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Dieter Petereit 20. November 2012

Usability-Desaster: Windows 8 ist eine einzige Enttäuschung

Kein Beitragsbild

Jakob Nielsen wird nicht von jedermann gemocht, gehört jedoch unbestreitbar zu den größten Experten für nutzerfreundliches Design, die wir haben. Sein Werk „Designing Web Usability“ habe ich 1998 am Stück durchgelesen. In der Folgezeit kamen auch immer mal Einwürfe aus Richtung Nielsen, denen ich nicht stets so folgen konnte, aber im Großen und Ganzen macht man keinen Fehler, wenn man Nielsens Urteil zumindest Gehör schenkt. Ganz aktuell beschäftigte sich der Design-Experte mit Windows 8 und kam zu ganz klaren Aussagen.

Windows 8 ist weder für Neulinge, noch für Power-User brauchbar

Die Skepsis ist naheliegend. Auch ich kann mich nicht davon frei sprechen. Als Windows-Nutzer der ersten Stunde erscheint die völlige Abkehr von der bisherigen GUI wenig nachvollziehbar. Sicher, die Tablet-Variante des Redmonder Betriebssystems benötigt eine touch-freundliche Oberfläche, aber ich an meinem herkömmlichen PC doch nicht. Ist alles halb so wild, heißt es, der Desktop ist ja auch noch da. Dann wechselst du halt zwischen Modern UI und Desktop munter hin und her.

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Auch Nielsen hielt diese doppelte Herangehensweise wohl spontan nicht für eine so gute Idee und machte daher die Probe aufs Exempel. 12 erfahrene PC-Nutzer lud der Experte in sein Usability-Labor ein. Diese sollten nun mit einigen gängigen Aufgaben konfrontiert werden. Dabei mussten sie sowohl ein Surface RT Tablet, wie auch einen konventionellen PC bedienen.

Das Fazit fällt vernichtend aus: So ist es den Testpersonen vielfach nicht gelungen, die gestellten Aufgaben zu lösen. Und dabei handelte es sich, man führe sich das noch einmal vor Augen, um versierte Anwender älterer Windows-Versionen. Nielsen identifizierte folgende Schwächen als maßgeblich für die schlechte Usability.

Desktop oder Start-Screen? Wenn man sich zwei Konzepte merken muss..

Es ist grundsätzlich schlecht, zwei grundlegend unterschiedliche Desktop-Umgebungen auf einem einzigen Gerät zu haben. Wohin muss ich gehen, um was zu erledigen? Ich muss einräumen, dass ich mich mit der Kritik voll identifizieren kann. Ich kämpfe seit etwas über einer Woche mit einem neuen Ultrabook mit Windows 8 und musste mir doch tatsächlich ein Buch kaufen, um einigermaßen produktiv mit Windows 8 in die Gänge zu kommen. Sicherlich, ich hätte auch rumprobieren können, aber, ich weiß ja nicht, wie sich Microsoft seine Nutzerschaft vorstellt, doch ich muss arbeiten. Ich habe keine Zeit, nach Funktionen zu suchen, von denen ich bislang im Schlaf wusste, wo sie zu finden sind. Auch Nielsens Testpersonen hatten massive Probleme mit dem Wechseln zwischen den Welten.

Als total ungünstig identifizierte Nielsen die Tatsache, dass Browser sowohl in der Modern UI, wie auch auf dem Desktop gestartet werden können. Auch das ist mir schon passiert. Der Haken an der Sache ist, dass jeder Browser als eigene Instanz mit seinem eigenen Set an Browser-Tabs läuft. Mir ist bislang nicht klar geworden, wie ich es überhaupt geschafft habe, zwei Browserinstanzen zu starten.

Natürlich komme ich mit der Desktop-Umgebung im Verhältnis besser klar. Denn hier hat sich die Bedienung zwar in der Tiefe, aber nicht an der Oberfläche geändert. Die Modern UI hingegen lässt mich regelmäßig fast verzweifeln. Eine inkonsistente Nutzerfahrung konstatiert entsprechend auch Nielsen.

Wo sind denn die Windows hin?

Nielsen schlägt vor, Windows 8 umzubenennen. Window 8 wäre ein sehr viel besserer Name. Denn in der Modern UI gibt es stets nur ein einziges Fenster, das den kompletten Bildschirm ausfüllt. Das ist sicherlich für Tablet-Nutzer auf dem Surface eine sinnvolle Herangehensweise. Wenn ich jedoch neben Word, Excel, Photoshop und Yammer noch einen Skype-Chat offen halten will, dann kann ich die Modern UI dafür nicht gebrauchen. Überhaupt erschließt sich mir der Vorteil nicht, den es haben könnte, wenn ich eine App, die bislang ein schmaler Streifen an der rechten Ecke meines zweiten Bildschirms war, vollflächig auf 1080p vor die Nase gesetzt bekomme.

Auch Nielsen und seine Tester konnten sich mit den Einschränkungen der Modern UI in dieser Frage nicht anfreunden. Die Desktop-Umgebung wurde bislang glücklicherweise nicht abgeschafft. Denn wäre das der Fall, würde Windows, so wie ich es bisher verwende, vollkommen unbenutzbar. Für Einsteiger dürfte es indes nicht so prima sein, wenn sie willentlich entscheiden müssen, welche Skype-App sie denn nun installieren wollen. Die aus dem Store für Modern UI oder die von der Website für den Desktop? Gleiches gilt für andere Anwendungen.

Flache Bedienelemente und eine niedrige Informationsdichte

Windows 8 verfügt über eine komplett flache Bedienoptik. Alle Icons sind platt, es wird nicht mit Dimensionalität gespielt wie man das ansonsten kennt. Ob ein Element klickbar ist oder nicht, wird optisch durch nichts signalisiert. Der folgende Screenshot präsentiert ein schönes Beispiel:

Gut, dass man die Icons vermutlich klicken kann, hätte ich mir schon noch gedacht. Aber, dass „Change PC Settings“ ebenfalls ein Bedienelement ist, darauf wäre ich ohne weiteres nicht gekommen. Es wirkt eher wie eine Art Label für die Icon-Gruppe. Auf dem Surface führte die Bezeichnung bei Nielsens Testern übrigens zu weiteren Problemen. Die identifizierten das Surface nämlich gar nicht erst als PC.

Übernommen von Windows Phone ist die Modern UI typografisch ein interessantes Projekt. Große Kacheln, große Schriften. Alles wirkt übersichtlich. Das geht allerdings zu Lasten der Informationsdichte. Sprich, auf dem Bildschirm ist kaum noch was zu sehen. Scrollen wird zur Haupttätigkeit moderner Windows-User. Nielsen hat einen Screenshot parat:


Schwache Informationsdichte, scrollen ist vorprogrammiert


Die Website zeigt eine Informationsdichte, mit der man arbeiten kann

Man erkennt, dass, verglichen mit der Website der LA Times deutlich weniger Inhalte auf einen Blick erfasst werden können. Im Ergebnis muss man entsprechend für den Konsum der gleichen Menge an Nachrichten bei Nutzung der Modern UI mehr Zeit einplanen. Aber, soll einen ein Computer nicht produktiver machen?

In die gleiche Kerbe schlägt das Design der neuen sogenannten Live Tiles. Auch hier wird ein im Ansatz ganz nützliches Konzept durch die konkrete Ausführung ad absurdum geführt. Ich versuche bereits, vollständig auf diese Tiles zu verzichten. Denn sie bieten durch ihre gleichartige Art der Darstellung keine schnellen Differenzierungsmöglichkeiten. Mit anderen Worten: Ich muss viel zuviel lesen, um zu erkennen, welcher Tile jetzt der gesuchte ist.

Windows Charms Bar: Suchen, statt finden

Wie man die Windows-Charms-Bar öffnet, habe ich bereits heraus gefunden. Windows-Taste + C öffnet die neue kontext-sensitive Hilfeleiste, die je nachdem, wo man sie aufruft, ganz unterschiedliche Features bereit hält.

Nielsen ist der Auffassung, dass eine versteckte Funktion schon ganz grundsätzlich eine schlechte Funktion ist. Im Falle der Charms-Bar kann aber, jedenfalls nach meiner Erfahrung, nicht von Unzumutbarkeit die Rede sein. Weniger schön ist, dass die Kontextbezogenheit nicht so weit geht, dass Features, die im Kontext nicht verfügbar sind, gar nicht erst angezeigt werden. Klassiker und auch von Nielsens Testern bemängelt: die Suchfunktion. Diese steht auch in Anwendungen zur Verfügung, die keinen Gebrauch davon machen. Die Benutzung führt zu einer Fehlermeldung. Grober Unfug.

Gesten mit hohem Verwechslungspotenzial

Es passiert mir alle Nase lang. Ich führe eine Geste aus, von der ich einen bestimmten Effekt erwarte und es passiert etwas ganz anderes. Am häufigsten springe ich per unbeabsichtigter Geste zwischen Modern UI und Desktopn hin und her. Irgendwann, wenn ich mal das Win8-Buch gelesen habe, werde ich genauer herausfinden, was ich da falsch mache.

Neben eigenen Fehlern sind Gesten in Windows nach Nielsens Meinung bereits viel zu fehleranfällig angelegt. Probates Beispiel ist das Swipen von rechts nach links, das im Grunde horizontales Scrollen initiieren soll. Befindet sich der Finger oder die Maus jedoch zu weit im rechten Bereich des Screens führt der gleiche Swipe zum Öffnen der Charms-Bar.

Schlussendlich gelangt Nielsen zu dem Ergebnis, dass Windows 8 auf Tablets noch eine Chance hat, wenn die angesprochenen Designmängel behoben werden. Auf PCs sieht er Windows 8 jedoch nachhaltig als das falsche Produkt und empfiehlt, bei Windows 7 zu bleiben und auf Windows 9 zu hoffen…

Links zum Beitrag:

  • Windows 8 — Disappointing Usability for Both Novice and Power Users – Jakob Nielsens Alertbox
  • Jakob Nielsen (Webdesignexperte) – Wikipedia

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

35 Kommentare

  1. Umsteiger haben es schwer und effektiv sieht anders aus, aber das ist man doch schon gewohnt – eins stabil, eins ?, ein weiteres wieder brauchbar…

  2. Windows 8 ist sowas von mies… Ich finde das lustig, dass Microsoft sich ein Motte ausgedacht hat, was die grottenschlechte Umsetzung des eigenen Betriebssystems benennt.

    –> „CONTENT BEFORE CHROME“ wird das heute genannt <–

    … damit erklären die die schlechte, leseunfreundliche und schlecht bedienbare GUIUmsetzung.

    Ich kann nur sagen: Peinlich peinlich.

  3. Die meisten Windows Versionen sind sowiesi kleinere Updates zum Vorgänger. Bis manmal ein völlig neues Windows hat, gibt es 3 oder 4 Versionen bis das Design völlig anders ist als bei der ersten Version. Alles Geldmacherei.

  4. Bin ich ein Windows „Power-User“? Mag sein. Zumindest arbeite ich damit privat wie auch geschäftlich seit Windows 3 und habe mich auch mit der Konfiguration von Windows stets eingehend befasst.

    Mein zwischenzeitliches Urteil zu Windows 8 – (hoffentlich) ganz ohne technische Fachausdrücke:

    Nachteile
    ———
    Bei der Arbeit hat man es mit zwei grundsätzlich unterschiedlichen Bedienkonzepten zu tun. Und man wird bei der Arbeit am herkömmlichen Desktop (entspr. Win 7) in einigen Fällen auch dazu gezwungen sein, Aktivitäten im, für Tablett-PCs gedachten, „Modern-UI“ durchzuführen.
    Und auch ich halte das Modern-UI für nur wenig geeignet zum produktiven Arbeiten am Desktop-PC.

    Vorteil
    ——-
    Es ist möglich, am Desktop-PC, weitgehend wie unter Windows 7 zu arbeiten. Es gibt jedoch ein paar sinnvolle Verbesserungen.
    UND
    Man erhält beim Erwerb von Windows 8 genaugenommen zwei Betriebssysteme. Eines für den Tablett-PC und eines für den Desktop-PC.
    So hat man eine Wahlmöglichkeit und kann sich mit beiden Systemen vertraut machen.

    FAZIT:
    ——
    Windows 8 als Fehlentwicklung darzustellen halte ich für unberechtigt.
    Microsoft hätte dem Anwender bei Windows 8 lediglich die Möglichkeit mitgeben müssen, die zwei Bedienkonzepte vollkommen autark voneinander anzuwenden, dann wäre Windows 8 eigentlich vorbildlich!

  5. Windows 8 ist in der Desktop Version für unsere Heim – PC’s, Workstations auf der Arbeit und auch auf dem Laptop total sinnlos. Da reicht es schon sich nur EINE Aspekt anzusehen: 1 Anwendung ist pro Zeit offen. Warum haben wir Computer die Multitasking beherrschen. Ich habe oft 4 oder mehr Programme offen um effektiv zu sein.

    Windows RT hätte für die Tablets und Mobiles… Windows Phone 8 für die Handys absolut ausgereicht. Ein Release für die Von Neumann Architektur ist einfach nur gemacht worden „weil mans kann“. Windows 8 und Windows RT teilen sich im Grunde die gleichen Funktionen im Hintergrund. Die Shell / Kern war fertig und man hat darauf geachtet, dass es einfach kompatibel ist. Es war keine Große Sache, Windows 8 einfach auch noch für normale Pc’s raus zu bringen anstatt bei RT zu bleiben.

    Naja ohne ein Kapazitifes Multitouch Interface würde Ich dieses Betriebssystem eh nicht verwenden. Windows 7 ist absolut prima, ich kann also beruhigt bei MS bleiben.

    Grüße

    • Die Von-Neumann-Architektur nutzen die Geräte alle :-) Unterschiede sind eher der kleine Bildschirm, die fehlende Tastatur und die Hardwarebeschränkungen (weniger Speicher, usw.).

  6. Ich war durchaus gespannt auf Windows 8, habe das System jedoch nach einigen Tagen wieder ad acta gelegt.
    Ein effektives Arbeiten am Desktop ist damit nicht möglich. Ständig drängelt sich die „moderne GUI“ in den Vordergrund – auch wenn man damit nicht arbeiten will.
    Mein Aha-Erlebnis war „modern Windows Mail“. Man kann zwar Mails damit abrufen aber nichts vernünftig konfigurieren. Wie soll man mit so etwas arbeiten?
    Für was das System wunderbar taugt sind Wetter- oder Slideshow-Apps.
    Wer was zum spielen auf einem Tablet sucht, kann da sicher zugreifen.
    Wer effektiv mit einem Desktop-PC arbeiten will sollte m.E. lieber Win7 nutzen (da hat man dann auch noch die nützlichen 3D-Rahmen sowie die Glasoptik bei den Formularen).

  7. Auch ich (Informatiker und EDV Techniker) finde Windows 8 als schlimmen Weg in die Falsche Richtung. Dieses Kachelsystem ist vollkommen unbrauchbar für Menschen die mit ihrem PC arbeiten wollen. Erinnert mich eher an Kirmes. Auch ich hatte schon mit Office 2007 das Problem, dass ich einfachste Handgriffe erst über Google finden konnte. Jede Aufgabe verlangte einem wesentlich mehr Zeit ab, obwohl diese Aufgeräumte Oberfläche genau dieses verhindern sollte. Nun hatte ich fälschlicher Weise angenommen, dass Microsoft gute Tugenden nicht einfach in den Mülleimer schmeißt, doch falsch gedacht. Ich muss nun auch in Windows 8 erst alles suchen, was vorher nur zwei Klicks entfernt war. Das Dumme ist nur, dass man nicht mal den Namen von allem kennt, was bisher nicht so schlimm war weil man ja einfach die Listen (z.B. Programme) durchgehen konnte. Als Techniker ist für mich vor allem die Systemsteuerung wichtig, mit der deutlich abgespeckten Version kann ich fast nichts anfangen. Ich hatte gehofft, dass sich meine Befürchtungen nicht bewarheiten würden und dass ich von den neuen Techniken unter der Haube von Windows 8 profitieren könnte. Zum Beispiel Iso einbindung schneller Start und sehr schnelles Arbeiten. Diese Vorteile werden aber mehr als weg gemacht, weil man erst mal alles suchen muss. WARUM GIBT ES FÜR PC’s KEINE GANZ NORMALE DESKTOP OBERFLÄCHE MEHR WOLLTE ICH JA GAR NICHT. Kann doch nicht so schwer sein das mit dem nächsten SP (hoffentlich bald) zu liefern.

    Windows 8 ist für die arbeitende Bevölkerung völlig unbrauchbar.
    Lieber 20 Icons als 10 Kacheln die man erst suchen muss.

  8. Ich empfinde Windows 8 mehr oder weniger als Zwang, den man sich aus Cupertino abgeguckt hat. Mit dem Unterschied, dass die Apple-Entwickler bei einem Betriebssystem geblieben sind. Windows 8 ist nichts halbes und nichts ganzes. Sehr enttäuschend, auch wenn die Anlehnung an WP8 in Ordnung ist.

  9. Wer hat sich denn in den Kommentaren beschwert, dass Win8 nicht wie Win7 ist? Habe ich etwas überlesen? Ich muss leider – ebenfalls nach ausgiebigen Herumprobieren – dem Artikel vollkommen recht geben.
    Windows 8 ist nicht schlecht, weil es nicht wie Windows 7 ist. Windows 8 ist schlecht, weil es sich, zumindest am PC und per Maus, schlecht und unnötig aufwändig bedienen lässt.

    Das geht schon los bei dem vielen horizontalen herumgescrolle. Im Desktopbereich hat man das ja nicht ohne Grund bisher immer vermieden. Es ist einfach ergonomisch völlig unsinnig. Am Tablet macht es Sinn, aber nicht am Desktop.

    Dann dieses Menü, dass rechts ins Bild gefahren kommt. Es befindet sich in der Mitte. Um es hervorzuholen muss ich vorher mit der Maus in eine Ecke. Warum? Solche Menüs gab es schon vorher und wesentlich besser gelöst.

    Die Metro Oberfläche ist überfüllt mit beweglichen Tiles, die allesamt ähnlich aussehen. Welches gehört zu welcher App? Und warum gibt es eine, die mir eine Diashow meiner Kontakte anzeigt? Wozu sollte ich das jemals brauchen?

    Ich habe die Adobe Suite installiert in der Hoffnung, alle wichtigen Programme nun ganz besonders schnell erreichbar zu haben. Am Ende hatte ich riesige bunte Tiles mit einem kleinen Icon des jeweiligen Programms in der Mitte. Also wie die Verknüpfungen auf dem Desktop bisher. Nur schlechter anpassbar und mit einem enormen Platzbedarf. Hätte man nicht zumindest ein größeres Icon verwenden können?

    Egal wohin ich klicke, Menüs öffnen sich grundsätzlich an irgendwelchen Bildschirmkanten oder sonstwo, aber nie dort, wo ich gerade mit dem Mauspfeil bin. Zumindest in der Metro Oberfläche habe ich dauernd unnötig lange Mauswege. Da bringt es mir auch nichts, dass Windows 8 nun so schnell hochfährt, wenn dadurch meine Arbeitsgeschwindigkeit herabgesetzt wird. Das ist genau wie bei der schon angesprochenen Office Oberfläche. Statt einfach ein Menüicon zu klicken muss man nun zuerst einen Menübereich öffnen und dass Icon erst dann anklicken. Was daran schneller oder besser sein soll, erschliesst sich mir nicht. Vielleicht Übersichtlicher, wenn man weiß, in welchem Bereich man was findet. Schneller mit Sicherheit nicht.

    Ich war bisher immer völlig unbefangen an neue Windows Versionen herangegangen, aber Windows 8 kann ich einfach beim besten Willen so nicht benutzen.

  10. Ich bin ebenfalls der Meinung das sich Windows 8 nicht für Desktop PCs eignet, und das effektive Arbeiten ist schlicht nicht möglich… anders sieht das auf den Tablet oder Smartphone aus hierfür ist das Betriebssystem ausgelegt – lieber spät als nie, Microsoft versucht hier wieder Boden gut zu machen ob das gelingt werden wohl die Apple verwöhnten User entscheiden. Trotzdem sind ein paar gute Ansätze dabei (wen man die extrem hässliche Metro Look GUI mal ausser acht lässt) :)

  11. Ich muss gestehen, dass ich über diesen Artikel und viele Kommentare enttäuscht bin. Microsoft versucht erstmals seit Win95 eine wirklich größere Veränderung in ihre Oberfläche und der Navigation des Systems an sich zu bringen. Dafür, Hut ab. Es sind genau diese vielen Kommentare, die sich darüber beschweren, dass es nicht wie Win7 oder gar XP ist. Die Zeit schreitet voran und auch PCs entwickeln sich weiter. Auf Hybriden ist es eine völlig neue Erfahrung, die wirklich sehr effizient ist.
    Das System funktioniert gut, es hat seine Tücken aber diese sind nicht so dramatisch, dass ein Umstieg nicht lohnenswert wäre. Es gibt bessere Treiber und in vielen Fällen auch ein schnelleres System. Wenn man keine Lust installiert man Start8 und hat dann wieder die gewohnte Umgebung.

    Das Wichtigste und das zieht sich nicht durch sehr viele Anwender ist: Neurungen frei und unbefangen an sich lassen und das System länger zu testen um die Vor und-Nachteile besser abwiegen zu können.

    Ich bin mit einigen Dingen in Win8 nicht einverstanden aber ich denke, dass man Microsoft trotzdem unterstützen sollte. In diesem Falle sollten die Anwender nicht durch Boykott reagieren, sondern weiterhin klar über das Netz zeigen, dass Verbesserungen notwendig sind und wir ungern wieder viele Jahre warten. Lieber via SP-Update so schnell wie es geht.

    Der Tot wirklicher Innovation besteht wohl darin immer das Gleiche, Alte in neuerer Fassade und Farben zu bekommen. Viele Menschen sollten sich wieder die Neugierde, Offenheit und Unbefangenheit von Kindern antrainieren. Vielleicht würden dann viele Vergleiche eine neue Qualität erreichen.

  12. Ich denke ich kann mich wohl auch als einer Power-User der 1.Stunde von Windows betrachten. Es hat sich im Laufe der Zeit natürlich viel verändert, allerdings ist dies im direkten Vergleich zu anderen Systemen immer recht proportional geschehen. Manchmal auch, so war es 1995, musste improvisiert werden als im Win95 an Board war, wuchs doch das Internet unerwartet schnell. Sicherlich war auch Windows Me vielleicht ein bisschen zu unüberlegt published worden, auch Windows Vista war mit Sicherheit nicht ganz ausgereift aber es war zu gebrauchen. Windows 8 jedoch ist in meinen Augen keine Innovation (ich habe es ausgiebig getestet), es ist mehr ein Versuch das Image in Richtung Apple (Apps, Appstore, Zertifizierung) zu treiben und gleichzeitig auf einem Tablet zu trumpfen. Ein gelungenes System für ein Tablet zu bringen war langst überfällig für MS, gut dass man das in Angriff genommen hat und / aber: man hätte es dabei belassen sollen. Wozu das gute Win7 so über den Haufen werfen? Ich kaufe mir doch kein Win8 um dann weiter Add-Ons zu kaufen damit es wieder funktioniert wie Win7 – sprich – um überhaupt damit arbeiten zu können ?!?
    Die Kundschaft von Windows hat Windows gekauft weil es so ist wie es ist, wer einen MAC will soll sich halt einen kaufen.
    Wenn nicht schnellstens Win9 kommt und auch wieder nach alter Gewohnheit funktioniert, sehe ich schwarz für MS. Mein OS hört dann auf den Namen Linux !!

    • Zitat: „Die Kundschaft von Windows hat Windows gekauft weil es so ist wie es ist, wer einen MAC will soll sich halt einen kaufen.
      Wenn nicht schnellstens Win9 kommt und auch wieder nach alter Gewohnheit funktioniert, sehe ich schwarz für MS. Mein OS hört dann auf den Namen Linux !!“

      RICHTIG, SO IST ES! GANZ GENAU MEINE MEINUNG!!!!!!!!

  13. Der Typ (Nielsen) hat meiner Meinung nach 0 Ahnung. Mehr Usability als in Win8 geht eigentlich gar nicht. Ich kann mir alles genau so anpassen wie ich das möchte und wenn mir die ModernUi nicht gefällt hol ich mir halt den guten alten Desktop zurück. Anpassungsfähiger ist da höchstens noch Linux. So eine Kritik geht mir absolut nicht in den Kopf. Aber wer weiss… vielleicht waren die 12 PC-Nutzer ja 12 Apple User :) Dann is mir schon klar das die damit nicht zurecht kommen weil nicht alles nach Schema A läuft.

    • Jakob Nielen ist *der* Usability-Experte mit weltweiter Reputation und dein Kommentar ist bestenfalls vermessen und uninformiert.

      Ein wichtiger ergonomischer Aspekt ist zum Beispiel, dass man der Oberfläche ansatzweise entnehmen kann, wo man herkommt (welche Arbeitsschritte zum gegenwärtigen Zustand geführt haben) und wohin man gehen kann (welche Möglichkeiten das Programm anbietet, um den aktuellen Zustand weiterzuentwickeln). Dieses für effizientes Arbeiten wichtige Konzept ignorieren die Modern Apps völlig. Zum Arbeiten sind sie daher nicht zu gebrauchen (überhaupt nicht)! Zum nett angucken wenn man kein Aquarium hat, sind sie aber super.

  14. Ebenfalls ein sehr schöner Artikel zum Thema von Urgestein Woody Leonhard: „Windows 8 review: Yes, it’s that bad“.

  15. Die sache ist relativ einfach, die Tiles und auch die Ribbons von Office sollen für ENueinsteiger intiver sein.

    • Im Grunde ist es das auch. Viele verschiedene und unabhängige Studien haben gezeigt, dass die Ribbon-Oberfläche von Office für Neueinsteiger sehr viel leichter ist. Zusätzlich muss man im Durschnitt (und bei einer Standard-Installation / Konfiguration) weniger Klicks machen um an die Funktion zu kommen, als noch unter Office2003. Gleiches gilt tasächlich für die ModernUI-Oberfläche.

      Von daher ist es wirklich intuitiver und schneller. Jeder, da sagt das es umständlicher ist als vorher, hat in meinen Augen sich zu sehr an sein eigenes, persönlich konfiguriertes System gewöhnt.

      Man muss das wirklich mal aus den Augen eines Neueinsteigers betrachten.

      • „intuitiver und schneller“

        Das anhand des Ausschaltvorgangs zu beweisen wird schwer! Früher Start>Herunterfahren.

        Am liebsten ist mir die funktion SUCHEN!
        Da gabs doch was mit defr… äh such mal: 0 Gefunden!
        Nicht jeder kennt die Programme mit „perfektem“ Namen.
        Aber ich höre immer wieder „defrag mal“. doch auch defrag führt zu keinem Ergebnis.

        Und zu guter letzt: Ich verbiete Spielzeug (fb, Shop etc.) in meiner Firma. Wir alle müssen ARBEITEN. Also plane ich den Umstieg der Clients auf Unix.

      • Das mag sein, für Neueinsteiger und gelegentliche PC-Nutzer mag das neue System gut sein. Es ist ein vereinfachtes Windows. Doch für versierte Benutzer wie ich, ist es einfach nichts, ich will kein einfaches, unkompliziertes Windows (dann wäre ich schon lange bei Apple), ich will ein normales Betriebssystem wo ich alles einstellen und anpassen kann und wo ich keine Apps sonder Programme habe.

  16. Ubuntu mit Unity macht es vor – Microsoft macht es nach.
    .. nur bei Linux hat man noch die Möglichkeit die Distro zu wechseln. Somit bleibt mein Windows weiterhin ein „XP“.

  17. Gut das ich mit meiner Meinung nicht alleine da stehe, hier ist sie nur sehr ausführlich dargelegt – danke dafür !

  18. Man sollte nicht zu viel über Windows 8 meckern, finde ich. Ich selber habe es ausprobiert und bin sehr angetan davon. Zugegeben, es ist gewöhnungsbedürftig. Aber es ist dennoch ein wichtiger Schritt für Microsoft. Wie ich finde auch in die richtige Richtung. Wie bereits im Beitrag erwähnt, finde auch ich es unschön, das man im Grunde nur 1 App offen haben kann – in der Modern UI. Jedoch kann man den Bildschirm aufteilen ins Verhaltnis 1:2, so dass man doch zwei Apps parallel laufen lassen und anzeigen lassen kann.

    Bei der Nutzung von mehreren Monitoren kann man auch bequem beide als Modern UI, beide als Desktop oder einen als Modern IU und den anderen als Desktop anzeigen lassen.

    Was jedoch die Performance angeht, ist Windows 8 unschlagbar. Mein alter Laptop (1,6GHz PIII, 2GB RAM, langsame 60GB HDD) läuft mit Win8 erheblich schneller als mit WinXP oder Win7.

    Die Gestensteuerung per Maus ist ok und relativ leicht zu merken. Die Suchfunktion hat bisher auch alles geliefert was ich gesucht habe und ich konnte schnell von überall aus auf Systemeinstellungen zugreifen.

    Es gibt dennoch ein paar Funktionen die ich vermisse – wobei die Frage ist, ob jemand diese als App nachreichen kann / wird.

    Alles in Allem finde ich Windows 8 aber dennoch sehr gelungen.

    • Zitat: . Jedoch kann man den Bildschirm aufteilen ins Verhaltnis 1:2, so dass man doch zwei Apps parallel laufen lassen und anzeigen lassen kann.“

      Wow, zwei „Apps“ (was soll das überhaupt mit diesen Apps, Apps habe ich auf meinen Smartphone, auf dem PC will ich Programme, Software)….ich habe (oder hatte, in den guten alten Windows-Zeiten) immer zwischen 5 und 10 Fenster geöffnet.

  19. Es ist z.Zt. Mode, zwar optisch interessante, aber unergonomische GUIs zu erstellen – leider auch in der Linux-Welt. Dort habe ich aber wenigstens die Möglichkeit, die für meine Bedürfnisse optimale Oberfläche zu wählen. Da ich mit meinen PCs arbeite (!), ist das in meinem Fall Xfce. Diese Möglichkeit hat man bei Windows nicht => Tonne.

  20. Das erste was ich installiert habe auf Windows 8 (und das kann ich jedem nur empfehlen) ist Classic Shell: http://classicshell.sourceforge.net. Damit wird Windws 8 auf Notebooks wenigstens wieder bedienbar.

  21. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Es ist doch völlig klar, dass die Tablet-Oberfläche nicht wirklich für Desktop geeignet ist. Deswegen installiert man sich dann einfach die passenden kleinen Helferlein und schon kann man Windows 8 als Desktop-System verwenden. Ich persönlich habe endlich den Sprung weg von XP gemacht und muss sagen, dass ich nicht enttäuscht bin. Trotz meiner betagten Hardware startet das System in einer knappen Minute. Auch das Ansprechverhalten der Software ist sehr flott. Über das Design kann man streiten, aber die Technik macht einen sehr soliden Eindruck. Just my two cents.

    • Das stimmt leider nicht! Auch mit den kleinen Helferlein kann man nicht normal am PC arbeiten wie man sich das gewöhnt ist. …z.B. mehrere Fenster „Windows“ (der Name passt nicht mehr…) nebeneinander geöffnet haben und hin und her switchen. Doppelklick auf ein Bild, dann kommt es gleich in den Vollbildmodus, kann man auch nicht verkleiner. Alternativ muss man rechtsklick auf das Bild klicken und dann auf Vorschau…..was soll den das???!

      • Haben sie wirklich Windows 8 benutzt?
        Der Vollbildzwang bezieht sich auschließlich auf Apps (also aus dem Windows Store), klassische Programme können beliebig vergrößert/verkleinert werden.
        Als Helferlein empfehle ich persönlich „StartIsBack“, kostet zwar eine Kleinigkeit (3$, bzw. 5$ für 5 Lizensen (vlt. verschenken und Gutes tun)). Dieses kleine Tool läuft nicht als Extradienst, also braucht praktisch keine Ressourcen und kann auch nicht abstürzen, außerdem erlaubt es eine saubere Trennung zwischen ModernUI und Desktop. Wenn dieses Tool installiert und richtig konfiguriert ist haben sie:
        1. Startmenü (auf Wunsch auch wie XP ohne Scrollen)
        2. Keine aktiven Ecken (bei Bedarf mit Shortcuts erreichbar)
        3. Die ModernUI für Apps ist noch vorhanden und statt „Start“ mit „Apps“ betitelt.

  22. Zum Glück hab ich mein MacBook Air :)

  23. Ich verstehe Microsoft in der Hinsicht schon seit vielen Jahren nicht.
    Warum wird ein wirklich gut etabliertes Softwaredesign über den Haufen geschmissen? In jedes Betriebssystem und sogar die Anwendungen von Microsoft muss sich der Anwender neu hineinversetzen und Wege finden wie er zurecht kommt.
    Für mich war der Umstieg von MS Office 2003 zu MS Office 2007 schon ein Grauß. Viele Funktionen habe ich einfach nicht wiedergefunden. Man kann sogar sagen das ich manche Funktionen erst zum Release von MS Office 2010 herausgefunden habe. Vielleicht ist das der Grund waru ich mich NICHT für die 2010er Variante entschieden habe.

    Ich glaube Microsoft lässt sich zu sehr von anderen Herstellern, in diesen Fall Apple mit ihren Tablets hinsichtlich des Designs beeinflussen.
    Ein Fremder muss nicht auf dem ersten Blick erkennen um welches Betriebsystem essich handelt. Viel mehr zählen die „inneren Werte“.

    • Ich denke das es durchaus etwas mit Image zu tun hat. Die Technischen Unterschiede zwischen Windows 2000 und XP liegen im Grunde im teschnischen Detail. Ohne die LUNA Oberfläche wäre dem durchschnittlichen Endbenutzer schwer zu vermitteln gewesen wo der Unterschied zwischen 2000 und XP liegt.
      Seit damals hat man im Hause Microsoft verstärkt damit Angefangen Oberflächen zu ändern um „Innovation“ zu zeigen. Jetzt wo Apple ihren Quatsch für Teuer Geld an den Man bringt – einfach weil es Hip ist – will Microsoft auch ein neues Innovatives Image. Daher auch der Radikale wechsel.
      Außerdem wird die Tablett Erfolgsstatistik falsch gedeutet. Natürlich Boom Tablets. Aber wer kauft das? Leute die schon Laptop, PC oder gar beides zuhause haben. Ich kenne keinen der Ernsthaft meint sein Tablett könnte seinen Büroalltag am PC Ersetzen. Ergänzen ja. Nur leute die eh nur zwei, drei Klicks machen (z. B. Wareneingang) könnten von einen Minimalsystem Profitieren.
      Diese haben aber in der Regel schon eine maßgeschneiderte Software wo die Buttons entsprechend groß Dimensioniert sind.
      Die Einführung von Windows8 ist auch Denkbar schlecht gewählt – in Zeiten der Wirtschaftskriese werden einige Firmen sich sagen „das sind nur Kosten ohne Erkennbaren mehrwert“.

      Apple Produkte bieten auch keinen direkten Mehrwert, daher haben die sich auch nur im Privatbereich durchgesetzt und als iPhone auch in Firmen. Der Apple Boom wird eh zurückgehen, daher hätte Microsoft besser ihr eigenes Ding gemacht anstatt jemand hinterher zu rennen.

      • Ich bin gauch genau dieser Meinung. Ich bin (oder war es bis jetzt zumindest) eine begeisterte Windows-Nutzerin. Ich habe mich auf Windows 8 gefreut, ich habe es jetzt ca. 3 Wochen und ich werde von Tag zu Tag entäuschter. Windows will jetzt voll einen auf Apple mache….was soll denn das?! Windows 8 ist meiner Meinung nach, für normale PC’s und Laptops absolut gar nicht zu gebrauchen…..das ist einzig und alleine ein Tablet-Betriebssystem. Ich bin so entäuscht von Windows….sollen sie sich doch gleich von Apple aufkaufen lassen, wenn sie unbedingt so sein wollen wie die. …Linux wirds sicher freuen!

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