Andreas Hecht 15. September 2016

Schritt für Schritt zum eigenen WordPress-Blog

Schritt für Schritt zum eigenen WordPress-Blog

Bloggen ist heute nichts besonderes mehr. Viele Menschen möchten als Ausgleich zu einem fordernden Job einen Blog unterhalten. WordPress ist den angehenden Bloggern meist schnell ein Begriff, doch wie kommt man zu einem WordPress-Blog? Wir führen dich heute leicht verständlich durch die nötigen Schritte hindurch und geben dir wertvolle Hintergrundinformationen.

Schritt für Schritt zum eigenen WordPress-Blog

1 – Die Wahl der richtigen Plattform: WordPress.org vs. WordPress.com

Die richtige Plattform auszuwählen ist nicht einfach, denn hier kommt es nicht nur darauf an, ob du Geld investieren möchtest, sondern auch, was du mit deinem Blog erreichen willst.

Willst du einfach nur ein bisschen bloggen, ohne den Hintergedanken, dass du irgendwann von vielen Besuchern gelesen werden möchtest? Dann wäre WordPress.com richtig für dich. Wenn du allerdings das Bloggen ernst nehmen möchtest, dann wähle lieber die WordPress-Version zum Selbsthosten.

Der Unterschied zwischen beiden Plattformen ist, dass WordPress.com eine Online-Plattform ist. Hier kannst du völlig kostenlos einen Blog anlegen. Allerdings kannst du mit dieser Variante wenig Einfluss auf Design und Funktionalität deines Blogs nehmen.

WordPress.org lässt dich die Blog-Software herunterladen, die du dann auf einem Webhosting-Paket installieren musst. Diese Version lässt dir die totale Kontrolle über jeden Aspekt deines Blogs. Unlimitierte Design-Optionen, unlimitierte Funktionen und die totale Erweiterbarkeit durch viele tausend Plugins verschaffen dir eine Art professioneller Freiheit.

Wenn du wirklich und wahrhaftig bloggen möchtest, dann wähle WordPress.org und ein Webhosting-Paket. Du bekommst eine Menge Vorteile für dein Geld.

  • Themes lassen sich direkt aus WordPress heraus suchen und mit zwei Klicks installieren
  • Du kannst aus fast 4.000 kostenlosen Themes dein Design auswählen.
  • Du kannst auch professionelle, kostenpflichtige Themes installieren.
  • Du kannst aus kostenfreien 45.000 Plugins die von dir gesuchte Funktionserweiterung wählen.
  • Du kannst dein WordPress unendlich anpassen, bis es dir gefällt.
  • Jede denkbare Funktion ist nur eine Plugin-Installation entfernt.
  • Du hast die volle Kontrolle über jeden Aspekt deiner Website.

2 – Die Wahl der richtigen Domain

Wenn du das Bloggen nicht als Spielerei ansiehst, sondern zumindest als ernst zunehmendes Hobby, dann kommst du nicht um eine eigene WordPress-Installation herum. Dafür benötigst du eine Domain. Die Domain ist die »Adresse« deines Blogs.

Ein Beispiel:

www.drweb.de

Bei der Wahl deiner Domain gilt es zu beachten, dass sie kurz und prägnant sein sollte. Ebenfalls hilfreich für die Suchergebnisse ist es, wenn das Schlüsselwort, unter dem du gefunden werden möchtest, sich bereits in der Domain befindet.

Wenn du über Reisen schreiben möchtest, dann könnte deine Website die Domain

www.reiseblog.de

haben.

Mehr zum Thema Blogplattform und Domain:

Dr.Web: Bloggen für Einsteiger: Die richtige Plattform und Domain [#1]

3 – Du brauchst einen Webhoster

Solltest du dich dazu entschlossen haben, das vollwertige WordPress nutzen zu wollen, dann benötigst du einen Platz zum Installieren der Software. Das wäre ein Webhosting-Paket, dass du bei vielen verschiedenen Anbietern mieten kannst.

Ein vernünftiges Paket mit allen nötigen Dingen bekommst du bereits ab nur 5 Euro im Monat. Da es durchaus qualitative Unterschiede zwischen den Anbietern gibt, empfehle ich dir die folgenden beiden Artikel zum Thema Webhosting zu lesen.

Mehr zum Thema Webhosting:

4 – WordPress installieren

Nachdem du eine Domain und ein Webhosting-Paket erworben hast, kommt der wichtige Schritt der Installation deines neuen Blog-Systems WordPress. Du benötigst für die Installation ein FTP-Programm und einen HTML-Editor.

Die Zugangsdaten zu deinem Webhosting hast du von deinem Hoster bekommen.

  1. Erstelle eine Datenbank in phpMyAdmin und schreibe dir die Zugangsdaten auf. Du wirst sie noch benötigen.
  2. Logge dich ein und wechsle in das Hauptverzeichnis für die Websites. Das heißt oftmals entweder html oder public_html. Du bekommst diese Daten ebenfalls von deinem Webhoster.
  3. Lege dort einen Ordner an, der wie deine Website heißt. Das dient der Übersicht und hilft bei einer eventuellen zweiten Installation Probleme zu verhindern.
  4. Beachte, dass deine Domain auf diesen Ordner zeigen muss, damit die Website aufgerufen werden kann. Entpacke den WordPress-Ordner auf deinem Desktop und lade WordPress in diesen Ordner hinein.
  5. Nimm dir die Datei wp-config-sample.php aus dem WordPress-Ordner und benenne sie in wp-config.php um. Trage dort nun die Zugangsdaten zur Datenbank ein.
  6. Erstelle einen Satz Sicherheitsschlüssel und kopiere diese dorthin, wo du die Platzhalter sehen kannst.

wp-config-screenshot

Rufe im Anschluss die folgende Adresse in deinem Browser auf und folge den Anweisungen:

http://deinblog.de/wp-admin/install.php

Die Installation im Video:

Weiterführende Informationen zum Thema:

5 – Wähle dir ein schickes Theme aus

Themes sind das Salz in der Suppe von WordPress. Innerhalb von Minuten kannst du das Design und die Funktionalität deines Blogs komplett neu gestalten.

Da WordPress nur sehr einfach gestaltete Themes mitliefert, könntest du als Erstes auf die Suche nach einem neuen Theme gehen. Über 4.000 neue und zumeist schicke Designs warten darauf, von dir entdeckt zu werden.

Du kannst direkt in deinem WordPress auf die Suche gehen. Unter dem Menüpunkt „Design => Themes“ wirst du garantiert dein spezielles Layout finden.

Unter Design => Themes => Installieren findest du alle kostenfreien Themes.

Unter Design => Themes => Installieren findest du alle kostenfreien Themes.

Auf dieser Ansicht kannst du die Themes nach Eigenschaften filtern.

Auf dieser Ansicht kannst du die Themes nach Eigenschaften filtern.

Nachdem du dir ein schickes Theme ausgesucht und aktiviert hast, gehe als nächstes in die Theme-Optionen und passe dein Layout an. Unter dem Menüpunkt „Design => Anpassen“ bist du richtig.

Nach der Aktivierung des Themes musst du es noch auf deine Bedürfnisse anpassen.

Nach der Aktivierung des Themes musst du es noch auf deine Bedürfnisse anpassen.

6 – Die Grundausstattung mit nützlichen Plugins

Dein neuer WordPress-Blog sieht nun total schick aus und macht richtig was her. Nun ist es Zeit für eine Grundausstattung mit Plugins.

Plugins sind wichtig. Sie erweitern die Grundfunktionalität von WordPress um viele, zumeist sehr nützliche Funktionen. Sie dienen zum Beispiel der Spam-Abwehr innerhalb der Kommentar-Funktion von WP. Ich habe dir eine Liste mit den Plugins zusammengestellt, die eine Grundausstattung für jeden Blog darstellen sollten.

Alle vorgestellten Plugins haben sich bewährt und werden ständig aktualisiert und weiterentwickelt.

1- Antispam Bee

antispam-bee

Das wichtigste Plugin. Es dient der Abwehr von Spam-Kommentaren und sorgt dafür, dass sich auf deinem Blog nur von Menschen verfasste Kommentare finden.

2 – Yoast SEO

yoast-seo

Ein SEO-Plugin ist unverzichtbar. Zuallererst optimiert es die Ausgabe der Meta-Beitragstitel und der zugehörigen Meta-Beschreibung, und kann diese Dinge für die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Google optimieren. Dabei meint Meta-Titel und Meta-Beschreibung die für Google wichtigen Daten. Hier ein Beispiel, wie beides in den Suchergebnissen angezeigt werden kann:

Die SEO-Metadaten. Der Meta-Titel und die Meta-Beschreibung.
Die SEO-Metadaten. Der Meta-Titel und die Meta-Beschreibung.

Dieser Editor erscheint unter Beiträge verfassen unter jedem Artikel. Du kannst die Daten noch manuell überarbeiten, für eine bessere Variante einer Beschreibung.

3 – Publish Confirm

publish-confirm

Publish Confirm sorgt dafür, dass du keine Beiträge versehentlich veröffentlichst, die noch nicht fertig sind. Das Plugin erzeugt dabei ein kleines Pop-Up, in dem du ein zweites Mal bestätigen musst, dass der Beitrag veröffentlicht werden soll. Dieses Plugin gehört für mich zum absoluten Standard und ich verwende es bei jeder meiner Websites.

4 – Autoptimize

autoptimize

Autoptimize hilft dir, deine Website zu beschleunigen. Es fasst alle JavaScript-Dateien zu einer einzigen zusammen und komprimiert den Code. Genauso verfährt das Plugin mit deinen CSS-Dateien. Das sorgt für eine schnellere Ladezeit deines Blogs.

5 – Cachify

cachify

Cachify ist die optimale Ergänzung zu Autoptimize. Cachify speichert deine Website zwischen und liefert die gecachte Seite an deine Besucher aus. Das steigert die Geschwindigkeit deiner Website nochmals enorm und macht daher deine Besucher und auch Google glücklich, da die Ladezeit einer Website einen Ranking-Faktor darstellt.

Profis stellen fest, dass Cachify – in Verbindung mit einer sehr weitgehenden Speed-Optimierung – das schnellste Caching-Plugin auf dem Markt ist. Zudem kann es durchaus auch große Websites optimieren. Für Anfänger ist es zudem am Besten geeignet, da es sehr einfach einzustellen ist.

6 – Contact Form 7

contact-form-7

Mit Hilfe dieses Plugins kannst du auf einfache Art und Weise ein Kontaktformular für deine Kontaktseite erstellen. Sehr effektiv und vor allem einfach einzustellen.

7 – Optimus – WordPress Bildoptimierung

optimus

Die Bilder und Grafiken einer Website sind der Flaschenhals der Ladegeschwindigkeit. Daher ist ein gutes Plugin zur Bildoptimierung sehr wichtig. Du kannst dieses Plugin kostenlos nutzen, ich empfehle jedoch dringend eine Premium-Lizenz zu kaufen, da die kostenfreie Version nur Bilder bis 100KB optimiert. Die Premium-Lizenz kostet 19 Euro im Jahr. Dafür bekommst Du das zur Zeit beste Plugin zur Bildoptimierung mit Support für dasWebP-Bildformat.

7 – Schreibe deinen ersten Artikel

Einen neuen Artikel verfasst du unter dem Menüpunkt „Beiträge => Erstellen„.

So einfach erstellst du einen neuen Beitrag.

So einfach erstellst du einen neuen Beitrag.

Der Text-Editor von WordPress ist betont einfach gehalten. Du wirst schnell den Dreh heraushaben, wie du deine Beiträge verfassen und formatieren kannst.

Erstelle einfach zunächst einige Test-Artikel und mach dich mit allem vertraut. Keine Angst, unter „Beiträge => Alle Beiträge“ kannst du deine Test-Beiträge wieder löschen.

8 – Schreibe richtig gute Inhalte

Das ist nun schwierig. Was sind gute Inhalte? Guter Content ist das, was thematisch, sprachlich und Formattechnisch sehr viele User anspricht. Grundsätzlich kann man sagen, dass guter Content immer Marketing ist. Alle Inhalte im Netz sind Werbetexte.

Sie werben dafür, gelesen zu werden. Und das von so vielen Menschen wie möglich. Das bedingt einen gewissen Aufbau, einen bestimmten Schreibstil und eine perfekte Formatierung der Artikel.

Ein schlechter Schreibstil wird niemanden begeistern. Sind deine Besucher nicht begeistert, dann kommen sie nicht wieder. Können sie deine Inhalte nicht scannen, um schnell die gewünschten Informationen zu finden, kommen sie auch nicht wieder.

Ebenso trifft es die thematische Ausrichtung deines Blogs. Gute Inhalte lösen die Probleme deiner Leser. Sie leiten an, unterhalten und lösen ein Problem.

Doch keine Angst, es existieren gute Anleitungen im Netz.

Weiterführende Informationen zum Thema:

9 – Gute Blogs zum Thema

Es gibt eine Reihe von Blogs, die dich beim Bloggen und Schreiben unterstützen können. Du wirst vieles lernen können und bekommst Lösungen für deine „Probleme“. Ich empfehle dir, den folgenden Websites zu folgen:

Fazit

In nur 9 Schritten habe ich dich durch den Dschungel von WordPress geführt und dir viele wichtige Zusatzinformationen gegeben. Damit sollte es dir möglich sein, deinen Blog mit WordPress zu realisieren und erste Erfolge zu verzeichnen. Doch Bloggen ist ein hartes Geschäft und ich rate dir, durchzuhalten und stets weiterzumachen. Dann wirst du Erfolg haben und vielleicht sogar eines Tages Geld mit deiner Website verdienen können.

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.
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3 Kommentare

  1. Der Beitrag ist für Anfänger gut aber auch nicht an manchen Stellen zu empfehlen. Dies hält viele junge Leute davon ab einen Block zu installieren.
    1. Man braucht kein ftp-Programm.
    2. Ebenso wenig braucht man einen HTML-Editor.
    3. Man benötigt keine HTML- und CSS-Kenntnisse. Auch keine Datenbankkenntnisse.
    Erklärung: fast jeder Hoster bietet für weniger als Euro 3,10/monatl. (wp-starter) einen Host in Verbindung mit der WordPressinstallation und einem Domainnamen an. Somit kann man gleich starten. Das einrichten erklärt sich von selbst. Ein neues gutes Theme aufgespielt 4-5 Plugins die hier auch richtig beschrieben werden und ab gehts. Bilder laden und automatisch in die Datenbank installieren geht auch über ein Plugin.
    Ich empfehle ein 2-spaltiges Theme wo alles untereinander geschrieben wird. Die 2. Spalte sollte für die neuesten Beiträge in Kurzform, monatl. aufgelistet sein. Das langt eigentlich schön. Einfach aber Effizient.

  2. Hallo Andreas, toller Beitrag und super verständlich!
    Ich habe eine Frage..die Installation meiner ersten WordPresseite hat super geklappt.

    Jetzt wollte ich eine weitere Webseite kreeiren. Die domain läuft unter dem gleichen Server wie die vorrige. Wenn ich jetzt WordPress über den FTP Server hochlade mit Filezilla in das richtige Verzeichnis ist die Domain zwar mit WordPress verbunden ..aber mit der der anderen Seite bzw wenn ich die Doamin eingebe werdeich sofort auf die zuerst installierte Domain weitergeleitet. Wie kann ich eine unabhängige Eigenständige Installation durchführen?
    Vielen Dank und liebe Grüße

    • Hallo Antje,

      Du benötigst einen eigenen Ordner auf dem Server für die zweite Installation. In diesen Ordner muss die zweite Domain zeigen. Beispiel: Alle Dateien der ersten Website liegen in einem eignen Ordner auf dem Server. Z.B. website. In diesen Ordner zeigt die Domain 1. Website zwei hat alle Dateien im Ordner website2. Die zweite Domain zeigt auf Order website2. Dann hast Du beide WordPress-Installationen voneinander getrennt und bekommst keine Probleme. Einfach für jede Website einen eigenen Ordner anlegen und nicht ineinander verschachteln. Strikt trennen.

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