Serif vs. Sans: Typographie-Grundlagen in Massen freier Fonts (Infografik)

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Soll ich Ihnen glauben, dass Sie wirklich noch nie von Urban Fonts gehört haben? Gut, bedenkt man die Schnelllebigkeit des Web und den Informationsüberfluss, der damit einhergeht, ist das durchaus denkbar. Dann lernen Sie Urban Fonts eben jetzt kennen. Dort findet sich neben einer ganz aktuellen Infografik zum Unterschied zwischen Schriften mit Serifen und Schriften ohne, immer noch ein weiter wachsender Bestand von rund 8.000 freien Schriftarten. Es lohnt sich also aus mehreren Gründen der Besuch dort…

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Urban Fonts bietet tausende freier Fonts

Ich persönlich kenne Urban Fonts seit Anbeginn der Zeit. Damals durchschwammen wir gemeinsam die Ursuppe. Aus mir wurde ein Mensch, aus Urban Fonts ein Schriftarten-Portal. Wie das Schicksal so spielt.

Im Ernst. Urban Fonts begegnete mir das erste Mal vor gut sechs Jahren. Immer noch ist der Dienst vorhanden, was in diesen Zeiten zumindest bedeutet, dass sie nicht ganz unpopulär sind und nicht durchweg alles falsch machen. Nach wie vor sind die weitaus meisten verfügbaren Schriftarten kostenlos als Freeware verfügbar. Es überwiegen True Type Fonts, auch das OTF-Format findet sich. Die Installation für Windows und Mac wird, so das denn jemand benötigt, auf der Website erläutert. Webfonts als solche werden nicht angeboten. Hier ist dann etwas Handarbeit erforderlich. Das erklärt sich sicherlich aus der Historie des Dienstes. Wer hat vor sechs Jahren Webfonts nachgefragt, geschweige denn eingesetzt?

Jeder Schriftarten-Download findet einzeln als ZIP-Datei statt. Im Archiv findet sich neben dem eigentlichen Font stets auch die zugehörige Lizenzinformation. Prüfen Sie jeweils die Lizenz auf Übereinstimmung mit dem von Ihnen intendierten Einsatzzweck…

Neben Freeware-Schriften bietet Urban Fonts auch kostenpflichtiges Material an. Des weiteren finden sich Schriftarten mit Lizenzen, die Backlinks, Spenden oder sonstige Akte der Wertschätzung erfordern. Der Fantasie der Schriftentwickler ist kaum beizukommen… Da ist nochmal der Hinweis auf die stets beigefügte Lizenz wichtig. Immer schön prüfen, ob der Font zu dem gesuchten Zweck eingesetzt werden darf und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen.

urban-fonts

Jeder Font wird auf einer Detailseite einzeln vorgestellt. Ist man auf der Suche nach einem Zeichenumfang, der den der englischen Sprache übersteigt, etwa – tada – deutsch, so wird man es als sehr nützlich empfinden, dass die Eingabe eigener Testtexte möglich ist. So ist die Verfügbarkeit von Umlauten und Sonderzeichen schnell gecheckt. Manch Font bietet nicht einmal Punkte, ts. Kleine Kritik am Rande: Wenn die Detailseite bereits die Lizenz nennen würde. Das wäre schon eine schöne Sache.

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Serif vs. Sans: The Final Battle In Typography

Neben der Vielfalt an freien und weniger freien Schriftarten, findet sich bei Urban Fonts auch ein ausgesprochen aktiv gepflegter Blog zu allen Themen rund um die Typografie. Da lohnt es sich, den RSS-Feed zu abonnieren, wenn man eine Affinität zu Typografie hat.

Im Verlaufe der letzten Woche veröffentlichte das UF Team eine elegante Infografik, die sich mit dem Thema Serifen gegen Nicht-Serifen beschäftigt. Unter anderem werden die optischen Unterschiede dargestellt, die allerdings den meisten Leserinnen und Lesern wohl bekannt sein dürften.

Allerdings beschränkt sich das UF Team nicht auf diese Information. Stattdessen wird auch auf die Entstehungsgeschichte der Schriften eingegangen. Als professioneller Designer wird einem nicht neu sein, dass Serifen-Schriften immer noch für Printdesign vorgeschlagen werden, während Schriften ohne Serifen vornehmlich im Web zum Einsatz kommen sollten. Daran hält sich die Masse der heutigen Inhaltsersteller dann auch recht eng. Überschriften im Web werden zu 60%, in Fließtext sogar zu 66% mit Schriften ohne Serifen dargestellt.

Schuld ist immer noch, trotz der kommenden hiDPI-Screens, die geringe Auflösung von Bildschirmen im Vergleich zu Papier. Schriftdarstellung auf Papier lässt nicht einzelnen Pixel erkennen, aus denen sich auch in der analogen Welt die Schriften zusammensetzen. Mit 1.000 Punkten pro Zoll liegt das Papier immer noch deutlich selbst über den besten derzeit erhältlichen Smartphone-Screens, die es immerhin schon über die 400 ppi schaffen.

Ich habe die folgende Infografik in meine Infografik-Sammlung – ja, ich habe eine. Sie doch auch, oder? – integriert. Sie gehört zu den kleinen Helferlein, die man beim Kunden gern mal nonchalant zücken kann, wenn wieder ulkige Vorstellungen geäußert werden. Klicken Sie auf die Infografik, wenn Sie zur Quelle springen wollen:

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(Quelle: Urban Fonts Blog)

Links zum Beitrag:

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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3 Kommentare auf "Serif vs. Sans: Typographie-Grundlagen in Massen freier Fonts (Infografik)"

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[…] Serif vs. Sans: Typographie-Grundlagen in Mas­sen freier Fonts (Info­gra­fik) – Dr. Web Maga­zin – Es mag ja sein, dass 300 ppi deut­lich weni­ger als im Druck sind, aber Schrif­ten mit Seri­fen sehen auch auf sol­chen Smartphone-Bildschirmen gut aus. Es wird nur Zeit, dass klas­si­sche Moni­tore eine deut­lich höhere Auf­lö­sung bekommen. […]

levin
Gast

Hallo Dieter, danke für die nette Infografik. Doch für mich steht eine Frage im Raum, welchen Anwendungszweck hat urbanfonts, wenn Google Fonts bereits das Web bedient? Ich konnte deinem Beitrag in der Richtung nur entnehmen, dass urbanfonts gar nicht direkt auf das Web zielt?

Dieter Petereit
Gast

Hallo levin.

Urban Fonts bedient den klassischen Schriftarten-Markt, der früher von Adobe dominiert wurde. Webfonts sind da eher Randthema.

Gruß
D.

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