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Dieter Petereit 26. Januar 2017

Trend zur Ausbeutung: 70 Prozent aller Kreativen werden um kostenloses Arbeiten gebeten

Es ist uns allen nicht neu. Hier bei Dr. Web haben wir schon so manchen Cartoon zum Thema veröffentlicht. International repräsentieren Hashtags wie #nospecwork den Kampf gegen die Ausbeutung kreativer Arbeit. Eine neue Studie aus dem Vereinigten Königreich zeigt ein für mich neues Ausmaß dieser Seuche.

Cartoon: Sichtbarkeit

Die Betreiber des relativ neuen Design-Kollaborationstools Approve.io aus Manchester gaben eine Studie in Auftrag, mit der das Ausmaß des Specwork-Problems in Zahlen ausgedrückt werden sollte. Im November und Dezember 2016 wurden mehr als 1.000 Freelancer aus kreativen Berufen aus dem gesamten vereinigten Königreich befragt. Dabei sollten sie angeben, wie häufig sie um kostenloses Arbeiten gebeten werden und wie häufig sie diesem Ansinnen auch tatsächlich entsprechen.

In der Zusammenfassung ergibt sich, dass 7 von 10 Kreativen um kostenloses Tätigwerden gebeten wurden und einer von diesen zehn dann auch tatsächlich kostenlos gearbeitet hat.

Klingt die Zusammenfassung schon dramatisch genug, sieht es in einzelnen wichtigen Berufsgruppen noch dramatischer aus. So werden sogar rund 9 von 10 Fotografen um kostenloses Arbeiten gebeten.

Welche Berufsgruppen wurden besonders häufig um kostenloses Arbeiten gebeten?

Beruf% derer, die gebeten wurden, kostenlos zu arbeiten% derer, die tatsächlich kostenlos gearbeitet haben
Fotografen87%16%
Grafikdesigner85%9%
Texter83%14%
Illustratoren81%8%
Journalisten78%6%
Filmemacher75%7%
Frontend-Entwickler74%5%
Backend-Entwickler71%4%
Durchschnitt70%9%

Der angegebene Durchschnitt berücksichtigt alle erfassten Berufsgruppen, auch solche, die in der obigen Tabelle nicht vorkommen. Der aufmerksame Leser wird gemerkt haben, dass der Durchschnitt der Nennungen ansonsten nicht bei 70% liegen könnte. (Quelle: Approve.io)

Steigt man weiter in die Details der Studie ein, differenziert sich das Bild weiter. Anscheinend sind die potenziellen „Auftraggeber” von zwei Annahmen getrieben. Danach kann man ruhigen Gewissen kostenloses Arbeiten verlangen von Frauen und von Personen, die unter 25 Jahre alt sind. Während der Anteil der Frauen im Vergleich zu den Männern zwar deutlich erhöht ist, ist der Anteil der unter 25-jährigen sogar doppelt so hoch.

Eine Ursache für das rasante Fortschreiten kreativer Ausbeutung sehen die Studienersteller in den sozialen Medien. Hierzu haben sie eine aussagekräftige Infografik erstellt, die zeigt, wie unverfroren Umsatzmilliardäre anderer Leute Arbeit zu ihrem eigenen Nutzen kostenlos umzudeuten versuchen.

Trend zur Ausbeutung: 70 Prozent aller Kreativen werden um kostenloses Arbeiten gebeten

(Quelle: Approve.io – Blogpost zur Grafik)

Die angebotenen Gegenleistungen waren die üblichen Klassiker. Eine Flasche Schampus, falls die Story genommen wird. „Exposure” gegenüber den Followern der großen Marke und auch das vage Versprechen, eventuell zukünftig für Bezahlaufträge in Erwägung gezogen zu werden, sollte man sich kostenlos bewähren.

Dr. Web rät, wie stets und ständig: Hüte dich vor unbezahlter oder stark rabattierter Arbeit. Preise, die einmal kaputt sind, bekommst du nie wieder repariert.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

25 Kommentare

  1. Natürlich sollen sich Kreative und Solo-Designer nicht unter Wert verkaufen. Und schon gar nicht für 0 Euro. Ich tue es auch nicht. aber es ist schwer.

    Dass sich das Mindset, immer und überall ein Schnäppchen zu fordern, in Konsumenten und Kunden mittlerweile tief eingegraben hat, macht es nicht leichter.

    Die Zuschreibungen jedoch, dass vor allem die unerfahrenen Jungen und das böse neue Internätz es wären, dass das sich unter Wert verkaufen zur Sklaverei verkommt, möchte ich jedoch ergänzen und differenzieren.

    Denn es ist nur die halbe Wahrheit.

    Die Wahrheit ist, dass Auftraggeber dieses ‚kreative Leistungen für 0 verschleudern‘ schon viel länger kennen als es das Internet gibt.

    Denn dieses Verschleudern ist einfach Marketing. Marketing jedes Fischhändlers auf dem Hamburger Fischmarkt zum Beispiel. Verschenke ein Riesen-Bund Bananen zu den 12 geräucherten Aalen und du bekommst Aufmerksamkeit, ein Abo und noch mehr Kunden dafür.

    Das war auch das Marketing der Agenturen und der Media-Agenturen seit der Zeit, seit es professionellerweise Werbung gibt (ca. 1920).

    Was taten sie. Sie haben die Anzeigen – dank ihrer emsigen kreativen Mitarbeiter, die nur für dieses angestellt waren, schon immer gratis gebaut. Als Köder. Und haben den Aufwand über die damals exorbitanten Schaltkosten reinbekommen. Die Kreativen konnten damit gut bezahlt werden. Irgendwann galten mit diesem Trick Werbeagenturen und Mediagenturen als die großen Reibach-Macher^^ und konnte sich des Kreativen-Zustroms nicht beklagen. Es war geil, Werber zu sein und als Grafiker bei denen zu arbeiten. Das waren die 70er und 80er.

    Dass die einmaligen Fixkosten ‚Kreative Anzeige‘ bezahlt zu sein haben, kam später auf. Als man nicht mehr einfach nur dumme Sprüche verkaufen konnte, sondern Konzeptionen und Strategien brauchte, um zu überzeugen. Als der Konsumentenmarkt anspruchsvoller wurde.

    Ausführungs-Kreatives war halt seit 1920 der gehobene Kugelschreiber, also ein wohlfeiler Marketing-Köder, um einen Fuß in die Tür großer Media-Etats zu kommen. Das funktionierte gut bis in die späten 90er.

    Dass nach der Gottseidank besseren Entwicklung, Strategien und Konzeptionen gegen echtes Geld verkaufen zu können, statt sie als billiges Kickback zu betrachten, das Billig-Internet jetzt dazwischenfunkt, ist eine unangenehme Entwicklung für Kreative.

    Das ganze Köderungs-Kundengewinnungssysten ganzer Agenturen steht zur Diskussion und Disposition.

    Leidtragende sind aber vor allem Solo-Kreative. Sie haben nichts zum Gegenfinanzieren. Es bringt sie um.

    Größere Agenturen können dieses Pitchen für lau ja noch immer austeuern. Fragt sich nur wie lange noch. Bis deren letzter Praktikant die Hufe von hinten zeigt und abhaut. Weil er nicht mehr verheizt werden möchte, nur damit der Geschäftsführer weiterhin
    sein Gehalt einstreifen kann. Sie haben mittlerweile ein Rekrutierungsproblem, gute Leute zu bekommen. Was Wunder.

    Das Einzige, was man tun kann, ist endlich die Ausbildung der Kreativen zu verbessern und ihnen endlich die Fähigkeit zu vermitteln, Marketing-Blingbling und Auftraggeber-Tricks als das zu erkennen und selbst besseres Marketing zu machen. Rechnen zu können.

    Das fehlt bitter bis heute in den FHs und Akademien. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie Professor Pfeifer.

  2. Ist die Studie irgendwo nachlesbar, natürlich nur wenn es nichts kostet …? ;-)

  3. Ich habe in einem anderen Artikel, welcher dieses Thema behandelte, mal von der folgenden empfohlenen Mentalität gelesen:
    – Wenn ein Auftrag bezahlt ist, erfülle ich dir die gewünschten Leistungen nach deinen Vorstellungen. Jede Zusatzleistung die nicht im Vertrag steht, kostet extra.
    – Wenn ein Auftrag nicht bezahlt ist, ich aber trotzdem Lust drauf habe, ist die einzige Bedingung: Ich erfülle den Auftrag so wie ich es will. Sobald DU nur eine einzige Vorgabe machst, wandelt sich das Ganze in einen bezahlten Auftrag.

    Diese Mentalität hat mich beim Lesen fasziniert und ich möchte, wenn ich demnächst in die Selbständigkeit gehe, versuchen, sie zu verinnerlichen!

    • Ich würde das ganze Thema noch mal aus einer anderen Perspektive betrachten – von noch weiter „oben“…mit der Entwicklung der Sharing-Möglichkeiten im Internet und der unschönen „Geiz-ist-geil“-Werbungen hat sich die Ripper-Mentalität Stück für Stück ausgebreitet. Und das geht halt ganz einfach so weiter. Mich wundert es nicht, dass es vor allem auch unter 25-jährige trifft. Denn da sagen sich viele Auftraggeber: Ihr seid doch selbst die größte Ripper-Generation. So what? Und mal Hand auf’s Herz an alle, die hier kommentieren – ohne dass das ein Vorwurf ist – nur ein Gedankenanstoß: Wie viele von Euch haben sich schon kostenlos Musik gezogen oder gehackte Software benutzt usw.? Mich wundert das alles nicht. Es bedarf eines generellen Umdenkens und Umschwenkens, und zwar auf ziemlich radikale Weise, um die Kreativbranchen und letztlich die gesamte Gesellschaft vor Ausbeutung zu schützen. Meiner Meinung nach brauchen wir längst eine komplett neue Gesellschaftsstruktur, mit einer neuen Definition von Arbeit und mit einer radikal gerechten Umverteilung von Reichtum. Meine Meinung.

  4. Ich bin Grafikerin und habe mich mit 22 Jahren Selbstständig gemacht. Mittlerweile bin ich 6 Jahre am Markt und habe wirklich alles erlebt: Von Leuten, die mir einen Kaffee für ein komplettes Corporate Design angeboten haben und vielen Männern, die dachten das kleine Mäusschen könnte doch auch froh sein, wenn sie für ein paar Euros den Auftrag bekommt.

    Ich musste mich da wirklich durchsetzen und viele schaffen gerade das nicht. Denn die „Möchtegern-Dein-Kunde-sein“-Personen sind teilweise sehr aggressiv und beleidigend.

    Aber das Durchsetzen hilft! Denn unsere Arbeit beinhaltet soviel Hintergrundwissen, dass kann jemand ohne Ausbildung gar nicht so schnell aufbauen. Merke ich auch immer wieder.

    Wir müssen uns nur wieder mehr bewusst darüber werden, wie wertvoll unsere Arbeit für Unternehmen ist und welcher hohe Nutzen dahinter steckt.

    Grüße
    Verena ;-)

  5. Ich bin Filmjournalistin und kann die Male, in denen ich um kostenlose Arbeit gebeten wurde, schon nicht mehr zählen. Viele meinen, Kino mache ja Spaß, das müsse ja niemand bezahlen. Und da so viele junge Blogger_innen mit dem Zugang zu Pressevorführungen zufrieden sind, können professionelle Schreiber_innen im Grunde keine angemessenen Honorare mehr durchsetzen. Viele Zeitschriften und Webseiten finanzieren sich komplett über unbezahlte Autor_innen und/oder Praktikant_innen (natürlich grundsätzlich NUR Pflichtpraktikant_innen, weil die keinen Mindestlohn erhalten müssen). Und wenn gezahlt wird, dann Honorare, die auf die Arbeitsstunden umgerechnet vollkommen jenseits unseres gesetzlichen Mindestlohns liegen.

  6. Hallo, das ist in der Tat eine bedenkliche Entwicklung. Die Ursachen dürften vielfältig sein. Hier hilft nur Aufklärung, vor allem gegenüber jüngeren Kreativen. Aber solange Fotografen für Centpreise ihre Bilder in den Markt werfen und Webdesigner und Grafiker für EUR 100.– ganze Projekte verwirklichen, bleibt da nur etwas Hoffnung das sich der Markt, der Teilweise schon keiner mehr ist, wieder stabilisiert.

  7. Oh ja, ich war jahrelang Illustratorin und die großen, reichen Verlage haben einen immer wie Dreck behandelt. Es musste schnell gehen und natürlich günstig. Teilweise kam ich nicht mal auf einen Stundenlohn über 1-2 Euro, weil ich natürlich trotzdem eine gute Qualität abliefern wollte.
    Man ist einfach in der Zwickmühle. Lehnt man den Job ab, hat man kein Geld, nichts neues im Portfolio und die Verlage holen sich Zeichner (billigere) aus dem Ausland. Es ist zum Verzweifeln gewesen, wie wenig die eigene Arbeit wertgeschätzt wurde, obwohl sie sich, wie in meinem Fall, manchmal Millionenfach in Europa verkauft hat.
    Ich habe den Verlagen 2014 den Rücken gekehrt und mache seither alles auf eigene Faust und das war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich verdiene nun endlich so viel, dass ich sogar eigene Zeichner einstellen konnte und diese sehr gut bezahlen kann (40-60 Euro Stundenlohn je nach Qualifikation).
    Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass viele Zeichner sehr aggressiv und beleidigend reagieren, wenn ich sie anschreibe, ob sie mit mir arbeiten wollen. Es Kristallite sich dann meist gegen Ende des Gesprächs heraus, dass sie nicht kostenfrei arbeiten wollen … und dann beleidigt waren und wurden. Und als ich dann sagte, das ich sie gut bezahlen wollte … sind viele erst einmal total verblüfft. Ich dachte immer, ich wäre die einzige, die so von den Verlagen ausgenutzt wurde, aber man ist nicht allein. Diesen Bericht sollte jeder Lesen, der in der kreativen Branche ist!
    Ich bin auf jeden Fall superfroh über mein tolles Zeichnerteam, bei uns geht es zu wie auf einem Bio Luxusbauernhof +g+ und ich möchte ja auch noch in 10 oder 20 Jahren mit allen zusammenarbeiten.
    Glückliche Mitarbeiter sind das A und O! Das scheinen nur leider die Verlage und großen Konzerne noch immer nicht verstanden zu haben. Aber Qualität setzt sich am Ende immer durch :)!

  8. Ich bin Tierportrait-Zeichnerin und ich werde erstaunlich oft nach kostenlosen Zeichnungen oder schon unverschämten, von mir nicht angebotenen Rabatten (Hälfte des Preises und dergleichen) gefragt. Meist wird mir „Werbung“ im Gegenzug geboten. Diese Werbung sieht dann so aus, dass die fragende Person mich auf ihrer Facebook-Chronik erwähnen möchte.
    Ich bin einmal bei einer Schülerin auf einen Rabatt eingegangen und das habe ich bitter bereut. Natürlich war die Gegenleistung ein Witz, das hatte ich aber auch schon erwartet, aber ich musste auch noch ewig hinter meinem Geld herrennen und hatte daher im Ganzen ein Verlustgeschäft.
    Ich würde das nie wieder machen und habe es als Lehre gesehen.
    Niemand hätte die Dreistigkeit in einem Supermarkt zu sagen: „Ich will für den Käse zwar nichts zahlen, aber dafür poste ich auf meiner Facebook-Chronik, wie lecker er war!“ …
    Das müssen wir uns auch nicht gefallen lassen.

    Stehen wir zu unseren Preisen und zu dem Wert unserer Arbeit und lassen uns nicht verarschen :)

  9. Es sollte der einfache Leispruch gelten.
    Mit Menschen lebt man und mit Firmen macht man Geschäfte!
    An Firmen habe nichts zu verschenken aber Freunden tue ich gerne mal einen Gefallen.

  10. Es ist wie eine Seuche und manche lassen sich von dem Deckmäntelchen der Reichweitengenerierung unkritisch betören. Die „Huffington Post“ generierte aus dieser Masche ein Geschäftsmodell. Es ist befreiend, diesen Blogpost auf mich wirken zu lassen. Danke!

    Liebe Grüße
    Patrick

  11. Ja, in dieser Branche ist es echt nicht leicht. Habe auch schon Erfahrung sammeln müssen. Aber das werden wir wahrscheinlich auch nicht ändern können…

    • Hallo!

      Man kann und sollte definitiv versuchen, daran etwas zu ändern! Denn je mehr Leute ihre Dienstleistungen kostenlos anbieten, desto „selbstverständlicher“ wird es. Man sollte sich also überlegen, ob man seine kostbare Arbeitszeit wirklich dafür einsetzt, um kostenlose Dienstleistungen anzubieten.

      Das kann unter Umständen mal etwas bringen, wenn man bspw.
      – in dem Projekt etwas Neues ausprobiert und seine Fähigkeiten dadurch erweitert und in der Praxis ausprobiert
      – ein prestigeträchtiges Projekt umsetzt, sodass wirklich Folgeprojekte daraus abfallen und andere potentielle Kunden auf einen aufmerksam werden
      – jemandem einen Gefallen tut, der auch danach irgendwann bereit ist, den Gefallen zu erwidern.

      Wenn man all solche Vorteile daraus erzielen kann, ergibt die Annahme eines kostelosen Projektes > unter Umständen < Sinn. Denn letztendlich drückt das nur die Preise.

      Erzielt man aber keinen Vorteil, sollte sich jeder überlegen, ob man die wertvolle Lebenszeit nicht sinnvoller einsetzt und sich in der Zeit nicht lieber
      – weiter fortbildet
      – in einem anderen Bereich Geld verdient
      – das Leben genießt
      – ehrenamtlich tätig wird
      – eigene Projekte umsetzt
      – …

      Viele Grüße
      Heiko

  12. Der war gut – jetzt die ersten 3 Monate kann ich noch nicht so viel zahlen, aber danach bekommst Du Provision auf folge Aufträge, nach 2 Monaten — wir können halt noch keine folge Aufträge machen weil noch soviel zu tun ist…. nach 3 Monaten päng… – Viel eingesetzt, wenig erhalten und kein Resultat — SUPER….
    —–stooni

  13. Ja, wenn man nur bekloppt genug oder ausreichend verzweifelt ist so einen Shize mitzumachen…

    Mich macht sowas immer relativ sauer, weil alleine die Forderung unfassbar unverschämt ist. Aber ich über mich in Nachsicht mit den geistig Armen.

    • Das hat nichts mit geistiger Armut oder Umnachtung zu tun. Das ist ein Mentalitätsproblem, gepaart mit mal mehr, mal weniger Arroganz. An diesem Umstand ist die Designbranche allerdings nicht ganz unschuldig.

      • Da würde mich interessieren, was du konkret mit „nicht ganz unschuldig“ meinst.

      • Hallo!

        Wahrscheinlich meint er, dass dazu immer zwei Seiten gehören. Die Anfrage für kostenlose Arbeit muss ja nicht angenommen werden. Je mehr Leute solche eine Anfrage aber annehmen und den Auftrag kostenlos erledigen, desto „selbstverständlicher“ wird es, weiterhin nach kostenlosen Diensten zu fragen.

        Viele Grüße
        Heiko

      • Wenn man ein bisschen Agenturerfahrung hat, hat man sicher schon mal den einen oder anderen „Pitch“ mit gemacht. In der Regel gibt es dafür nichts oder sehr wenig.

      • Ich denke nicht, dass die „eigentliche“ Designbranche da schuld hat. Das Problem liegt IMHO bei den ganzen „Hobby-Künstlern“. Ganz nach dem Motto: „Wozu brauchen wir denn Designer? Wir haben doch einen Rechner mit Word!“

      • Hab letztens erst wieder ein treffenden Rant dazu gelesen. Letztlich gibt es solche Forderungen nur, weil sie Erfolg haben. Wenn wir in der Branche nicht genug Evolutionsbremsen hätten, die bei Sowas mitmachen, hätten wir das Problem nicht, und das sind nicht nur Hobby-Designer. Verkackt haben wir das also selber, wir Agenturen, wir Kreative, wir Irgendwas-mit-Medien-Leute.

        Also für Jene, die richtig Bock drauf haben, macht das. Macht weiter so. Verkauft euch unter Wert, aber dann so richtig schön billig. Mit Strapse und High-Heels von Kik. Und kommt dann bloß nicht auf die Idee herum zu heulen, wenn der Mindestlohn euer Praktikanten-basiertes-Geschäftsmodell kaputt macht. Die Scheiße ist hausgemacht.

  14. Zitat aus einem Auftrag vor drei Wochen: „Ansonsten bitte ich Sie, die Seite so zu gestalten bzw. so vorzugehen, dass die Seite bestmöglich gefunden wird, soweit dabei keine weiteren Kosten entstehen.“

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