So wirst du Google Analytics Spam los

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Google Analytics Spam gibt es, sollte es aber nicht geben. Dagegen vorzugehen ist relativ einfach, erfordert aber einen gewissen initialen Aufwand. Bereinige deine Traffic-Reports.

Was ist Google Analytics Spam?

Ich wette, dass du bereits mehr als einmal in deinem Google Analytics Backend seltsame Verweise gefunden hast. Website-Titel, die du noch nie gehört hast, sollen angeblich auf deine Seite verlinken. Wollen wir doch mal schauen, was es damit auf sich hat, denkst du bei dir. Und rufst die verweisende Seite auf.

Damit hast du genau das getan, was der Spammer erreichen wollte. Glücklicherweise zielt der größere Anteil an GA-Spam tatsächlich bloß darauf ab, Traffic auf den angeblich verweisenden Seiten zu erzeugen. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, wo nach dem Aufruf der angeblich verweisenden Seite durch selbige Malware installiert werden sollte. Das ist dann nicht mal mehr witzig.

Was für ein Aufwand, magst du denken, für so ein simples Ziel. Da hast du auf den ersten Blick Recht. Andererseits ist das Erstellen des massenhaften Spam heutzutage kein großer Aufwand mehr. Und wenn der Ersteller auf diese Weise Tausende Analytivs-Profile erreicht, kann der potenziell rückkehrende Traffic durchaus nennenswerte Effekte zeitigen.

Um den Spam einzubringen, verwenden Spammer eine von zwei Methoden oder eine Kombination aus beiden. Die Methode, die für den Ersteller den geringsten Aufwand bedeutet, wird als Ghost Spam bezeichnet. Hier wird der Geister-Verweis in deinen Report geschrieben, ohne dass es überhaupt je einen Kontakt mit deiner Website gab. Dazu bedienen sich die Spammer des Measurement Protocol, welches es erlaubt, Daten direkt an den GA-Server zu senden. Dazu benötigst du zwar die zur Seite passende Tracking ID, das ist jedoch nur eine Scheinhürde. Denn diese IDs lassen sich prima zufallsgenerieren und dann per Script ausprobieren. Dem Spammer ist es ja letztlich egal, wessen Protokoll er beschmutzt. Deswegen muss er nicht in der Lage sein, bestimmte IDs zu ermittelnde, irgendwelche reichen völlig.

Die zweite Methode ist deutlich aufwändiger. Crawler Spam entsteht durch tatsächliche Seitenaufrufe seitens der entsprechenden Spammer-Bots. Ähnlich wie die Crawler der bekannten Suchmaschinen, durchpflügen die kleinen Kerlchen eure Website und hinterlassen ihren Verweis-Müll.

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Wie werde ich Google Analytics Spam zuverlässig wieder los?

Da habe ich eine schlechte Nachricht für dich. Google Analytics Spam wirst du nicht los, du kannst ihn lediglich aus deinen Reports filtern. Mit den richtigen Filtermaßnahmen kannst du sodann für die Zukunft mehr oder weniger sicherstellen, dass kein neuer Spam in deine Datenansichten gelangt.

Der Online-Marketing-Experte Christian Ebernickel hat sich die Mühe gemacht und einen ausführlichen Beitrag zu Spam-Filtern und anderen Gegenmaßnahmen geschrieben. Von einfach, aber relativ wirkungslos bis zu sehr wirkungsvoll, aber reichlich komplex ist alles dabei. Am besten ist es, du setzt alle Stufen seiner Strategie akribisch um. So erhältst du den größten, aber immer noch nicht perfekten Schutz. Denn beim GA Spam ist es wie bei Viren. Es muss erst eine neue Bedrohung geben, damit du darauf reagieren kannst. Der Wettlauf bleibt also spannend.

Viel Spaß mit Christians Beitrag „Google Analytics Spam wirkungsvoll entfernen”.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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