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Heike Thormann 28. Dezember 2018

So veredelst du deine Online-Texte

Dachtest du, es wäre damit getan, Texte ein­fach hin­zu­schrei­ben? Weit gefehlt. Kein Text fließt per­fekt aus der Feder. Und ohne Überarbeitung könn­te so man­cher davon sich als abschre­ckend erwei­sen. Sei nett zu dei­nen Leserinnen und Lesern. Biete ihnen einen mög­lichst opti­mal bear­bei­te­ten Text. Wie das geht, zei­ge ich dir hier.

Es ist eine Sache, Texte zu schrei­ben. Es ist eine ganz ande­re Sache, die­se end­fer­tig zu bear­bei­ten. Viele ver­ges­sen die­sen zwei­ten Schritt und ste­hen dann womög­lich nicht nur vor abschre­cken­den Rechtschreib- oder Grammatikfehlern, die an der Sorgfalt des Verfassers zwei­feln las­sen.

Es ist beim Schreiben nor­mal, Textstellen aus­zu­las­sen, Sprünge zu über­le­sen, Sachfehler ein­zu­bau­en, über Zahlendreher zu stol­pern, etwas ande­res zu schrei­ben, als man eigent­lich vor­hat­te oder den Leser sonst­wie zu ver­wir­ren. Wohlgemerkt, ohne Absicht.

  • Kein Text fließt per­fekt aus der “Feder”, so wie auch kein Bildhauer mit einem Hieb die Skulptur im Stein frei­legt. Texte sind Rohstoff. Erst die Überarbeitung macht aus ihnen das fer­ti­ge Ergebnis.
  • Schreiben erfor­dert ein kla­res Denken, nur dann kann uns der Leser fol­gen. Meistens haben wir aber meh­re­re Dinge gleich­zei­tig im Kopf. Wir schrei­ben schnel­ler, als wir den­ken oder wir den­ken schnel­ler, als wir schrei­ben. Entsprechend groß kann das Chaos auf dem vir­tu­el­len Papier wer­den.
  • Und zu allem Überfluss sehen wir einen Text nicht so, wie er dasteht. Wir sehen ihn so, wie wir ihn im Kopf haben. Ohne Überarbeitung wür­de uns das Chaos, das wir ange­rich­tet haben, nicht ein­mal auf­fal­len.

Das bedeu­tet: Je wich­ti­ger ein Text für dich ist, des­to wich­ti­ger wird die Überarbeitung des­sen. Überprüfe ihn dazu anhand fol­gen­der Kriterien:

Inhalte überarbeiten

  • Überprüfe die Aussagen dei­nes Textes. Sind sie ver­ständ­lich? Wird deut­lich, was du sagen willst?
  • Gibt es in dei­nem Text über­flüs­si­ge Textstellen oder Inhalte, sind Informationen für dei­ne Leserinnen und Leser eher unwich­tig? Dann raus damit. Umgekehrt heißt es bei Lücken: Auffüllen und nach­bes­sern.
  • Kann der Leser der Struktur dei­nes Textes gut fol­gen? Bauen die ein­zel­nen Informationen sinn­voll auf­ein­an­der auf?

Sprache überarbeiten

  • Achte beson­ders auf Rechtschreibung und Grammatik.
  • Frage dich, wer dei­nen Text lesen wird. Sprichst du die „Sprache” dei­ner Leser? Wird der Leser dei­nen Text vor­aus­sicht­lich ohne grö­ße­re Probleme lesen kön­nen?
  • Könntest du etwas ver­ein­fa­chen, prä­zi­ser oder deut­li­cher sagen? Fallen dir Widersprüche oder Wiederholungen auf?

Layout und Quellen überarbeiten

  • Könntest du dei­nen Text mit Tabellen, Grafiken oder ande­ren Abbildungen berei­chern?
  • Hast du dei­nen Text über­sicht­lich gestal­tet? Kann der Leser ihn schon rein optisch gut lesen?
  • Überprüfe dei­ne Quellen. Sind die Zitate, Abbildungsnachweise und ande­re Quellenangaben kor­rekt?

Feile, strei­che, kür­ze, erset­ze. Wirf alles über Bord, was für den Text nicht wesent­lich ist, sich lang­at­mig anhört oder ungu­te Gefühle aus­löst. Vertraue dei­nem Instinkt und sei ehr­lich zu dir selbst. Trenne dich von allem, bei dem du Bedenken hast.

Die Überarbeitung kannst du ruhig in ent­spann­ter Haltung ange­hen. (Foto: Pixabay)

Einige Tipps zur Vorgehensweise

1. Lass deinen Text abkühlen

Lege dazu eine gewis­se Distanz zwi­schen dich und den Text, bevor du dei­ne Soll-Ist-Analyse star­test. Lass ein wenig Zeit ver­ge­hen, schlaf drü­ber. Der Abstand wird dir hel­fen, dei­ne Betriebsblindheit zu über­win­den und Stärken und Schwächen zu erken­nen.

Wenn du schon vor­her weißt, wie der nächs­te Satz lau­tet, bist du noch zu dicht dran und der letz­te Rest dei­ner Objektivität ist beim Teufel.

2. Nimm dir Zeit für die Überarbeitung

Betrachte sie als gute Investition in die Qualität des Textes. (Nebenbei: Wenn du Schreib- und Korrekturphase sau­ber trennst, kommst du mit dei­ner Rohfassung umso schnel­ler vor­an.)

3. Lies den Text laut vor

Wenn du dei­nen Text hörst, stol­perst du schnel­ler über Satzmonster oder Absurditäten. Denn dei­ne Stimme wirkt wie ein Vergrößerungsglas und zeigt viel objek­ti­ver als das Auge die Schwachstellen dei­nes Textes. Erst, wenn du einen Satz in einem Rutsch durch­le­sen kannst, ohne zwi­schen­durch zu sto­cken, erst, wenn du Tonfall und Rhythmus eines Satzes „sin­gen” kannst, ist er auch gelun­gen.

Extra-Tipp: Markiere beim Lesen zunächst alles, was holp­rig oder unbe­hol­fen klingt. So musst du nicht immer wie­der neu anset­zen. Erst danach kommt die Überarbeitung.

4. Verwende ein anderes Schriftbild

Zu Beginn die­ses Artikels hat­te ich gesagt, dass wir einen Text nicht so sehen, wie er auf dem Papier steht. Wir sehen ihn so, wie wir ihn im Kopf haben. Zeitlicher Abstand und lau­tes Lesen kön­nen hel­fen, die­sen men­ta­len „Schattentext” zu ver­ban­nen. Es hilft indes auch, wenn wir das Äußere unse­res Textes ver­än­dern.

Tausche die Standard-Schrift aus, spie­le mit der Zeichengröße, vari­ie­re Zeilenabstand oder Spaltenbreite – was auch immer. Hauptsache, dein Text sieht optisch so fremd aus wie irgend mög­lich. Je unver­trau­ter der Text für uns wird, des­to eher sehen wir das, was wir wirk­lich geschrie­ben haben.

5. Druck den Text aus

Das ist ein Tipp, den ich selbst nur bei sehr wich­ti­gen Dokumenten anwen­de. Ansonsten wür­de ich ein­fach zu viel Papier pro­du­zie­ren, nur um es dann weg­wer­fen zu müs­sen. Ich bin zime­lich rigo­ro­ser Anhänger des papier­lo­sen Büros.

Aber: Wenn du einen Text aus­druckst, kannst du ihn eben­falls bes­ser wahr­neh­men. Am Bildschirm zu lesen, fällt unse­rem Auge rela­tiv schwer. Deshalb nei­gen wir dazu, Textstellen zu über­flie­gen und nur Bruchteile davon wahr­zu­neh­men. Fehler, die in die­sen über­sprun­ge­nen Stellen sit­zen, bekom­men wir erst gar nicht mit. Beim gründ­li­che­ren Lesen auf Papier wer­den sie dir dage­gen ins Auge fal­len.

Fazit: Betrachte die Überarbeitung als wich­ti­ge Investition in dei­nen Text und nimm sie ernst. Es hat sei­nen Grund, dass gera­de Profi-Texter und Berufsschriftsteller der Überarbeitung einen gro­ßen Teil ihrer Zeit wid­men. Jede Überarbeitung hilft, dei­ne Texte zu ver­bes­sern und das zu regis­trie­ren, was schon gut gewor­den ist. Das freut nicht nur dich als Verfasser. Das freut vor allem dei­ne Leserinnen und Leser.

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

5 Kommentare

  1. Dauerbrenner die­se Tipps! Und offen-gestan­den auch lang­wei­lig, da die­se Posts sich kaum von­ein­an­der unter­schei­den.

    Aber eine Methode, die ich immer wie­der ger­ne ver­wen­de – um auch mal was Neues ein­zu­spü­len – ist das Vorlesen las­sen durch zum Beispiel Naturalreaders[punkt]com (Keine Werbung). Die Stimme von Klaus auf Geschwindigkeit “0” stel­len, zurück­leh­nen und zuhö­ren. Auf die­se Weise erhal­ten mei­ne Texte den Feinschliff. So fin­de ich die wirk­lich ver­steck­ten Fehler, die ich beim Seblstlesen (<- gemerkt?) ein­fach aus­blen­de. Schließlich weiß ich, was ich geschrie­ben habe, Zumindest glau­be ich es – klei­ne “Lücken” oder Verstolperer füllt das Hirn dann ganz rasch aus. Lasse ich jedoch per­fekt, jedoch natür­lich vor­le­sen, fällt mir jedes falsch geschrie­be­ne Wort auf, Ein natür­li­cher Voice-Reader ist wirk­lich sinn­voll und wird bei die­sen Evergreens kaum erwähnt, was ich nicht ver­ste­he.

    Vermutlich wird die­ser Post im Spam lan­den, weil ich dann doch Werbung gemacht habe. Spätestens nach­dem, was folgt.

    Off-Topic:
    Jammerschade, dass Kommentare in Blogs kaum noch genutzt wer­den. Sogar in Großen. Überall Totehose. Und scha­de, dass ich Kommentare, bei denen ich mit­kom­men­tie­re, hier nicht abon­nie­ren kann. So bekom­me ich nicht mit, wenn eine Diskussion mich-betref­fend statt­fin­det. Nun sen­de ich mein Kommentar ab, wen­de mich ande­ren Dingen zu und… Vergessen.

    Ein Monolog auf einer der gro­ßen Blogs des Landes. Selbst bei einer Antwort bleibt es ein Monolog, da die Schnittstelle zum Empfänger fehlt. So gese­hen ver­ste­he ich es wie­der doch, dass Kommentare weni­ger genutzt wer­den.

    Was mache ich mir eigent­lich vor!? Und mit wem rede ich eigent­lich? Ich weiß nicht, war­um, aber ich den­ke gera­de an die wun­der­bar ver­zier­ten Klokabinen mit der Aufschrift “ich war heu­te am 02.01.2019 hier schei­ßen”. Ah…, jetzt fällt es mir wie­der ein!

    Mitverantwortlich sind wir als Betreiber diver­ser Blogs für den Kommentarschwund. Die Schuld in Social Media zu suchen ist fei­ge. Oder will mir jemand sagen, dass sich die Kommentare ana­log auf ande­re Plattformen über­tra­gen? Da wird nur gespammt. Social Media Plattformen sind das, was frü­her die Chatrooms dei­ner Städte waren, nur eben ohne Maske und war­te… es kommt gleich … – natür­lich ist Jedes für sich ein­zig­ar­tig!

    Alles ist Selbst-ver­ar­sche. Spammen ist erwünscht; Direktheit nicht. Überall wird Müll hoch­ge­spült. Dieser Beitrag, auf dem ich mich gera­de aus­las­se ist es irgend­wie auch. Und das wisst ihr. Aber ich ver­ste­he.

    Mir ist schlecht. Jetzt kommt es hoch… ich las­se mich woan­ders aus. Ach,zu spät…

    PS: ich ken­ne die Kommentar-Regeln, Danke!

    • Sagen wir mal so. Dein Kommentar hat gute Elemente, ist aber irgend­wie auch lang­wei­lig ;-) Dann nimmt die Qualität zum Ende hin ab. Wie es damals auch den Blogs erging.

      Das Kommentarabo haben wir übri­gens sei­ner­zeit abge­schafft, als die Abmahnindustrie sich auf Kommentarbereiche stürz­te, um fett abzu­sah­nen. Jetzt gibt es zusätz­lich die DSGVO, was die Sache nicht ein­fa­cher macht. Politisch scheint es so zu sein, dass man zuerst das Bargeld und dann das freie Internet abschaf­fen will. Jetzt ist mir auch schlecht.…

  2. Hallo Dieter,
    auch Dir ein gutes neu­es Jahr!
    Vielen Dank für die vie­len nütz­li­chen Informationen… Deine Beiträge zu lesen inspi­riert mich, mei­ne Texte etwas fre­cher zu for­mu­lie­ren… “Putzen” kann ich sie ja spä­ter immer­noch.

    Vielen Dank!

    Bei der Rechtschreibung und Grammatik tue ich mich oft auch schwer! Hab mir dafür ver­schie­de­ne Techniken zusam­men gebas­telt…
    Überprüfe Mal Deinen Text oben im Kapitel 5 😉
    Ich bin -> zime­lich <- rigo­ro­ser Anhänger des papier­lo­sen Büros.
    (Ich wür­de ein EIN ein­fü­gen und das ZIMELICH in ein ziem­lich ändern)

    Liebe Grüße,
    Andrea

  3. Ehrlich, so ganz ver­ste­he ich den Sinn die­ser Websites nicht. Wer ist die Zielgruppe? Sind es Menschen die stän­dig neue Homepages erstel­len oder ver­bes­sern?

    Grafik Ja, aber wie ist es mit z.B. Indessign und ande­re?
    Vielleicht habe ich auch vie­les falsch ver­stan­den, liegt das an mei­nem Alter (74).
    Meine, mich noch frisch im Kopf zu füh­len – bin seit ca. 30 Jahren mit dem PC ver­traut, habe vie­le Veränderungen und Neuerungen mit­ge­macht. Gestalte seit Jahren regel­mä­ßig eine Clubzeitschrift .
    Wer klärt mich auf?
    K.Ramm

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