Heike Thormann 17. Dezember 2008

Teamkonflikte erfolgreich lösen

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Kein Team arbeitet immer harmonisch zusammen. Konflikte gehören zum (Arbeits-)Leben einfach dazu. Das ist für Sie als Chef und Leiter eines Teams aber kein Grund zu verzweifeln. Denn Konflikte sind auch eine Chance – wenn man konstruktiv mit ihnen umzugehen und sie zu lösen versteht. Ein paar Anhaltspunkte, wie Sie Konflikte in Ihrem Team lösen, bekommen Sie hier.

Kein Team arbeitet immer harmonisch zusammen. Zu Beginn muss es sich zusammenraufen und auch später kann jede Veränderung zu einem Prüfstein werden. Vielleicht bleibt es bei einigen Reibereien, vielleicht wachsen sie sich auch zu einem handfesten Konflikt aus.

Doch so unbeliebt und kräftezehrend Konflikte sind, sie sind auch eine Chance. Konflikte können Meinungsverschiedenheiten klären, Probleme lösen oder die Luft wie ein Gewitter reinigen. Kurz, sie setzen jede Menge Entwicklungspotenzial frei. Harmonie um jeden Preis kann das nicht.

Es gibt allerdings eine Kleinigkeit zu beachten: Sie als Chef und Leiter eines Teams sollten wissen, wie Sie im Fall des Falles mit Konflikten in Ihrem Team umgehen können. Denn Konflikte lösen sich nicht von allein. Und Konflikte sind Chefsache. Ein paar Anhaltspunkte zur Konfliktlösung bekommen Sie hier.

Konflikte lösen sich nicht von allein

Eines vorab: Konflikte lösen sich nicht von allein. So verständlich es ist, wenn Sie bei einem Konflikt in Deckung gehen wollen, es hilft nicht. Sobald Sie eine Gewitterwolke am Horizont bemerken, sollten Sie handeln. Bringen Sie die Sache zur Sprache, machen Sie reinen Tisch. Je früher Sie eingreifen, desto größer ist Ihre Chance, den Konflikt friedlich aufzulösen.

Konflikte sind Chefsache

Konzerne können sich professionelle Konfliktlöser zum Beispiel in Form von Mediatoren leisten. Aber im Allgemeinen ist es Ihre Aufgabe als Chef, Konflikte in Ihrem Team zu lösen. Konfliktlösung gehört zum Chefsein dazu. Ihre Mitarbeiter erwarten von Ihnen, dass Sie sich nicht drücken oder alles schönreden, sondern das Team arbeitsfähig halten und ihnen selbst bei Konflikten helfen.

Konflikte wahrnehmen und analysieren

Konflikte sind oft gar nicht als solche zu erkennen, vieles schwelt lange Zeit im Untergrund. Beobachten Sie deshalb genau und versuchen Sie, ein Gefühl für die „Schwingungen“ eines Teams zu bekommen.

Intervenieren Sie auch nicht blind. Wenn es nicht gerade brennt, versuchen Sie zunächst herauszufinden, worum es geht, wer am Konflikt beteiligt ist, ob es schon Versuche zu seiner Lösung gegeben hat, wer oder was alles unter ihm zu leiden hat, was den Konflikt vielleicht verursacht hat. Sammeln Sie Informationen und analysieren Sie, so können Sie besser handeln.

Situationsgerecht handeln

Passen Sie Ihre Strategie Ihren Beobachtungen an. Müssen Sie schnellstmöglich eingreifen oder können Sie schrittweise vorgehen? Sind die Konfliktparteien in der Lage, den Konflikt rational in Gesprächen zu lösen? Oder braucht es eine „Abkühlungsphase“, um die Gemüter zu beruhigen? Sind vielleicht auch zuerst Einzelgespräche mit den Beteiligten angebracht, bevor Sie sich in die große Runde wagen? Ein Patentrezept gibt es nicht, jeder Konflikt ist anders.

Konflikte besprechen

Bevor Sie zur Notbremse greifen und zum Beispiel ein Team auflösen oder einzelne Angehörige daraus entfernen, sollten Sie immer versuchen, einen Konflikt im Gespräch zu lösen. Je nach Situation kann das ein Gespräch mit einem bestimmten Mitarbeiter unter vier Augen sein, mit allen Beteiligten in Einzelgesprächen, mit den Beteiligten in Zweier- oder Gruppengesprächen, oder auch mit dem gesamten Team.

Bereiten Sie dieses Konfliktgespräch sorgfältig vor:

  • Klären Sie die Rahmenbedingungen: Wo wollen Sie das Gespräch führen? Wieviel Zeit planen Sie ein? Gibt es eine Möglichkeit, etwas „inoffizieller“, nebeneinander zu sitzen, statt die Hierarchie durch Ihren Schreibtisch zu betonen? Fallen Ihnen sonst noch Möglichkeiten ein, Druck und Anspannung zu mildern?
  • Bereiten Sie sich inhaltlich vor: Was wollen Sie sagen? Was wollen Sie erreichen? Welche Argumente können Sie bringen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie?
  • Stellen Sie sich emotional auf den oder die Gesprächspartner ein: Was wissen Sie über sie? Wie könnten sie reagieren? Wie wollen Sie sie ansprechen?

Und noch ein paar Tipps zur Kommunikation:

  • Sprechen Sie das Thema direkt an. Alles andere verunsichert nur und lässt den Gesprächspartner verängstigt oder gereizt reagieren. Sagen Sie, was Sie beobachtet haben und fragen Sie, was dahinterstecken könnte.
  • Hören Sie in Ruhe zu und geben Sie dem anderen die Chance, seine Sicht der Dinge zu erklären.
  • Weisen Sie keine Schuld zu und werten Sie nicht. Halten Sie sich vor Augen: Es geht um die Sache, nicht um die Person.
  • Bringen Sie deshalb Kritikpunkte möglichst sachlich vor und arbeiten Sie gemeinsam mit dem anderen daran, eine Lösung zu finden.

Nach Lösungen suchen

Ergebnis eines Konfliktgesprächs sollte eine tragfähige Lösung sein. Dass das nicht nach dem Baukastenprinzip oder von oben herab verordnet funktioniert, liegt auf der Hand. Nehmen Sie deshalb den oder die Mitarbeiter in die Pflicht und lassen Sie sie konkrete Lösungsvorschläge machen. Brainstormen Sie je nach Situation auch gemeinsam und bewerten Sie anschließend die Vorschläge. Eine Lösung muss von allen Beteiligten mitgetragen werden können, deshalb werden sich Kompromisse in der Regel nicht vermeiden lassen. Planen Sie bei größeren oder komplexeren Konflikten gegebenenfalls mehrere Gespräche ein, um eine solche gemeinsame Lösung zu finden. Last but not least, klären Sie zum Schluss, wie die Lösung umgesetzt werden soll, vereinbaren Sie dazu klare Ziele.

Erfolge kontrollieren

Mit Zielen allein ist es allerdings nur selten getan, vergessen Sie die „Nachkontrolle“ nicht. Das heißt, behalten Sie die Sache im Auge. Achten Sie darauf, ob alles seinen richtigen Gang geht oder doch noch Korrekturen nötig sind. Bleiben Sie in Kontakt mit den Konfliktpartnern und führen Sie eventuell noch das eine oder andere offizielle Nachgespräch. Ließ sich die Lösung in der Praxis nicht umsetzen, bessern Sie nach.

Zukünftige Konflikte vermeiden

Logisch, keine Konflikte sind immer noch die besten Konflikte. Klare Spielregeln für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team können diese mindern helfen. Also etwa eindeutige, von allen mitgetragene Aufgaben und Ziele, eine gerechte Verteilung von Tätigkeiten und Verantwortung, ein Mitspracherecht bei der Auswahl neuer Teammitglieder, eine offene Informationspolitik, gemeinsame Entscheidungen und mehr.

Vor allem aber, machen Sie sich nicht verrückt. Reibereien und Konflikte kommen in den besten Familien vor. Das ist normal. Behalten Sie die Nerven und versuchen Sie, sie zu lösen. Für besonders schwere Fälle gibt es externe Helfer wie die erwähnten Mediatoren, aber auch Coaches, Supervisoren und Co.. Und bei allem anderen hilft oft schon eine strukturierte Vorgehensweise wie diese Tipps und der gesunde Menschenverstand. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Lösung Ihrer Teamkonflikte.

(tm)

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.
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