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Dirk Metzmacher 17. April 2012

Photoshop: Tilt-Shift- und Lomografie-Effekt für Porträtfotos

Der sogenannte Tilt-Shift-Effekt ist ein junger Klassiker, der Aufnahmen von Menschen, Häusern und Fahrzeugen so wirken lässt, als seien Sie in Opas Hobbykeller mit seiner Modellbahnanlage entstanden. Typischerweise wird beim Fotografieren der Winkel so angelegt, wie auch die Sicht auf das Modell wäre – also eher von oben, schräg herab. Die Weiterverarbeitung in Photoshop kann aber auch auf Porträtfotos umgesetzt werden. Dann bietet sich alternativ ein grungiger Lomografie-Effekt an.

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Eine Tilt-Shift-Umsetzung lebt von der Unschärfe, die in das Bild hinein gearbeitet wird. Unser Ziel ist es, damit den Blick des Betrachters auf einen bestimmten Bildausschnitt zu lenken, das Foto weitaus intimer wirken zu lassen. Um nicht-destruktiv zu arbeiten, reicht ein Klick im Menü auf Filter > Für Smartfilter konvertieren aus. So bleiben alle Filter jederzeit editierbar.


Portrait of a perfect female couple / © konradbak / http://de.fotolia.com/id/38132401

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In der Werkzeugleiste wird nun an letzter Stelle die Schaltfläche Im Maskierungsmodus bearbeiten (Q) angeklickt, um dann mit dem Pinselwerkzeug, schwarzer Vordergrundfarbe, einer großen und weichen Werkzeugspitze sowie einer Deckkraft von 60% (in der Optionsleiste einzustellen) zu bestimmen, wo im Bild die scharfen Bereiche stehen bleiben sollen. Mehrfaches Übermalen verstärkt die Wirkung. Man sollte darauf achten, dass auf einer Ebene (im dreidimensionalen Raum) liegende Bereiche mit eingeschlossen werden, um den Effekt realistischer wirken zu lassen. Hier etwa die Gesichter und die Hände.

Nach einem erneuten Wechsel über das Tastenkürzel Q (Im Standardmodus bearbeiten) zeigt uns Photoshop die „laufenden Ameisen“, also die Auswahl, die wir im Maskierungsmodus definiert haben. Der Filter > Weichzeichnungsfilter > Feld weichzeichnen mit einem Radius von 2 bis 5 Pixel lässt nun die nicht ausgewählten Bereiche verschwimmen. Die Auswahl wird nach dem Bestätigen des Filters in der Maske des Filtereffektes abgelegt. Jederzeit können nun die Filtereinstellungen sowie die Maske bearbeitet werden.

Möchte man die Stimmung im Bild noch weiter verändern, so bietet sich hier ein Lomografie-Effekt an. Die Kameras der Firma Lomo sind berühmt und beliebt für ihre schlechte Bildqualität. Unschärfen, Vignettierungen und Farbverschiebungen kommen dabei vor und sorgen für kunstvolle Ergebnisse, die sich leicht in Photoshop simulieren lassen. Die Vignettierung ist über Ebene > Neue Füllebene > Verlauf schnell erreicht. Es sollte ein Verlauf von Schwarz zu Transparent gewählt werden, mit Art: Radial, Skalieren: 130 % und Umkehren. Die Füllmethode wird von Normal auf Weiches Licht umgestellt.

Um die Farben interessanter wirken zu lassen, bietet sich eine Crossentwicklung an. Nach Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurve und dem Bestätigen über OK ruft man dazu über RGB die Kanäle Rot, Grün und Blau jeweils einzeln auf und stellt die Kurven unterschiedlich ein. Im Rot-Kanal etwa wird eine leichte S-Kurve gestaltet. Auch im Grün-Kanal entsteht diese Form. Im Blau-Kanal dagegen wird die S-Form umgedreht. Die Füllmethode wird von Normal auf Dunklere Farbe umgestellt.

Das Ergebnis könnte dann noch mit einem alten Polaroid-Abzug kombiniert werden. Dazu wurde der Bereich für den Inhalt ausgewählt und über Strg+J auf eine eigene Ebene kopiert. Darüber liegt das Porträtfoto mit dem Lomo-Effekt. Ist diese Ebene aktiviert, so reicht Ebene > Schnittmaske erstellen aus, um das Foto an die Größe der darunter liegenden Ebene anzupassen. Ein schönes Retro-Motiv im Grunge-Look ist entstanden.


film background / © tuja66 / http://de.fotolia.com/id/34443518

(dpe)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

5 Kommentare

  1. Ich sehe nicht das Problem, lieber Kollege, möge wie damals in Rom der bessere gewinnen. Berufsfotografen sind leider meist viel zu unflexibel.
    Dann doch lieber einen modernen, kreativen Photodesigner, der alles beherrscht.

  2. ich als berufs-fotograf sehe solche tools immer mit gemischten gefühlen. auf der einen seite gefallen sie mir sehr, aber auf der anderen seite braucht bald kein amateur irgendeine ahnung von fotografie und bildbearbeitung zu haben und kann dennoch einigermaßen brauchbare ergebnisse erzielen die er seinen, immer anspruchsloser und sparfixiert werdenden kunden, verkaufen kann. ich bin gespannt, wo diese reise hinführt. dennoch – der look dieses ts-tools (und der anderen blur filter) ist echt gut und ich lade gerade aktuell die photoshop cs6-beta vom adobe server :-)

  3. DANKE DIR, Sven! Fühlt sich gut an. Bin ja mit und dank Dr.Web groß geworden, oder eher alt ;-) *haha*

  4. Willkommen zurück, Dirk :-)

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