Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 16. August 2012

Source Sans Pro: Adobes erste Open Source Schriftart

Knapp zwei Wochen ist es her. Da überraschte Adobe Schriftentwickler Paul D. Hunt mit der Veröffentlichung einer eleganten, modernen Schriftart unter Open Font Lizenz. Das ist schon fast eine Sensation, bedenkt man, dass Adobe in den Neunzigern mit dem proprietären (und teuren) Type 1 Fontformat eine Menge Geld verdient hat. Adobe war so versessen darauf, seine Schriften zu schützen, dass sie ihnen einen Schriftenmanager unterpfropften, der seine Verwender nicht nur finanziell zur Verzweiflung treiben konnte. Glücklicherweise ging das System durch „gegnerische“ Innovationen im Rahmen der sog. Font Wars den Weg alles Irdischen. Wollen wir nicht nachtragend sein. Begrüßen wir Source Sans Pro.

Source Sans Pro: 6 verschiedene Stile, viele Sprachen, Webfonts zuhauf

In einem sehr ausführlichen Blogpost zur Veröffentlichung von Source Sans Pro beschreibt Paul Hunt detailliert Beweggründe und Vorgehensweisen, sowie Perspektiven der Open Type Entwicklung im Hause Adobe. Danach ist man vor allem deshalb an die Entwicklung freier Schriften gegangen, weil man sie selbst benötigte. Und zwar innerhalb der Userinterfaces freier Adobe-Softwarelösungen, wie Brackets oder der Strobe Media Plattform.

Besonders stolz ist Hunt darauf, dass es ihm gelungen ist, eine klar sichtbare Unterscheidung zwischen den Zeichen 1, l und I hinzubekommen.

Hinsichtlich der Gestaltung orientierte sich Hunt an Schriften aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert, insbesondere News Gothic und Franklin Gothic. Source Sans Pro steht in sechs verschiedenen Schriftstärken, jeweils zusätzlich in kursiv, mithin also in 12 verschiedenen Stilen zur Verfügung. Die Sprachunterstützung ist umfangreich. Deutsche Verwender finden sämtliche Sonderzeichen vor. Aber auch Sprachen, deren Unterstützung nicht in jedem Fontpaket gesichert ist, wie Vietnamesisch oder Navajo hat Hunt integriert.

Auf Sourceforge stehen sämtliche Dateien zu Source Sans Pro, inklusive der zur Fortentwicklung erforderlichen Rohdaten, zur Verfügung. Für die allermeisten Verwender wird lediglich das reine Schriftartenpaket interessant sein, weshalb Adobe es der Einfachheit halber separat verpackt hat. Weitergehende Bedarfe können über diese Downloadseite gedeckt werden. Wer sich eine PDF-Übersicht aller Zeichen ansehen möchte, kann dies an dieser Stelle tun.

Besonders interessant für Webdesigner: Neben den Downloadschriften stellt Adobe die Schriftart auch über verschiedene Hoster zur Nutzung als Webfont bereit. Zur Zeit befinden sich die Schriften auf Adobes eigenem Typekit, auf Webink und im Schriftenverzeichnis Google Web Fonts. Apropos Google: In Kürze soll die Verwendung der Schriftart innerhalb von Google Docs möglich sein. Dort kann man bislang schon viele der Webfonts verwenden. Hier steht, wie das geht.

Adobe betrachtet Source Sans Pro als Work In Progress und will die Schrift kontinuierlich fortentwickeln. Zunächst ist die Erweiterung hin zum kyrillischen und griechischen Alphabet geplant. Eine Roadmap soll über weitere geplante Schritte unterrichten. Bis zum Zeitpunkt dieses Beitrags lag sie jedoch noch nicht vor.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

5 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag! Ist informativ und hat genau die richtigen Links auf Weiterführendes. Vielen Dank!

  2. Ich habe mir die Schrift diese Woche mal etwas genauer angesehen und muss sage: Top! Eine der 5 besten kostenlosen sans-serif Webfonts, die es momentan gibt. Nicht nur der Umfang gefällt, auch die Optik.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.