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Daniel Dubsky 23. Juli 2007

URLs am Handy per Foto aufrufen

Kein Beitragsbild

Internet-Adressen am Mobiltelefon über den Ziffernblock einzutippen, ist ziemlich unkomfortabel. Einfacher geht es mit so genannten Semacodes. Diese werden abfotografiert – ein Semacode Reader wertet die Daten aus und ruft automatisch die zugehörige URL auf.

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Zweidimensionale Data-Matrix-Codes hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen. Sie befinden sich auf den Online-Tickets der Deutschen Bahn, elektronisch frankierten Briefen und den Gehaltsabrechnungen der Datev. Das Prinzip ist einfach: In dem barcode-ähnlichen Gebilde sind Daten kodiert, die ein Scanner auswerten kann. Was für Daten das sind, hängt vom Einsatzgebiet ab. Es kann sich beispielsweise um URLs handeln wie bei den Semacodes, der gleichnamigen kanadischen Firma. Ein Schnappschuss mit dem Fotohandy genügt, um die hinterlegte Adresse aufzurufen.

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Das Ganze ist mehr als nur eine Spielerei und kann durchaus auch professionell eingesetzt werden. So könnte ein Semacode auf der Visitenkarte zur Firmenwebsite führen, ein Semacode an einem Messeausstellungsstück zum Datenblatt oder, auf einem Flyer angebracht, direkt zur Veranstaltungswebsite. Ein weiteres interessantes Einsatzgebiet für Semacodes liefert das Semapedia-Projekt, das Orte und Objekte mit ihren Wikipedia-Artikeln verknüpft. Die Codes werden beispielsweise an einer Sehenswürdigkeit angebracht. Touristen brauchen dann nur noch ein Foto machen, um den zugehörigen Eintrag in der Wikipedia aufzurufen.

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Semacodes erstellen
Am schnellsten lassen sich Semacodes, auch Tags genannt, online erstellen. Wer Probleme mit dem Java-Applet auf Semacode.org hat, kann auf Semafox ausweichen. In beiden Fällen braucht man nur die gewünschte Internet-Adresse in ein Formularfeld tippen, ein Mausklick und fertig ist der Semacode. Dieser kann dann beispielsweise in einen Flyer eingebaut oder direkt ausgedruckt werden. Zum Drucken muss bei Semafox allerdings in den Druckeinstellungen das Drucken von Seitenhintergründen aktiviert sein.

Auch bei Semapedia können Tags online erstellt werden – mittlerweile allerdings nicht mehr für beliebige Adressen, sondern nur noch für Wikimedia-URLs, also zu Wikipedia, Wikibooks & Co. Wer die Tags im Freien anbringt, sollte, so ihm das Gebäude oder Objekt nicht gehört, zuvor um Erlaubnis fragen und den Code vor Wind und Wetter schützen, beispielsweise durch Laminieren. Wichtig ist es, die Tags nicht randlos auszuschneiden. Der leere Raum um den Data-Matrix-Code enthält zwar keine Informationen, wird aber zur Abgrenzung von der Umgebung benötigt. Fehlt er, ist es schwieriger oder gar unmöglich, den Code zu erkennen und auszuwerten.

Mithilfe des von Semacode angebotenen Tagger SDK lässt sich ein Java-Applet zur Umwandlung von Internet-Adressen in Tags in die eigene Website einbauen. Das SDK ist allerdings nur für den nicht-kommerziellen Einsatz kostenlos zu haben.

Semacodes abfotografieren
Um die Semacodes verarbeiten zu können, muss auf dem Mobiltelefon der Semacode Reader installiert werden. Da nicht alle Handy-Hersteller bei allen Modellen den Zugriff auf die Kamera durch Programme von Drittherstellern gestatten, funktioniert dies leider nicht mit jedem Handy. Eine Liste der unterstützten und nicht unterstützen Modelle ist hier zu finden. Der Reader kann dann entweder direkt auf das Handy heruntergeladen werden oder zunächst auf den PC.

Nach der Installation wird der Reader über das Semacode-Icon gestartet. Visiert man dann ein Tag mit der Kamera an und drückt den Auslöser, wird der Code in eine Internet-Adresse umgesetzt und diese aufgerufen. Je nach Handy-Modell und Einstellungen muss der User dann gegebenenfalls noch den Aufbau einer Internet-Verbindung bestätigen.

Beim Fotografieren der Tags ist es nicht notwendig, ausschließlich das Tag im Bild zu haben. Die Software ist recht tolerant und stört sich auch an etwas Umgebung nicht – vorausgesetzt der Semacode ist durch einen weißen Rand von der Umgebung abgetrennt.

Andere Foto-Code-Systeme
Neben Semacodes gibt es noch eine Vielzahl weiterer 2D-Matrixcodes, etwa BeeTagg und Shotcode. Ebenfalls recht weit verbreitet, vor allem in Japan, sind QR-Codes, die nicht nur Internet-Adressen, sondern auch Telefonnummern oder Textmitteilungen enthalten können.

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Auch QR-Codes können online generiert werden und praktischerweise gibt es mit dem Kaywa Reader auch eine Software, die sich auf das Einlesen von QR-Codes und Semacodes versteht. Allerdings unterstützt der Kaywa Reader bislang noch nicht ganz so viele Handy-Modelle wie der Semacode Reader. ™

Erstveröffentlichung am 23.07.2007

Daniel Dubsky

Freier Journalist für Computer-und Internet-Themen. Schrieb unter anderem für verschiedene gedruckte Fachzeitschriften.

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