Categories
E-Business E-Commerce SEO

SPAM: Wie hoch ist Ihr Risiko, von Google abgestraft zu werden?

Eine Abstrafung einer Website wegen Spam ist kein Mythos, sondern real möglich. Seitenbetreiber, deren Websites durch Google als unseriös wahrgenommen werden, können einen plötzlichen Abfall im Ranking erleben. Dies ist nicht auf Websites bestimmter Größe reduziert, es kann prinzipiell jedem passieren und im schlimmsten Falle einen ernsten und unmittelbaren Umsatzrückgang mit sich bringen. Der Google-Suchalgorithmus zieht nach Experteneinschätzungen mindestens 200 Faktoren in Betracht, um Websites im Ranking zu positionieren. In diesem Beitrag klären wir Sie über die Faktoren auf, die zu einer Google-Abstrafung wegen Spam führen und wie Sie sich dagegen schützen können.

Anzeige

spamrisiko-teaser_DE

Rankingabfall im mobilen Bereich

Das neueste Google Update “mobile friendly” könnte ebenfalls dazu führen, dass Ihre Website im mobilen Bereich völlig anders rankt als im Desktop-Bereich. Die Mobilfreundlichkeit einer Website ist seit dem 21.April 2015 offiziell einer der Rankingfaktoren bei Google. Gemeint ist  die Les- und Bedienbarkeit einer Website auf einem Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten. Die Algorithmus-Änderung wirkt sich nur auf mobile Suchanfragen in allen Sprachen weltweit aus.

Starting April 21, we will be expanding our use of mobile-friendliness as a ranking signal. This change will affect mobile searches in all languages worldwide and will have a significant impact in our search results. Consequently, users will find it easier to get relevant, high quality search results that are optimized for their devices.– Google Webmaster Central Blog, 26.02.2015

Sind die Inhalte einer Website nicht mobilfreundlich, können (und werden) die Inhalte bei einer Suche über ein Smartphone benachteiligt. Zudem wird der Nutzer vor nicht optimierten Inhalten gewarnt, respektive auf diese hingewiesen.

Die Google Ranking-Faktoren (Stand 2015)

Wenn Sie einen tiefen Einblick in den Stand der Suchmaschinen-Optimierung suchen, darunter bewährte Variablen und Experten-Spekulationen, dann empfehlen wir die kürzlich aktualisierte Liste Google’s 200 Ranking Factors: The Complete List von Backlinko.

Anzeige

Wie groß ist die Gefahr einer Spam-Abstrafung durch Google?

Lassen wir zuerst einmal Google selbst zu Wort kommen.

https://youtu.be/yFxNda5Z4eE
Die Gefahr einer Bestrafung durch Google ist also schon recht groß. Die Suchalgorithmen werden immer ausgefeilter und besser. Google setzt auf eine Vielzahl von Signalen, die eine nicht vertrauenswürdige Website anzeigen können.

Eine Abstrafung (Penalty) wird unterschiedlich starke Auswirkungen auf eine Website haben, je nach Art der Penalty. Man unterscheidet zwischen Abstrafungen auf Keyword-Ebene, URL- oder Verzeichnis-Ebene sowie einer die komplette Website betreffenden Abstrafung. Der völlige Ausschluss aus dem Google-Index (genannt Delisting) ist ebenso möglich, wenn auch im Normalfalle eher nicht sehr wahrscheinlich.

Der Level der Abstrafung:

  • Auf Keyword-Ebene
  • Auf URL- oder Verzeichnis-Ebene
  • Auf Hostnamen-Ebene (Subdomain)
  • Domainweit (seitenübergreifend); kompletter Domainname
  • Delisting (De-Indexierung)

Die Art der Abstrafung:

  • Eine algorithmisch bedingte/verhängte Abstrafung
  • Eine manuell ergriffene Sanktion durch einen Google-Mitarbeiter

Matt Cuts von Google zu manuellen Abstrafungen

Die 17 Faktoren der Spam-Abstrafung

Im März hat MOZ ein langfristig ausgelegtes Forschungsentwicklungsprojekt zum Verständnis der häufigsten Spam-Risiken angekündigt. Das Moz Datenwissenschaftsteam unter der Leitung von Dr. Matt Peters identifizierte insgesamt 17 Faktoren, die Ihre Chancen auf eine Spam-Bestrafung beeinflussen können. Diese 17 Faktoren sind nicht gleich gewichtet, können jedoch einzeln betrachtet unter Umständen bereits zur Bestrafung führen. Wenn Ihre Website zu viele der Faktoren aufweist, wird sie abgestraft. Vierzehn oder mehr Faktoren ziehen eine 100-prozentige Abstrafung nach sich.

Die 17 Spam-Risiko-Faktoren:

Low-Quality Inbound Links: Seiten mit sehr vielen eingehenden Links von schwacher Qualität können einen Faktor der Abstrafung ergeben.

Große Website mit wenigen Links: Wenn Ihre Website sehr viele Seiten und nur wenige eingehende Links hat, kann es ein Zeichen von niedriger Inhalts-Qualität sein, welcher nur für Keyword-Optimierung erzeugt wird.

Geringe Link-Vielfalt der Website: Eine hohe Zahl eingehender Links ist nur dann gut, wenn sie von möglichst vielen verschiedenen Domänen kommen.

Verhältnis Follow- zu Nofollow-Links: Wenn Ihre eingehenden Follow-Links wesentlich zahlreicher sind als die Nofollow-Links, kann es ein Zeichen von Spam sein.

Kurze Linktexte: Gefälschte Backlinks sind oft mit weniger Linktext ausgestattet als natürlich aufgebaute Backlinks.

Kurze Inhalte: Haben Ihre Beiträge im Durchschnitt je nur 200-300 Wörter? Dies könnte als geringwertiger Content von Suchalgorithmen wahrgenommen werden.

Das Markup Ihrer Website ist überdurchschnittlich gering: Wenn das zutreffen sollte, könnte es durchaus ein Zeichen dafür sein, das die Website nur zu Spam-Zwecken eingerichtet wurde

Eine große Anzahl externer Links: Könnte es sein, dass Ihre Website nur existiert, um extrem viel ausgehende Links zu erstellen?

Eine geringe Anzahl interner Links: Stellen Sie sicher, dass Ihre Website mittels Navigation, Breadcrumbs und auch innerhalb der Artikel genügend interne Links besitzt. Verlinken Sie ausreichend auf andere Beiträge Ihrer Website.

Extrem lange Link-Titel und Texte: Wenn sich extrem viele Keywords und Inhalte in Linktiteln und Texten befinden, ist das meist ein sehr sicheres Anzeichen von überlegtem Link-Building.

Verborgene Links und verborgener Text: Das Verbergen von Text oder Links in Ihren Inhalten mit dem Ziel, das Ranking in den Google-Suchergebnissen zu beeinflussen, kann von Google als Täuschung und somit als Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster angesehen werden.

Externe Links innerhalb der Navigation: Externe Links in der Haupt-Navigation oder der Navigation der Sidebar tragen nicht positiv zur Benutzererfahrung bei und könnten als unnatürlich empfunden werden.

Keinerlei Kontaktmöglichkeiten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Kontaktinformationen an prominenter Stelle verlinkt sind. In Deutschland ist die Angabe von Kontaktinformationen ohnehin Vorschrift.

Zu wenig Seiten gefunden: Nur sehr wenige Websites kommen mit einer oder zwei Unterseiten aus.

Top-Level-Domains korrelieren mit Spam-Domains: Bestimmte Top Level Domains können stark mit Spammern in Verbindung gebracht werden.

Die Länge des Domain-Namen: Es ist kein Problem, wenn der Name Ihres Unternehmens lang ist. Doch bestimmte, sehr spezifische und lange Domainnamen wie zum Beispiel keywordsundseospezialistinhamburg.de könnten nach einem sehr überlegten direkten SEO-Keyword-Treffer im Google-Ranking aussehen.

Die Domain enthält Nummern: Ein oder mehrere Nummern sind nicht unbedingt gleich schlecht. Doch wenn die Domain so wirkt, als wäre sie automatisch generiert worden, könnte das sehr nachteilig sein.

Bitte beachten: Die eben genannten Faktioren sind nur die neuen, von MOZ ermittelten Penalty-Faktoren. Sobald Ihr Unternehmen eine SEO-Maßnahme ausschließlich für das Ranking, und nicht für die Besucher implementiert, kann es bereits als Spam gewertet werden.

Black-Hat-SEO

blackhat-seo
Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Faktoren, die für eine Abstrafung durch Google sorgen können. Die folgenden Faktoren bezeichnet man als Black-Hat-SEO. Man tut seiner Website absolut keinen Gefallen mit der Nutzung dieser Taktiken. Die Vertrauenswürdigkeit Ihrer Website wird rasant sinken:

Header Tag Füllung: Googles Sprachverarbeitungsfähigkeiten verbessern sich von Jahr zu Jahr. Das werden Sie wahrscheinlich feststellen, wenn Sie Header-Tags generieren, die für den alleinigen Zweck der Füllung mit Keywords bestehen.

Partner-Websites: Während Backlinkos Google’s 200 Ranking Factors eine reine Experten-Spekulation ist, kann ein übermäßiger Einsatz von Affiliate-Marketing rein faktisch als unnatürlich und schädlich für eine positive Web-Erfahrung wahrgenommen werden.

Automatisch generierte Inhalte: In der Zukunft könnten Maschinen Inhalte genauso effektiv und gut kreieren wie Menschen. Derzeit verfügen nur wenige Organisationen über solche Technologien. Sollten Sie jedoch versuchen, die Veröffentlichungsrate Ihrer Blog-Beiträge durch den Einsatz von Robots zu erhöhen, wird dies keineswegs unbemerkt und ungestraft bleiben.

IP Adressen Spam Flags: Alle Websites, die auf einer als Spam geflaggten IP-Adresse gehostet werden, unterliegen einer Extra-Prüfung und einer potentiellen SEO-Bestrafung.

Die exzessive Nutzung von Pop-Ups und Pop-Unders: Pop-Ups und Pop-Unders sollten von Inbound-Marketing-Spezialisten und Web-Entwicklern nur sehr sparsam eingesetzt werden. Diese Art der Werbung ist nicht unbedingt als schlecht zu werten, allerdings steigt das Risiko einer Abstrafung mit jedem zusätzlichen Pop-Up oder Pop-Under sehr stark an. Diese Art der Werbung wird von sehr vielen Usern als sehr aufdringlich und extrem störend empfunden.

Links zu “gewagten” Websites: Sollte Ihr Unternehmen nicht in diesen Geschäftsbereichen tätig sein, dann sollten Sie tunlichst keine Links auf derartige Websites hinterlassen. Das Verlinken auf Websites mit “Inhalten für Erwachsene”, Pharmazeutika oder Kreditangeboten kann schnell eine Bestrafung nach sich ziehen.

Was tun, wenn Sie über das Spam-Risiko Ihrer Website besorgt sind?

Wenn Ihr Unternehmen bereits seit Jahren online ist, und Sie befürchten, dass in der Vergangenheit fragwürdige SEO-Taktiken angewendet worden sein könnten, dann ist es klug, baldige Maßnahmen einzuleiten. Black-Hat-SEO Taktiken aus der Vergangenheit können auch heute noch bestraft werden, daher erscheint es vorteilhaft, in eine unmittelbare Sanierung zu investieren. Dadurch würde für Sie auch der Vorteil entstehen, mit Ihrer Website besser als bisher gefunden zu werden.

Eine Baseline-Messung der potentiellen Spam-Gefahr Ihrer Website sollte einen gründlichen Bericht über die Website, sowie eine Backlink-Prüfung enthalten. So können Sie sicherstellen, das sich Ihre Internet-Präsenz nicht in der Grauzone befindet.

Fazit

Sollten Sie einige der oben aufgeführten Punkte bei Ihrer Website feststellen, dann empfehle ich Ihnen, dringend ins Handeln zu kommen und die Website sanieren zu lassen. Sollten Sie bereits von Google bestraft und abgemahnt worden sein, ist ein sofortiges Handeln unabdingbar. Näheres zu den angemahnten Punkten können Sie den Google Webmaster Tools entnehmen. Die Kritikpunkte müssen umgehend behoben werden und im Anschluss muss ein Antrag auf erneute Überprüfung gestellt werden. Sind alle Kritikpunkte behoben, sollten Sie recht schnell wieder mit Ihrer Website im Index sein.

Links zum Beitrag

3 Kommentare zu “SPAM: Wie hoch ist Ihr Risiko, von Google abgestraft zu werden?”

Die Gefahr, von der Datenkrake Google nicht gefunden zu werden, ist keine Gefahr, weil immer mehr Anwender auf Google-Alternativen setzen (z.B. duckduckgo.com). Dort suchen wir anonym und finden sogar solche Seiten, die von Google nicht aufgeführt werden.

Mit den Backlinks ist das wirklich keine leichte Sache. Für mehr Traffic benötigt man mehr Links, das sehe ich an verschiedenen Projekten.
Wichtig sind interne Links und auch die länge des Artikels.
Der Beitrag hier ist super, ich werde mir einige Dinge mal genauer anschauen, z.B. die Sache mit der Anzahl an Unterseite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.