers auf sich zie­hen. Unter die­sen Vorgaben las­sen sich zum Beispiel opti­ma­le Formulare gestal­ten. Auch Produktbilder funk­tio­nie­ren am Besten auf wei­ßen Hintergründen. In Kombination mit sich farb­lich deut­lich abhe­ben­den Call-to-Action-Buttons wird ein ruhi­ger und kla­rer Gesamteindruck geschaf­fen.

Effekte und Menüs

Wenn die Farbwahl nun getrof­fen wur­de, nimmst du dir als nächs­tes viel­leicht die Effekte vor, die dei­ne Website auf­wei­sen soll. Auch hier ist weni­ger mehr. Sehr gut las­sen sich Effekte für die Validation von Formulardaten ein­set­zen, weil sich so ein wirk­li­ches Plus an Benutzerfreundlichkeit umset­zen lässt. Richtig ange­wen­det kön­nen auch Icons die Benutzerfreundlichkeit um eini­ges erhö­hen.

Ein Menü soll­te sich stets aus­rei­chend vom Inhalt abhe­ben und sofort wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen. Lass dir sich mit der Beschriftung der ein­zel­nen Menüpunkte ruhig Zeit und tes­te ver­schie­de­ne Varianten. Auch hier kön­nen Heatmaps und Test-User hel­fen. Wirklich wich­ti­ge Punkte des Menüs dür­fen ruhig deut­lich farb­lich abge­setzt als Call-to-Action-Button gestal­tet sein. So erkennt ein Besucher sofort, was von ihm erwar­tet wird.

Minimalistische Designs ver­brei­ten sich immer mehr im Web. Sie funk­tio­nie­ren auf einem Desktop-Rechner eben­so gut wie mobil auf einem Smartphone oder Tablet. Einige der größ­ten Marken über­haupt sind zu einem mini­ma­lis­ti­schen Flat-Design gewech­selt. Was für die­se gro­ßen Marken funk­tio­niert, kann auch für dein Unternehmen funk­tio­nie­ren.

Stets im Hinterkopf behalten:

Bedenke stets, dass der Computer-Monitor nur einen Teil der Gesamterfahrung abbil­den kann. Du willst dem Besucher dei­ner Website den bes­ten Service inner­halb der kür­zes­ten Zeit zur Verfügung stel­len. Service fängt aber mit einer opti­mier­ten Website nur an. Sobald der Besucher schnell und intui­tiv von der Startseite zum aus­ge­füll­ten und abge­schick­ten Kassenformular fin­det, ist die Website opti­mal auf­ge­baut.

Nach dem Verkauf geht die User-Experience noch wei­ter, Service und Support bie­ten ein bis­her kaum aus­ge­lo­te­tes Potenzial zur Kundenbindung. In die­sem Bereich kön­nen wir mit Sicherheit noch sehr viel von den Amerikanern ler­nen, die als Meister der Freundlichkeit und des Services gel­ten.

Fazit

Ein wirk­lich gutes User Experience Design ist nicht mal eben umzu­set­zen. Eingehende Tests, Forschungen und stän­di­ges Verbessern des Status quo sind erfor­der­lich, um opti­ma­le Ergebnisse zu errei­chen. Die har­te Arbeit wird dann hof­fent­lich mit mehr Verkäufen belohnt wer­den. Denn: Je bes­ser sich ein Kunde zu recht fin­det, des­to eher wird er auch kau­fen wol­len.

Links zum Beitrag

(Artikelbild: Depositphotos)

Johannes Kallweit

Johannes Kallweit entschloss sich, nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter noch ein Studium der Betriebswirtschaftslehre anzuhängen. Er hoffte, sich als Freelancer im Medienbereich das Studium finanzieren zu können. Inzwischen hat die Realität ihn eingeholt. So ein Studium ist doch verflixt anstrengend.

Ein Kommentar

  1. Sehr guter Artikel mit tol­lem Inhalt. Ein Thema was immer wich­ti­ger wird und jeder Webdesigner beher­zi­gen soll­te.

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