Dieter Petereit 25. Januar 2013

Serie: Markdown-Editoren für das iPad – WriteUp und Daedalus (3/3)

Im Rahmen unserer Reihe “iOS for Creative Professionals” befassen wir uns mit verschiedenen Markdown-Editoren für das Tablet aus Cupertino. Während es in der Windows- und auch in der Android-Welt erstaunlich wenige Markdown-Editoren gibt, ist das Apple-Universum gut bestückt mit einer ganzen Reihe dieser Tools. Die Platzhirsche der Mac-Plattform stehen auch für das iPad zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einige iOS-exklusive, nicht minder interessante Vertreter. Ich habe sie mir näher angesehen. In den ersten beiden Teilen unserer Serie befassten wir uns mit Byword, dem iA Writer, Elements und Writing Kit. Heute stelle ich Ihnen WriteUp und Daedalus vor…

WriteUp – Innovative Bedienung auf Kosten der Funktionsvielfalt

WriteUp ist ein recht frischer Vertreter auf dem Markt der iPad-Markdown-Editoren. Sein Bedienkonzept erinnert an Philosophien, die unter Android verbreiteter eingesetzt werden. Tastatur-Swipes helfen bei der Cursorsteuerung, auch zum Beginn und zum Ende des Dokuments navigiert man mittels (Multi)Touch. Mit zwei Fingern über die Tastatur streichend ändert man die Cursorposition, drei Finger markieren Textabschnitte. Das funktioniert auf den ersten Blick ganz gut, auf den zweiten und alle weiteren offenbaren sich die Probleme.

Im Grunde liegt es auf der Hand: Wenn man auf der Tastatur tippt und dabei beide Hände benutzt und auch noch recht schnell tippt, dann ist es unvermeidbar, dass man eher öfter denn selten mit zwei Fingern gleichzeitig das Display berührt. Das führt dann unmittelbar zum Verspringen des Cursors, ein absolutes No-Go.

Natürlich kann man den Effekt gezielt positiv nutzen, wenn man eine Bluetooth-Tastatur anschließt und so den Touchscreen exklusiv für die Cursorsteuerung verfügbar hat. Für Schreiber, die sich auf die On-Screen-Tastatur verlassen wollen oder müssen, ist WriteUp jedoch – man muss es so deutlich formulieren – unbrauchbar. Allein die Versprünge, die auftreten, wenn man die Umschalttaste gedrückt hält, um einen Großbuchstaben zu schreiben, konnte ich schon innerhalb dieses kurzen Textes hier kaum zählen. Natürlich könnte ich die Umschalttaste tappen, los lassen und dann den Großbuchstaben schreiben. Das allerdings entspricht nicht meinem Workflow und ich müsste mich schwer umgewöhnen. Wozu, wo es doch andere Apps gibt…

Synchronisieren kann WriteUp nur mit der Dropbox. Dateien werden lokal zwischengespeichert und dann bei Verfügbarkeit in die Cloud geschoben. Versionierung leistet die Dropbox, der Zugriff auf unterschiedliche Versionen kann per Icon aus der App heraus erfolgen. In der Dateiverwaltung kommen weitere Prinzipien aus Android zum Zuge. Tappen und halten auf einem Dateinamen führt zur Übertragung des Inhaltes in die Zwischenablage. Swipe auf den Dateinamen bringt weitere Möglichkeiten des Exports zum Vorschein.

Die Synchronisation mit der Dropbox ist standardmäßig auf einen Ordner beschränkt, kann jedoch frei konfiguriert werden. WriteUp bietet eine vernünftige Preview, kann im Fullscreen-Modus betrieben werden und kommt mit einem integrierten Browser, der jedoch in meinen Tests häufig die gesamte App zum Absturz brachte. So er es denn mal nicht tat, zeigte er die nützliche Möglichkeit, den aktuellen Link in das Dokument einzufügen.

Das und mehr ist über die oberhalb der Standard-Tastatur angeordnete Shortcut-Leiste ebenfalls möglich. Hier finden sich die üblichen Abkürzungen zu Überschriften, Fett- und Kursivformatierungen, Listen und einigem mehr. Insgesamt ist die Leiste jedoch weniger durchdacht als diejenige etwa von Byword oder Writing Kit.

Die Ansicht des Textes im Editor ist auch unter WriteUp sehr flexibel anpassbar, was Schriftart und -größe, aber auch das zu verwendende Theme betrifft. Die Schriftart der Preview kann separat eingestellt werden.

WriteUp von Prasanna Gopalakrishnan steht für 3,59 Euro im App Store (iTunes-Link) als Universal-App zum Kauf bereit.

Blättern Sie weiter zum Test von Daedalus Touch >>

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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