Sufyan Bin Uzayr 3. September 2012

Twenty Twelve: Neues offizielles WordPress-Theme bricht mit Traditionen

Twenty-Something: Wir sind es schon gewohnt, dass Automattic jedes Jahr ein neues Vorzeige-Theme veröffentlicht. Mit Twenty Ten ging es los. Jetzt folgt nach Twenty Eleven naheliegenderweise Twenty Twelve. Sollen die Namen etwa Jahreszahlen repräsentieren? (Okay, das war eine rhetorische Frage…) Erst jetzt, wo wir uns schon im letzten Drittel des Jahres befinden, stellt Automattic das nächste Theme-Flaggschiff vor. Wollen wir uns mal nicht beschweren, gute Themes kommen nie zur Unzeit. Wir schauen uns heute an, inwieweit Twenty Twelve den Erwartungen gerecht werden kann, die seine Vorgänger ihm mit auf den Weg geben.

Twenty Twelve: Erster Eindruck

Entworfen von Drew Strojny, Entwickler bei The Theme Foundry, gibt sich Twenty Twelve elegant und responsiv. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass es sich teils deutlich von den vielen verfügbaren Blogging-Themes unterscheidet. Automattic reagiert offenbar auf die Tatsache, dass WordPress in den letzten Jahren immer stärker zu einem CMS gereift ist, mit dem Entwickler ganze Websites jedweder Branchen umsetzen. Die Beschränkung auf Blogger als Zielgruppe ist lange schon gefallen. So verwundert es nicht, dass Twenty Twelve diesem Aspekt Rechnung trägt und nicht mehr den klassischen Blog-Designstil bedient. Stattdessen wartet es mit weiteren Widgets und gesondert zu behandelnden Bereichen auf. Auch die Unterstützung der Custom Post Types dokumentiert die Umorientierung.


Twenty Twelve: verändertes Startseitenkonzept

Unter der Oberfläche

Unter der Oberfläche hat sich im Vergleich zu den Vorgängern einiges getan. Wir schauen genauer hin:

Mobile-First Layout

Im Zuge des WordPress 3.4 Release war eines der Hauptgesprächsthemen die Retina-Unterstützung. Twenty Twelve greift die daraus entstandenen Erwartungen auf und enttäuscht sie nicht. Das Theme wurde nach dem Ansatz mobile first erstellt, verhält sich vollständig responsiv und eignet sich deshalb für den Einsatz auf nahezu allen Endgeräten, egal ob es sich um Smartphones, Tablets oder HiDPI-Screens handelt.


Twenty Twelve verhält sich responsiv beim Skalieren

Ein eigenes Template für die Startseite

Wie auf den ersten Blick bereits erkannt, bricht Twenty Twelve mit dem traditionellen Bloglayout. Stattdessen verhält es sich eher wie ein Einstiegspunkt, neudeutsch Landing Page. In der oberen Hälfte des Templates können Texte, Bilder oder andere Medieninhalte untergebracht werden, während die untere Hälfte mit verschiedenen, speziellen Homepage-Widgets bestückt werden kann.


Twenty Twelve im Einsatz bei Blue Crab Yo-Yo

Diese frei konfigurierbare Startseite ist sicherlich eines der meist geliebten (und gehassten) Features des neuen Themes. Während mancher User in schiere Begeisterung ausbricht, sind andere nachhaltig unbeeindruckt. Das ist nicht unverständlich. Immerhin ist es noch gar nicht lange her, dass sich WordPress selbst zu einem Blogging-Tiool erklärt hatte, mit der Maßgabe, zunächst diesem Zweck gerecht werden zu wollen. Alles andere käme in der Prioritätenliste dahinter. Das neue Homepage-Layout bricht mit dieser Einstellung und irritiert Teile der Entwicklergemeinde. Natürlich kann man auch Twenty Twelve wieder so hinbiegen, dass es wie ein klassischer Blog aussieht.

Typographie

Typografie ist ebenfalls eines der Themen, die lange keine Rolle spielten. Der Siegeszug der Webfonts ändert auch diesen Aspekt. Twenty Twelve wird mit dem Font Open Sans ausgeliefert.


Twenty Twelve: Open Sans in vergrößerter Darstellung

Beitragsformate und Widgets

Twenty Twelve bringt eine Bandbreite verschiedener nutzerdefinierter Beitragsformate mit. So können Layouts entsprechend ihres jeweiligen Inhaltes angepasst werden..


Twenty Twelve: Übersicht der Beitragsformate

Betrachten wir Sidebars und Widgets, so fällt auf, dass Twenty Twelve ein spezielles No-Sidebar-Template enthält. Tatsächlich zeigt sich auch die Standard-Sidebar nicht, wenn sie keine Inhalte beherbergt.

Headergrafiken

Twenty Ten und Eleven hatten ein Faible für Headergrafiken. Das ging soweit, dass sie ihre eigenen Sets mit vorinstallierten Headern mitbrachten. Auch damit bricht Twenty Twelve und liefert keine Headergrafiken mit. Der für die Headergrafik vorgesehene Bereiche wird nicht einmal angezeigt, bis Sie gezielt eine Headergrafik hochladen und einbinden.


Twenty Twelve: Voller Headereinsatz bei Paolo Belcastro

Diesem Ansatz treu bleibend, werden auch Featured Images nicht mehr als Banner angezeigt.

Fazit

Momentan kann das neue Theme nur von Usern der Blogplattform WordPress.com verwendet werden. Wie immer wird Twenty Twelve auch über das WordPress Repository all jenen zugänglich gemacht werden, die ein selbstgehostetes WordPress-Blog betreiben. Ein Termin indes wurde bislang nicht genannt. Wollen Sie bereits wenigstens einen intensiveren Blick auf das WordPress Flaggschiff-Theme werfen, so empfiehlt sich hierfür die offizielle Demo!

Wie gefällt Ihnen Twenty Twelve? Überzeugend oder nicht?

(dpe)

Sufyan Bin Uzayr

Sufyan bin Uzayr ist 21 Jahre alt. Er arbeitet von seiner Homebase in Indien aus als Freelancer für verschiedene Magazine und Tech-Blogs. Nebenbei erstellt er grafische Arbeiten, programmiert und fotografiert. Seine Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen Open Source, mobile Entwicklung, CMS und Vektor-Grafik. Zudem betreibt Sufyan das E-Journal Brave New World. Auf seiner Website, sowie auf Twitter oder Facebook und Google+kann man mehr über ihn erfahren
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15 Kommentare

  1. Hallo, das Footer Problem stört mich auch ein wenig und mit ein wenig Aufwand ist es aber zu beheben. Habe dazu ein Video bei You Tube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=TF9uf-FB1CY Gruss Artur Nietsch

  2. Bin ein absoluter WP Beginner und möchte meinen Blog als selbst-gehosteten Blog betreiben.

    Frage:
    1. ist es für einen Anfänger besser Twenty-Eleven zu verwenden oder kann ich mich an Twenty-Twelve wagen? Ich will das Installieren lernen.
    2. gibt es zwischenzeitig einen Termin, wann WordPress Twenty-Twelve für Selbst-Hosting zugänglich macht?

    Danke

  3. Hi! Also ich habe kürzlich meinen Blog auf das neue Theme umgestellt.

    Twenty Twelve finde ich klasse, da es sehr puristisch gehalten ist. Außerdem gefällt es mir, das die „Standard-Themes“ regelmäßig aktualisiert werden… zumindes ist dies bei „Twenty Ten“ usw. der Fall gewesen ;-) !

    MfG

  4. Bin schon vom schlichten Design her sehr angesprochen!
    Wie bohrt man eine footer.php auf?

  5. Bin begeistert. Einfach zu konfigurieren und ohne die starre Aufteilung des Vorgaenger theme, betr. Menueleiste und andere grafischen Grundelemente. Das einzige Fragezeichen besteht im fehlenden Footer. Oder habe ich da etwas uebersehen

  6. Super, dass sie vom Blog-Layout abgewichen sind. Auf Theme-Forest und Co tummeln sich gefühlt ja seit längerem schon mehr Portfolio-Themes, als alles andere und das zu Recht.

  7. Mit Twenty Twelve wird zumindest ein Traum von mir wahr:
    Ein Template von WordPress zu haben, das so aussieht als sei es ein CMS.

    In diesem modernen Outfit wird WordPress sicher bald ein erstzunehmender
    Konkurrent für Contao werden.

    Bis jetzt gaben wir mir Mühe, so lange am Template rumzuschrauben, bis es wie ein CMS funktionierte und auch so aussah. Das ist jetzt Geschichte. Und dass es auf allen Endgeräten problemlos abgerufen werden kann, versüßt meinen Tag noch ein Stücken mehr.

    Wir sind gerade am testen, und wenn alles so funktioniert, wie wir uns
    das vorstellen, dann werde ich aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommen.

    Danke für den schönen Bericht
    und lieben Gruß

    Raphaela

  8. Sieht sehr vielversprechend aus, clean und professionell. Ich begrüße es, dass man von der bisherigen Blog-Optik jetzt abgewichen ist!

  9. Ist die Retina-Unterstützung ein Synonym für responsive Webdesign?

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