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Sven Schannak 19. November 2012

Sublime Text 2: Editor nach dem Baukastenprinzip erlaubt flexibles Arbeiten

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In den letz­ten Jahren konn­te sich der kom­mer­zi­el­le Editor Sublime Text 2 einer immer grö­ßer wer­den­den Nutzergemeinschaft erfreu­en. Und das durch­aus zu Recht. Denn gera­de für den Freelancer, der oft allei­ne arbei­ten muss, ist der Editor sehr nütz­lich und bie­tet eini­ge kom­for­ta­ble Vorteile. Für weni­ger ent­schei­dungs­freu­di­ge Zeitgenossen könn­te beson­ders inter­es­sant sein, dass sich Sublime Text 2, obwohl grund­sätz­lich kos­ten­pflich­tig, extrem lan­ge kos­ten­los tes­ten lässt.

Sublime Text 2
Sublime Text 2

Sublime Text 2 lässt sich gene­rell in jede Entwicklungsumgebung inte­grie­ren und für die popu­lärs­ten Programmier-, Skript- und Auszeichungssprachen ver­wen­den. Dass kommt unter ande­rem daher, dass Bundles aus TextMate 2 ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. Darüber hin­aus hat Sublime Text 2 eine Menge eige­ne Extensions zu bie­ten, die das Resultat der Arbeit einer gro­ßen Entwickler-Community sind. Der Grund hier­für könn­te neben der stei­gen­den Popularität auch die ein­fa­che Beschreibungssprache für Erweiterungen sein.

Zu beach­ten ist aber, dass Sublime Text 2 kei­ne spe­zi­el­le IDE ist, mit der man sofort los­le­gen kann, um sich direkt in einer wun­der­vol­len Arbeitsumgebung befin­det. Hier ist noch ech­te Handarbeit ange­sagt, Erweiterungen müs­sen instal­liert wer­den. Damit das etwas leich­ter von der Hand geht, soll­te der Package-Manager (Sublime Package Control) genutzt wer­den. Installieren kann man die­sen mit­tels der inte­grier­ten Konsole, die über "View -> Show Console" geöff­net wird. In die Konsole muss anschlie­ßend nur noch ein Befehl hin­ein­ko­piert wer­den, den ihr auf der Seite wbond.net fin­det. Danach soll­te der Editor neu gestar­tet wer­den. Der Paket-Manager kann dann anschlie­ßend über "Tools -> Command Palette" geöff­net wer­den. Im auf­tau­chen­den Dialog braucht man nur noch nach "Install Package" zu suchen und schon hat man eine rie­si­ge Liste mit mög­li­chen Erweiterungen, die aus dem Paket-Manager instal­liert wer­den kön­nen. Empfehlungen zu ein­zel­nen Erweiterungen gebe ich am Ende des Artikels. Das ist natür­lich sehr sub­jek­tiv, denn jeder Entwickler arbei­tet in einer ande­ren Umgebung und soll­te sich sei­ne Tools dem­entspre­chend anpas­sen.

Ein Editor mit ungewohnten Features

Selbst ohne Erweiterungen hat Sublime Text 2 schon eini­ge net­te Features zu bie­ten. Wer ger­ne einen der Urväter der Editoren nutzt, könn­te zum Beispiel den “Vintage Mode” akti­vie­ren. Diese Option bie­tet die Möglichkeit, Sublime Text 2 wie den guten alten VIM zu nut­zen. Wer die­sen bis­her noch nicht ver­wen­det hat, soll­te sich von der etwas schwie­ri­gen Eingewöhnungsphase nicht abschre­cken las­sen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn man kann dafür in Zukunft wäh­rend der Entwicklung die Maus bei­sei­te legen. Wer den “Vintage Mode” nicht nut­zen möch­te, kann zumin­dest vie­le Shortcuts bzw. Key Bindings von Sublime Text 2 nut­zen. Diese las­sen sich sogar in den vie­len Konfigurationsdateien rela­tiv kom­for­ta­bel und unkom­pli­ziert auf die eige­nen Bedürfnisse anpas­sen.

Ein wei­te­res, sinn­vol­les Feature sind “Split Windows”. Ein Feature, dass man eben­falls vom VIM kennt, aber ansons­ten sel­ten eine so ein­fach Umsetzung in ande­ren Editoren gefun­den hat. Damit ist es mög­lich, 4 Dateien in einem Editor zu öff­nen, ohne dabei die Übersicht zu ver­lie­ren. Über "View -> Layout" kann aus­ge­wählt wer­den, wel­che Anzeige man bevor­zugt. Mittels "control + Nummer des Fensters" (also 1, 2, 3 oder 4 bei 4 Fenstern) kann man ohne Maus zwi­schen den Fenstern wech­seln.

Es gibt aller­dings auch Befehle, die für regel­rech­te “AHA-Effekte” sor­gen. Ein Beispiel: Befindet sich der Cursor in einem Wort und man drückt den Befehl "cmd + d" (auf Plattformen ohne Apfel ist es "control + d") wer­den nicht nur das Wort, son­dern auch alle Stellen mit dem sel­ben Wort im Dokument mar­kiert. Das ist etwa dann groß­ar­tig, wenn man die Bezeichnung einer Variablen ändern möch­te. Mit dem Befehl "ctrl+shift+(up oder down)" wählt man meh­re­re Zeilen zum Markieren aus. Zeilen zu bewe­gen, kann schon manch­mal ganz schön ner­vig sein. Sublime Text 2 hat hier­für eine Lösung. Mittels "ctrl+cmd+(up oder down)" kann eine mar­kier­te Zeile nach unten oder oben ver­scho­ben wer­den.

Erweiterungen in hoher Quantität und Qualität

Wie ver­spro­chen, will ich noch ein paar nütz­li­che Erweiterungen für Sublime Text 2 nen­nen. Standard in vie­len Editoren ist mitt­ler­wei­le “ZenCoding”. Verkürzt gesagt geht es hier­bei dar­um, für kom­pli­zier­tes HTML-Markup nur noch eine Zeile zu schrei­ben, um die Syntax küm­mert sich der Editor dann selbst. Die Erweiterung “Tag” bie­tet eben­falls eini­ge Erleichterungen in Bezug auf die Entwicklung von HTML-Code. Bei Tag geht es, wie der Name bereits ver­rät, vor allem um HTML-Tags und das ver­ein­fach­te Bearbeiten von Inhalten in die­sen oder auch das auto­ma­ti­sche Schließen geöff­ne­ter Tags. Das kann sehr hilf­reich sein, da Sublime Text 2 hier von Haus aus kaum Unterstützung bie­tet.

Als Webdesigner kennt man auch das momen­tan noch vor­han­de­ne Prefix-Problem mit neu­en Attributen aus der CSS3-Spezifikation. Doch dank der Erweiterung “Prefixr” benö­tigt man in Zukunft nur noch die Version für einen Browser oder die Standard-Spezifikation und Prefixr küm­mert sich dar­um, die rest­li­chen Abhängigkeiten ein­zu­fü­gen.

Das Erscheinungsbild von Sublime Text 2 lässt sich eben­falls mit Hilfe von Paketen ver­än­dern. Empfehlenswert ist hier­bei vor allem das “Soda”-Theme. Mittels “SideBarEnhancements” erwei­tert man die Toolbar von Sublime Text 2 um eini­ge net­te Features. Darüber hin­aus gibt es Erweiterungen für vie­le spe­zi­el­le­re Anforderungen. Mit Hilfe von “Shell-Turtlestein” führt man aus Sublime Text 2 her­aus Shell-Befehle aus. In Zusammenarbeit mit der Chrome-Extension wird der obli­ga­to­ri­sche Reload einer Seite im Browserfenster zukünf­tig auto­ma­tisch von der Erweiterung “LiveReload” erle­digt.

Abschließend sei­en hier noch die Erweiterungen “SublimeCodeIntel”, wel­ches für die nöti­ge Intelligenz zum Autocomplete bei der Code-Eingabe sorgt und “SublimeHttpRequester”, das den Nutzer aus Sublime Text 2 her­aus GET- und Post-Requests sen­den lässt.

Weitere Einstiegshilfen zu Sublime Text 2

Es dürf­te deut­lich gewor­den sein, dass Sublime Text 2 ein gro­ßer Baukasten ist, aus dem man sich sei­ne gewünsch­te Umgebung zusam­men bas­teln kann und auch muss. Zu die­sem Thema gibt es vie­le Einstiegshilfen. Zum Beispiel eine gro­ße Screencast-Serie auf Englisch von Jeffrey Way. Darüber hin­aus steht eine gro­ße “inof­fi­zi­el­le” Dokumentation, die aber von den Entwicklern emp­foh­len wird, bereit.

Ein abschließendes Fazit zu Sublime Text 2

Nachdem ich Sublime Text 2 in den letz­ten Wochen immer wie­der getes­tet habe, bin ich davon über­zeugt, dass die Nutzergemeinde noch wei­ter wach­sen wird. Für mich per­sön­lich feh­len aber eini­ge Dinge. Einstweilen will ich das Sublime Text 2 nicht anlas­ten. Wahrscheinlich liegt es eher dar­an, dass ich die dazu pas­sen­den Erweiterungen noch nicht gefun­den habe, obwohl sie bestimmt bereits exis­tie­ren.

Sublime Text 2 steht in Versionen für Mac OS X, Windows 32 und 64bit, sowie Linux, eben­falls in 32 und 64bit zum Download bereit. Hat man sich nach einer frei zu defi­nie­ren­den Testphase vom Nutzen des Programms über­zeu­gen kön­nen, wird eine Lizenz fäl­lig. Diese schlägt mit 59 USD zu Buche, bezieht sich dabei aber auf einen User. Wenn Sie also ein MacBook, einen Windows-PC und einen Linux-Desktop haben, kön­nen Sie den­noch mit 59 USD alle drei Maschinen bestü­cken.

Dieser Text ent­stand schluss­end­lich unter Nutzung der Markdown-Unterstützung von Sublime Text 2.

(dpe)

Sven Schannak

ist ein leidenschaftlicher Web-Entrepreneur, freiberuflicher Web-Entwickler und stolzer Coding-Monkey.

9 Kommentare

  1. Danke für die­sen infor­ma­ti­ven Artikel, Sven! Da ich jetzt Windows in die Tonne getre­ten habe, brau­che ich eine anstän­di­ge IDE für Mac – hier scheint Sublime Text 2 die bes­te Wahl zu sein…

    • Kann ich bestä­ti­gen. Bin auch (fast) voll­stän­dig dar­auf umge­stie­gen. Man muss sich aller­dings mit dem Plugin-Universum befas­sen. Da gibt es ech­te Perlen, die den Editor noch­mal stark auf­wer­ten.

  2. Und hier steht ganz ein­fach nach­voll­zieh­bar, wie man Sublime Text 2 auf Ubuntu zum Laufen kriegt: http://www.lars-mielke.de/3182/sublime-text-2-auf-ubuntu-installieren/

  3. Ganz klar DER Editor 2012 und sicher auch noch län­ger.

    Wer eine Anlaufhilfe für nütz­li­che Erweiterungen braucht und wei­te­re nütz­li­che Funktionen von ST2 auf­ge­zeigt haben möch­te, soll­te sich mei­nen Beitrag rein­zie­hen:

    http://pascalkremp.com/sublime-text-2-einrichten-tutorial/

    Gruß
    Pascal

  4. Das Thema FTP löse ich via SFTP ein echt gutes FTP-Plugin für ST2 kos­tet aller­dings +/- 12€ aber lohnt sich kann auch ssh. Ein wei­te­res coo­les Plugin ist Origami. Für die vol­le Kontrolle der Fensteraufteilung.

  5. Ich habe ST2 auch eini­ge Zeit benutzt, bin aber wie­der zu Coda gewech­selt. Ich MUSS andau­ernd per SSH auf den Remoteservern arbei­ten und das geht mit Coda für mich per­fekt. Einige Sachen, wie Funktionen und Klassen Seitenübergreifend zu ver­voll­stän­di­gen, dar­an wird aber laut panic gear­bei­tet.

  6. Seit ich ST2 ver­wen­de, will ich eigent­lich nix ande­res mehr haben. Er ist schön, ele­gant und lädt zum Basteln ein.

    Und schnell ist er auch noch ziem­lich – trotz eini­ger Plugins, die bei mir schon drauf sind.

  7. Zen Coding wird bald nicht mehr ver­füg­bar sein, es gibt aber ein­ne Nachfolger: http://docs.emmet.io/

  8. Hi,

    net­te Zusammenfassung. Ich sel­ber ver­wen­de ST2 jetzt auch schon eini­ge Zeit und bin super zufrie­den. Was aber viel­leicht noch erwäh­nen muss, ist die feh­len­de Unterstützung für FTP Client. Es gibt zwar eine Extension, aber teil­wei­se etwas umständ­lich. Verwendest du die? Ich arbei­te mit Transmit (FTP). Viele Entwickler haben aber ger­ne die­se schon inte­griert wie bei Coda. Wäre also viel­leicht noch erwäh­nens­wert.
    Ich komm auch super so aus ;-)

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