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Rene Schmidt 28. April 2006

Shop-Systeme: Kurzvorstellungen – Teil 2

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Das Angebot an Shop-Software ist groß und kaum zu überschauen. Zu unterschiedlich sind Ausstattung, Eignung und Preis. Drei weiteren Produkte, auf die zukünftige Onlineshop-Betreiber einen Blick werfen könnten.

CosmoShop Version V8.11.106
Vom oberbayerischen Unternehmen ZAUNZ Publishing AG stammt die Software CosmoShop. Die Web-Applikation bietet alles, was ein Unternehmer braucht, wenn er im Netz Produkte verkaufen möchte.

Besonders fällt die Administration des Shops auf. Sie geht mit Hilfe der übersichtlichen Oberfläche leicht von der Hand. Dafür und für die nahezu vorbildliche Shop-Oberfläche gibt es gute bis sehr gute Noten. Keine gute Note verdient sich die Software für den erzeugten HTML-Code. Im W3-HTML-Validierer fällt die Startseite des Testshops mit über 300 Fehlern durch. Auf anderen Seiten nähert sie sich der 1000-Fehler-Marke. In einer der nächsten Versionen sollen Kunden immerhin die Möglichkeit bekommen, eigene HTML-Templates zu verwenden, so dass sie mehr Einfluss auf die Standard-Konformität haben werden.

Interchange Backend
CosmoShop

Die Suchfunktion des Frontends liefert sortierbare Ergebnisse und gibt dem Nutzer sogar die Möglichkeit, die Ergebnisse ein- oder zweispaltig anzuzeigen.

Einzig der Warenkorb bietet Raum für Verbesserung: es werden keine Produktbilder angezeigt. Erst ein Klick auf die Lupe liefert ein Bild – aber das kennt der Kunde dann sicher schon. Zweck eines direkt im Warenkorb dargestellten Vorschaubildes ist eine engere Bindung zwischen dem Inhalt des Warenkorbs und dem Kunden. Er hat das Produkt nicht nur als Beschreibung, sondern auch visuell im Kopf und bricht den Bestellvorgang (hoffentlich) weniger wahrscheinlich ab. Laut Hersteller soll genau diese Funktion später verfügbar sein.

Interessant ist die flexible Preisgestaltung. Cosmoshop ist in vier Varianten als Miet- oder Kaufversion erhältlich: S, Lse und XL. Die Unterschiede liegen im Funktionsumfang, den Mindestlaufzeiten bei den Mietversionen und im Preis. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Software als Application Service oder auf einem eigenen Server zu nutzen. Die monatlichen Mieten rangieren zwischen 49 und 99 EUR im Monat, die Kaufversionen liegen zwischen 795 und 3325 EUR. Eine Besonderheit ist, dass Module nicht nur gekauft, sondern ebenfalls gemietet werden können. Eine Anbindung an Warenwirtschaftssysteme ist optional erhältlich.

Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Zusatzmodule – zum Teil liegen sie preislich unter 10 EUR – und die Anbindung an die Versandhandelssoftware PIXI.

SmartStore.biz Professional 3.5
SmartStore.biz wurde in den vergangenen Jahren mehrfach von Zeitschriften getestet und für gut befunden, einmal wurde es sogar Testsieger. Das weckt natürlich hohe Erwartungen.

Die nur auf Windows lauffähige Software generiert den kompletten Shop als HTML- und Javascript-Dateien, die automatisch oder manuell auf einen Webserver hochgeladen werden. Vorteile dieses Ansatzes sind die Unabhängigkeit vom Webhoster und die einfache Konfiguration. Die Bedienung des Programms ist stark an typische Windows-Anwendungen angelehnt und gut strukturiert. Das ist die Stärke der Software.

Designvorlagen sind hilfreich, einen Online-Shop schnell an den Markt bringen zu können. Wer seinem Shop eine individuelle Note verleihen möchte, kann diese Vorlagen seinen Wünschen entsprechend anpassen. Die Systemtexte des Shops können direkt im Programm verändert werden. Definiert sind allerdings einige unübliche Begriffe, so versteckt sich hinter „Bestellschein“ der Warenkorb, „In den Warenkorb legen“ heißt bei SmartStore „Artikel merken“. In einer für den Sommer geplanten Version des Shops sollen diese Begriffe durch gängigere Texte ersetzt werden und Produktbilder im Warenkorb einstellbar sein.

Die Bestellbestätigungen werden per E-Mail versendet. Doch wie geht das, wenn der gesamte Shop nur aus HTML und Javascript besteht? Der Hersteller hat sich eine Finte überlegt. Per Javascript werden die Bestelldaten an ein Skript auf einem Server des Herstellers gesendet. Erst dieses Skript verschickt die E-Mail. Der Shop-Betreiber ist darauf angewiesen, dass der Skript-Server von SmartStore immer funktioniert. Tut er das nicht, werden Bestellungen nicht abgeschickt. Außerdem wirft diese Methode datenschutzrechtliche Fragen auf. Zumal diese Lösung im Widerspruch zu den TrustedShops-Prüfkriterien steht. Wünschenswert wäre wenigstens eine optionale Möglichkeit, diesen Umweg zu vermeiden und E-Mails direkt senden zu können – dieser Wunsch soll mit der kommenden Version in Erfüllung gehen.

Interchange Backend
Bedienung wie unter MS-Office: SmartStore

Zusatzprogramme
Mit dem separat erhältlichen SmartStore Office Professional sollen „Email-Marketing-Kampagnen zur Neukundengewinnung“, „Verwaltung und Abwicklung von Bestellungen für störungsfreie Abläufe in Ihrem BackOffice“ und statistische Auswertungen möglich sein. Beworben wird das Zusatzprogramm als „unverzichtbare Ergänzung“ zu SmartStore.biz. Die Erweiterung kostet in der Professional-Version regulär fast 400 EUR.

Das Modul SmartSeller ist ein Verkaufs- und Abwicklungs-Manager für Ebay. Das Ebay-zertifizierte Modul kann direkt mit der Online-Verkaufsplattform kommunizieren und kostet knapp 150 EUR. Alle SmartStore-Produkte gibt es auch in funktionsreduzierten Varianten, die für weniger Geld zu haben sind.

APT-Webshop-System 4.0 Pro
Webdesign gehört nicht zu den Stärken der kleinen Web-Agentur APT-Webservice. Besser sieht die Web-basierte Shop-Software aus. Sie bietet zwar nicht die Funktionstiefe ausgewachsener Systeme, kann aber dennoch beeindruckend viel. Der Umfang der Grundfunktionen orientiert sich überwiegend am Branchenstandard. Viele Funktionen, die anderswo teuer über Module nachgekauft werden müssen, gehören hier bereits zur Standardausstattung, beispielsweise Cross-Selling und Gutscheine.

Das Angebot an Zusatzmodulen ist nicht überaus groß, aber dafür preislich interessant. AfterBuy-Anbindung ist für 99 EUR zu haben, ein „Happy-Hour“-Modul für 49 EUR. Zahlungsmodule für PayPal, IPayment und Montrada kosten zwischen 39 und 49 EUR. Etwas spezieller und mit 299 EUR entsprechend teurer ist das Modul „Produktkonfiguration“. Mit diesem Modul können Kunden ein Produkt aus Einzelkomponenten selbst zusammenstellen, zum Beispiel Computersysteme.

Das Frontend des Shops ist so, wie sie sein soll – aber nur fast. Eine Sortierfunktion für Suchergebnisse würde das Einkaufserlebnis für Kunden verbessern. Der Bestellvorgang ist nicht optimal. Kunden werden durch Navigationsoptionen unnötig vom wesentlichen abgelenkt – dem Abschließen des Bestellvorgangs. Die normale Navigation ist da nur hinderlich. Das sind aber Kleinigkeiten, die leicht zu verbessern sind – für jeweils konkurrenzlose 10 EUR, wie der Hersteller verspricht.

Interchange Backend
Gesprengtes Layout – Browser reagieren unterschiedlich auf schlechtes HTML

Problematischer ist da schon das Administrations-Backend. Es erschlägt den Administrator dadurch, dass alle Menüpunkte gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden. Ein 1280×1024-Bildschirm reicht nicht aus, um alle Optionen ohne Scrollen zu erreichen. Das ablenkende Ticker-Laufband in der Mitte dient nicht der Übersichtlichkeit. Im Backend gibt es also noch einige Usability-Probleme zu lösen.

Ebenfalls am Branchenstandard orientiert sich die äußerst schlechte HTML-Code-Qualiät, welche die Beispiel-Shops bieten. Nicht einmal das <html>-Element ist abgeschlossen. Der DOCTYPE fehlt. Mit diesen Fehlern sind Darstellungsprobleme in Webbrowsern, höhere Betriebskosten bei der Wartung des nicht standardkonformen Markups und mangelnde barrierefreiheit sprichwörtlich programmiert. Standardkonformes HTML ist laut Hersteller des Shopsystems in der nahen Zukunft nicht geplant.

Das Webshop-System gibt es als Mietvariante inklusive Hosting für 30 EUR im Monat. Die Kaufversion kostet rund 400 EUR. Einstiegsversionen mit geringerem Leistungsumfang sind bereits für weniger als 6 EUR im Monat zu haben. ™

Weitere Informationen:

Erstveröffentlichung 28.04.2006

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