Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 28. Mai 2012

So laden Sie alle 500+ Google Web-Fonts auf Ihren lokalen Desktop

Über 500 Schriftarten beinhal­tet das Google Web-Fonts-Verzeichnis mitt­ler­wei­le. Alle Schriftarten ste­hen als Open Source kos­ten­frei zur Verfügung. Es gibt also kei­ne lizenz­recht­li­chen Beschränkungen hin­sicht­lich der Nutzung. Dennoch ist es nicht ganz unkom­pli­ziert, möch­te man sämt­li­che Webfonts auf dem eige­nen Rechner lokal nut­zen. Gehen tut es den­noch.

Google Web-Fonts: Schon für das Design-Mockup wichtig

Wieso soll­te ich die Google Fonts run­ter­la­den, wo ich sie doch zur Laufzeit ein­bin­den kann? Auf die­se Frage gibt es min­des­tens zwei, sehr schlag­kräf­ti­ge Antworten. Zum einen wird in der Regel der Entwurf einer Website nicht direkt in HTML gesetzt, son­dern mit einem Bildbearbeitungsprogramm vor­be­rei­tet.

Entwickler, die Photoshop nut­zen, kön­nen das kos­ten­lo­se Extensis-Plugin nut­zen, um direkt auf Googles Verzeichnis Zugriff zu neh­men. Dr. Web berich­te­te vor eini­gen Wochen dar­über. Was aber tun die­je­ni­gen Designer, die etwa mit Fireworks oder ande­ren Produkten arbei­ten? Da wäre eine loka­le Installation des Fundus nütz­lich. Das gilt im Übrigen auch für die Photoshop-Anwender, jeden­falls immer dann, wenn sie mal nicht über eine funk­tio­nie­ren­de Internetverbindung ver­fü­gen.

Zum ande­ren ist eine Website in der Regel kein iso­lier­tes Kommunikationsmittel. Zumeist wird man auf der Basis des Onlineauftrittes eine Reihe wei­te­rer Medien ent­wer­fen, die nahe­lie­gen­der­wei­se ähn­lich gestal­tet sein sol­len. Spätestens an die­ser Stelle, an der Illustrator, Indesign oder Quark XPress ins Spiel kom­men, hilft der rei­ne Onlinezugriff auf die Web-Fonts nicht mehr wei­ter. Da die Schriften als TTF/OTF ver­füg­bar sind, stellt die loka­le Verwendung zudem kein Problem dar.

Google Web-Fonts: Nur portionsweiser Download vorgesehen

Nun mag man ein­wen­den, dass die neu­es­te Version des Google Verzeichnisses ohne­hin den Download der eige­nen Zusammenstellung erlaubt. Das ist gut und ein Fortschritt gegen­über der frü­he­ren Verfahrensweise. Allerdings erhält man auf die­se Weise eben tat­säch­lich nur die­je­ni­gen Schriftarten, die man inner­halb des recht müh­se­li­gen Auswahlprozesses zusam­men geklickt hat. Ist man sich der Fontauswahl sehr sicher, reicht die­se Vorgehensweise mög­li­cher­wei­se sogar.

Selten jedoch habe ich es erlebt, dass ein Kunde direkt die ers­te Schriftart akzep­tiert hat. Zumeist muss­ten doch etli­che Vorschläge her, um zum Konsens zu gelan­gen. Müsste man nun für jeden Vorschlag eine neue Zusammenstellung aus dem Verzeichnis zie­hen, so wäre das doch über­mä­ßig müh­se­lig. Außerdem lässt sich viel leich­ter asso­zia­tiv arbei­ten, wenn man alle Optionen inner­halb des Grafikprogramms im Überlick sehen kann.

Ich den­ke, wir sind uns einig. Wir benö­ti­gen eine loka­le Kopie des kom­plet­ten Google Web-Fonts Directory.

Google Web-Fonts per Mercurial runterladen

Es ist nicht so, dass Google den Download des gesam­ten Fontpakets ver­hin­dern möch­te. Die Möglichkeit des Komplettdownloads ist halt nur nicht sehr pro­mi­nent plat­ziert und wirkt auf den ers­ten Blick auch recht kom­pli­ziert. Das voll­stän­di­ge Font-Directory wur­de auf Google Code aus­ge­la­gert. Dass der Download jedoch kei­nes­wegs kom­pli­ziert ist, habe ich im Selbstversuch fest­stel­len kön­nen.

Meine Versuchsanordnung basiert auf einem MacBook Air mit Mac OS 10.7. Ich bin kein gro­ßer Freund der Kommandozeile und ver­mei­de die­se seit MS DOS, wo ich nur kann. Deshalb ent­schei­de ich mich nicht für die Variante des Downloads der Scriptvariante Mercurial, son­dern set­ze direkt auf die GUI MacHG.

MacHG von Jeff Harris ist eine kos­ten­lo­se Benutzeroberfläche für Mercurial, die eben letz­te­res direkt mit­bringt. Eine sepa­ra­te Mercurial-Installation ist dem­nach nicht von­nö­ten. MacHG muss ledig­lich her­un­ter­ge­la­den und lokal ent­packt wer­den, um sofort ein­satz­fä­hig zu sein. So prä­sen­tiert sich die GUI:

Ich wäh­le an die­ser Stelle “Clone A Repository” und täti­ge im fol­gen­den Bildschirm die­se Eingaben:

Nach Klick auf “Add And Clone” geht es bereits los. Jetzt ist Geduld gefragt. Rund 1,4 GB zieht MacHG aus dem Weltennetz und orga­ni­siert sie sau­ber in das nun loka­le Verzeichnis goog­le­font­di­rec­to­ry in mei­nem User-Ordner. So sieht das fer­ti­ge Ergebnis im Finder dann aus:

In MacHG besteht eben­falls die Möglichkeit, das Repository zu ver­wal­ten. Hierauf soll­te man geflis­sent­lich ver­zich­ten. MacHG benö­tigt man für­der­hin nur noch, um das Repository zu updaten, sprich neue und/oder ver­än­der­te Schriften her­un­ter zu laden.

Wie nun die in Ordnern sor­tier­ten Schriftarten im System instal­liert wer­den, dürf­te jedem Anwender geläu­fig sein.

Für Windows-Anwender steht die GUI TortoiseHG zur frei­en Verfügung, die eben­so funk­tio­niert wie MacHG. Auch hier ist ledig­lich die Angabe des Server-Repository in Kombination mit einem loka­len Speicherort erfor­der­lich, um alle 500+ Google Web-Fonts im TrueType- oder OpenType-Format auf die hei­mi­sche Festplatte zu holen.

Linux-Anwender kom­men um Mercurial als Terminal-Anwendung mit einem beherz­ten apt-get install -y mercurial; nicht her­um.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

19 Kommentare

  1. Dankeschön für die­sen super Artikel – hat mir direkt wei­ter­ge­hol­fen!!

    Liebe Grüße,

    Claudio

  2. Hallo,

    um die Schriften auch ein­zeln zu laden, kann man die­ses Tool hier benut­zen:

    http://www.g-fonts.com

    Grüße!

  3. Hallo lie­bes Forum,

    Ich habe mir nun die Schriften her­un­ter gela­den.
    Nun über­le­ge ich, wie ich sie am geschick­tes­ten ver­wal­te.
    Ich wür­de sie natür­lich auch ger­ne in Photoshop nut­zen.
    Habe bis­her nur die­ses Plug-in von exten­sis gefun­den. Ich habe aber kei­ne Lust mich dort mit allen Angaben, wie z.B. der Kontoverbindung, anzu­mel­den.
    Wie sind eure Erfahrungen damit?

    Gibt es noch ande­re Plug-ins

    Was gibt es noch für Möglichkeiten?

    In den Schriften-Ordnern sind noch vie­le wei­te­re Datein und Tools und vie­les Andere.

    z.B. Latin-Datei, Menu-Datei

    Was ist das alles?

    Dateine mit Endungen wie vfb oder py

    Schön wäre es ja auch wenn man in Photoshop eine eige­ne Kategorie für Webfonts hät­te.

    soll­te ich ein­fach alle ttf Dateien in ein Verzeichnis kopie­ren um sie mir mit einem Vorschau-Tool anschau­en zu kön­nen.#

    Vielen Dank

  4. Danke für den Artikel! genau danach hab ich schon eine Wile gesucht und mit der Anleitung ist es gar nicht so schwer wie es zunächst bei Google aus­sieht ;-)

    LG

    Regina

  5. Der Artikel ist pri­ma. Ich habe das Ganze ver­sucht auf einem PC mit­tels TortoiseHG nach zuvoll­zie­hen. Jedoch “no way”. Nun mei­ne Frage, gibt es hier oder im Netz irgend­wo eine Anleitung für die PC Variante?

    Grüße
    U.S.

  6. Ich habe eine Frage. Ich bie­te auf mei­nen Netzseiten
    http://www.romana-hamburg.de und http://www.fraktur.biz drei kos­ten­lo­se OT-Frakturschriften und eine kos­tenl. Antiqua-Schrift an. Wie kann ich sie zu den Google Webfonts dazu­fü­gen, damit sie ande­re auch nut­zen kön­nen?
    Schöne Grüße
    Gerhard Helzel

  7. Vielen Dank für den Tipp! Erspart eine Menge ner­vi­ges Gesuche.

  8. Zwei Hinweise zur Windows-Version von TortoiseHG:

    1. Erst den Download-Ordner anle­gen, dann die­sen Ordner aus der Indizierung der Windows-Suche aus­neh­men und dem Virenscanner sagen, dass der Ordner nicht gescannt wer­den soll. Ansonsten gab es hier meh­re­re Abstürze.

    2. Wer übri­gens eine Möglichkeit sucht, die Software von sei­nem Windows-Rechner wie­der zu ent­fer­nen: Das geht wohl nur mit dem Installer selbst.

  9. Für Linux gibt es und ande­rem auch TortoiseHG, die Anleitung zur Installation fin­det man auf der Hompage von TortoiseHG.
    http://tortoisehg.bitbucket.org/download/#linux

  10. gibt es auch eine Möglichkeit das Ganze für Windows her­un­ter zu laden?

  11. Vielen Dank für den Tipp und die Anleitung!

  12. Danke Dieter! Genau was ich gesucht habe :)

  13. Für alle, die die Kommandozeile unter OSX nicht scheu­en: zunächst Homebrew instal­lie­ren: https://github.com/mxcl/homebrew/wiki/installation – dann:
    cd ~/Downloads

    brew install mer­cu­ri­al
    hg clo­ne https://googlefontdirectory.googlecode.com/hg/ goog­le­font­di­rec­to­ry;

    Fertig :-)

  14. Grossartig! Genau die Lösung für die Umstände (Probleme möch­te ich nicht sagen) die mir im Alltag auch schon über den Weg gelau­fen sind.

    Besten Dank für den Tip!

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