Heike Thormann 3. Januar 2008

Tipps gegen den Stress: 7 – 12

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Stress ist eine Volkskrankheit geworden. Was als sinnvolle Eigenschaft unseres Körpers begann, um akute Gefahren zu überwinden, hat sich längst zu einem krankmachenden Dauerzustand ausgewachsen. Grund genug, Ihnen in dieser kleinen Artikelserie ein paar Tipps an die Hand zu geben, wie Sie mit Ihrem Stress fertig werden können.

Waren Sie schon beim letzten Mal dabei und haben sich die ersten sechs Tipps zu Gemüte geführt? Wenn nicht, können Sie das hier nachholen

Tipp 7: Vereinfachen Sie Ihr Leben
Kennen Sie die Slow-Food-Bewegung, die Simplify-Welle oder den zunehmenden Trend, sich für eine Weile von seinem gewohnten Leben in Klöster und Co. zurückzuziehen? Dann wissen Sie ja, was ich meine.

Man könnte unser heutiges Leben vielleicht als „permanentes Mehr“ bezeichnen. Nicht nur ein Mehr an beruflichen Anforderungen, gesellschaftlichen Umbrüchen oder technologischen Entwicklungen. Sondern auch, ganz profan, ein Mehr an Besitz oder Kontakten, Freizeitangeboten oder persönlichen Möglichkeiten.

All dieses Mehr ist bereichernd, kann einen aber auch belasten und stressen. Das fängt schon bei den unzähligen Alternativen an, zwischen denen wir wählen müssen. Aldi und die anderen Discounter sind nicht zuletzt auch deswegen so erfolgreich, weil sie uns mit ihrem eingeschränkten Angebot die Qual der Wahl erleichtern.

Auch der bloße Besitz von Dingen kann Stress auslösend sein, weil er unsere Aufmerksamkeit fordert und nach Steigerung schreit. Zeitungen wollen gelesen, Autos bewegt und Computer durch die neueste Version upgedated werden. Einmal in Gang gesetzt, scheint die Spirale nicht mehr aufzuhalten – mit Forderungen und Stress für uns selbst.

Versuchen Sie deshalb, wo immer möglich, zu reduzieren. Trennen Sie sich von unnötigen Dingen und verringern Sie Ihre Ansprüche. Niemand muss etwas besitzen, nur weil es da ist.

Sich alle zwei Jahre einen größeren Fernseher zuzulegen, geht nicht nur ins Geld (Das auch erst einmal verdient sein will – eine Quelle beruflichen Stresses). Und Sachen, die Sie schon lange nicht mehr zur Hand genommen haben, haben sich vielleicht schon längst zu totem Ballast entwickelt (Was Sie spätestens dann merken, wenn Ihre Wohnung aus allen Nähten platzt oder der nächste Umzug ansteht).

So aberwitzig es klingen mag, aber wenn Sie Stress abbauen wollen, dann ist es gerade unser Mehr an Möglichkeiten, dem Sie zu Leibe rücken sollten.

Tipp 8: Entwickeln Sie feste Rituale
Wenn jeden Tag etwas Neues passieren kann, andere Anforderungen warten, Alternativen gegeneinander abgewogen werden wollen, dann hilft es nicht nur, sein Leben so einfach wie möglich zu gestalten. Auch feste Gewohnheiten und liebgewordene Rituale können zu Ruhezonen in unserem Stress werden.

Sie gliedern unseren Tag in überschaubare Einheiten, trösten uns mit ihrer regelmäßigen Wiederkehr, bieten Sicherheit und vertraute Abläufe. Anker in dem Meer von Veränderungen, das um uns herum tobt.

Egal, ob das Ihr Lieblingskissen ist, ohne das Sie nicht einschlafen können. Das Zweitfrühstück morgens um halb zehn. Das ausgiebige Wannenbad. Die regelmäßige eMail an Freunde und Kollegen.

Tipp 9: Halten Sie Ordnung
Dieser Tipp ergänzt Punkt 7: Werfen Sie nicht nur Ballast ab. Halten Sie auch Ordnung bei den Dingen, die Ihnen verblieben sind.

Ordnungsfanatiker mögen bespöttelt werden und kreatives Chaos Ausdruck eines freien, ungehinderten Lebensstils sein. Aber Tatsache ist, dass selbst Anhänger der Chaos-Theorie sich in einem aufgeräumten Haushalt deutlich wohler fühlen und besser entspannen können. Von Zeitaufwand und Frust mal ganz abgesehen, wenn Sie Ihre Sachen erst noch stundenlang suchen müssen.

Gewöhnen Sie sich deshalb ein gewisses Maß an Ordnung an – nicht nur im Haushalt, sondern auch im Büro. So eine aufgeräumte Schreibtisch-Platte ist wie eine erstklassige, picobello Shopping-Meile – und lädt zu Taten ein.

Tipp 10: Achten Sie auf Ihre Ernährung
Nanu, was hat Ernährung mit Stress zu tun? Ganz einfach: Je gesünder Sie sich ernähren, desto fitter im Allgemeinen auch Ihr Körper. Und je fitter Ihr Körper, desto größer Ihre Widerstandskraft gegenüber Stress.

Also: Her mit allem, was Ihre Versorgung mit Vitaminen und Mineralien fördert, wie etwa Obst, Trockenfrüchte oder Gemüse. Her auch mit viel Wasser, um Ihr Gehirn geschmeidig zu halten.

Und natürlich fort mit den üblichen Verdächtigen wie Kaffee, Alkohol, Zigaretten oder fettreichem Essen. Perfiderweise alles heiße Anwärter, zu denen wir im Stress gern greifen, die unseren Körper allerdings nur zusätzlich belasten und unseren Stress damit allenfalls verschlimmern.

Daneben gibt es dann auch Produkte, die ganz gezielt unseren Stress abbauen helfen, wie etwa den Mineralstoff Magnesium oder bestimmte entspannende Tees. Fragen Sie im Fall des Falles einfach Ihr Reformhaus oder ähnliches. Dort kann man Ihnen sicher weiterhelfen.

Tipp 11: Treiben Sie Sport
Okay, ich gebe zu, dieser Tipp ist nicht wirklich etwas für mich. Ausgemachter Sportmuffel, der ich bin. Aber Sport wird nicht umsonst als probates Mittel gegen Stress empfohlen. Zum einen hält er natürlich unseren Körper fit und entfaltet damit die gleiche Wirkung wie auch die gesunde Ernährung. Zum anderen hilft er Ihnen dabei, Ihre Stresshormone loszuwerden.
Nebenbei: Holz hacken tut das auch. Wie jede Muskelarbeit, die diese durch Stress erzeugten Substanzen im Blut abbaut.

Aber wir wollten ja nicht hacken, sondern Sport treiben. Suchen Sie sich also eine Betätigung, der Sie einigermaßen regelmäßig nachgehen können (Das ist wichtig, wenn Sie Ihren Stress nicht nur nachträglich bekämpfen wollen). Vielleicht haben Sie auch Spaß an Techniken wie Tai Chi oder Yoga, mit denen Sie Sport und Entspannung kombinieren können. Und wenn alle Stricke reißen? Dann legen Sie zumindest ein paar Dehnungsübungen ein. Verkrampfte Muskeln sind ebenfalls einigermaßen Stress fördernd.

Oder machen Sie es so wie ich – die ich ja bekanntlich mit Sport nicht viel anfangen kann, laufen Sie. Gehen Sie raus an die frische Luft und bewegen Sie sich. Gehen Sie spazieren, fahren Sie Rad, was auch immer. Hauptsache, Sie kommen für eine Weile aus Ihrem Alltagstrott raus (erinnern Sie sich noch an Punkt 4?), kriegen Ihren Kopf frei, tanken Sauerstoff für Ihr Gehirn auf und schütteln Ihre angespannten Glieder aus. Und wenn Sie dann noch Holz hacken wollen — ach nee, das lassen wir jetzt.

Tipp 12: Singen Sie unter der Dusche
Gut, es muss nicht nur die Dusche sein. Sie sollten das jetzt nicht überinterpretieren. Singen können und dürfen Sie natürlich überall. Auch wenn die Mehrheit von uns das interessanterweise unter der Dusche zu tun pflegt.

Was Singen mit Stress zu tun hat? Wenn wir angespannt und gestresst sind, dann atmen wir oft zu schnell und zu flach, können den kostbaren Sauerstoff nicht voll ausnutzen. Zudem verbrauchen wir in höherem Maße Mineralstoffe wie Kalzium, die andernfalls eine beruhigende Wirkung auf unsere Nerven hätten.

Lautes Singen dagegen fördert eine ruhige, gleichmäßige Atmung. Diese Atmung wiederum wirkt wie eine Sauerstoffdusche, lässt den Kalziumpegel steigen, pusht unsere Konzentration und baut Stress ab. In diesem Sinne: Singen Sie.

Nebenbei: Wenn Sie sich nun so gar nicht mit Singen anfreunden können sollten, dann versuchen Sie zumindest, Ihre Atmung bewusst zu kontrollieren. Nehmen Sie sich eine Uhr und verlangsamen Sie Ihren Atem bis auf vier, fünf Atemzüge die Minute. Konzentrieren Sie sich dabei zum Beispiel auf bestimmte Laute, mit deren Hilfe Sie ein- und ausatmen. So bekommen Sie nicht nur ein Gefühl für die Sache, sondern können durch den beruhigenden Rhythmus gleichzeitig weiter auf Ihre Entspannung hinarbeiten. Weiter mit Teil 3

Erstveröffentlichung 03.01.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.
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