Dirk Metzmacher 3. April 2019

Time-Lapse-Videos: Deine Filme im Zeitraffer mit Lightroom und Premiere Elements

Es gibt zwei großartige Methoden, Videos schneller ablaufen zu lassen, als es die Zeiger auf der Uhr so vorgesehen hatten. Einmal gleich in deiner Kamera oder aber nachträglich in einer Software, die Video-Bearbeitung zulässt, wie etwa Adobe Premiere. So lassen sich zeitintensive Abläufe auf wenige Minuten reduzieren, um diese dennoch zu präsentieren, wenn auch etwas gestrafft. Sieh die Welt mit anderen Augen!

Aufnahme erstellen

Zunächst befassen wir uns mit Aufnahmen, die in gewissen Zeitabständen gemacht und später in einem Video zusammengefasst werden. Wird die Fotoserie abgespielt, so ergeben etwa 24 Fotos (je nach Bildfrequenz mehr oder weniger) eine Sekunde Film. Wie schnell sich die Welt bewegt, bestimmt der Abstand zwischen den Aufnahmen, der etwa alle fünf Sekunden betragen könnte. So werden aus zwei Minuten Fotoaufnahmen eine Sekunde Film. Du kannst natürlich auch andere Intervalle, wie etwa alle paar Minuten, Stunden oder gar Tage wählen.

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photographer taking photo / #92879323 / leungchopan

Faszinierend ist die Aufnahme von Objekten, deren Bewegung du kaum mit dem bloßen Auge verfolgen könntest, wie etwa die von Wolken, Pflanzen oder dem Sternenhimmel. Autos und Menschen sind auch prädestiniert, sie wie kleine Ameisen flitzen zu lassen. Wichtig ist es, bei der Aufnahme ein solides, schweres Stativ zu verwenden, da die Kamera sich während der Serie nicht bewegen darf.

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Star trail in South Africa / #117608068 / michelecaminati

Ob digitale Spiegelreflexkamera oder günstige Kompaktkamera – wichtig ist die Option des Auslösens mit Intervallfunktion. Ist diese in der Kamera integriert, brauchst du keine weitere Hardware. Ansonsten gibt es zahlreiche externe Fernauslöser, welche diese Intervall- bzw. Zeitrafferfunktion mit anbieten oder Smartphone-Anschlüsse mit Apps zum Thema. Generell sollten alle Werte der Kamera manuell fix eingestellt sein, damit sich diese nicht von Bild zu Bild ändern und es zu unschönen „Sprüngen“ im Bildablauf kommt. Auch der Fokus sollte fixiert werden.

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digital photo camera / #40211905 / Mircea BEZERGHEANU

Da später ein Video produziert wird und auch die Speicherkarte nicht endlos groß ist, solltest du die Bildqualität leicht herab setzen. So könntest du statt im RAW- im „small“ RAW-Format fotografieren oder eine gute JPEG-Variante auswählen.

Eine schnelle, doch nicht ganz so hochwertige Alternative könnte es sein, dass du ein Video aufzeichnest und dieses später um einige Bilder pro Sekunden kürzt bzw. beschleunigst.

Denke bitte immer daran, genügend Fotos oder Videomaterial zu produzieren, damit die gekürzte Version Bewegung zeigt und mehr als nur ein, zwei Sekunden dauert.

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Ferris Wheel at Night / #78598627 / Jack Aiello

Bearbeiten in Adobe Lightroom

In Lightroom importierst du das Bildmaterial und optimierst zunächst ein Foto. So könntest du zunächst im Bereich Entwickeln das Video-Format festlegen. Klicke dazu die Freistellungsüberlagerung an und dort auf Original. Klicke auf 16:9. Stand die Kamera schräg, so wende das Gerade-ausrichten-Werkzeug an. Ziehe damit den Horizont nach. Stelle das Bild weiter ein, um es ganz allgemein im Kontrast, den Farben und der Schärfe zu optimieren. Auch kreative Umsetzungen sind möglich.

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Wir sind fertig, allerdings nur mit der ersten von hunderten Aufnahmen. Doch kein Problem, drücke einfach Strg+A, zur Auswahl aller Fotos, und dann auf die Schaltfläche unten rechts mit dem Namen Synchronisieren. Die Einstellungen für das erste Bild werden nun auf alle weiteren Fotos übernommen.

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Für das Time Lapse-Video nutzen wir einfach eine Lightroom-Vorlage. Leider bringt Adobe da nichts von Haus aus mit, so dass wir einmal die Vorlage vom Lightroom-Blog installieren und einsetzen müssen. In Lightroom klickst du mit der rechten Maustaste im Vorlagenbrowser auf Benutzervorlagen und Importieren. Klicke den Ordner an und lade das Template. Zuletzt klickst du auf die Schaltfläche Video exportieren, wählst eine Videovorgabe an und gibst dem Video einen Namen.

Bearbeiten in Adobe Premiere Elements

Nachdem das Video in der Timeline gelandet ist, wird die Audio-Spur gelöscht, um dann nach einem Rechtsklick Zeit verlängern anzuwählen. Bei Geschwindigkeit gibst du einen recht hohen Wert von etwa 1500% ein. Die Spieldauer des Videos nimmt entsprechend ab. Über Werkzeuge > Schwenken und Zoomen könntest du jetzt noch einen Zoom einarbeiten, der nicht zu stark ausfallen sollte. Nach Fertig und Rendern ist das Zeitraffer-Video fertiggestellt.

Dass solche Umsetzungen durchaus zu beeindrucken wissen, zeigt Suddenly I Feel Light, ein Time Lapse-Film von Jeff Morris.

Beitragsbild: Stefan Schweihofer auf Pixabay

(Der Beitrag erschien erstmals im Fenruar 2014 und wird seitdem aktuell gehalten. Das letzte Update stammt vom 31.03.2019.)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.
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