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Marco De Micheli 15. April 2019

Trotz Social Media: E-Mail bleibt der König des Online-Marketing!

Social Media ist in aller Munde. Doch für Marketingleute und Shopbetreiber sind die guten alten E-Mails und die so ver­sand­ten Newsletter noch immer die (fast schon heim­li­chen) Stars. Sie las­sen sozia­le Netzwerke weit hin­ter sich, wenn es um Marketingziele wie Beachtung, Promotion, Konversionsrate, Verkauf, Kundenbindung und mehr geht. Sie errei­chen in man­chen Bereichen gar um ein Vielfaches bes­se­re Werte als Facebook und Konsorten. Was Shopbetreiber noch mehr tun kön­nen, um die­sen Star noch bes­ser zu machen, ver­rät die­ser Beitrag.

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E-Mail-Marketing umfasst mehr als Newsletter

E-Mail-Marketing kann wesent­lich mehr Leistungen erbrin­gen, als Werbung und Verkauf, obwohl die­se sehr gute Resultate erzie­len und natür­lich das Haupteinsatzgebiet des E-Mail-Marketings sind. Service-Angebote (Anwendungstipps, Expertenempfehlungen) und redak­tio­nel­le Leistungen (Pressespiegel, Fachartikel und Vorträge) sto­ßen in der Regel auf gro­ßes Interesse und tra­gen zur Kundenbindung bei. Aber auch Umfragen und Marktforschungen sind mög­lich.

Sogenannte Transaktions-Mails, also bei­spiels­wei­se sol­che nach Bestellungen, Buchungen oder Reservierungen, genie­ßen einen hohen Grad an Aufmerksamkeit. So bie­ten sich sol­che Mails für zahl­rei­che Angebote, etwa Cross- und Upselling, gera­de­zu an. Auch die Reaktivierung von pas­si­ven Kunden oder das Eruieren von Kündigungsgründen ist durch E-Mails mög­lich.

Umsatzsteigerung mit Newslettern

Die Praxis beweist es: Newsletter haben einen erheb­li­chen Einfluss auf den Mehrumsatz und tra­gen zur Kundenbindung bei. Sie erzeu­gen bei eini­gen Branchen bis zu 30% monat­li­chen Mehrumsatz. E-Mails gene­rie­ren auch gegen­über Social Media-Kanälen wie Twitter und Facebook nach wie vor deut­lich, teil­wei­se sogar um ein Vielfaches, mehr Neukunden.

Zudem ist die­se Werbung prak­tisch zum Nulltarif erhält­lich. Gut gemacht, kann man sie letzt­lich als neue Form einer Kundenzeitschrift betrach­ten. Verkaufe und wer­be aber nicht nur, spre­che viel­mehr dei­ne akti­ven Kunden jeden Monat auch mit Neuheiten, Service-Informationen, kur­zen Anleitungen und Branchen-News an.

Vergiss nicht, dei­nen Newsletter-Empfängern exklu­si­ve Vorteile anzu­bie­ten. So erreichst du eine nied­ri­ge Kündigungsrate und eine hohe Kundenzufriedenheit.

Testen ist auch bei Newslettern das A und O

Um mit Newslettern opti­ma­le Ergebnisse zu erzie­len, ist es emp­feh­lens­wert, sie auf Herz und Nieren zu über­prü­fen und mög­lichst vie­le ver­schie­de­ne Formen und Angebote aus­zu­pro­bie­ren: Verschiedene Betreffzeilen, ver­schie­de­ne Serviceleistungen und deren Wert und Auswirkung auf Bestellungen, Verhältnis von Abbildungen zu Texten, diver­se Angebotsformen (Sonderpreise, Rabatte, Musterproben) oder auch ver­schie­de­ne Versandtage und Versandzeiten. Idealerweise hast du dazu eine Testgruppe von Bekannten oder sehr guten Kunden, von denen du schnel­les, aber auch kri­ti­sches Feedback bekom­men kannst.

Interessante Aufhänger wählen

Eine gute Möglichkeit für inter­es­san­te Inhalte in Newslettern bie­ten soge­nann­te Lead-Themen. Dies kön­nen sai­so­na­le Schwerpunkte, aktu­el­le Themen, Messen zur Shop-Branche, neue Trends und Entwicklungen oder ande­re Branchen-Highlights sein. In sol­chen Newslettern las­sen sich dann gut Produktthemen und -links inte­grie­ren.

Tipp: Abonniere den Benachrichtigungsdienst von Google Alerts zu Produkt oder Branchenstichworten und du wirst über News auto­ma­tisch und schnell infor­miert. Noch bes­ser als Google Alerts funk­tio­niert der aller­dings nicht kos­ten­lo­se Dienst Alert.io.

 

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Smartphones und Tablets nicht vernachlässigen

Inzwischen wird der Großteil der E-Mails auf mobi­len Geräten geöff­net. Responsives Design gewinnt des­halb bei E-Mails und den damit ver­bun­de­nen Funktionalitäten an Bedeutung. Dadurch las­sen sich Klickraten unab­hän­gig von Gerätearten und -typen stei­gern.

Bei der Gestaltung der E-Mails soll­te dabei dar­auf geach­tet wer­den, gro­ße, gut les­ba­re Schriften und Schriftarten vor dem Hintergrund klei­ner Smartphone-Displays zu ver­wen­den. Auch Call-to-Action-Elemente wie Bestellbuttons, soll­ten gut sicht­bar plat­ziert und groß genug sein, damit sie vom Leser bzw. Besteller mit Fingerdruck pro­blem­los geöff­net wer­den kön­nen.

Mit Serviceleistungen Kundenbeziehungen pflegen

Newsletter ermög­li­chen über den Verkauf hin­aus den Aufbau und die Pflege von Kundenbeziehungen. Informiere des­halb auch über Serviceverbesserungen, neue Dienstleistungen und posi­ti­ves Feedback von Kunden.

Dafür bie­tet sich zudem die Chance zum Dialog: Stelle Fragen, bie­te Verlosungen und Wettbewerbe, Porträts von Kunden des Monats, bit­te um Erfahrungsberichte, Kommentare zu Blogbeiträgen oder um Teilnahme an einem Kundenforum und mehr.

E-Mail-Angebote als Kundenbindungs-Instrument

Gerade im Internet und bei Webshops ist die Kundenbindung von größ­ter Bedeutung und Wichtigkeit. Dafür sind E-Mail-Newsletter her­vor­ra­gend geeig­net, denn sie stel­len ganz ein­fach sicher, dass du bei dei­nen Kunden nicht in Vergessenheit gerätst.

Dafür gibt es vie­le sym­pa­thi­sche Möglichkeiten: sich für die Treue bedan­ken, sie mit spe­zi­fi­schen Vorteilsangeboten über­ra­schen, Wissenswertes und Ratgeber zum Thema bie­ten, Neuprodukte mit Exklusivrabatten oder Schnäppchen für Newsletter-Abonnenten anbie­ten, über Messen und Veranstaltungen infor­mie­ren und vie­les mehr.

Exklusivleistungen für Newsletter-Abonnenten sind beson­ders emp­feh­lens­wert, da sie die Kündigungsquote tief hal­ten. Regelmässigkeit und Informationswert sind dabei das Wichtigste. Und ver­sen­de zuwei­len auch Newsletter, die ohne jeden Verkauf aus­kom­men. So stei­gerst du dei­ne Glaubwürdigkeit.

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Ideen zur Adressgenerierung für Newsletter

Adressgewinnung ist ein schwie­ri­ges Thema, wenn man sich nicht des Spammings schul­dig machen will. Einige Möglichkeiten in Kürze: Schöpfe vor­han­de­ne Potenziale dei­nes Kundenstammes aus. Auch Gewinnspiele sind ein Weg. Generell soll­test jeden Kundenkontaktpunkt nut­zen. Deine Website ist dabei ohne­hin der wich­tigs­te Ort.

Nutze aber auch Blogkommentare oder arbei­te mit Kooperationspartnern zusam­men. So kann auch mit die­sen ein Adresstausch vor­ge­nom­men wer­den, wenn Zielgruppen, Bedürfnisse und die Bedingungen, unter denen du die Adressen erhal­ten hast, dies zulas­sen.

Am effek­tivs­ten sind Adressgewinnungsmaßnahmen wäh­rend des Bestellprozesses, bei Onlineregistrierungen oder Webinaren, sowie bei Offline-Aktivitäten (Anlässe wie Messen oder Kundenpräsentationen, Anmeldeschein usw.) und Co-Registrierungsprogrammen.

Adressengewinnung per Twitter

Auch Social Media kann als Pool für die Adressengewinnung genutzt wer­den, indem man auf Twitter, Facebook, Xing und in ande­ren Netz-wer­ken auf das Newsletter-Informationsangebot hin­weist. Auch mit Twitter ist es mög­lich, zusätz­li­che Interessenten zu gene­rie­ren. Verweise in dei­nem Newsletter auf dei­ne Tweets mit mög­lichst inter­es­san­tem Informationswert. Bitte nun dei­ne Newsletter-Leser, die­se Informationen via Twitter wei­ter­zu­rei­chen. Wenn die Information als rele­vant ange­se­hen wird, wird sie dann hof­fent­lich über die Twitterkonten der Newsletter-Leser ver­brei­tet. So kann dei­ne Nachricht – Interesse und Informationswert vor­aus­ge­setzt – wei­te Kreise zie­hen.

Wichtige Newsletter-Kennzahlen

Beim mit Newslettern ver­gleich­ba­ren Direct Marketing arbei­tet man stets mit wich­ti­gen Kennzahlen, um Erfolg und Ziele kon­trol­lie­ren, ver­glei­chen und über­wa­chen zu kön­nen. Außerdem kann man sich bei Tests so zuver­läs­si­ger für die bes­te Variante ent­schei­den.

Für Newsletter wich­ti­ge Kennzahlen sind:

  • Öffnungsrate (wie vie­le Newsletter-Empfänger öff­nen den Newsletter).
  • Anklickrate (wie vie­le kli­cken die Angebote an).
  • Kündigungsquote (wie vie­le Abonnenten kün­di­gen pro­zen­tu­al den Newsletter?
  • Bounce Rate (Nichtzustellbarkeitsquote, wie vie­le Newsletter erreich­ten den Empfänger nicht). Diese kann jeweils drei Gründe haben: Eine vol­le Inbox (Soft Bounce) eine ungül­ti­ge E-Mail Adresse (Hard Bounce) oder Blocked Bounces, die durch Spam-Firewalls oder Spam-Filter in E-Mail-Clients aus­ge­löst wer­den kön­nen).

Steigende Abbestellraten von Newsletter-Abonnements sind stets als Alarmzeichen zu ver­ste­hen und zei­gen Handlungsbedarf (weni­ger Werbung, mehr Abwechslung, mehr Tipps und Nutzen, bes­se­re Zielgruppenausrichtung, neue oder inter­es­san­te­re Produkte, weni­ger hohe Frequenz und mehr).

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Newsletter mit Social Media verzahnen

Soziale Teilbarkeit und Präsenz sorgt auch bei Newslettern für grös­se­re Reichweiten und Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Zudem erhältst du mit sozia­ler Verzahnung die Chance auf neue Abonnenten und Weiterempfehlungen dei­nes Newsletters. Fordere dei­ne Newsletter-Abonnenten dazu auf, ihn bei Facebook und ande­ren sozia­len Medien und Netzwerken zu tei­len. Damit signa­li­siert man auch Relevanz und zeigt Engagement in der Social Media-Welt. Das Teilen oder Liken gan­zer Newsletter ist zu ver­mei­den. Leser soll­ten spe­zi­fi­sche Teilbereiche, wie Abschnitte oder Produktangebote, wei­ter emp­feh­len kön­nen.

Vor allem das Teilen attrak­ti­ver Angebote wie Gutscheine, Preisvorteile, Gewinnspiele, neue Produkte bekann­ter Marken und mehr erzielt Wirkung. Weise im Newsletter mit den bekann­ten Logos auf alle sozia­len Netzwerke hin, bei denen du prä­sent bist und nen­ne inter­es­san­te Angebote und kon­kre­te Nutzenstiftungen, die­se zu besu­chen. Ebenso soll­ten Newsletter-Angebote auch auf allen Social Media Kanälen abon­nier­bar sein und allen­falls gar auf das Archiv ver­wei­sen.

Wichtig: Wenn du dich für die Nutzung sozia­ler Kanäle ent­schei­dest, dann musst du dort auch Präsenz zei­gen und in Interaktion mit dei­nen Besuchern tre­ten. Ein Social-Media-Kanal ist kei­nes­falls wie ein toter Briefkasten zu füh­ren.

Beitragsbild: Johannes Plenio auf Pixabay 

(Der Beitrag erschien erst­mals im Juni 2014 und wird seit­dem aktu­ell gehal­ten. Das letz­te Update erfolg­te im April 2019.)

Marco De Micheli

Marco De Micheli ist seit über 10 Jahren Verlagsleiter des PRAXIUM-Verlages in Zürich. Als ehemaliger Marketingleiter und Projektleiter Neue Medien ist ihm auch in dieser Funktion das Marketing ein zentrales Anliegen und ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Deshalb hat er dazu ein Buch geschrieben, das sich auf ganzheitliche, praxisnahe und vor allem sehr verständliche Weise mit dem Onlinemarketing für Webshops befasst. Dabei geht De Micheli neben anderen Themen detailliert auf den Bereich Contentmarketing ein. Sein Buch finden Sie hier: Onlinemarketing-Praxis für Webshops / ISBN: 978-3-906092-26-3

3 Kommentare

  1. Danke für den Artikel, den könn­te ich direkt an vie­le mei­ner Kunden wei­ter­lei­ten :-) Social Media kann genutzt wer­den, um Leute für die Email-Liste zu gewin­nen. Aber das “Anwärmen” und Verkaufen pas­siert über Email, nicht Facebook. Ich ver­su­che das vie­len, vor allem klei­nen Unternehmen bei­zu­brin­gen, die immer noch mei­nen, Email-Newsletter sei­en gleich Spam. Dabei kann ein gut gemach­ter Email-Newsletter viel für’s Geschäft tun, wie Sie ja oben gut beschrei­ben.

    Herzlichst,
    Sandra Holze

  2. Umsatzsteigerung mit Newslettern? Selten so einen Unsinn gele­sen. Ganz im Gegenteil! Die meis­ten unse­rer Kunden haben sich aus unse­rer Liste aus­ge­tra­gen, weil sie sich durch das zuneh­men­de Mailaufkommen beläs­tigt füh­len.

    • Sehr geehr­ter Herr Schrader

      Sicher: Das zuneh­men­de Mailaufkommen und die Spam-Problematik machen auch E-Mail-Newslettern zu schaf­fen. Aber wirk­lich gut gemach­te und inter­es­san­te Newsletter haben nach wie vor tie­fe Kündigungsquoten. Sind die­se zu hoch, liegt es fast immer am Content bzw. oft dar­an, dass Newsletter nur ver­kau­fen und kei­nen Mehrwert bie­ten.

      Der Artikelverfasser

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