Dieter Petereit 1. Februar 2017

Unsplash: Kostenlose Fotoplattform mit großem Update – jetzt noch besser

Unsplash darf sich mittlerweile als eine der größten und vor allem lebendigsten Foto-Communities unserer Tage bezeichnen. Erst Anfang 2017 wurde bekannt, dass Unsplash als eigene Firma ausgegründet wurde. Jetzt steht ein großes Funktionsupdate in den Startlöchern, das das Wachstum der Plattform weiter nach vorne treiben wird.

Unsplash und der unerwartete Erfolg

Alles begann mit einem Standard-Tumblr-Blog, auf das ein Mann namens Mikael Cho alle zehn Tage zehn kostenfreie Bilder hochlud. Das war im Frühjahr 2013. Danach brach der Erfolg über Cho und seine Mitstreiter herein. Ein sensationelles Wachstum fand statt. Ich habe die Stationen im Zusammenhang mit der Firmengründung in diesem Beitrag vor ein paar Wochen nochmal aufgeschrieben.

Einige Wochen nach der Firmengründung wendet sich Mikael Cho nun erneut per E-Mail und Medium an seine Unterstützer, um ein großes Update des Dienstes anzukündigen. Du erinnerst dich vielleicht, dass es ganz zu Beginn weder Kategorien, noch eine Suchfunktion gab. Das gibt es alles natürlich längst.

Heute geht Unsplash den nächsten Schritt, nämlich den in Richtung soziales Netzwerk, was bei dem Selbstverständnis als Community sicherlich ein folgerichtiger Schritt ist. Folgende Features führt Unsplash ein:

Feature #1: Unsplash Following

Neuerdings kannst du anderen Mitgliedern folgen. So erfährst du zeitnah in einem entsprechenden Stream, was die von dir Verfolgten auf der Plattform so treiben. Egal, ob es um das Liken von Bildern oder das Hinzufügen neuer Fotos geht. Dein Following-Stream bildet all diese Aktivitäten sauber ab.

Bilder werden im Stream jetzt als platzsparendes Grid dargestellt, was die Optik nochmal angenehmer und vor allem moderner wirken lässt. Das Feature heißt Photogrid und wurde in der Tiefe hier vorgestellt. Photogrid ist die neue Darstellungsart im Following-Stream und anderen zukünftigen Streams, nicht aber in den traditionellen Home- und New-Streams.

Unsplash: Photogrid, die neue Kompaktdarstellung im Following-Stream. (Screenshot: Dr. Web)

Laut Unsplash besteht der besondere Vorteile der Following-Funktion darin, dass Fotos sich weitaus schneller verbreiten können als es bisher der Fall war. Fotografen müssen nun nicht mehr darauf warten, dass ihre neuen Bilder entdeckt werden, sondern können sich, je nach Umfang des Gefolges, direkt über Interaktionen freuen.

Neben der Möglichkeit, einzelnen Mitgliedern zu folgen, wirst du bei der Inbetriebnahme der Following-Funktion aufgefordert, mindestens drei Kategorien von Bildern zu wählen, die dich besonders interessieren. Ich wählte „People”, „Technology” und „Street Photography”.

Unsplash Following: Wähle mindestens drei Kategorien, denen du folgen willst. (Screenshot: Dr. Web)

Basierend auf diesen Kategorien schlug Unsplash mir dann ein gutes Dutzend Fotografen vor, die sich hauptsächlich in diesen Gebieten tummeln. Ich bin mal allen gefolgt. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Unsplash Following: Aus den gewählten Topics leitet Unsplash dann Vorschläge für Personen ab. (Screenshot: Dr. Web)

Unsplash Following: Aus den gewählten Topics leitet Unsplash dann Vorschläge für Personen ab. (Screenshot: Dr. Web)

Der Following-Stream steht in meinem Unsplash-Account bereits zur Verfügung. Wie sieht es bei dir aus?

Feature #2: Unsplash Notifications

Unsplash Notifications funktionieren wie die Notifications auf Google+. Neben deinem Profil-Icon oben rechts findest du das neue Glöckchensymbol, das allerdings in meinem Profil aktuell noch nicht verfügbar ist. Laut Mikael Cho wird das Feature gerade ausgerollt. Etwas Geduld kann erforderlich sein.

Unsplash Notifications: Kleiner Benachrichtiger rechts oben hinter dem Glöckchen. (Screenshot: Unsplash)

Unsplash Notifications: Kleiner Benachrichtiger rechts oben hinter dem Glöckchen. (Screenshot: Unsplash)

Ein Klick auf das Glöckchen öffnet ein kleines Notifications-Overlay. Hier siehst du wer dir neuerdings folgt, wer deine Fotos liked, zu welchen Collections dein Bild zugefügt wurde und mehr. Laut Cho waren die Notifications eines der meist gewünschten neuen Features.

Feature #3: Unsplash Stories

Unsplash Stories bieten Fotografen die Möglichkeit, mehr zum Foto zu erzählen. Wenn zu einem Bild eine Story verfügbar ist, erreichst du sie, indem du schlicht auf der Foto-Detailseite nach unten scrollst.

Unsplash Stories: Erweiterte Präsentationsmöglichkeit für Fotografen. (Screenshot: Unsplash)

Unsplash Stories: Erweiterte Präsentationsmöglichkeit für Fotografen. (Screenshot: Unsplash)

Ich habe es bei einem Dutzend neuer Bilder versucht, konnte jedoch keine einzige Story finden. Generell finde ich die Idee spannend, Kontext zum blanken Bild zu liefern. Das dient dem Community-Gedanken.

Der Rest: Unsplash S und Local

Unsplash S ist kein Feature im eigentlichen Sinne, sondern mehr das Versprechen rasanter Performance. Im Hintergrund wird beständig am Code geschraubt. Der bisherige Erfolg kann sich im Vergleich zu früheren Versionen des Dienstes sehen lassen. In meinem Browser läuft Unsplash absolut geschmeidig. Die Verwendung macht Spaß.

Auch Unsplash Local ist kein neues Feature, sondern das Versprechen, die Community auf der lokalen Ebene zusammen zu bringen. Das soll durch lokale Events in verschiedenen Teilen der Welt, etwa der Schweiz und Japan erfolgen. Events können etwa Photowalks, Workshops oder einfach Community-Parties sein.

Fazit: Unsplash hat noch viel vor

Mit dem jüngsten Featureupdate rückt Unsplash näher an Communities wie 500px oder das Urgestein Fotocommunity.de heran. Dabei bietet Unsplash allerdings den kaum mit Gold aufzuwiegenden Vorteil, dass alle Bilder kostenfrei zu verwenden sind. Das ist bei den Wettbewerbern mitnichten der Fall.

Die sozialen Aspekte des Dienstes werden sicherlich für weiteres Wachstum sorgen. Dass sich das Engagement der Nutzer vervielfachen wird, darf wohl als sicher angenommen werden.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.
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Ein Kommentar

  1. Photo-Communities sollte man nicht unterschätzen.
    Sie sind eine gute Möglichkeit um bekannter zu werden. Da sie auch von Photo-Amateuren besucht werden, springt dabei mit ein wenig Glück schonmal ein kleinerer Auftrag raus.

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