Ioanni Mitsakis 9. Oktober 2018

Infografiken: So gehen sie viral, trotz starker Konkurrenz

Es klingt so einfach: Du trägst Daten zusammen, erstellst eine schicke Infografik und setzt sie auf die Website, um den Traffic zu erhöhen, Verkäufe anzukurbeln oder Leads zu generieren. Dabei bedenkst du zu selten, dass es bereits jede Menge Infografiken gibt, die in irgendeiner Ecke des weltweiten Netzes nur darauf warten, entdeckt zu werden – häufig erfolglos.

Es stimmt – Daten schlafen nie. Schaue dir z. B. die folgende Infografik von DOMO an. Hier siehst du, dass bereits vor fünf Jahren 347 WordPress-Blog-Posts pro Minute erstellt wurden. Google verzeichnete mehr als 2 Millionen Anfragen pro Minute.

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Schau dir im Vergleich dazu die nächste Version dieser Infografik (Version 2.0 aus dem Jahre 2014) mit den aktualisierten Zahlen an. Demnach verzeichnete YouTube einen Anstieg von 48 auf 72 Stunden Videomaterial, das pro Minute hochgeladen wird. Google erhielt 4 Millionen Anfragen pro Minute – das entspricht einem Anstieg von 100 %. Leider fehlen in dieser Grafik die WordPress-Zahlen.

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Für das Jahr 2018 hat Domo die Infografik noch nicht geklöppelt, aber die Version 5 aus dem Sommer 2017 steht zur Verfügung:

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Leider hat Domo zwischenzeitlich die Bezugspunkte geändert, so dass durchgängige Vergleiche schwierig sind. Dennoch lassen Aussagen, wie 18 Millionen Anfragen nach Wettervorhersagen oder 4,1 Millionen angeschaute YouTube-Videos pro Minute durchaus Rückschlüsse auf das ungebremste Wachstum des Web zu.

Was ich damit sagen will? Durch die zunehmende Datenmenge entstehen minütlich neue Infografiken. Eine einfache Google-Suche nach dem Stichwort „Infografik“ ergibt knapp 350 Millionen Treffer, nach „infographic“ sogar 387 Millionen (natürlich sind da auch Mehrfachnennungen enthalten, aber du siehst, worauf ich hinaus will).

Big Data macht es notwendig, Infografiken zu prüfen und schlechte von guten zu trennen. Doch nicht nur das; es wird auch zunehmend schwerer, eine seriöse, vertrauensvolle und nützliche Infografik zu „viralisieren“, gerade weil so viele Geschwister im Netz die Runde machen.

KissMetrics schätzt, dass eine virale Kampagne den etwa 500- bis 1000-fachen Effekt einer nicht-viralen Kampagne hat. Wenn auch du von einer solchen Strategie profitieren möchtest, könntest du z. B. dafür sorgen, dass einschlägige Seiten auf deine Infografik aufmerksam werden.

Im Folgenden findest du Tipps, wie du deine Infografik erfolgreich verbreitest. Die ersten beiden Tipps beziehen sich auf die Vorproduktions- bzw. Produktionsphase, alle anderen fallen unter die Postproduktion:

1. Sei alles, nur nicht neutral

Wenn du die Massen bewegen und deine Infografik erfolgreich verbreiten willst, musst du erst mal für die richtigen viralen Bedingungen sorgen.
Bist du der Typ, der immer auf Nummer sicher geht und allem neutral gegenübersteht? Dann verpassen dir die Leute schnell unterbewusst einen Stempel: langweilig.
Und weißt du was? Es gibt schon viel zu viele langweilige Dinge im Internet – werde nicht Teil davon.

Bekennen Sie Farbe, seien Sie nicht neutral

Bekenne Farbe. Sei nicht neutral.

Um die Massen zu beeinflussen und etwas anzustoßen, darfst du keine Angst davor haben, deinen Standpunkt klar zu machen (was wiederum voraussetzt, dass du einen Standpunkt hast!). Dein Ziel sollte sein, die Leute dazu zu bringen, dich entweder zu lieben oder zu hassen. Nur ignorieren sollten sie dich nie können.

2. Verwende schlagende Überschriften

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Verwende einfache, kurze und keywordreiche Überschriften. Eine gute Überschrift hat mindestens ein starkes Wort, das Emotionen einfängt (z. B. „Schock“, „Vertrauen“, „Warnung“, „Lügen“, „Fehler“ etc.). Ein Hilfsmittel dafür ist Jon Morrow’s „52 Headline Hacks„. Es ist eigentlich für virale Blog-Postings gedacht, aber du kannst es ebenso gut für Infografiken verwenden.

3. An Portale senden

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Es gibt viele Portale, die sich auf Infografiken spezialisieren und deine sicher gerne veröffentlichen werden. Versuch es mal hier:

4. Suche andere Möglichkeiten zur Veröffentlichung

Jetzt ist es an der Zeit, dein Adressbuch auszupacken und alle dir bekannten Influencer, also Blogger, Meinungsmacher, Trendsetter usw. zu kontaktieren. Partner, Websites, zu denen du eine Verbindung hast, Experten aus deinem Bereich… jeder Einzelne zählt! Fragen kostet nichts – ob sie dein Posting veröffentlichen oder nicht, bleibt ihnen überlassen.

Auch wenn du eher Seiten mit hohem Traffic ansteuern solltest, darfst du Seiten mit weniger Traffic keinesfalls unterschätzen! Man weiß schließlich nie, wer mitliest.

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Eine andere Möglichkeit Leads zu generieren ist, Twitter nach deinen bevorzugten Keywords zu durchsuchen. Wenn du Leute mit großer Anhängerschaft in deiner Nische findest, zögere nicht, sie anzusprechen. Dasselbe gilt natürlich auch für Facebook.

Erstelle eine Liste mit allen Facebook-, Twitter- und Blog-Kontakten, die über dasselbe Thema reden und schreibe ihnen eine Mail. Je länger diese Liste ist, desto besser. Erstelle dazu ein Excel-Dokument mit Spalten für die Kontaktdaten in den sozialen Netzwerken, E-Mail-Adressen und Websites.

Und füge einen Link zu einem relevanten Posting von deren Website hinzu – diesen solltest du dann in der E-Mail erwähnen. Das zeigt nicht nur, dass ihr Gemeinsamkeiten habt, sondern auch, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast.

5. Suche jene, die es versäumt haben, dich als Quelle zu nennen

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Es kommt schon mal vor, dass Leute deine Arbeit veröffentlichen, dabei aber vergessen, dich zu verlinken. In solchen Fällen ist es ganz praktisch und auch klug, deine Infografik mit einem Wasserzeichen zu versehen. Picmarkr ist ein kostenloses Tool zum Ergänzen von Wasserzeichen. Aber auch wenn du deine Arbeiten mit einem Wasserzeichen versehen hast, bleibt es ratsam, darauf hinzuweisen, dass auf deine Seite verlinkt werden sollte.

So findest du potenzielle Verwender: Gib den den Titel deiner Grafik bei Google ein. Nun siehst du alle Websites mit deiner Infografik. Besser noch: Lade deine Infografik auf www.images.google.com hoch, um direkt danach zu suchen.

6. Biete exklusive Inhalte an

Einige einschlägige Websites werden dich nach exklusiven Inhalten fragen. Biete ihnen einen zeitlich begrenzten Zugang zu solchen Inhalten an, um deine Chancen dort zu erhöhen.

Natürlich solltest du deine Arbeit auch anderen Blogs anbieten. Dazu reicht es, die Titel etwas zu verändern und verschiedene Versionen deiner Infografiken zu erstellen. Dann sind deine Partner zufrieden und du erhälst Traffic aus mehreren Quellen.

(dpe)

(Beitragsbild: Depositphotos)

Ioanni Mitsakis

Ioanni Mitsakis ist Frontend-Entwickler bei einem großen europäischen Automobilzulieferer und dort verantwortlich für die Gestaltung der UIs der diversen internen Online-Tools, ohne deren Hilfe die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg aus heutiger Sicht undenkbar erscheint.
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