Heike Thormann 26. September 2008

Selbstmotivation: 8 Tipps mit Hängern umzugehen

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Hänger und Rückschläge gehören zum Leben dazu. Niemand muss sich für sie schämen. Je mehr Sie sich allerdings selbst motivieren können müssen, um – beispielsweise als Selbstständiger – handlungsfähig zu bleiben, desto wichtiger wird es, solche Hänger auch zu überwinden.

1. Hänger analysieren

Antriebslos im Sessel zu sitzen und einfach die Flügel hängen zu lassen ist das eine. Nur, weiter kommt man damit nicht. Bevor Sie also versuchen, Ihre Selbstmotivation zu pushen, um Ihre Probleme aus dem Weg zu fegen, ist es sinnvoll, diese Probleme und Hänger erst mal genauer zu analysieren. Nur wenn Sie wissen, wo oder woran es wirklich hakt, können Sie mit neuem Schwung durchstarten und nach Lösungen suchen. Alles andere ist vergeudete Energie und wirft Sie schnell wieder zurück auf Feld 1.

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2. Ziele klarmachen

Wir neigen dazu, es aus den Augen zu verlieren, und zwar nicht erst bei Hängern: Unser Ziel. Der Grund, warum wir das, was wir tun, überhaupt tun. Mehr noch: Je weiter das Ziel entfernt ist und je länger wir darauf zusteuern müssen, desto höher wird das Risiko des Verlusts. Bis wir irgendwann nur noch automatisch vor uns hinarbeiten – und umso schneller auszuknocken sind.

Dabei ist nichts motivierender, als ein leuchtendes Ziel vor Augen zu haben. Egal, ob Sie ein Studium durchziehen, ein Unternehmen gründen oder abnehmen wollen. Es ist das Ziel, der greifbare, sichtbare Abschluss, der Sie vorantreibt.

Wenn Sie also das nächste Mal einen Hänger haben und alles grau aussieht, dann machen Sie sich Ihr Ziel noch einmal so richtig klar. Das ist ein erster Ansatz, um Sie wieder auf Spur zu bringen.

3. Sich nicht verzetteln

Lobenswert, aber gefährlich: Sich bei Hängern blindlings in die Tat zu stürzen, um wieder an Fahrt zu gewinnen. Von hier bis zum hektischen Aktionismus ist es dann nicht mehr weit – und bis zu der Gefahr, sich zu verzetteln, an Kraft zu verlieren und schließlich ermattet im nächsten Hänger zu landen.

Behalten Sie deshalb das Wesentliche im Auge. Suchen Sie geduldig nach Lösungen für Ihre Probleme und steuern Sie konzentriert auf Ihre Ziele zu. Kennen Sie die Fabel vom Hasen und dem Igel? Dann wissen Sie ja, wer gewonnen hat.

4. Bilder nutzen

Unser Gehirn arbeitet mit Bildern, und Bilder haben deshalb auch die größte Wirkung darauf. Nutzen Sie diese Tatsache und „malen“ Sie sich Ihre Selbstmotivation.

Schreiben oder zeichnen Sie beispielsweise kleine motivierende Sprüche oder Symbole auf Zettel, Karteikarten und so weiter, und behalten Sie diese sichtbar vor Augen. Sprüche, die Ihnen Mut machen, Ihre Ziele greifbar wiedergeben oder einfach nur gut tun.

Also etwa

  • 2010 – meine eigene Firma
  • Ich krieg das hin
  • Eile mit Weile
  • Nur Mut
  • Smileys

Und Ähnliches mehr. Jedes Mal, wenn Sie dann den Mut zu verlieren drohen oder keine Lust mehr haben, brauchen Sie nur auf Ihre Motivationssprüche zu schauen und bekommen wieder neuen Schwung.

5. Sich selbst programmieren

Mit Ihren Motivationsbildern sind Sie schon munter dabei – sich selbst zu „programmieren“. Denn mit diesem Strom positiver Bilder und Gedanken können Sie Ihr Bewusstsein steuern und sich leichter von Ihren Hängern befreien.

Genauso gut können Sie aber auch das Gegenteil erreichen. Und zwar dann, wenn Sie sich weiterhin mit Miesmachern und Selbstvorwürfen verwöhnen. Gedankenfetzen wie „ich kann das sowieso nicht“, „wusste ich doch gleich, dass das nicht geht“, „ich bin ein Versager“ und Ähnliches mehr werden Ihnen gute Hilfe leisten, in Ihren Hängern und Sesseln sitzen zu bleiben.

Achten Sie deshalb darauf, solche mentalen Killer zu vermeiden. Verbrennen Sie sie zur Not symbolisch zu Asche – entweder in Ihren Gedanken oder ganz real auf einem Blatt Papier.

6. Nicht mit anderen vergleichen

Auch gefährlich, wenn Sie gerade mit einem Tief zu kämpfen haben: Neidisch auf die Erfolge der anderen zu schielen und die eigenen schlecht zu machen.

Natürlich wird es immer Menschen geben, die besser, schneller, „größer“ sind als Sie. Das liegt in der Natur der Sache. Und manchmal ist es auch ganz nützlich, sich von solchen Vorbildern „ziehen“ zu lassen. Ähnlich wie im Sport, wo man einen schnellen Läufer mit einer Gruppe von langsameren zusammenbringt, um diese zu Höchstleistungen anzuspornen.

Machen Sie das aber nicht, wenn Sie gerade mit Schwächen und Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Dann lockt der Blick zum anderen schnell Ihren Inneren Kritiker aus der Reserve – und schon geht es los mit Selbstvorwürfen.

Schotten Sie sich dann zur Not lieber ab und konzentrieren Sie sich auf sich selbst. Halten Sie sich immer wieder Ihre eigenen Fortschritte vor Augen. Egal, wie klein sie auch sein mögen. Das gibt Kraft, um Schritt für Schritt weiterzugehen.

7. Mit sich angeben

Wie wäre es denn mal mit dieser Variante statt Trübsal zu blasen oder andere um ihr – vermeintliches – Glück zu beneiden? (Vermeintlich, weil die meisten von uns nicht nur helle, sondern auch graue Tage kennen. Das sehen wir in unseren Hängern nur selten.)

Also: Geben Sie ruhig mal ein bisschen mit sich an. Klopfen Sie sich auf die Schulter und erzählen Sie anderen, was bei Ihnen alles so – wann auch immer – gut gelaufen ist. Das hilft Ihnen wieder, Ihre eigenen Erfolge besser zu sehen und stolz auf sie zu sein. Und auch die Anerkennung Ihrer Mitmenschen wird Ihrer Selbstmotivation einen Auftrieb verschaffen.

8. Sich selbst betüteln

Und seien Sie nicht so streng mit sich. Bei Hängern schon gar nicht. Betrachten Sie Ihr momentanes Tief ein bisschen wie einen Schnupfen – beide Male sind Sie nicht richtig in Form.

Und was machen Sie, wenn Sie sich einen Schnupfen zugezogen haben? Genau, Sie betüteln sich (hoffentlich). Sprich, Sie verwöhnen und pflegen sich. Sie schlafen mal aus, schalten ab, tanken auf, lassen sich von einem lieben Menschen mit Hühnersuppe versorgen, um wieder zu Kräften zu kommen, und was weiß ich.

Es gibt nur einen kleinen Trick dabei, damit die Abhäng-Phase sich nicht ins Unendliche ausdehnt: Setzen Sie sich ein zeitliches Limit.

So wie ein Schnupfen, ob mit oder ohne Arzt, acht Tage beziehungsweise eine Woche dauert, so sollten Sie Ihre Phase auf dem Sofa begrenzen. Sie werden merken: Je näher der Tag Ihrer „Erholung“ rückt, desto mehr wird es Sie in den Finger kribbeln, wieder aktiv zu werden.

Hänger und Rückschläge gehören zum Leben dazu. Niemand muss sich für sie schämen. Wie heißt es so schön: „Hinfallen ist nicht das Problem. Liegenbleiben dagegen schon.“ In diesem Sinne: Nutzen Sie diese Tipps, um etwas schneller wieder aufzustehen. ™

Erstveröffentlichung 26.09.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.
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