Telekom testet OpenAIs Live-Übersetzer für 70 Sprachen

Michael Dobler
Autor Dr. Web
Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
Telekom testet OpenAIs Live-Übersetzer für 70 Sprachen

Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt einen Kundendialog auf Englisch geführt und gedacht, lieber Deutsch sprechen zu wollen? Die Voice-Übersetzung in Echtzeit ist ab sofort für rund 3 Cent pro Minute via API verfügbar. OpenAI hat am 7. Mai 2026 drei neue Voice-Modelle in seine Realtime-API integriert.

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Das Wichtigste in Kürze

  • 70 Eingabe-Sprachen werden in 13 Ausgabe-Sprachen übersetzt, Deutsch ist dabei
  • Preis: 0,034 US-Dollar pro Minute, umgerechnet rund 3 Cent
  • Deutsche Telekom testet die Technik bereits für mehrsprachigen Voice-Support
  • Trainiert auf tausenden Stunden professioneller Dolmetscher-Audio

Was kann GPT-Realtime-Translate konkret?

Vintage-Kopfhörer in Hellblau mit Mikrofon, Spiralkabel und Goldtag auf Weiß
GPT-Realtime-Translate übersetzt Live-Audio in Echtzeit zwischen Sprachen, beantwortet aber keine Fragen aus dem Audio-Stream

Im Kern ist GPT-Realtime-Translate ein dedizierter Übersetzungs-Pipe für Live-Audio. Sprache geht in einer Sprache rein, kommt in einer anderen raus. Das Modell reagiert ausschließlich übersetzend. Fragen aus dem Audio-Stream beantwortet das System nicht. Das ist gewollt: OpenAI hat das Modell auf tausenden Stunden professioneller Dolmetscher-Audio trainiert, damit es eben nicht eigenmächtig wird.

Die Latenz liegt niedrig genug, um natürliche Gesprächs-Dynamik zu erlauben. Während der Sprecher noch redet, läuft die Übersetzung bereits parallel raus. Tonlage und Sprechstil des Originals werden dynamisch übernommen. In Multi-Sprecher-Sessions wechselt die Stimme entsprechend mit.

Die 13 Ausgabe-Sprachen sind Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Japanisch, Russisch, Chinesisch, Deutsch, Koreanisch, Hindi, Indonesisch, Vietnamesisch, Italienisch und Englisch. Für deutsche Mittelständler ein vollständiges DACH-Setup mit gleichzeitiger Anbindung an die größten Exportmärkte.

Warum die Deutsche Telekom als Pilot-Kunde an Bord ist

Beerefarbener Telefonhörer mit Flügeln, Flaggen und einem leuchtenden Symbol
Telekom startet mit OpenAI Voice-Support: Kunden sprechen in ihrer Sprache, das System übersetzt live in andere Sprachen

Die Telekom baut nach OpenAI-Angaben einen Voice-Support, in dem Kunden in ihrer Wunschsprache sprechen, während das Modell die Konversation live übersetzt. Greg Brockman, OpenAI-Mitgründer, kommentierte den Launch auf X mit dem Hinweis, dass Voice-to-Voice-Übersetzung seit den frühen Tagen des Unternehmens auf der Wunschliste stand. Jetzt sei sie endlich für jeden buchbar.

Voice-Übersetzung war jahrelang ein Demo-Trick. Für 3 Cent pro Minute ist sie jetzt Infrastruktur. Wer in den nächsten zwölf Monaten keinen mehrsprachigen Support aufbaut, lässt Kunden auf dem Tisch liegen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Auch Vimeo zeigt einen Anwendungsfall: Produkt-Videos werden live während des Abspielens übersetzt, ohne dass vorab Captions hinterlegt sind. Reiseportal Priceline arbeitet an Voice-Buchungs-Flows, in denen Reisende ihre gesamte Reise per Sprache verwalten, inklusive Übersetzung am Boden.

Was kostet der Spaß für Ihren Mittelstand?

Eine magentafarbene Telefonzelle mit einem Koffer und Münzen auf weißem Hintergrund
GPT-Realtime-Translate kostet 0,034 Dollar pro Minute, eine Stunde Call kostet etwa 1,80 Euro. GPT-Realtime-Whisper ist mit 0,017 Dollar pro Minute günstiger

Die Preisstruktur ist klar kalkulierbar: GPT-Realtime-Translate kostet 0,034 US-Dollar pro Minute, umgerechnet etwa 3 Cent. Ein einstündiger Kunden-Call schlägt mit rund 1,80 € zu Buche. Das Transkriptions-Modell GPT-Realtime-Whisper liegt mit 0,017 US-Dollar pro Minute nochmal niedriger.

Wichtig für die DSGVO-Compliance: Die Realtime-API ist ab sofort allgemein verfügbar und nicht mehr in der Beta. Bei sensiblen Kundengesprächen wie in Banken, Versicherungen oder Arztpraxen führt an einer expliziten Auftragsverarbeitungs-Vereinbarung kein Weg vorbei.

Welche Ressourcen helfen bei der KI-Auswahl im DACH-Raum?

Smartphone in magentafarbener Hülle mit aufgesetztem Buch und seitlich herausragenden Flaggen
Ratgeber vergleicht zehn LLM-Anbieter mit DSGVO-Bewertung. Round-up zeigt 22 wichtige KI-Tools mit redaktionellen Praxiseinschätzungen

Eine systematische Vorauswahl bietet der Ratgeber zu Large Language Models im Unternehmenseinsatz, der zehn Anbieter mit DSGVO-Bewertung vergleicht. Wer breiter scannen will, findet im Round-up der 22 wichtigsten KI-Tools ungeschönte Praxiseinschätzungen aus der Redaktion. Für Texterstellung als Schwerpunkt vergleicht der Test der 10 besten KI-Textgeneratoren die wichtigsten Tools für den deutschen Markt. Und für die rechtliche Seite ist der Leitfaden zur DSGVO-konformen Website-Gestaltung der erste Anlaufpunkt.

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Michael Dobler
Autor
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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